Warum sind sogenannte "Anfängerstücke" oft so schwierig?

tja, und ich schreibe vom Unterschied zwischen guten und schlechten Lehrern.

Dass es per se nicht so gut ist, bei schlechten Lehrern Unterricht zu nehmen, ist ja selbsterklärend.

Aber ehrlich gesagt habe ich nicht den Eindruck, dass es unter den ausgebildeten Lehrerinnen / Lehrern, die ich erlebt habe, schlechte gibt.
Es gibt große Unterschiede in der Methodik und natürllich auch im menschlichen Umgang. Genauso verschieden sind aber auch die Schüler.

Ich habe Klavierlehrerinnen erlebt, wo der Unterricht für meine Begriffe ziemlich langweilig, humorlos und trocken war, trotzdem war es methodisch sauber und es gab Kinder, die damit gut zurechtgekommen sind - man kann die Art zu unterrichten ja auch mit "nachvollziehbar", "strukturiert" beschreiben.
Ein kreativer Lehrer, der immer auf den Schüler eingeht, kann von manchen auch als sprunghaft und planlos empfunden werden.
Manche Schüler kommen mit einer fordernden, "strengen" Art gut zurecht und es motiviert, andere kommen damit nicht klar und brauchen mehr moralische Unterstützung.

Deshalb würde ich es vermeiden, aufgrund weniger Eindrücke oder vom Hörensagen Lehrer als "schlecht" abzustempeln, ohne sie im Unterricht persönlich erlebt zu haben und mal ein Gespräch geführt zu haben.

Die Herausforderung sehe ich eher darin, die richtigen Schüler mit den richtigen Lehrern zusammenzubringen. Je jünger man ist, desto schwerer ist das natürlich für die Kinder selbst zu beurteilen, weil man die Alternativen nicht kennt. Da müssen die Eltern ein Auge drauf haben und ggf einen Lehrer suchen, wo es passt.
Und ich denke auch, dass es 100%ig passt ist auch etwas Zufall und Glück. Mit 80% kommt man auch klar.

Insgesamt würde ich - natürich aus meiner begrenzten Sicht - sagen, dass alle Klavierlehrer sich auf ihre Art Mühe geben, das richtige zu machen, und wenn es mit dem Schüler passt, dann kommt auch was Gutes dabei raus.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

wenn 2.) die Frage lautet "Warum sind sogenannte "Anfängerstücke" oft so schwierig?", dann: ja.
Da verweise ich auf den Eingangspost: @Pianoteq behauptet, dass Anfängern
... gewisse Stücke als "Anfängerstücke" oder "easy piano" verkauft werden, die es gar nicht sind.
- ich habe das so verstanden, dass es um youtube-Videos geht - und nicht um reale Klavierlehrer und echten Unterricht.

Ich habe außerdem so meine Zweifel, ob diese ganzen Schreckensszenarien
... sie wollen das spielen, was sie aus Filmen oder Serien im Kino oder TV kennen.
...Wobei sie sich dann die Finger verrenken oder ein Karpatunnelsyndrom einhandeln, weshalb sie dann nie wieder ein Klavier anfassen möchten (oder wegen der Schmerzen nicht können) und enttäuscht und frustriert aufhören oder sogar aus medizinischen Gründen aufhören müssen.
wirklich real sind, dh durch Umfragen, Studien o.ä. belegt, oder eher Vermutungen eines besorgten Users sind ;)
 
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Der gute Lehrer ist der, der gut zum Schüler passt und umgekehrt.

Dazu gibt es ja die Probezeit.

Manche Schüler hoppen lieber von einem Hobby zum nächsten.
 
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...

Aber ehrlich gesagt habe ich nicht den Eindruck, dass es unter den ausgebildeten Lehrerinnen / Lehrern, die ich erlebt habe, schlechte gibt.
...

... wenn ich dagen mal ein Beispiel nennen darf, das wahrscheinlich die meisten von uns kennen: Unter den ausgebildeten Lehrern an Schulen gibt es (leider) verdammt viele, die besser einen anderen Beruf ergriffen hätten. Als Schüler an einer deutschen Regelschule für das Fach XY an einen wirklich GUTEN Lehrer zu geraten, ist schon so eine Art Lottogewinn.

Ich arbeite schon sehr lange im pädagogischen Sektor und meine Erfahrung ist, dass es sehr viele schlechte, noch viel mehr mittelmäßige und nur ganz wenige gute Lehrer gibt.
Es würde mich wundern, wenn das bei den Musikpädagogen grundsätzlich anders wäre.

Und Em oder G oder Am - "Hauptsache Italien" ;)

Welcher Akkord ist denn nun der "Einfachste"? Vom Griffbild her betrachtet sind ja C, Am, Em oder G in der Grundstellung ziemlich ähnlich. C vielleicht am einfachsten, weil viele Klavierschüler als erstes lernen, dass C vor den zwei nebeneinanderliegenden schwarzen Tasten zu finden ist. Wenn der Schüler allerdings die Tonleiter in Anlehnung an das Alphabet lernt, kommt ihm vielleicht Am noch einfacher vor. So lange die Akkorde nicht in einem harmonischen Zusammenhang betrachtet werden, sondern nur "blinde" Griffbilder sind, tun die sich in Bezug auf "Schwierigkeit" doch alle nicht viel. Oder?
 
Oder wie mein Neffe mit 4 als ich ihm Klaviertipps geben wollte: "Ich weiß alles." :)
 
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Unter den ausgebildeten Lehrern an Schulen gibt es (leider) verdammt viele, die besser einen anderen Beruf ergriffen hätten. Als Schüler an einer deutschen Regelschule für das Fach XY an einen wirklich GUTEN Lehrer zu geraten, ist schon so eine Art Lottogewinn.
... meine Erfahrung ist, dass es sehr viele schlechte, noch viel mehr mittelmäßige und nur ganz wenige gute Lehrer gibt.
Das sehe ich ähnlich.
Natürlich geben sich die meisten Lehrer Mühe, und, ja: Methodiken, Persönlichkeiten und Schüler sind unterschiedlich.
Die Annahme allerdings, dass ausgebildete Lehrer automatisch gute Lehrer seien, ist eine sehr freundliche, aber wenig realistische Annahme. Optimistisch, um nicht zu sagen: weltfremd.
Abschluss oder Berufsbezeichnung garantieren weder pädagogisches Talent noch die Fähigkeit, Schwierigkeiten auf Anfängerniveau überhaupt wahrzunehmen.
In der Realität gibt es mittelmässige, schlechte und wirklich gute Lehrer. Ganz genau. Und Anfänger bekommen das besonders deutlich zu spüren.
 
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Die Annahme allerdings, dass ausgebildete Lehrer automatisch gute Lehrer seien, ist eine sehr freundliche, aber wenig realistische Annahme. Optimistisch, um nicht zu sagen: weltfremd.
Ich habe mir sagen lassen, das sei bei Bundeskanzlern, Formel-1-Piloten, Köchen und sonstigen Staatspräsidenten genauso. :gruebel: Bin mir aber nicht ganz sicher, ob das stimmt ... :redface:

Viele Grüße,
McCoy
 
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Eben.
Genau das meine ich.
Deshalb verstehe ich nicht ganz, warum du in deiner Argumentation von deiner persönlichen Qualifikation auf die Allgemeinheit schliesst.
 
der Profi / der Lehrer wird wohl 8 bis 9 draufhaben,
Klar kennt ein erfahrener Lehrer die Unterschiede
Was sich für den Profi gleich leicht anfühlt,
Deshalb verstehe ich nicht ganz, warum du in deiner Argumentation von deiner persönlichen Qualifikation auf die Allgemeinheit schliesst.
Ich habe Deinen Sprachgebrauch übernommen. Damit hast Du mich inkludiert, und dadurch bleibt mir nichts anderes übrig, als Deine falschen Postulate zu korrigieren.

Viele Grüße,
McCoy
 
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Oder wie mein Neffe mit 4 als ich ihm Klaviertipps geben wollte: "Ich weiß alles." :)

... alte Pädagogenweisheit: Mit den eigenen Kindern oder nahen Verwandten funktioniert nichts! Weder Hausaufgabehilfe, noch Nachhilfe, noch Klavierunterricht :D

Es fehlen einfach der Respekt und der Abstand. Vor allem aber spielen in so ein "Lehrer"-Schüler-Verhältnis viel zu viele private und emotinale Dinge rein, die mit dem Unterrichtsthema gar nichts zu tun haben. Und wie die Anführungszeichen schon andeuten: Für Kinder ist ein Lehrer oft erst dann ein solcher, wenn er ein "richtiger" Lehrer ist - nicht Mama oder Papa oder Onkel.

Ich habe den Stress bei meiner Tochter von Anfang an vermieden. Wenn es Nachhilfe oder Instrumentalunterricht gab, dann immer von Fremden, auch, wenn ich gerne manchmal selbst eingegriffen hätte. Natürlich muss man dann sehr genau schauen, ob der "richtige" Lehrer auch was taugt. Das ist ja - s. o. - leider nicht immer der Fall.
 
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Die klavierpädagogischen Fragen werden sich hier im "Klavierspielen" - statt "Musikpädagogik" - besser einordnen lassen, wenn sich auch @Pianoteq in Bezug dazu setzt, das fehlt mir bisher.

Schließlich geht es um die Behauptung "Warum sind sogenannte 'Anfängerstücke' oft so schwierig?" von @Pianoteq.
Bisher wurden die damit gemeinten Stücke oder der eigene Ausbildungsstand dazu noch nicht genau genug beschrieben.
Ich habe Czerny und Burgmüller gespielt und Hanon und dann natürlich Bach, und das sind teils so wunderschöne Stücke, die aber für Anfänger spielbar sind,...
Das ist für mich zu pauschal formuliert, wie ich weiter oben bereits genauer beschrieben habe. Andererseits wäre die Frage aus dem Titel damit auch beantwortet. Der Begriff "Anfängerstücke" bezeichnet nun einmal keinen einheitlichen Schwierigkeitsgrad, sondern eine Zusammenfassung von Stücken mit unterschiedlichen Anforderungen, die in der Klavierausbildung als "leicht" angesehen werden. Trotzdem können solche Stücke für den eigenen Ausbildungsstand noch "schwer" sein.
Schoenmehl Prayer.jpeg

Quelle: Mike Schoenmehl, Prayer aus: Little Stories in Jazz, Schott Mainz

Was "so schwer" bedeutet, das ließe sich letztlich am besten bestimmen, wenn man die Ausführung eines Stücks hört und idealerweise auch sieht, wegen denkbarer Schwächen der Position und Bewegung.
Dann lässt sich nämlich sagen, ob es darum geht, das Notenlesen mit Erfassung der Akkolade zu verbessern, um Aspekte wie das Notenlesen auf Hilfslinien, um Lesen und Spielen in Tonarten mit 2 oder 3 Vorzeichen, um die Erfassung der Rhythmik von Notengruppen und Synkopen, um rhythmische Unabhängigkeit bzw. die koordinierte Ausführung usw.

Wenn ein Begriff fällt wie "Notenbüchlein für Anna Maria Bach", dann sind das nicht nur Stücke wie das Petzold Menuett G-Dur oder das C-Dur Präludium aus dem WTK 1, die beides überaus populäre Stücke im ersten Unterrichtsjahr sind.

Sollten diese Stücke den aktuellen Ausbildungsstand von @Pianoteq beschreiben, dann dürfte das Rondeau BWV Anhang 183 von Couperin aus dem Notenbüchlein aber "schwer" sein und die Aria BWV 988 vermutlich unspielbar, sie ist als Henle Grad 4 einsortiert und damit nach Henle-Kriterien beginnende "Mittelstufe".
Deshalb meine ich, dass das "Notenbüchlein Anna Maria Bach" nicht insgesamt als "leicht" oder für "Anfänger" zu bezeichnen ist. Fast alle Stücke im Heft sind dafür zwar geeignet, das aber im Sinne von "Unterstufe Klavierspiel", für viele Klavierschüler nicht unbedingt "erstes Jahr Klavierunterricht".

Ich kann Unzufriedenheit mit Unterricht nachvollziehen, nur braucht es in diesem Thema immer den Zusammmenhang zum Titel.
Die allermeisten Lehrer/innen halte ich für offen in Hinsicht auf Vorschläge, wenn die sich in den Unterricht integrieren lassen. Das sehe ich nicht nur im Board, ich kenne aus meiner Generation auch einige Musiker und Instrumentallehrer/innen an "meiner" öffentlichen Musikschule.

Gruß Claus
 
Grund: kl. Korrekturen
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