Was kostet ein Ton und/oder Lichtman/frau

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Also wir haben Glück gehabt und konnten einen Techniker - der auch gerne mal mit uns ein Bier nach dem Gig trinkt - "eingemeinden". Durch die Aufnahme in die Band gewinnen wir die Zeit um uns an perfekte Einstellungen ranzutasten - weil nicht ständig das Taxameter mitläuft. Er bekommt den gleichen Anteil wie wir auch. Ob uns die Kohle für einen Gig reicht, besprechen wir zusammen.

Allerdings sind wir alle in einem regulären Job und können uns das als Hobby gönnen. Wir wachsen gemeinsam und lassen uns jedesmal in den Gesprächen nach dem Gig ein Feedback geben.

Ich denke @Sharkai das es noch mehr Technik affine Menschen da draussen gibt, die Lust haben sich in ein solches Thema einzuarbeiten und auf diese Weise Teil einer Band und der Live Erfahrung zu sein.

Gruß
Martin

P.S. Ist hier schon mal jemand über "FOH Coachings für Amateure" gestolpert? Sicher gut investiertes Geld aus der Bandkasse?
 
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Also ich mach ja im Nebenerwerb jetzt Hirnchirurgie und Steuerberatung.

Bevor Du geschützte mit ungeschützten Tätigkeiten vergleichst, solltest Du vielleicht einen Blick in Deine Signatur werfen ¯\_ツ_/¯

Deiner Logik nach sollte die Band, um die es hier geht, öffentliche Konzerte eh Musikern mit anerkanntem Berufsabschluss überlassen, oder?
 
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Ironie oder Überspitzung zu verstehen, ist scheinbar nicht jedem hier gegeben...
 
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Ja die brotlose Kunst… glücklicherweise haben die meisten Techniker die ich kenne aus der Corona-Krise gelernt und machen jetzt hauptberuflich was anderes, damit sie hobbymäßig für 150,- €/Tag Bands mischen können. Bringt ja Bock das ganze (nur halt kein Geld)… man hat ja auch keine Verantwortung als tonmann (bzw. als Techniker). Wozu sollte der Versicherungen abschließen oder gar einen qualifizierten Abschluss haben??? Wird alles überbewertet.

Ich hab leider das Gefühl es wird sich nie was ändern… Glück für die Bands, noch mehr Glück für die Veranstalter und am meisten Glück für die Besucher (solange nichts passiert)
 
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glombi
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Ich gebe Dir ja Recht, Bands sind heute nur noch selten gewillt, gute Dienstleister zu bezahlen. Kann man ja heute mit dem Tablett von der Bühne günstig selber machen.

Veranstalter wollen auch nicht mehr für professionelle Bands und Technik zahlen, das machen Hobby-Bands ja auch gerne für den Hut.

Und das Publikum will für Konzerte/Veranstaltungen kein Geld mehr ausgeben. Kann man ja jederzeit in viel besserer Qualität in Original streamen. Nur für Playback-Shows angesagter Mege-Acts wird gerne viel Geld hingelegt…

Ist so. Kann man jetzt ewig beklagen, oder versuchen, das Beste für alle draus zu machen…

Gruß,
glombi
 
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SB
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Naja, @ProPA schrieb ja explizit so schön "Hobby-Nebenher-Tonler". Da sollten wir jetzt die Kurve kriegen, bevor wir wieder in die altbekannte Diskussion abrutschen "Solche Leute nehmen den hauptberuflichen Technikern ihre Jobs weg!!!!!!!1111einself"

Äpfel und Birnen. Wird ein solcher "Hobby-Nebenher-Tonler" mit der Beschallung des Oktoberfestes, des ESC-Vorentscheids, der Aktionärs-Hauptversammlung von der XY AG beauftragt? Eher nicht. Umgekehrt wird wahrscheinlich der Vollprofi, der bei diesen Nummern hinterm Pult steht, auch kein gesteigertes Interesse an den Tag legen, im Gasthof zur Post Hintergrutting mit dem FOH ins letzte Eck des ranzingen Saals gepfercht bei der von der örtlichen Landjugend veranstalteten "Rock-Night" fünf Stunden lang Schülerbands mit fragwürdiger Bühnenerfahrung und krachenden Klinkekabeln zwischen Klampfe und Harley Benton Distortion-Pedal zu verarzten, auch nicht für 90€ net/h.

Ich glaube, dass sich da draußen schon die richtigen Leute für die richtigen Jobs finden und da alle Beteiligten auch Spaß dran haben und miteinander und voneinander lernen. Man muss sich halt vielleicht zwischendurch auch mal wieder selber fragen, wo man hergekommen ist, wo man jetzt gerade ist und wie man da eigentlich hingekommen ist. Nehmen wir halt mal ruhig an, du bist irgendwo um die 20, bist technisch absolut fit, löst jedes technische Problem beim Gig im Vorbeigehen und mischt fast schon "nebenbei" selbst in akustisch problematischen Locations einen Sound, wo jedem die Kinnlade runterfällt. Solche Leute gibt es ja. Nur, was bringts dir im Einzelfall? Du kannst dann sagen: "Ich kenne meinen Wert!" und nimmst ab jetzt gleich mal souverän 350€ Tagessatz und setzt jeden XLR-Adapter, den du zusätzlich gebraucht hast, separat auf die Rechnung. Was wird passieren? Du machst einfach keine Jobs mehr, so einfach ist das. Die Dorfkapelle sagt: Ist zwar nett und wir haben gesehen was du drauf hast, aber wir können uns das halt einfach nicht leisten, weil dann der Rest von den fünf Mannen jeweils mit nem Zwanni heim geht. Der Bayerische Rundfunk sagt: Ist ja auch alles ganz nett, trotzdem suchen wir in unserer Stellenausschreibung nun mal einen Diplom-Toningenieur und nicht jemanden, der einfach nur Talent hat, selbst wenn er das genauso gut kann.

So - und nu?

Ich hab ja selber noch ein paar "Altlasten", mit denen ich seit 10 Jahren teilweise halt auch 20+ Jobs im Jahr mache (summa summarum kam ich bis 2019 auf insgesamt ca. 50-60 im Jahr im Nebenerwerb), weil es menschlich eben ganz gut passt und wir ein eingespieltes Team sind und gemeinsam einfach ein geiles Ergebnis erzielen können. Würde ich für die Kohle, die ich da aufrufe, ein neues Projekt mit vergleichbaren Rahmenbedingungen anfangen? Nein, würde ich nicht, weil ich nach fast 15 Jahren in der Live-Branche und fast 10 Jahren in einer Schiene der Install-Branche, die die ganz großen Häuser in D betreut, meinen Marktwert recht gut einschätzen kann. Viel entscheidender ist aber eigentlich, dass es nach 60+ Stunden/Woche ab und zu auch mal ganz geil ist, wenn Samstags nicht gleich wieder ab 10 Uhr Vormittags Alarm ist. Aber genau aus dem Grund geh ich da eben auch nicht offensiv rein. Es gibt gute Leute da draußen die damit hauptberuflich ihre Brötchen verdienen müssen, denen muss ich nicht aus Spaß an der Freude an den Karren fahren. Wer wirklich explizit mit mir arbeiten will, der kriegt mich auch weiterhin und da werden wir uns auch preislich einig. Nicht immer ist die Kohle der ausschlaggebende Faktor (egal auf welcher Seite des Arbeitsverhältnisses), sondern einerseits die Sicherheit beim "Kunden", zu wissen, dass die Nummer einfach funktionieren wird, und andererseits die Sicherheit meinerseits, dass es keine bösen Überraschungen gibt, weil die andere Seite der Signalkette ebenso lange im Geschäft ist und ihre Hausaufgaben gemacht hat - kurzum: Weil man eben weiß, was man aneinander hat.


Gruß Stephan
 
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Früher habe ich an der Stelle auch sehr hitzig diskutiert, ja sogar gestritten. Heute sehe ich das gelassener:
Es gibt keinen Grund, warum eine Hobbyband nicht auch einen Hobbymischer haben darf.
Es gibt ebenfalls keinen Grund warum gut betuchte Hobbymusiker sich nicht auch einen Berufsmischer leisten dürfen.
Es gibt sogar nicht mal einen Grund dagegen, dass Berufsmusiker sich mit einem Hobbymischer zusammentun, wenn beide Seiten sich darüber klar sind, dass ab einer gewissen Anzahl von Gigs Streß mit dessen Day-Job und dem Finanzamt vorprogrammiert sind. ;)
Fürs dazu Verdienen gibt es Steuerfreibeträge, da ist die Spielregel gar nicht kompliziert.
Ausserdem ist es halt aus bekannten Gründen so, dass der Übergang Hobby/Beruf und dementsprechend auch die Tarife fließend sind und jeder selbst darauf aufpassen muß, dass er nicht ausgenutzt wird.
Auch nicht unbekannt ist, dass es auf beiden Seiten Gute und Schlechte gibt und 'Fachkraft für Veranstaltungstechnik' macht noch lange keinen guten Mischer. (Manche von uns waren übrigens schon lange gut, bevor die Fachkraft überhaupt erfunden wurde:biggrinB: und manche „Fachkräfte“ bleiben nach der Ausbildung fast genau so ahnungslos wie davor. Warum das so ist, ist eine gaaanz andere Geschichte:rolleyes:)
Das einzig wirklich Ärgerliche sind komplette große VT Firmen, die auf dem 'von Beruf Sohn' Prinzip basieren und das Dumping in der Branche befeuern und da spielt natürlich das 'ist geil' Ding die große Rolle. Das gibt es aber in 'uncoolen' Branchen auch und letztlich hilft hier nur: „Augen auf bei der Berufswahl“ und danach bei der Auswahl des Arbeitgebers. ;)
 
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Fachkraft für Veranstaltungstechnik' macht noch lange keinen guten Mischer
Das ist ja jetzt auch nicht Aufgabe dieser Ausbildung. Das ist die Umsetzung der Landes vstättvo, dguv 17/18, sqp4,… ansonsten stimme ich dir zu. War grad nur schockiert, dass es immer noch Leute gibt, die für 150 auf die Straße gehen. Egal. Passt schon. Viel Erfolg beim finden!
 
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Ich will das hier jetzt nicht abwürgen, aber die letzte Neuigkeit ist das wir wohl jemand gefunden haben der mit uns zusammenarbeiten mag.
Zurück zum Themenstrang...

@SB
Schön geschrieben. Ich sehe den Mann/Frau am Mischpult eher als Bandmitglied, denn er spielt im Prinzip auch an einem Instrument, nämlich dem Mischpult. Und auch dieses "Instrument" muss man erst erlernen. Deshalb zahlt man für Studiomusiker auch ne Stange Geld, wenn man sie braucht. Dafür bekommt man aber auch zuverlässig Qualität abgeliefert. Das würde der Kumpel von der Nachbarband wohl auch hin bekommen, doch wohl nicht so souverän wie eben der Profi.

@Alttöpfer
Also ich gebe dir da vollkommen recht. Es gibt doch nicht nur schwarz und weiß. Ich bin jetzt wirklich nicht beste am Mischpult, aber die Basics bekomm ich schon hin, wenn ich dafür auch etwas länger brauche. Meinen Fähigkeiten entsprechend wäre ich mit Spritgeld schon zufrieden. Mein wirklicher verdienst sehe ich darin, das ich Erfahrungen sammeln kann. Wenn ich natürlich auch Hardware stelle will ich dafür auch ein bisschen Geld sehen, aber das ist ja nichts ungewöhnliches.
Mach ich mit dieser Einstellung die Preise kaputt? Ich denke nein, weil ich eben kein Profi bin. Ich empfände das als unverschämt viel Geld zu verlangen. Wenn ich jemand hole der das kann, muss ich auch seine Fähigkeiten bezahlen, dafür ist es auch viel unkomplizierter als wie wen ich am Mischpult bin. You get what you pay. Oder anders herum, das Budget bestimmt die Qualität.

Ne Hobbyband (wie wir eine sind) kann sich einen professionellen FoHler kaum leisten; zumindest nicht die, die in den Preislisten hier aufgeführt wurden. Für unsere Zwecke sind die ja eher Überqualifiziert. Natürlich ist es schön so einen Profi zu haben, denn da geh ich davon aus, das ich mich immer blind drauf verlassen kann was den Sound angeht. Ein Profi sollte sich im voraus schon mal mit dem Sound der Band vertraut machen und dies dann auch on Stage umsetzen können.

Bei nem FoHler der das Hobbymäßig macht, höre ich dann schon mal beim Soundcheck rein, wie sich das alles von der Publikumsseite anhört. Nicht aus grundsätzlichem Misstrauen, aber eben um festzustellen, ob wir die gleiche Auffassung vom Sound haben. Ebenso bin ich da auch viel geduldiger wenn es Probleme gibt und würde von vorne herein dafür Zeit einplanen.

Aber es wurde ja auch schon richtig festgestellt das ein teurer FoHler auch schlecht sein kann, ebenso wie ein Hobby-Faderschubser sein Handwerk beherrschen kann.


Da fällt mir eine Geschicht dazu ein:
2018 haben ich in einem Verein (Winnenden goes Metal) mitgeholfen ein Metalfestival mit 6 Bands zu veranstalten. Dafür haben wir uns auch einen Profi geholt der die Anlage für die Halle gestellt hat und auch alles rund um den Ton gemacht hat. Man hat sofort gemerkt das die Erfahrung hatten, denn alles lief sehr routiniert und zügig ab. Eben Profis. Licht wurde von einem anderen Anbieter gemanagt.
Jedenfalls war der Sound am Abend wirklich super geil! Die haben einfach alles richtig gemacht. Es gab aber eine Band, die hat darauf bestanden ihren eigenen Mischer einzusetzen. Das haben die Profis auch alles entsprechend vorbereitet so das der Bandmischer alle Signale für sein X32 abgreifen konnte. Der Mischpult den die Profis hatten war ein Vi3000 von Soundcraft, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe. Jedenfalls war der Sound eben dieser einen Band ein echtes Downgrade. Das ist jedem in der Halle aufgefallen, außer dem Bandmischer und der Band (die war ja auf der Bühne und konnte das nicht hören). Im direkten Vergleich viel das echt extrem auf.
 
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Da fällt mir eine Geschicht dazu ein:...
Es ist, wie Kollege @Alttöpfer schon erwähnte Gutes und Schlechtes da und dort zu finden. Man soll nicht denken dass jeder Profi, der 900€ kostet, auch für den ganz speziellen Einsatz besser ist als der ehrenamtliche Bandtechniker und um gekehrt, nur weil einer die Band kennt, muss er auch nicht den besseren Sound machen. Es gibt eben gute und schlechte Techniker in allen Preislagen zu finden.

Bei mir persönlich ist es so, dass ich für Technikjobs die hier in meiner Gegend üblichen Tarife aufrufe, es kann aber auch sein dass ich für Freunde mal den Job für ein paar Biere erledige. Und dann gibts wieder Jobs, seltens, für die deutlich höhere Preise veranschlage, meist um weder „nein“ sagen noch den Job machen zu müssen. Nach oben gibts da kein Limit ;-)

ich denke dass hier nicht ernsthaft nach einem typischen Dienstleister gesucht wird, bzw wurde, der alles auch aus der Sicht eines Gewerbebetriebs oder ähnlichem betrachten muss. Hier gehts für mich eher darum einen passenden Techniker, gerne auch einen enthusiastischen „Laien“, zu finden und ihm einen fairen Preis für eine reine Nebentätigkeit anzubieten. Und da können z.B 150 € aus meiner Sicht schon ok sein. Man bietet ja neben dem schnöden Mammon ja auch die Gelegenheit sich selbst durch Praxis weiter zu bringen, etwas das man ja auch nicht ganz ausser Acht lassen sollte.
 
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Das ist ja jetzt auch nicht Aufgabe dieser Ausbildung
Hab ich auch nicht behauptet, wird aber manchmal so verkauft;)

Eine Sache möchte ich zum Thema noch zu bedenken geben, wobei es da eher um Zeitgeist und Moral im eigentlichen Sinn geht, da möge jeder mit sich selbst ins Gericht gehen:
In der typischen Altherrenband gibt gar nicht so selten die Konstellation, dass sich die finanziellen Möglichkeiten der 'alten Freunde' deutlich auseinander entwickelt haben. Einer ist vielleicht schlecht verdienender Berufsmusiker geworden, der andere hat ne gut laufende Firma, ein schönes Haus und ein dickes Konto. Eigentlich selbstverständlich, dass hier „Gage“ anders geregelt wird, als durch die Anzahl der Köpfe zu teilen.
In dem Kontext hat die Diskrepanz zwischen der Anhäufung von Vintage-Gibsons und dem „wir kriegen aber nur 400,-€ Gage und können uns daher keinen ordentlichen Mischer leisten“ schon was von einer seltsamen Art von Muckerehre.
Will sagen, manchmal könnte man bei Überlegungen, was man tun könnte, damit ein Gig Spaß macht, auch darüber nachdenken, dass es da auch noch andere Optionen gibt als die Anhäufung von 'gear'. ;)
 
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Hmmm, ein interessanter Gedankengang…
Ja mein Hobby ist so schon finanziell ein Desaster. Das was ich bisher in Instrumente, aber auch PA gesteckt habe, werde ich in diesem Leben auf jeden Fall nicht mehr an Gagen einnehmen.
Wenn wir einen günstigen Tonmann anheuern, ist dann mindestens die Hälfte einer typischen Gage weg und es bleiben noch vielleicht 250-300€ für die 6-köpfige Band, wo jeder beim Gig auch einen 10h Tag hat, von dem 3-4h Spass sind und der Rest ist Rödelei.
Das ist alles so gaga, da macht es eigentlich tatsächlich nichts aus, ob man den ganzen Quatsch für 5 oder 10€ / h macht. Ich war auch schon mal bereit, die Aktion so laufen zu lassen, weil ich gerne mal so eine „Basis-Einstellung“ (Gates, Kompressoren, EQs für die einzelnen Kanäle) für unser Digital Mischpult haben wollte. Von der Zusammenarbeit und dem Ergebnis war ich so semi zufrieden. Der Typ war schon recht arrogant und nur mäßig motiviert; wir hatten viele Feedbacks der Mikrophone. Der Sound war wohl ok.
Das als Standard für die Gigs zu machen, ist bei der Summe an Karakterköpfen in einer Band auch so eine Sache. Wenn es da ans Geld geht, ist die Eintracht meist nicht mehr so weit daher.
Und spätestens wenn ich dafür bezahlen muss, um aufzutreten, kippt auch meine Motivation, sich das noch anzutun… wenn ich teure Instrument kaufe, sind auch die physisch da. Von der eingekauften Dienstleistung bleibt besten falls eine schöne Zeit… da ist man schon geiziger.
Wer da einen Enthusiasten findet, der Bock hat eine Band abzumischen, weil ihn die Technik reizt und um so etwas RocknRoll zu schnuppern, hat wirklich Glück.
Als „Techniker“ ist man leicht da dann nur der Muli, der die Arbeit hat, weshalb eben viele, die das irgendwann etwas können, dann auch die Hand weiter aufmachen.

Ich habe meine Bandkollegen im Laufe der Zeit technisch fitter gemacht. Die können (fast alle…) mindestens ihren eigenen Monitor Mix (via eigenem Smartphone/Tablett) einstellen und wissen auch mittlerweile beim Aufbau, was zu tun ist. Eine sorgfältige Kabelbeschriftung, nimmt mir auch viel Arbeit und Stress ab. So ist das Mischen von der Bühne etwas entspannter geworden.
 
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In dem Kontext hat die Diskrepanz zwischen der Anhäufung von Vintage-Gibsons und dem „wir kriegen aber nur 400,-€ Gage und können uns daher keinen ordentlichen Mischer leisten“ schon was von einer seltsamen Art von Muckerehre.
Ich kenne auch genug Beispiele, die belegen das auch beides möglich ist, Vintage Gear und Geld für einen Techniker. Man will ja seine teures, gutes Stück auch richtig in Szene gesetzt wissen ;-)
 
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Klar, so kenne ich das auch, ist aber nicht immer so.

Von der Zusammenarbeit und dem Ergebnis war ich so semi zufrieden. Der Typ war schon recht arrogant und nur mäßig motiviert; wir hatten viele Feedbacks der Mikrophone
Dann war‘s halt doch der Falsche. ;)
 
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Will sagen, manchmal könnte man bei Überlegungen, was man tun könnte, damit ein Gig Spaß macht, auch darüber nachdenken, dass es da auch noch andere Optionen gibt als die Anhäufung von 'gear'.
genau! Gig-Tag einer Altherren-Hobbypopel-Band, Gage 600,- € inkl. PA für 200 Pax :

5 Altherren Hobbypopel treffen sich im Proberaum,
1h Abbau und Bus beladen,
0,5h Fahrt zum Club in Town
1h Bus entladen und Aufbau
1h PA Aufbau und Soundcheck
2h Gig
1h Abbau und Bus beladen
0,5h Fahrt zum Proberaum
1,5h Bus entladen und Aufbau inkl. Monitore/PA

Macht 8,5h x 5 Mann = 42,5h.
600,- : 42,5h = ~14,- €/h oder 120,- pro Altherren-Hobbypopel (Wobei bei uns sämtliche Gage im Bandtopf bleibt)

Die Altherren-Hobbypopel-Band soll für 600,- Gage Equipment für 10-15.000 € anschleppen, und mit insgesamt 42,5 h auch noch Bock zum rocken haben und abliefern, während der Profimischer 300,- für 3h Faderschubsen verlangen muss, weil er ja Profi ist. Dem Profi geht hier aber das Messer in der Hose auf, wenn jemand seinen Job für die Hälfte macht -was mir persönlich als Altherren Hobbypopel immer noch viel zu teuer erscheint für 3h (Soundcheck+Gig) "bisserl mischen, sonst nix" !

wobei es da eher um Zeitgeist und Moral im eigentlichen Sinn geht, da möge jeder mit sich selbst ins Gericht gehen:

Ich habe nichts gegen Geld verdienen -ganz im Gegenteil- aber einem Nackigen (600,- für PA und 42,5h) kann man nunmal nicht in die Hosentasche fassen! Kommt doch mal runter von Eurem Profiross und vergleicht nicht Rock am Ring mit Kalle´s Kneipe, da wo sich Altherren-Hobbypopel-Bands tummeln!
Mein Nachbar der Maurermeister, regt sich übrigens auch ganz fürchterlich über die scheiß Schwarzarbeiter auf, die Ihm für 25,- statt für 73,- (brutto) die Jobs wegnehmen. Wenn Geld keine Rolex spielt, hole ich meinen Nachbar -bis es soweit ist, muss ich meinen Holzbackofen leider selber mauern...
 
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Also die letzten Postes verdeutlichen meine Gedankengänge ganz gut, die mich zum Start dieses Threads veranlasst haben.

Also ich würde mich (und meine Band) auf die Stufe der "Alt-Herren-Popel-Band" sehen. Auch wir haben (wie wohl die meisten Bands) einiges an Equipment zu schleppen und transportieren. Das beschreibst du ja recht realistisch. Nur das wir mit unserer Musik wohl eher keine 600 Öcken bekommen werden, weil die doch etwas aus der medialen Mitte des Kommerzsounds liegt. Aber der Gedankengang war bei mir fast gleich, wie du es beschrieben hast. Von dem bisschen Gage (wenn man nicht sogar für den Hut spielen muss), den Löwenanteil abtreten ist schon heftig.

Die andere Seite ist aber auch, das die hier angesprochenen FoHler die das beruflich machen eben damit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Und da kann man dann schon einen Stundensatz von 50 Euro oder mehr erwarten. Wird im Handwerk auch nicht anders abgerechnet. Dazu noch An- und Abfahrt und dann bist du ganz schnell bei 200 - 300 Euro nur für 3 Stunden Faderschubsen. Sollte der FoHler noch zusätzliche Hardware mitbringen so kommen noch entsprechend die Mietpreise dazu.
Als Selbstständiger muss er sich auch entsprechend versichern um eben bei unvorhergesehenen Ereignissen nicht in einen Bankrott zu rutschen. Wenn ein angetrunkener Gast sein Lieblingsgetränk über den M32 Pult kippt, sind halt mal 3000 Euro am Arsch. Die wenigsten verdienen so viel das man sich sowas mal eben neu kaufen kann. Da muss ich nur an meine eigene PA denken und mir stellen sich die Nackenhaare auf wenn ich mir so ein Szenario im Kopf durchspiele. Das geht wohl jedem so. (hmm, vielleicht sollte ich auch mal über ne Versicherung nachdenken....)
Für ein Band wäre das echt schlimm, aber für einen der damit sein täglich Brot verdient sieht das nochmal ganz anders aus, nämlich viel schlimmer.

Was bedeutet das dann unterm Strich?
Also ich sehe das mittlerweile so, das Veranstalter die komplette Verantwortung an die Bands und die damit zusammenhängende "Freelancern" (ich nenn die jetzt einfach mal so) abschieben. Hinzu kommt das die wenigsten Gäste bereit sind Eintritt zu bezahlen, also einen Preis der dem Aufwand angemessen ist.

Somit bleibt dem Musiker kaum was anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen, wenn er live spielen will. Er kommt ums schleppen nicht herum und auch nicht um die ganzen zusätzlichen Tätigkeiten, die man eben nicht so mitbekommt. Tätigkeiten wie, Kabel prüfen, Kabel abreiben, Anlage prüfen und reinigen, Einlagern, wieder im Proberaum aufbauen, etc...

Die Frage ist, was kann man da machen? Soll ich einfach nur noch für einen Mindestbetrag auf die Bühne gehen? Okay, dann spielt halt jemand anderes und ich schau in die Röhre. Das dies alle machen ist genau so eine Fantasie wie der Kommunismus. Ist ne grundsätzlich gute Idee, aber halt nur wenn wirklich alle mitmachen - und das wird nicht passieren.


Also wenn ich da einen FoHler für mich und meine "Alt-Herren-Popel-Band" (ein geiles Wortmonster) hole, dann sollte der gleich wie die ganze Band vergütet werden. Alles andere würde ich (und wohl auch die Band) aus der eigenen privaten Tasche zahlen müssen, und das will wohl keiner. Abgesehen davon würde ich da nach kürzester Zeit viel Ärger mit meiner Frau bekommen und nie wieder eine neue Gitarre ;).
Mann muss hier tatsächlich genau unterscheiden, zwischen Wunsch und Realität. Ein Profimischer kostet einfach zu viel. Das ist für die Band genauso wenig wirtschaftlich zu tragen, wie für den Profimischer den Abend für 100 Mäuse zu spielen. Ergo, das klappt so nicht.

Ein "Alt-Herren-Popel-Band" braucht einfach einen "Hobbymischer", was anderes kann die sich gar nicht auf Dauer leisten. Somit gibt es sehr wohl eine Rechtfertigung für die Hobbymischer die die preise kaputt machen. Die bedienen einfach eine ganz andere Gruppe von Musikern wie die Profis.
 
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@ Morloc
Schön, da sind wir ja bei der Popelrechnerei wieder ganz am Anfang. Der Popel nimmt an der Stelle seinen Lauf, an der Popel auf Milchmädchen trifft und beide zur Hochzeit das Rechnen anfangen.

Es ist ein HOBBY! Es ist Prinzip bedingt bescheuert, bei dem magischen Wort Gage ohne weiteren vernünftigen Grund das Rechnen anzufangen, wenn das Hobby vorher nur Geld gekostet hat. Man fängt ja auch nicht an, sich selbst das Koffer tragen in Rechnung zu stellen, wenn man in Urlaub fährt obwohl das lästig ist, wer in Phuket am Strand vor fünf Freunden die Laute schlägt, überlegt auch nicht, dass es 3.000,- € Fahrtkosten verursacht hat, um dieses „Konzert“ zu geben und wer sich für 80.000,-€ ein Motorboot kauft und dann über Spritpreise jammert ist aus meiner Sicht genau so komplett bescheuert wie eine Hobbypopelband, die für ähnlich viel Geld Equipment und Instrumente kauft, sich dann aber kein Personal dazu leisten kann. Ich hoffe ich bin jetzt drastisch genug, damit man meinen Unmut über eine bestimmte Art von „Gagenlogik“ verstehen kann.
 
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Warum sollte eine Hobbyband einen Profimischer beschäftigen? Wie hier schon geschrieben rechnet sich das für beide Parteien nicht.

Abgesehen von der ganzen Technik gehört m.M.n. auch sehr viel Erfahrung beim Mischen dazu. Diese kann man sich leider bei der SAE nicht holen.
Es gibt dann vielleicht Absolventen die man ansprechen könnte. Ohne Gewähr.
 
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