Welche Posaune eignet sich für eine Anfängerin?


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Hallo ihr lieben 👋🙂

Ich habe erst vor kurzem die Freude am Posaune spielen für mich entdeckt, als ich auf dem Dachboden meiner Großeltern eine gefunden habe.
Leider hat der Lauf der Zeit der Posaune nicht sehr gut getan. An einigen Stellen konnte ich auch Zinkfraß feststellen.
Ein paar Töne konnte ich ihr tatsächlich noch entlocken, was mich schon etwas verwundert hat.

Nun aber zu meiner eigentlichen Frage. Welche Sopran Posaune eignet sich für eine Anfängerin am besten?
Da ich schon länger ein Blasinstrument spielen wollte, habe ich schon über längere Zeit ein Budget von 2.500€ angespart.
Vielleicht gibt es ja in diesen Budgetbereich etwas gutes für Anfänger.

Ich würde mich sehr über ein paar Antworten mit Vorschlägen freuen.

Ganz liebe Grüße Bianca ❤️
 
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Hallo Bianca,

willkommen im Musiker-Board!
Für Erläuterungen hinsichtilich der Bauweise von besonders geeigneten Posaunen sowie bewährter Herstellernamen und Modelle wäre es gut zu wissen, welche Musik deinem Hauptinteresse auf der Posaune entspricht.

Prinzipiell kann man natürlich jeden musikalischen Stil auf jeder Posaune spielen.
Aber man wird vermutlich von den Satzkollegen angesprochen werden, wenn man eine kleinbohrige Jazzposaune zur sinfonischen Orchestermusik des 19. Jahrhunderts auspackt.

Auch bilden die Posaunen in sich einen Instrumentenfamilie, wobei ich den Einstieg bei den Tenorposaunen sehe und natürlich bei den Zugposaunen, außer Du spielst in Italien.
Diese können wiederum unterschiedliche Mensuren haben, aber darauf einzugehen macht eher Sinn, wenn Du etwas zu der Musik sagen kannst, die Du eigentlich spielen willst.

Dein Budget würde für erstklassige gebrauchte Posaunen reichen, aber auch für einige Neuinstrumente.
Du könntest bei einer Antwort auch ein paar Fotos von Instrument und Mundstück einstellen. Am besten auch vom abgezogenen Zug und natürlich von der Schallstückgravur und der auf einem Mundstück, wenn es nicht benannt werden kann.

Gruß Claus
 
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Hallo Bianca,

wie Claus schon schrieb handelt es sich, wenn man einfach nur Posaune sagt, i.d.R. um eine B-Tenorposaune.

Wenn man mit einem Instrument anfängt, ist es nicht immer ganz klar in welche Richtung es geht und was man mit etwas Erfahrung und fortgeschrittenem Spiel braucht. Man könnte also erstmal ein ordentliches Einsteigerinstrument kaufen und bei Bedarf dann upgraden, wenn die Notwendigkeiten es erfordern. Wie immer auch bei anderen Instrumenten eine schwierige Frage zu Beginn....

Die erste Unterscheidung ist dann eine Posaune mit oder ohne Quartventil.
Instrumente mit Quartventil bieten eine größere Tonrange in die Tiefe und haben grundsätzlich Vorteile, sind dann aber aufwendiger gebaut, dadurch teurer und auch schwerer. Als Anfänger würde ich eher zu einem Instrument ohne Quartventil raten.

Ich (Baritonhorn, Euphonium, Posaune, Tuba) und auch meine Freundin (Posaune) haben zunächst bei einem Posaunenchor angefangen, Leihinstrumente bekommen und dort auch Unterricht. Bei meiner Freundin war das ein älteres Yamaha-Einsteigermodell.


Eine Anfänger-Posaune sollte auf jeden Fall gut in der Hand liegen, einen gut laufenden Zug haben und leicht ansprechen. Zu Beginn kann auch eine kleinere Bohrung vorteilhaft sein, bis Atemtechnik und Ansatz ausgebildet sind.

Persönlich habe ich für meine Freundin n in der Coronazeit, in der das persönliche Anspielen von Instrumenten nicht möglich war, über Telefonberatung mit dem Fach-Händler meines Vertrauens (FMB Gütersloh) eine preiswerte, aber dennoch ordentliche Einsteigerposaune von aS Arnold & Sons Terra ASL-310 gekauft (Straßenpreis 340-399 €). Die Terra Varianten von aS verwenden bessere Materialien. Insgesamt spielt sich diese Posaune leichter als meine 35 Jahre alte gebrauchte B&S Jazzposaune. Und sie spielt sich auch besser als das vorige alte Leihmodell.

Ansonsten kann man auch mit den Jupiter und Yamaha Einsteigermodellen eigentlich nichts wirklich falsch machen. Diese sind teurer, aber haben auch einen recht guten Wiederverkaufspreis. Und nach oben hin sind sowieso keine Grenzen gesetzt. In dem Preisbereich von 2500€ kenne ich mich nicht aus, und meine Strategie ist es eher, erst mit gutem Einsteigerinstrument anzufangen, um später gezielter nach Bedarf aufzurüsten.
 
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Hallo Bianca,

und natürlich herzlich willkommen!

Wie die Vorredner richtig erklärt haben, Posaune ist nicht gleich Posaune, aber eigentlich sind doch fast alles B-Tenorposaunen (selbst die heutigen "Bassposaunen" sind Tenorposaunen). Eine "Sopranposaune" möchtest Du ganz sicher nicht, das ist so ein ganz kleines mickriges Spielzeug in Trompetengröße ;).
Es gibt generell Unterschiede in der Ausführung wie die Mensur (= Durchmesser der Bohrung am Mundrohr), Quartventil ja/nein, was für ein Zug (meist zylindrisch, aber es gibt auch konisch), welches Messing usw, was sich alles auf den Klang und den Einsatzbereich (welche Stilrichtung) auswirkt. Da sich als Anfänger selbst zurecht zu finden und eine Entscheidung für ein mit 2.500€ schon recht teures Instrument zu treffen, über die man >2 Jahre später dann auch noch wunschlos glücklich ist, halte ich für nahezu unmöglich.

Meine Empfehlung wäre daher, sich zunächst einmal mit dem Instrument Posaune testweise auseinandersetzen. Egal ob Musikschule oder Blasorchester oder Posaunenchor, überall finden sich hilfsbereite Menschen, die einen für den Anfang die richtige Richtung zeigen können, die Leihinstrumente zum Ausprobieren haben, damit Du überhaupt mal probieren kannst, ob das was für Dich ist. Auch ich habe im Posaunenchor angefangen und hatte 3 Leihposaunen, bevor ich mir nach 7 Jahren dann meine erste eigene gekauft habe.

Wenn Du Dir nach vielleicht 6-12 Monaten (nicht früher) wirklich ein eigenes Instrument kaufen willst, am Anfang bitte nicht die vollen 2.500€ investieren, schon für um die 1.000€ bekommt man wirklich brauchbares Einsteigermaterial. Gebraucht allemal, aber selbst im Neubereich und mit Quartventil geht da schon was. Und ich kann Dir versichern: nach >5 Jahren auf der Einsteigerposaune möchtest Du was besseres, aber dann weißt Du auch, was Du willst, was Du jetzt ja noch nicht wissen kannst.

Zum Einkaufen möglichst immer einen erfahrenen Posaunistenkollegen mitnehmen und viel ausprobieren, also viel Zeit mitnehmen. Es kommen hier ja noch andere Faktoren zum tragen und für mich an alleroberster Stelle: die Ergonomie. Ja, eine Posaune hat Gewicht und von der Bauert her, wie man sie mit der linken Hand allein halten muss, ist das eigentlich eine völlig unbequeme Fehlkonstruktion (gut dass meine Bassposaune hier nicht mitliest :D). Und wenn man die Posaune nicht bequem halten kann, was auch sehr individuell unterschiedlich sein kann (Handgröße!), taugt selbst die teuerste Posaune nichts. Ich habe das selbst einmal erlebt mit der "Ben Van Dijk" Bassposaune der Nobelschmiede Thein, für so um die 10.000€ eine der hochwertigsten und teuersten Bassposaunen am Markt - bestimmt ein tolles Instrument, sie klingt beim guten Ben auch einfach nur fantastisch, aber bei dem Gewicht wäre das leider nichts für mich.

Aber bleiben wir im unteren Preissegment, je preiswerter das Instrument, desto mehr sollte man auf Serienstreuungen aus der Produktion achten. Von 3 scheinbar identischen Posaunen taugt vielleicht nur eine was und die anderen 2 sind hübsch glänzender Schrott. Wer etwas davon versteht und gezielt aussortieren kann, macht ein Schnäppchen. Aber dazu muss man auch was davon verstehen. Daher unbedingt jemanden mit Erfahrung mitnehmen und ruhig auch mehrere Läden abklappern. Und vor allem auch "nein" sagen können, auch wenn einem der Verkäufer das Instrument nach allen Regeln der (Verkaufs-)Kunst schön redet.

Berichte mal, wie Du Dich entschieden hast. Am Anfang kommen dann ja auch so Fragen wie "Lehrer ja/nein", welche Übungen usw.

:m_trombone:


Viele Grüße
Marco
 
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Ich bedanke mich für die Antworten zu meinem Beitrag. 🥰
 
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Meinst du wirklich eine Sopran Posaune (so gross wie eine Trompete und auch genauso gestimmt)? Ueblich ist eigentlich eher eine Tenorposaune oder Bassposaune (Bassposaunen sind u.a. wegen des Ventils bzw. der Ventile) deutlich teurer).

Fuer die ersten Schritte ist es bei einer Tenorposaune nicht so extrem wichtig (auch wenn da manche vielleicht widersprechen werden). Der Unterschied zwischen einem ehr guten Profi-Instrument und einen sehr billigen Anfaenger-Instrument iist umso groesser, je besser der Blaeser ist. Als ich meine jetzige Bassposaune gekauft habe (eine relativ billige Roy Benson Bassopsaune mit 2 Ventilen) habe ich mir sowwohl die Roy Benson als auch eine Jupiter 740G angesehen. Sicher sprach die Jupiter etwas leichter an, aber sie kostete fast das doppelte wie die Roy Benson, und bei meinem Koennen war der Unterschied in meinen Augen fuer mich als Laienblaeser nicht gross genug, um den fast doppelt so hohen Preis zu rechtfertigen. Als Anfaenger ist es moeglicherweise eine gute Idee, sich erst einmal ein Instrument zu leihen, statt gleich eins zu kaufen. Wenn man in einem Posaunenchor anfaengt, bekommt man evt. fuer die Anfaengerausbildung ein Instrument gestellt.

Eine Posaune fuer mehr als 2000,- EURO wuerde ich erst kaufen, wenn du schon genau weisst, was du willst (das duerfte fruehestens nnach 1--2 Jahren der Fall sein, vermutlich dauert es auch eher noch deutlich laenger, wenn du vorher noch keine Erfahrung mit einem anderen Blechblasinstrument vorzuweisen hattest).Vorlaeufig tut es ein Leihinstrument vom Posaunenchor / Musikverein / der Musikschule/ ...

Zu dem Kommentar "heutige Basssposaunen sind auch nur Tenorposaunnen" muss ich deutlich widersprechen. Die sogenannten "Tenor-Bass-Posaunen" sind Posaunen mit Quartventil und meistens einer Bohrung (Rohrdurchmesser) von 13,5 - 14 mm, eine "echte Basssposaune" ist fuer mich eine Quart-, Quart-Quint- oder Quart-Sechst-Posaune mit einer Bohrung von mindestens 14,2 oder 14,3 mm sowie einem Schallbecher von mindestens 9,5 Zoll, eher 10 Zoll.

Eine Posaune mit Quartventil hat auch Vorteile, wenn man damit nicht den Tonumfang vergroessern moechte. Ein Quartventil verinfacht auch das ziehen, weil es Platz 6 und Platz 7 (die nicht unbedinvgt immer sonderlich bequem zu ziehen sind) in diesen Faellen vermeiden kann (statt 6 Platz ohne Quarrtventil kann man auch den 1. Platz mit Quartventil ziehen, entsprechend 2. Platz mit Quartventil statt 7. Platz ohne Quartventil).
 
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Zu dem Kommentar "heutige Basssposaunen sind auch nur Tenorposaunnen" muss ich deutlich widersprechen. Die sogenannten "Tenor-Bass-Posaunen" sind Posaunen mit Quartventil und meistens einer Bohrung (Rohrdurchmesser) von 13,5 - 14 mm, eine "echte Basssposaune" ist fuer mich eine Quart-, Quart-Quint- oder Quart-Sechst-Posaune mit einer Bohrung von mindestens 14,2 oder 14,3 mm sowie einem Schallbecher von mindestens 9,5 Zoll, eher 10 Zoll.
Der Kommentar ging ja in meine Richtung. Mag sein, dass Du recht hast. Mich würde dann aber mal interessieren, wie Du die Lätzsch SL-450 - laut Hersteller eine Bassposaune - einordnest: Eindeutig zweiventilig und damit bestens für die ganz tiefe Lage geeignet, aber mit 13,4 mm / 13,9 mm Zugbohrung und "nur" 9,45" Schallbecher. Oder die Jürgen Voigt J-762, auch eine zweiventilige Bassposaune sogar nur mit 13,1 mm / 13,9 mm Zugbohrung. Nach Deiner Definition wären das doch "eindeutig" nur "Tenor-Bass-Posaunen" die die Bezeichnung "Bassposaune" nicht verdienen. Die Hersteller der Posaunen sehen das wohl anders.

Der Punkt ist hier doch, dass das gar nicht klar definiert ist, wann eine "Bassposaune" wirklich eine Bassposaune ist. Unterschiedliche Hersteller definieren das durchaus unterschiedlich, die Begrifflichkeiten sind hier eher Marketing und definieren keine klare Instrumentengattung, sondern den Einsatzbereich im Posaunensatz. Klar stimmt die Tendenz, eine Posaune mit großer Bohrung wird tendenziell eher in der Basslage eingesetzt. Aber die engste Tenorposaune und die am weitesten mensurierte Bassposaune haben dennoch ohne Ventilschleifen exakt dieselbe Rohrlänge und damit eben auch exakt denselben Grundton und Tonumfang! Selbstredend kann ich auf meiner Bassposaune (Weite V) auch oberhalb des b' herumpfeifen, oder mit einer 12mm Bohrung in der Kontralage "herumbrummeln". Aber im Posaunensatz wäre das jeweils fatal, weil es sich in den Gesamtklang eines Posaunensatzes einfach nicht ausgewogen einfügt. Man nutzt "spezialisierte" Bohrungen und Schallbechergrößen, um eine ausgewogenen Gesamtklang im Register zu erreichen. Aufgrund des identischen Grundtons und Tonumfangs (ohne Ventile) stellen diese aber immer nur Varianten der Tenorposaune dar.

Alle anderen Instrumente der Posaunenfamilie unterscheiden sich in der Rohrlänge und damit in der Grundstimmung und im Tonumfang. Es gibt Diskant/Sopran- (b-Stimmung), Alt- (Es-Stimmung), Tenor- (B-Stimmung) und auch "richtige" Bassposaunen in F- oder BB Stimmung. Da letztere aber historisch gesehen sehr sperrig und schwer zu spielen waren, haben die sich nie durchgesetzt. Man hat die Basslage eben meist alternativ durch die deutlich leichter zu spielende, weit mensurierte Tenorposaune ggf. mit zusätzlichen Ventilschleifen besetzt. Oftmals einfach pragmatisch, weil gar keine "richtige" Bassposaune zur Hand war. Und die Posaune, die meist die Bassstimme spielt, nennt man umgangssprachlich dann eben einfach "Bassposaune" - auch wenn es eigentlich eine große Tenorposaune ist. Die meisten Normalbürger wissen ja noch nicht einmal, dass es "noch dickere" Bassposaunen gibt. Und um hier eine Verwechselung zu vermeiden, werden die "richtigen" Bassposaunen dann eben als "Kontrabassposaune" bezeichnet.

Ich hoffe das erklärt dann meinen obigen Kommentar

Vielen Dank & Grüße
Marco
 
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Da hat wohl etwas beim Antworten nicht ganz geklappt ❓
 
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Kann man so sagen - der Beitrag enthält überhaupt keinen Inhalt, nur deinen vorigen Text als Zitat im Zitat.

Gruß Claus
 
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@jilse
Da hat wohl etwas beim Antworten nicht ganz geklappt ❓
Tja, stimmt leider ...

Auch wenn immer wieder auch Posaunen mit kleinerer Bohrung alsBassposaunen bezeichnet werden: Fuer mich beginnen die Bassposaunen erst bei mhr als 14 mm Boihrung. Ich besitze auch eine auf ebay ersteigerte 4-ventilige Ventilposaune, die (fuer mein Gefuehl leider) sehr eng gebaut ist (und sogar nur einen Tenorschaft hat). Mancher koennte evt. aufgrund der 4 Ventile auf die Idee kommen, das als Bass Instrument anzusehen, aber ich sehe das anders.
Zur Frage welches Instrument fuer den Anfang: eigentlich fast egal. Ich hatte mir malbei Thomann eine Tenorposaune fuer 89,- EURO bestellt (einschliesslich Koffer und Mundstueck). auch dieses Instrument kann man durchaus gut spielen. Es stimmte in sich, der Zugl lief nach sorgfaeltiger Fettung leicht und das instrument liess sich ganz angenehm spielen (ausser dass ich mit meinen eher grossen Haenden beimhalten des Stegs erst sehen muss, wie ich das am besten hinbekomme. Der Zug ist sehr schmal, und daher ist das halten nicht ganz einfach, wenn man wie ich relativ grosse Haende hat ...
Da man vermutlich ohnhin nicht (wenn man beim Posaune spielen dabei bleibt) nicht ewig bei der ersten Posaune bleiben wird, sollte man anfangs vielleicht nicht zu viel investieren. Umsteigen auf ein edles Instrument kann man immer noch, wenn man sicher ist, dabei bleiben zu wollen.
Was mir *ueberhaupt* *nicht* gelegen hat, war so eine "Plastikposaune" (ich hatte eine auf ebay ersteigert, die ich wegen defektem Reissverschluss des zugehoperigen Etuis fuer 40,- EURO bekommen konnte). Ich kann mich nicht richtig an das Spielgefuehl gewoehnen und habe auf dem Ding Probleme mit der Stimmung. So etwas wuerde ich fuer Anfaenger auf keinen Fall empfehlen.
 
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Nur zur Richtigstellung: ob ein Instrument ein Bassinstrument oder nicht ist, liegt ausschließlich am Tonumfang, also an der Frage "wie tief kommt man hinunter"? Die Bohrung / Mensur bestimmt dagegen den Klangcharakter, das sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe. Und beim Klangcharakter gebe ich Dir recht: nicht immer würde eine eng mensurierte Bassposaune passen. Aber das liegt in erster Linie am Charakter der zu spielenden Musik und an der Zusammensetzung des Posaunensatzes. Selbst in der heutigen Musikwelt ist es einfach so, dass man z.B. in der BigBand andere Mensuren bevorzugt, als im Symphonieorchester. Um den Einfluss aber noch deutlicher zu machen: Es gibt historische Bassposaunen in F oder Es mit um die 12mm Bohrung. Im vom 16. - 19. Jahrhundert gebräuchlichen Posaunensatz der heute sog. "Barockposaunen" hat das sehr wohl gepasst, denn die Tenorposaunen hatten ja auch nur um die 10mm Bohrung. Würde man aber eine solche Bassposaune heute im Orchester neben eine groß mensurierte Tenorposaune vom Schlag Bach 42 (13,9mm Bohrung) setzen - die im symphonischen Bereich durchaus auch für die 1. Posaune Verwendung findet - wäre dieselbe Bassposaune völlig ungeeignet. Wenn Du also schreibst, dass Deiner Meinung nach eine Bassposaune mindestens 14mm Bohrung haben sollte, dann stimmt das sicherlich im Kontext Deines musikalischen Umfelds und Deiner Erwartungshaltung dem Posaunenklang gegenüber. Würdest Du aber mit solchen weit mensurierten Posaunen historische Musik aufführen, würden sich die Komponisten vermutlich entsetzt im Grab umdrehen, weil es einfach nicht so klingt, wie urspünglich gedacht. Und um hier der historischen Aufführungspraxis und dem Originalklang gerecht zu werden, werden noch heute diese engen Barockposaunen nach ihren historischen Vorbildern nachgebaut.

Ich empfehle an diese Stelle einmal das Buch von Karlheinz Weber "Ihre Majestät, die Posaune", in der der Autor sehr fundiert die Entwicklung und Verwendung dieses schönen Instruments im Laufe der Zeit beschreibt. Enthalten ist auch eine Tabelle mit der Bemaßung vieler historischer Posaunen aus diversen Sammlungen, die sehr aufschlussreich ist. Einen anderen interessanten Artikel, der mal auf der IPV Webseite verfügbar war, finde ich leider nicht mehr. Darin wurde die Tendenz, im Posaunensatz immer größere Mensuren zu verwenden, eher kritisch betrachtet: Denn mit der Erhöhung der Mensur wird der Klang auch immer "horniger" und "runder", insbesondere bei den deutschen Posaunen mit Doppelbohrung (=weitere Bohrung im unteren Zugrohr). Es stellt sich im Kontext des Orchesterklangs unweigerlich die Frage "ist das gut?" und "wohin soll das noch führen?". Der Autor bezeichnete diese Tendenz prägnant als "Verhornung des Posaunensatzes". Jede Instrumentengruppe hat im Orchester seinen klanglichen Platz und der der Posaunen ist eben der schlanke Klang der tiefen Blechbläser, der nach ober hin durch die ebenfalls schlanken Trompeten ergänzt wird. Nun rutschen die Posaunen klanglich immer näher an die Hörner und Tuben heran und es droht der Abriss der klanglichen Verbindung zum Trompetensatz. Dem könnte man tatsächlich auch mit einer Vergrößerung der Mensuren auch bei den Trompeten entgegnen, was diese Trompeten aber tendenziell wiederum näher an die Flügelhörner heranbringen würde. Dadurch geht insgesamt ein Stück Variabilität in Bezug auf die verfügbaren Klangfarben unter den Blechbläsern verloren. Klar ist ein runder, voller Posaunenklang was feines, aber eben auch nicht immer. Geht der Trend so weiter, könnte man ursprünglich für Posaunen komponierte Stücke auch gleich durch Waldhörner oder durch Euphonien spielen lassen - ein gutes Euphonium spielt sich auch viel leichter als Posaune und schlägt diese locker, wenn es um einen großen runden Ton geht. Natürlich geht das schon heute, aber möchte man das wirklich immer vom klanglichen Charakter her? Vor dem Hintergrund finde ich das Angebot von bewusst etwas enger mensurierten Bassposaunen wie von Lätzsch und Jürgen Voigt (s.o.) durchaus nicht uninteressant - auch weil diese mit der Doppelbohrung ja ohnehin schon etwas "horniger" sind. Ich weiß, für einen Bassposaunisten ist diese Einstellung ungewohnt, aber "fetter Bass" ist einfach nicht immer das Maß aller Dinge, man muss sich in den Gesamtklang einfügen (habe ich das jetzt wirklich so geschrieben? :oops:) ;)

EDIT: anbei noch der Link zu einem Artikel von Karlheinz Weber zur Einordnung der "Deutschen Posaune". Darin sieht er gerade auch eine Tendenz zur Verhornung der Bassposaune durch ein Wetteifern nach immer größeren Mensuren und Mundstücken - also eher eine Gefahr zur Spaltung des Posaunensatzes. Der Artikel ist zwar schon bald 45 Jahre alt, aber die Anmerkung, dass amerikanische Tenorposaunen teils größere Mensuren haben als deutsche Bassposaunen, ist auch heute noch aktuell und regt zum Nachdenken an.

============

Zum weiteren:
Bei Posaunen "von der Stange", gerade im unteren Preissegment kann man Glück oder Pech haben, die Serienstreuung ist hier besonders groß. Hier gilt "Probieren geht über Studieren", was aber gerade für unerfahrene Anfänger nicht so leicht ist, man kann das als Anfänger ja gar nicht selbst beurteilen. Daher meine obige Empfehlung, als Anfänger immer einen erfahrenen Posaunisten mitnehmen, der auch "nein" sagen kann, falls das Musikgeschäft nichts gescheites zu bieten hat. Sonst bekommt man etwas aufgeschwatzt, mit dem man nicht glücklich wird. Ganz unten würde ich preislich aber nicht anfangen, denn meistens "erkauft" man sich bei besseren Instrumenten auch eine bessere Spielbarkeit in Bezug auf Ansprache und Intonation - und damit auch einen gesteigerten Lernerfolg und mehr Spaß (bzw. weniger Frust). Aber wie gesagt, durch die Serienstreuung kann man selbst bei Billigsintrumenten durchaus auch mal Glück haben, allerdings braucht man da tendenziell schon sehr viel Glück...

Auf einem Posaunenworkshop waren die anderen Teilnehmer in der Gruppe einmal begeistert, wie "gut" ich Bassposaune spiele bzw. wir gut das klingt. Nach Konzerten mit dem Ensemble wurde ich von anderen Bläsern häufiger gefragt, ob ich etwa Bassposaune studiert habe - habe ich aber nicht, ich bin "ganz normaler, ambitionierter Posaunenchorbläser." Meine Antwort war immer "auch das Instrument hat da einen enormen Anteil", man hat mir das aber nicht so sehr geglaubt und es als Bescheidenheit ausgelegt. Bei dem besagten Workshop habe dann mal einen Teilnehmer meine Lätzsch anspielen lassen und der meinte dann "oh, die ist aber leicht" (Leichtbau! :cool:) und "die spricht aber super leicht an - mit der könnte ich auch so gut spielen wie Du". Ja, und genau das ist eben das schizophrene bei den Instrumenten: die Instrumente, die das Musizieren wirklich erleichtern, kosten ein Schweinegeld und sind so den meisten Amateuren - die es eigentlich am nötigsten hätten - nicht zugänglich. Auch ich habe 18 Jahre warten müssen, bis ich mir meine "Traum-Lätzsch" haben bauen lassen können. Aber für mich hat sich jeder einzelne Euro mehr als bezahlt gemacht, selbst nach nun 10 Jahren bin ich noch immer wunschlos glücklich. Nichts desto trotz würde ich einem Anfänger nie empfehlen, sich gleich ein solches Meisterinstrument der Spitzenklasse zuzulegen, selbst wenn das Geld da wäre. Wenn etwas kaputt geht, wird es gleich richtig teuer - man muss so ein Instrument auch handhaben und pflegen können. Und diese Instrumente spielen ihre Vorteile nur dann voll aus, wenn sie auf den Spieler maßgeschneidert sind, man also in der Bauphase seine Wünsche klar äußert und ggf. nötige Anpassungen nach eigenen Vorstellungen artikulieren kann. Ich habe die noch unlackierte Posaune per Post erhalten und 3 Wochen intensiv daheim angespielt, u.a. auch in einem Konzert. Dann bin ich zu Lätzsch nach Bremen gefahren und habe mit Herrn Nienaber gemeinsam mehrere Stunden am Samstag verbracht, weiter angespielt und so vor der Lackierung die Feinabstimmung vorgenommen. Auch dieser Aufwand, der bei Instrumenten "von der Stange" gar nicht anfällt, ist übrigens im Preis dieser maßgeschneiderten Posaunen enthalten und relativiert diesen dann vielleicht doch ein wenig. Aber so eine Interaktion mit dem Posaunenbauer zur Optimierung des Instruments kann ein Anfänger ja gar nicht leisten. Ein gutes Instrument der Mittelklasse "von der Stange" tut es daher natürlich für den Anfang (und für die allermeisten ein Leben lang) genau so gut.


Vielen Dank & Grüße
Marco
 
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