Naja, is Ansichtssache ne.
Der HP42 hat auch eine HB extrem optimiert, aber dann biste in Preisregionen von einer teuren professionellen Gitarre. Also ich hab lieber eine gute Paula von irgend nem Markenhersteller wie 4 optimierte Chinaböller.
Deswegen ist HB imho auch was für Fortgeschrittene, die keinerlei Berührungsängste in Punkto Modifikation haben.
Bei den qualitativen Ausreissern, die ich schon erleben mußte, kann eine HB für den Anfänger schon zur Herausforderung werden.
Lustig, wie unterschiedlich die Geschmäcker sein können. Ich habe lieber eine einzige tolle Gitarre als 3,4 oder 20 nicht ganz so tolle. Damit fühle ich persönlich mich einfach wohler.
Aber das ist ja beides vollkommen in Ordnung
"Ansichtssache":
Exakt, das ist es.
Mehr, als dass dies der Weg für MICH persönlich ist, habe ich nie behauptet. Und das ist bei mir nunmal so, dass ich gerne Abwechslung habe. Morgens eine Tele, Mittags eine Superstrat, abends eine Paula. Und zwar welche, bei denen ich nicht jede Bewegung im Raum 3-mal, aus Furcht vor Kratzern und Dellen, überdenken muss. HB (und Eigenarbeit) macht es möglich.
Nur ist es aich so, dass ich auch eine Reihe guter und teurer Gitarren habe. Die stehen in Koffern in der Ecke oder gar auf dem Dachboden und kommen nur zu Aufnahmen und vielleicht Sessions raus und dienen hauptsächlich als Notgroschen. Wie also komme ich zu meiner HB-Philosophie?
Weil ich den allgemeinen Gitarrenhype (und da sind wir wieder beim eigentlichen Thema) satt habe. Was da sowohl im Neu- wie Gebrauchtmarkt derzeit preislich abgefeiert wird, kenne ich nur aus dem Luxusgütermarkt (Uhren, Schmuck, Antikes, Kunst, etc.). Ich aber arbeite im Bereich Elektrotechnik (b2b-Hightech) und wenn da ein Wettbewerber ankäme und sagte, die neuen Modelle bieten nichts Neues, sind aber leider wieder ein bisschen schlechter verarbeitet und es wurd auch wieder ein wenig an der Materialgüte gespart, dafür aber 30% teuer, dann ist der weg vom Fenster (Markt).
Gitarren sind nun wirklich kein HighTech. Man könnte sie längst (auch in Serie) perfekt bauen. Aber es ist eben genau dieser Markenhype, der das verhindert und dafür sorgt, dass sich manche Hersteller diese Unzulänglichkeiten erst leisten können. Ich habe noch keine Marken-Gitarre gehabt, auch nicht meine ZB. Düsenberg oder PS-10, an der nicht nach dem Kauf erst noch ordentlich was getan werden musste, sofern nicht etwas ganz und gar im Argen lag und sie zurück ging.
Wer etwas Perfektes will, muss schon zu Fano, Huber oder einem guten Gittenbauer gehen. Oft wirds bei Letzterem sogar erheblich billiger als "die Marke", wie hier neulich Member "Mosher" mit seiner Vengrov-Explorer gezeigt hat. Wenn ich sowas wie von der Ibanez von
@bagotrix höre, bin ich mir nicht sicher, ob da nicht der Verschnitt aus der Möbelproduktion verbaut wird. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Auch ich habe Ibanez einmal hochgehalten, aber das war vor dem, was die inzwischen so abziehen und bevor ich "meine eigene Rechnung" aufmachte.
Richtig, Austauschteile (Hardware, etc.) sind nicht umsonst. Sie müssen aber auch nicht teuer sein, wenn man nicht wieder auf besagten Markenhype hereinfällt. Wenn ich sehe, was endorste PU's kosten (sollen) wird mir ganz anders (Bonamassa, Hetfield, Loomis, etc). Bei mir kosten ein Paar gute PU's 70, ne Brücke 20, Tuners 30 Euro.
Aber wie gesagt, jedem das Seine.
Nur was mich angeht, macht mir keiner mehr ein X für ein U vor.