Welches Tastenakkordeon mit 72/96 Bässen (Schmerzgrenze 4000 €) kaufen?

von Temmel, 10.10.20.

  1. Temmel

    Temmel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.20   #1
    Hallo,
    Ich spiele seit ca. einem halben Jahr Akkordeon. Nachdem ich mit alten gebrauchten Instrumenten schon des öfteren daneben gegriffen habe, möchte ich mir jetzt ein Neugerät (Schmerzgrenze ist 4 Tsd Euro - gerne weniger) anschaffen. Wie kauft man ein Akkordeon, wenn es nirgends eine große Auswahl gibt? Wie bei Gitarren oder Klaviere.

    Ich hatte gehofft das ich auf der Frankfurter Musikmesse ein bisschen stöbern kann, aber die ist ja ausgefallen dieses Jahr.

    Mir online ''blind'' ein Akkordeon kaufen, und bei nichtgeffallen wieder zurückschicken, möchte ich auch nicht. Das kann man ja nicht so lange machen bis man das passende Gerät hat.

    Habt ihr Tipps für mich?

    Bitte keine Aussagen wie: Für einen Anfänger reicht doch ein altes gebrauchtes oder ähnliches.
    Ich habe unter anderem ein gutes Weltmeister Consona. Das ist mir aber noch zu groß.
    Ich suche eins mit 72 oder 96 Bässen.

    Ich komme aus Nähe Kiel.
    Vielen Dank schon mal für eure Hilfe
     
  2. maxito

    maxito Akkordeon-Mod Moderator HFU

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    Erstellt: 10.10.20   #2
    noch? ... da wächst man rein könnt ich jetzt sagen...aber ich versteh, was du meinst.

    Ich würde die Größe aber nicht pauschal und kategorisch beschneiden - vor einiger Zeit hat hier schon mal jemand nach nem neuen Instrument für sich gesucht und auch katogorisch maximal 96 Bässe (sprich 37 Tasten) als Limit postuliert... und jetzt spielt er ne 42 tastige Bortess und ist mehr als glücklich damit - so kanns auch gehen. Wenn du das Instrument gefunden hast mit dem du dich wohlfühlst, dann ist die Größe nebensächlich. Passt das Instrument aus irgendwelchen Gründen nicht zu dir, dann kann es groß oder klein sein, wie es will... du wirst dich nicht damit wohlfühlen!



    Das halte ich , so wie du für eine ziemlich uneffektive Methode und nervt auch mit der Zeit.

    Da stellt man sich mehr drunter vor als es (noch ) wirklich ist. Auf der Messe geht es recht laut zu, viele Hersteller sind gar nicht präsent und die Möglichkeiten ein Akko auszuprobieren ist meist nur eingeschränkt möglich. Sich dort umschauen, mal mit den Herstellern nen Plausch halten, da ist die Messe richtig gut, aber zum gezielt suchen und ausprobieren ... eher nicht.



    Akkordeon ist zwar n bissl im Kommen, aber trotzdem im Vergleich zu Gitarren oder so n ziemliches Nischeninstrument - und darüberhinaus auch noch sehr unterschiedliche von Hersteller zu Hersteller und mitunter auch noch von Modell zu Modell.


    Tja und wie sucht /findet man nun sein Akkordeon?


    Zu allererst brauchts hierzu Geduld und n bissl Willen auch dorthin zufahren wo die Akkordeons sind. Unter Umständen auch mehrfach.
    Es gibt über Deutschland vertelt auch große Akkordeonhäuser und Händler, die eine große Auswahl vorrätig haben und wo man ausprobieren kann, um rauszufinden welche Art von Klang und Akkordeon einem denn eher zusagt: Brusch in Hamburg oder München, Pfister in München, Pietsch in Bruchsaal, Zimmermann in Pforzheim, ... da gibts schon einige - aber es sind halt nicht so viele wie bei Gitarren und drum muss man da eventell auch mal weitere Wege einkalkulieren.

    Und wenn man dann mal zu einem hingefahren ist, dann heißts ausprobieren um rauszukriegen, welcher Typ einem am ehesten zusagt... Und wenn man dann schon mal beim Hänler oder Fachwerkstatt ist , dann würde ich gebrauchte nicht per se ausschließen, denn jeder Händler hat auch gebrauchte da , die überholt und hergerichtet sind (mit Garantie!) so dass man anders als bei privaten Käufen über die diversen Internetplattformen, kein Risiko eingeht.

    Und wenn man dann da diverse ausprobiert hat, dann ergibt sich meist, dass man nach einer gewissen Zeit merkt, in welche Richtung der persönliche Geschmack geht und welcher Akkordeontyp einem am eher zusagt.

    Meist ist man nach dem ersten Besuch völlig überfordert. Drum sollte man dann das Ganze erstmal sacken lassen.

    Wenn möglich auch andere Händler (mit anderen Marken) anfahren und dort weiterprobieren. Mit der Zeit reift in einem dann aber die Erkenntnis, was man in etwa sucht und dann sinds meist überraschend wie von selbst nur noch eine ganz kleine Auswahl an in Frage kommenden Instrumenten... und dann nochmal ausprobieren - eventuell nochmal überlegen und dann entscheiden :)

    Und noch n Tip: Nicht per se irgendeine Marke oder Typ ausschließen - es ist oft so, dass jeder suchende irgendwann an das Akkordeon hintappt, das einen anspricht und bei dem man das Geführl hat das isses.. und meist isses das dann auch . Ich kann nicht sagen warum und wie das funktioniert, aber wenn man dann "SEIN" instrument gefunden hat, weiß man , dass es das ist... egal wie s heißt!
     
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  3. Temmel

    Temmel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.20   #3
    Haben die großen Musikhäuser wie: Kirstein, Thomann, Musik Produktiv etc. denn eine richtig große Auswahl? Just Music hat gar keins. Da war ich schon mal. In HH. Wer hat die größte Auswahl? War doch bestimmt schon mal jemand da von euch!
    Ich wäre auch bereit mal durch die Republik zu reisen um mir das richtige Akkordeon zu kaufen.
     
  4. musicalfever4

    musicalfever4 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.20   #4
    Hallo, auch S-H hier. In HH gibt das Akkordeoncentrum Brusch. In SH (Norderstedt) gibt es zudem noch die Akkordeon Profis. Beide kann ich sehr empfehlen, die haben beide eine gewisse Auswahl da.
    Dichter dran wirst du nichts finden, ich fahre auch immer die 130km nach HH, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Beide haben auch gute Gebrauchte - auch wenn du das nicht willst - da beide auch eine Werkstatt haben und nicht nur den Verkauf.
     
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  5. maxito

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    Erstellt: 10.10.20   #5
    Ich meinte nicht große "Musik"häuser, sondern "Akkordeon"händler und Fachwerkstätten. Für Musikhäuser die allgemein alles für die Musik anbieten ist Akkordeon meist uninteressant, weil sehr speziell und sehr beratungsintensiv. Deshalb gibt es quer durch Deutschland spezielle Akkordeonhändler und Fachbetriebe, die sich auf Akkordeon spezialisiert haben und da dann dafür auch mitunter richtig viel Auswahl haben.
     
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  6. Arrigo

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    Erstellt: 10.10.20   #6
    Hallo Temmel,

    ich kann maxitos und musicalfever4s Beiträge nur bekräftigen.
    Mein Senf zu ein paar Teilaspekten
    Für mich sind das zwei völlig unterschiedliche Kategorien:
    Das 72-Bass-Instrument ist das gut zu transportierende günstige Zweitinstrument, das du dir auch dann aufsparen solltest, wenn du eigentlich komplett auf ein größeres/schöneres umgestiegen bist.
    Das 96-Bass-Instrument ist im ersten Fall das schöne Endinstrument für kleine Erwachsene und im zweiten Fall das robuste günstige Zweitinstrument, mit dem man gegenüber dem 120-Bass-Erstinstrument so gut wie gar nicht eingeschränkt ist, aber auch, was Gewicht und Transportierbarkeit angeht, keinen so entscheidenden Vorteil gegenüber dem 120-Bass-Instrument hast.
    Im ersten Fall hast du diesen Vorteil sogar so gut wie überhaupt nicht. (Ich habe mir heute erst ein 120-Bass-Instrument im Gehäuse eines 96-Bass-Instruments angehört. Das wäre mein Standardbass-Hauptinstrument, wenn ich 15 cm kleiner wäre, also kleiner als 1,70 m.)


    Bei deinem Budget stellt sich die Frage nach altem Schrott nicht:
    Du hast die Wahl zwischen einem anständigen neuen 96-Bass-Instrument der Mittelklasse oder einem Oberklasse-Gebrauchtinstrument, wegen dem du eine Consona nie wieder in die Hand nimmst und zwar entweder jünger als 20 Jahre und mit fünstelligem Neupreis (in €), wenn nachweisbar, dann ruhig auch von privat, oder einem älteren Instrument, bei dem die gealterten Materialien (insb. Wachs und Leder- aber auch Kunststoffventile) bereits ersetzt wurden, aber das lieber vom seriösen Händler mit Werkstatt und trotzdem nie ohne Ausprobieren der meisten Tasten und Knöpfe (fühlen und hören) und nicht vom Privatmann, bei dem der befreundete Zweiradmechaniker diese Reparturen ausgeführt hat.
    Dass du einwandfreie 72-Bass-Instrumente für weit weniger bekommst als 3000€ bekommst, und gute gebrauchte erst recht, weißt du ja selber.
     
  7. Temmel

    Temmel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.20   #7
    Bei den Akkordeon Profis war ich schon. Ein richtig richtig guter Laden. Super nette Verkäufer, ich hatte absolut kein Kaufdruck und ich kam mir auch nicht blöde vor weil ich noch nicht richtig spielen kann!
    Den Laden kann man nicht genug loben. Und dann noch der Verkäufer der wie ein Akkordeon Gott spielt. Echt toll.
    Aber die Auswahl an Neugeräten war mehr Beltuna oder preislich nicht in meinem Budget.
     
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  8. Tobias R.

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    Erstellt: 10.10.20   #8
    Hallo und herzlichen Glückwunsch dazu, dieses wundervolle Instrument spielen zu lernen.
    Unter den Aspekt "Für Anfänger reicht doch..." ist die Empfehlung zu einem gebrauchten Akkorden in der Tat quatsch, zumindest wenn man damit etwas einfaches, olles, abgespieltes o.ä. assoziiert. Wenn man ein Instrument lernen möchte, dann sollte es immer etwas brauchbares sein und "zu gut" gilt nur unter bestimmten Aspekten, es darf immer so gut sein, wie man es sich leisten kann. In der Digitalpianoabteilung dieses Forums hier gibt es leider auch oft die Idee, das einfachste spielbare Gerät zu nehmen.

    Allerdings sind beim Akkordeon "gebraucht" und "alt" Faktoren, die nur bedingt weiterhelfen. Nimmt man eine - nicht heruntergeranzte und ein bisschen gewartete - Hohner Gola aus den 60er Jahren her. so hat man ein Top-Instrument in der Hand, das bis heute in vielerlei Hinsicht Maßstäbe setzt, sowohl was Ansprache und ausgewogenen Klang angeht, als auch technische Seite und Spielbarkeit sowie das handliche Format. Und das bei einem fast 60 Jahre alten Akkordeon.

    Eigenes Beispiel: Meine Hohner Morino VS aus Ende der 80er Jahre ist durch die Weltmeister Supita I aus Ende der 70er/Anfang der 80er als Hauptinstrument abgelöst worden. Technisch kommt die Supita im Diskant bezogen auf Tastatur und Registermaschine an die Morino nicht ran, im Bass hält sich das die Waage. Aber in Sachen Ansprache ist die Supita durch die besseren Stimmplatten der Morino überlegen und dann war und ist es vor allem der Klang, der mich da fasziniert.
    Mittlerweile könnte ich in annehmbarer Zeit das Geld für eine neue Supita, eine Mattia (Morino-Nachfolger), eine Beltuna o.ä. zusammekratzen. Eher werde ich aber demnächst Geld investieren und der Supita eine neue komplett neue Tastatur spendieren. Dann habe ich insgesamt etwa so viel wie dein Limit ausgegeben und die braucht fast keinen Vergleich mehr auch zu vielen neuen Instrumenten zu fürchten.

    Sollte doch gebraucht infrage kommen, dann auch im Fachgeschäft oder mit sachkundiger Begleitung.
    Viele Akkordeonwerkstätten haben auch gebrauchte Instrumente da. Brusch in Hamburg wurde schon genannt. Hier ein Beispiel im Süden: https://www.akkordeon-centrum.com/produkte/

    Leider sind bei gebrauchten hochwertigen Instrumenten die mit 120 Bässen oft günstiger, da viel mehr Bestand existiert.

    Wenn dir deine Consona im Klang gefällt, dann sollte es ein Cassottoinstrument sein. und da wird es mit 4000 Euro neu schwierig. Es gibt den Nachfolger der Consona, die Weltmeister Cassotto auch mit 96 Bässen:
    https://www.thomann.de/de/weltmeister_cassotto_374_3796iv115.htm
    Dort bei Thomann gibt es auch das noch:
    https://www.thomann.de/de/thomann_concert_ivv_cassotto_special96.htm
    Die hatte ich schon in der Hand. Das Preis-Leistungsverhältnis ist der Hammer. Die klingt recht ähnlich wie eine Morino.

    Die Größe kann bei Anfängern eine Rolle spielen, auch bei Erwachsenen, selbst wenn es dort eine deutlich geringere Rolle spielt, als bei Kindern. Anfangs erschlagen eine die Dinger gefühlt.

    Das aber hat viel mit der Haltung zu tun. Hast du eine*n Akkordeonlehrer*in? Denn wenn du dir die richtige Haltung zeigen lässt, kommst du vermutlich recht schnell mit deiner großen Consona mit 120 Bässen klar.
    Beim Umgang mit dem Balg kann ein kleineres anfangs hilfreich sein, aber ziemlich schnell haben da die großen Instrumente die Nase vorn. Durch das schwere Bassteil muss man weniger am Balg ziehen und das Balgvolumen ist größer. Durch beides werden die Balgwechsel entspannter und man kann sich eher auf eine gefühlvolle Balgführung konzentrieren - das A und O beim Akkordeonspiel. Vor allem daran hängt es - neben dem Verzicht auf die leider bei vielen Spielern typische Hektik und Holprigkeit - ob man auf dem Akkordeon irgendwas herunterspielt oder tatsächlich Musik macht.

    Gruß, Tobias
    --- Beiträge zusammengefasst, 10.10.20, Datum Originalbeitrag: 10.10.20 ---
    P.S. Auch mit Neuinstrumenten kann man reinfallen. Lies hier mal die Geschichte von @kevdacc nach. Zwar hat der auch sehr hohe Anprüche, aber davon abgesehen ein teilweise mangelhaftes Instrument erwischt. Und da reden wir über ein Gerät im 5-stelligen Bereich.
    Der einzige Trost: Man kann bei vielen Instrumenten fast alles nachbessern und ist - im Gegensatz zu digitalen Instrumenten - nicht auf den Hersteller angewiesen, wenn der es absolut nicht gesch...en bekommt, sondern kann sich einen fähigen HZIM suchen, der Teile von anderen Herstellern udn Zulieferern nimmt oder selbst fertigt.
     
  9. 120

    120 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.20   #9
    Ein kürzerer Weg um einen Eindruck unterschiedlicher Instrumente zu gewinnen wäre vielleicht auch ein Besuch bei einer Probe des Akkordeonorchesters Kiel.
    Ich glaube die Weltmeister Consona mit Cassotto dürfte schon was gutes sein und von der Größe auch bald passen.
    Das erste große Akkordeon daß ich bewußt wahrgenommen habe war eine große Weltmeister aus der Sammlung meines Schwagers in Italien die ich dann auch ausprobieren durfte.
    Ich war beeindruckt.
    Was für ein Modell das war müßte ich nachfragen.
    Ich kaufte mir dann auch eine Weltmeister Serino von Privat im Nachbarort.
    Die war sicher einfacher auch als die Consona aber klanglich ganz gut und dazu erstaunlich leicht.
    Ich denke zusätzlich ein kleineres leichteres Instrument macht auch für unterwegs Sinn.
    Zu Weltmeister gibts auch einen Beitrag über eine Neuentwicklung in der Plauderecke.
    Ich würde da nichts überstürzen und noch nich viel ausgeben.
    Um herauszufinden was klanglich passen wird scheint mir ein halbes Jahr sehr kurtz.

    Gruß Nico
     
  10. Schtine01

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    Erstellt: 11.10.20   #10
    Zu Händlern im Norden kann ich nichts sagen... zum Thema Akkordeon + Anfänger schon. Ich habe auch mit einem 72 Bass Instrument angefangen. Zum einen, weil mein Lehrerin mindestens dreichörig empfohlen hat, zum anderen, weil diese Instrumente eben in meinem damaligen Budget lagen. Irgendwann kam eine Consona dazu. Als ich mich an die gewöhnt hatte, wollte ich nichts kleineres mehr. Die Consona wurde dann aus verschiedenen Gründen gegen eine Cantus V 120 getauscht, die ich definitiv nicht mehr hergeben werde :heartbeat:

    Vorletztes Jahr habe ich dann zusätzlich nach einem Orchesterinstrument gesucht. Dass das auch groß sein wird, war klar, weil es eben immer wieder Partituren gibt, bei denen 41 Tasten benötigt werden. Im Endeffekt bin ich bei einer gebrauchten Kratt Karat 542 C gelandet. Die habe ich zuerst beurteilen und dann komplett aufbereiten und stimmen lassen. Sprich, alles, was zu machen war, wurde gemacht. Jetzt habe ich alles in allem ca. 4.200 € für ein Instrument ausgegeben, das für mich neu in dieser Kategorie unbezahlbar wäre, weil preislich schon im fünfstelligen Bereich angesiedelt.

    So ganz von der Hand würde ich gebraucht also nicht weisen. Gebraucht ist ja nicht gleich Schrott.
    --- Beiträge zusammengefasst, 11.10.20, Datum Originalbeitrag: 11.10.20 ---
    Wow, die wäre was für meine Kleine! Weißt Du, ob man die nicht lieferbaren Instrumente bei Thomann trotzdem probespielen kann?
     
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  11. Tobias R.

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    Erstellt: 11.10.20   #11
    Zwar war ich aufgrund dieses besch....nen Virus zusammen mit meiner beruflichen Situation schon lange nicht mehr dort, habe aber Verwandtschaft dort in der Nähe, die ab und an kontrolliert, ob es Thomann noch gibt:D

    Anspielen wohl auf Anfrage und nur mit Handschuhen; das war der Stand vor zwei Wochen. Ansonsten ist Thomann ja super locker gewesen, was ausprobieren angeht (ganz anders als ms in Köln teilweise), aber die können sich natürlich nichts erlauben, was das Geschäft gefährdet und sich auf das Hauptgeschäft, den Versandhandel auswirken könnte.

    Übrigens hatten die im letzten November noch eine gebrauchte Weltmeister Supra 96 für knappe 3000 Euro im Topzustand da. Beinahe wäre die mitgewandert. Klanglich liegt dieser Nachfolger der Cantus m.E. zwischen selbiger und Supita. Sie klingt nicht ganz so weich, eher gedeckt und etwas dunkler, ähnlich der Supita. Die Bässe sind leider etwas schwächer, m.W. ist da kein Umlenkstimmstock drinnen und die Bassplatte hat Schalllöcher. Das ist keinesfalls schlecht, sondern Geschmacksache und ggf. einfach änderbar. Klanglich konnte die es mit den Morinos dort locker aufnehmen; man muss halt den gedeckteren WM-Klang mögen.
    Sollte ich hinkommen und die immer noch da sein, könnte ich schwach werden...:D

    Gruß, Tobias
    --- Beiträge zusammengefasst, 11.10.20, Datum Originalbeitrag: 11.10.20 ---
    P.S: Man sollte die Fragen doch richtig lesen;): Welche nicht lieferbaren Instrumente spielbar sind, das solltest du anfragen. Trotz 25-30 anspielbarer Akkordeons ist nicht alles lieferbare ausgestellt. Umegekehrt war bspw. die gebrauchte kleine Supra nie öffentlich gelistet.

    Viel Erfolg bei der Suche
     
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  12. Notenfahne

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    Erstellt: 11.10.20   #12
    Hallo Temmel!
    Würde in deiner Nähe den Leiter eines Akkordeonorchesters aufsuchen.Diese können Dir bestimmt einen Rat geben.Insbesondere was den Kauf angeht.
    Diese haben auch Beziehung zu Musikalienhandel.
    LG
    Notenfahne
     
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  13. Temmel

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    Erstellt: 11.10.20   #13
    Mein Lehrer sagt mir auch laufend ich solle auf dem Consona spielen. Er hat ein Ballone Burini und spielt schon 69 Jahren Akkordeon. Das Teil ist noch größer als die Consona. Das Consona ist für mich aber echt Schwerstarbeit. Dazu kommt noch, dass ich es ja komplett ''blind'' spielen muss weil man nichts sieht. Ich werde mich auf ein 96 Bass konzentrieren, erstmal mein Concerto 3N weiter spielen und hoffen das sich irgendwas ergibt. Evtl. fahre ich auf gut Glück einfach mal zu Thomann oder warte auf die Frankfurter Musikmesse.
     
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  14. Schtine01

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    Erstellt: 11.10.20   #14
    Für blind spielen rügt einen kein Lehrer - ganz im Gegenteil :D Da ich selber nur 1,64 m groß bin und das Instrument eher steil halte, konnte ich noch nie auf die Tasten sehen. Hat auch Vorteile, weil man mit den Fingern schneller orientiert ist, als mit den Augen.

    Und klanglich ist die Consona ein ganz andere Welt als die Concerto, da kann ich Deinen Lehrer absolut verstehen.
    --- Beiträge zusammengefasst, 11.10.20, Datum Originalbeitrag: 11.10.20 ---
    Da könnte ich auch schwach werden... :engel:
     
  15. maxito

    maxito Akkordeon-Mod Moderator HFU

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    Erstellt: 11.10.20   #15
    Solange man noch drüber sieht ist alles ok! ;)
    IMGP1976-700.jpg

    Ne, im Ernst, solange das Akko noch unterhalb des Kinns aufhört ist eigentlich alles noch im absoluten grünen Bereich!

    Aber das Gefühl hinter einer Schrankwand zu sitzen mag nicht jeder, abgesehen vom Gewicht. Nicht von ungefähr geht seit ein paar Jahren der Trend immer mehr auch zu 37/96 Akkordeons. Die mit ca. 10 1/2 kg auch ne Ecke leichter sind als die allermeisten 41/120 Akkordeons.

    Meine Empfehlung: fixier dich nicht zu sehr auf die Musikmesse - da würde dir ne Menge entgehen. Denn viele Akkordeonbauer sind eher kleinere Firmen und auf der Messe gar nicht erst vertreten! Wenn de schon bis Frankfurt gefahren bist, dann fahr am besten gleich noch n bissl weiter bis Bruchsaal und schau bei Pietsch vorbei.

    .. z.B. dieser Hersteller wird kaum jemals auf der Messe zu finde sein baut aber sehr gute Instrumente:

    http://www.eriso.de/produkte.htm

    Baut seine Akkordeons in Deutschland bei München. Hab schon ein paar angespielt - gefallen mir sehr gut und man kann bei dem Herrn auch Sonderwünsche machen lassen.

    Ein Akkordeonhaus mit viel vorrätiger Auswahl ist z.B. Brusch in Hamburg, oder Pietsch in Bruchsaal - letzerer hat über 500 Instrumente zum Ausprobieren vor Ort.

    Es gibt Instrumente, die laufen aus irgendwelchen Gründen etwas schwerer als andere und welche, die laufen sehr leicht . Von Brandoni z.B. hab ich schon mehrere Modele ausprobiert und die liefen teilweise sehr locker und leicht. Die konnte man nahezu mühelos spielen - Brusch in Hamburg hat hier meist ne größere Auswahl in den unterschiedlichsten Größen und Ausstattungen vor Ort.
     
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  16. Wil_Riker

    Wil_Riker Helpful & Friendly Akkordeon-Moderator Moderator HFU

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    Die Messe ist meiner Meinung nach denkbar ungeeignet, um ein Instrument in Ruhe anspielen und beurteilen zu können - einfach zu viel Trubel und zu wenig Zeit.
     
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  17. Tobias R.

    Tobias R. Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 11.10.20   #17
    Da war die Leipziger Musikmesse im letzten Herbst ein Genuß. Überall in der Halle verteilt schalldichte Boxen, in die man mit Instrument und Vertreter*in zum Testen gehen konnte (gut Klaviere und Flügel mal ausgenommen:D).

    Leider sind Orchester(spieler*innen) und Orchesterleiter*innen nicht per se Merkmale, die für Beratungskompetenz stehen. Genau aus diesen Kreisen kommen Aussagen wie "Hohner hält länger", "Italiener gehen schneller kaputt", "Weltmeister klingt schrill", "die Morinos der N- und S-Serien sind noch in komplett Trossingen gefertigt" usw.
    Kontakt zu Orchester ja, aber auch nur als eine Meinung neben anderen.

    Das war früher absolutes Gesetz, dass man ohne Blick auf die Tasten spielt. Nun sind heute Fachdidaktik udn Pädagogik viel mehr an Vielfalt und v.a. am Individuum orientiert. Der konservative aber durchaus offene Lehrer meiner Jugendzeit sagte, mit Noten dürfe man nicht auf die Tasten sehen, beim Spiel nach Gehör schon.
    Es ist ein großer Vorteil, wenn man mit möglichts wenig Tastenblicken auskommt.


    Folgende Dinge würde ich dir empfehlen:
    1. Übe die Sachen auf deiner Concerto.
    2. Trotzdem Blicke weg von die Tastens:D
    3. Wenn du Lust und Muße hast, spiel mal ein oder zwei Stücke, die du auf der Concerto ohne Tastenblick gut spielen kannst.
    4. Sprich deinen Lehrer explizit auf die Haltung an. Dazu schau mal im Netz nach Anleitungen, wie man ein Akkordeon hält. Und teste verschiedene Sitzgelegenheiten; mitunter machen es ein höherer Stuhl, ein breiterer Stuhl (Klavier- oder Keyboardhocker), ein Stuhl, der verschiedene Positionen ermöglicht o.ä. schon aus.
    5. Schau dich um und Teste Instrumente, ohne einen Kauf zu überstürzen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es wie @maxito sagte, nicht an der nominellen Instrumentengröße liegt. Manches mal wird man mit einem Instrument schlichtweg nicht warm, das kann an der Form liegen, an der Gewichtsverteilung, an der Ansprache, am Klang, an schwer bis gar nicht benennbaren Faktoren. Umgekehrt kann es sein, dass du ein Instrument in die Hand nimmst und weißt, dass es das sein muss un am üerbelgen bist, wie du die Schmerzgrenze gewaltig verschieben kannst:D

    Gruß und viel Erfolg, Tobias
     
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  18. 120

    120 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.10.20   #18
    Zuviel Auswahl kann zudem auch verwirren wie eine zu ausladende Speisekarte.
    Vielleicht? finden die Finger ihren Weg auch schneller die Tasten selbst zu finden wenn das Auge nicht an der Suche beteiligt ist.
     
  19. maxito

    maxito Akkordeon-Mod Moderator HFU

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    Erstellt: 11.10.20   #19
    ...das kann sehr teuer enden:rolleyes: - aber es muss ja nicht jeder ausgerechnet im teuersten Instrument sein Trauminstrument finden.:great:


    • Die Consona klingt gut und ist auch sonst ein gutes Instrument. Die würde ich mal nicht auf Abstellgleis setzen, nur weil einem die derzeit unhandlich und unangenehm groß vorkommt.
    • Die negativen Erfahrungen mit gebrauchten - ja - das ist bei Gebrauchtkauf immer das Risiko. Speziell wenn man die von Privat oder über Internetplattformen kauft - da gilt gekauft wie vorgefunden... und den Rest muss man dann selber in die Hand nehmen. Bei Gebrauchtkauf bei einem Akordeonhändler bekommt man Garantie auf das Gerät, da ist das Risiko dann sehr klein.
    • 4 Tsd € für ein neues Akkordeon ist schon mal ein Betrag mit dem sich was anfangen lässt - aber das Problem ist dass Akkordeons an sich aufgrund der aufwändigen Herstellung und den eher geringen Stückzahlen an sich teuer sind. Viele Neuinstrumente liegen heutzutage aber schon deutlich über der Preisgrenze. Deshalb würde ich gebrauchte mal nicht per se ausschließen. Wenn man das risikolos kaufen möchte, dann bei einem Händler oder einer Fachwerkstatt (die haben normalerweise immer eine Anzahl an gebrauchten Instrumenten da, die se im Internet nicht bewerben)- denn dort kann man das Instrument ausprobieren und bekommt Garantie auf das Instrument. Von daher ist das Risiko sehr gering, dass man Probleme bekommt... und bei gebrauchten kann man im Limit von 4 Tsd € schon richtig, richtig gute Instrumente finden.
     
  20. Arrigo

    Arrigo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.10.20   #20
    Das ist das A und O.
    Beim Consona hast du die richtige Haltung, weil keine andere möglich ist. (Es ist maximal zu weit rechts.) Beim kleineren Instrument kannst du bzgl. Haltung sehr viel mehr falsch machen.
    Die häufigsten Gründe für Rückenprobleme bei (fleißigen) Akkordeonspielern sind meiner Meinung nach (weil ich da Fälle kenne) der Katzenbuckel, weil das Instrument so klein, die Gurte so kurz und die Noten so weit unten sind und man ja immer auf die Tasten runtersehen muss, und der Hexenschuss, weil man das Gewicht des Instruments unterschätzt hat und in suboptimaler Weise hochgehoben hat.
    Ich hatte zwar bis jetzt keine Probleme, habe aber die begründete Vermutung, dass ich mich eher bei meinem 12 kg-Instrument verhebe als bei meinem 16 kg-Instrument. Das schwerere hebe ich nicht mal eben so hoch, weil mir gerade etwas einfällt.

    Was ist denn das genaue Problem, das du mit der Consona hast:
    - Ist sie gefühlt zu wuchtig und unhandlich, wenn du sie spielst?
    - Ist dir die Balgbewegung (Zug/Druck) zu anstrengend?
    - Kannst du sie nicht hochheben?
    - Kannst du sie nicht tragen/transportieren?
    Je nachdem kommt man nämlich zu unterschiedlichen Lösungen.
    Manche der Dinge haben mit dem Gewicht des Instruments zu tun, andere nicht.

    Die Concerto 3N hat knapp 8 kg die Consona 120 Bass 10,8 kg (laut Weltmeisterkatalog von 1992 aus Polifonicos Sammlung unter einem Gruppenbild in dem die Hälfte der Fotografierten eindrucksvoll zeigt, wie man ein Akkordeon nicht hält.)
    Die Consona 96 Bass hat 10,4 kg, also nicht viel weniger.
    Wie kommt dann der Gewichtsvorteil deiner Concerto zustande? Ein Chor weniger und kein (Füllungs-)Cassotto.
    Man kann beim Akkordeon Gewicht einsparen, indem man konsequent auf Leichtbau achtet (1-2 kg, gegenüber schweren älteren Instrumenten auch 3-4 kg), Chöre weglässt (ca. 1 kg pro Chor) und kein (normales) Cassotto kauft (1 Kg, beim Fülllungscassotto wie bei der Consona weiß ich den Gewichtsnachteil nicht.)
     
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