wer spielt live mit click im ohr

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Mike229
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Bei meiner Hauptband spielen wir alle immer mit Klick, sowohl live als auch bei den Proben.
Wir machen das schon seit wir auf InEar umgestellt haben, also seit ca. 12 Jahren.
Und das, obwohl unser Drummer spielt wie ein Uhrwerk.

Ich finde, das ist dem Groove sehr zuträglich und hilft, auf den Punkt zu spielen.
Und wenn man den Klick gewöhnt ist, ist es ein ganz seltsames Gefühl, wenn man plötzlich nochmal ohne spielen muss. Nicht wegen Timing-Unsicherheit, sondern einfach wegen dem fehlenden Geräusch auf dem Ohr. Klingt vielleicht komisch, aber so empfinde ich es.

In meiner anderen Band sind wir gerade in der Startphase und dort versuche ich auch gerade, den Klick für alle durchzusetzen. Aber die Diskussion erweist sich als relativ zäh... :)

Gruß
 
Stratspieler
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...Aber live... für was denn? Ich bin nicht der Meinung das Musik genau sein soll, sondern einfach leben soll und natürliche Tempovariationen im Laufe des Liedes können durchaus sehr viel leben einbringen ;)

Für uns als Band: klares Jein. Vielleicht hat das auch damit was zu tun, dass wir nicht als "Partyband für große Events in Firmen etc." eingestuft sind, sondern als "Band für eher spezielles, kleineres Publikum in kleineren Locations, die eher Anspruchsvolleres hören wollen". Wir leben unsere Classic-Rock-Songs, d.h. spielen live ja ohnehin auch immer wieder mal tempomässig "daneben", weil wir oft genug nicht genau aufpassen oder der Hafer mit uns durchgeht. :)

Aber wir wollen schon Tempo und Pausen in Songs ziemlich präzise einhalten.
 
I_dunno
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Beides hat seine Berechtigung. Ich mag zum Beispiel bewusste Verzögerungen an bestimmten Stellen eines Liedes sehr gerne.
Jimi Hendrix und der Drummer Mitch Mitchell haben das sehr häufig eingesetzt. Das groovt erst durch die "Ungenauigkeiten".
John Lee Hooker mit Klick wäre auch komisch ;)
 
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Ich finde das traurig. Bei der Probe mit Click spielen? LIVE mit Click spielen? Ja seids ihr wahnsinnig? Ich kann gar nicht in Worte fassen wie sehr es mich schon allein stört, diese Abfolge von Worten zu lesen. Geschweige denn über die Bedeutung nachzudenken. Macht doch lieber, wenns denn nicht anders geht, Fehler beim Spielen anstatt alles aufs Raster zu pressen. Was für eine fehlgeleitete Auffassung von Perfektion! Gut, das ist fast schon ein anderes Thema, läuft aber aufs selbe hinaus: Wenn man alles quantisiert ist es zwar mathematisch perfekt aber langweilig. Mit einem etwas gehetzten timing (NWOBHM) oder a weng laid back (Doom) ists doch viel spannender. Selbst wenn ich mich mit meinem Synthie hinsetz und New-Wave Kram mach - selber gespielt mit Imperfektionen macht immer mehr her als eine rein programmierte Midi-Spur. Nein, nein, I brauch jetzt an Schnaps. (Ein MIDI-fähiger bassist wär manchmal aber nicht schlecht :D) Seid ihr noch Menschen oder schon Maschinen? Schöne neue Welt!
Da hör sind mir Bands wie Borrowed Time mit ihrem merkwürdigen Timing viel lieber an.
 
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ist nicht wichtig!
die 80er sind aber schon seit mind 31 Jahren vorbei!
und an dem Tag wo man mit Fehler bekannt wird .. will ich gar nicht wissen wo wir enden!
ein click heisst ja nicht das man unbedingt immer 100% drauf ist .. aber es ist schon cool wenn alle auf die 1 kommen ;)


druck kommt nicht von laut .. oder ähnliches.. sondern von "Genau"! (siehe auch AC/DC)
Klassische Musik lebt auch von Genauigkeit ..nicht grundlos steht der Mann mit dem Stock ganz vorne ;)
und für alle andere gibts ja die Sektion :
 
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Sehr interessante Diskussion!!!

Vielen Dank an alle Beteiligten! Es sind sehr viele gute Meinungen vorhanden! :) Toll! Weiter so! :)
 
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Mike229
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@*JEAN* :
Danke für deinen Kommentar, du sprichst mir aus der Seele.

@Steelwizard :
Nur weil wir Klick haben und uns dran halten heißt das ja nicht, das es immer steril und leblos ist.
Im Gegenteil: Bei Breaks, Verzögerungen, etc. klingt es doch viel präziser und stimmiger wenn alle genau wissen wo sie rauskommen müssen, anstatt dass alle irgendwie irgendwo irgendwann wieder in time sind.

Diese Präzision ist aber tatsächlich so ein bißchen unser Ziel. Trotzdem ergeben sich dadurch auf Proben abwechslungsreiche und lebhafte Arrangements.

Ich finde, Klick ist nicht gleichbedeutend mit Langeweile. Es kommt immer drauf an was man damit macht.

Hab auch schon Bands gesehen, die mit Klick gespielt haben, und trotzdem regelmäßig daneben sind oder rumeiern... :)
 
Agot
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In meiner Band spielt nur der Drummer mit Klick
 
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in unserer Band hat der Drummer immer bei den beiden Eingangsnummern mit Klick gespielt - damit wir am Anfang gleich mal tight sind. Das haben wir eingeführt, nachdem wir festgestellt haben wir stark die Schwankungen waren. Üblicherweise war dann der Rest des Gigs auch stabiler im Tempo, obwohl ohne Klick. Bin also klarer Befürworter - und es geht da nix an Spontaneität oder Dynamik verloren - ganz im Gegenteil, man gewinnt einiges an Sicherheit, weil das Tempo passt.
 
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Wenn man Lust hat die Musik zu töten, dann sollte man Live mit klick spielen. Klick ist meiner Meinung nur bei Producing mit Overdubverfahren sinnvoll (was ich auch nicht wirklich mag). Wenn alle Musiker in einen Raum sich befinden, sollte man vielleicht eher auf seine Mutmusiker hören, als auf ein lebloses synthetisches klicken. Für mich hört sich eine Band, welche alle sich auf einen Klick konzentrieren, unglaublich synthetisch an. Auch Musik lebt von gewissen Variationen der Geschwindigkeit. In der klassischen Musik war sowas noch ein wichtiger Faktor. ... Meine ehrliche Meinung, aber ich weiß das es viele gibt, die das komplett anders sehen.

Man muss sich vorstellen, dass die ganze Band sich auf einen "Klang" stützt, der für den Hörer gar nicht gehört wird. Die zugrunde liegende Instanz und die damit verbundenen minimalen Variationen des Spielens, richten sich auf einen nicht existenten Klang.
Eine instrumentale Solo Performance würde man nie mit Klick aufnehmen. Schaltet man den Klick dann weg, raubt es dem Spiel den kompletten Flow und das hat nichts mit "tight oder nicht tight spielen zu tun
:ugly: .... ich glaube ich trink noch ein Bier
 
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Hallo,

warum ich mich hier mal zu Worte melde ist nicht der Klick im Ohr. Den finde ich okay, wenn man ihn denn braucht.

Was mich sehr erstaunt oder überrascht ist, dass sich hier so viele zum Einsatz von Sequenzern bei Live-Auftritten bekennen.
Leute, wenn ich für Live-Musik Eintritt bezahle, dann möchte ich auch live bekommen, und nichts von Sequenzern!

Vor Kurzem: Tolles Piano-Solo vom Keyboarder. Bin näher bzw. etwas seitlich ran. Der Typ hatte keinen einzigen Finger auf den Tasten.
Der Abend war für mich gelaufen.

Das finde ich nicht in Ordnung.

Sequenzer bei Alleinunterhaltern - okay, Bands im Studio - okay.
Aber der Einsatz von Sequenzern bei Live-Musik (Bands) ist für mich einfach nur Beschiss am Zuhörer.

lg an alle hier!
 
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Wer mit Click keine Dynamik in der Performance hat, muss einfach mit Click spielen üben und lernen. ;)

Zumal die ganzen Sync-Funktionen von Synth-LFOs und Gitarren-Echos etc. nur Sinn machen, wenn alles "drauf" ist...

 
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In den Staaten spielen viele Gospel Drummer mit Klick. Nicht etwa wegen Timing, sondern hauptsächlich als "Sound Enhancement". Bei den Klicks geht es hauptsächlich um Shaker, Claps/Snaps und Percussion (Bongos, Triangel etc).
Manche benutzen aber auch Midi-Trigger, um die Sounds "per Hand" zu erzeugen.
 
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Ob Click oder nicht muss keine musikphilosophische Frage sein, sondern kann auch praktisch bedingt sein. Wir arbeiten mit vielen Samples, die eben exakt in der jeweiligen bpm-Zahl passen müssen. Trotz Profischlagzeuger spielen wir 40% des Sets mit Click bei den betroffenen Bandmitgliedern.
 
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hat er das 'freiwillig akzeptiert' oder bedurfte es wie auch immer gearteter überzeugunsarbeit?

Durch die eingesetzten Samples gabs sowieso schon die Notwendigkeit für Klick bei einigen Songs. Überzeugungsarbeit mussten wir daher nicht leisten .... außerdem ... er will es! Wir hatten sogar schon diverse Situationen, wo wir an der Stabilität unserer Lösung gezweifelt haben (haben da son Eigenbau mit Raspberry Pi, hatte anfangs ein paar Macken). Alle anderen Bandmitglieder hätten auch ohne Klick (und Samples) gespielt, aber unser Drummer bestand darauf. Ohne Entzugsklinik kriegen wir den jetzt nicht mehr vom Klick los ^^.
 
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@Steelwizard :
Nur weil wir Klick haben und uns dran halten heißt das ja nicht, das es immer steril und leblos ist.
Im Gegenteil: Bei Breaks, Verzögerungen, etc. klingt es doch viel präziser und stimmiger wenn alle genau wissen wo sie rauskommen müssen, anstatt dass alle irgendwie irgendwo irgendwann wieder in time sind.
Und dafür braucht man nen Click?
Diese Präzision ist aber tatsächlich so ein bißchen unser Ziel. Trotzdem ergeben sich dadurch auf Proben abwechslungsreiche und lebhafte Arrangements.

Ich finde, Klick ist nicht gleichbedeutend mit Langeweile. Es kommt immer drauf an was man damit macht.

Hab auch schon Bands gesehen, die mit Klick gespielt haben, und trotzdem regelmäßig daneben sind oder rumeiern... :)
Und was macht ihr wenn mal die Geschwindigkeit oder die Taktart wechselt? Läuft dann jemand während dem Song zum entsprechenden Gerät und dreht da dran? Ganz zu schweigen von dem Fall, dass der Song z.B. zum Ende hin immer schneller werden soll. Da müsste an schon fast nen Laptop mit Midispur mitlaufen lassen. Was ich immer äußerst problematisch finde. Wir haben mal versucht Drumspuren mitlaufen zu lassen mangels Drummer. Nach ein paar Versuchen haben wir darauf verzichtet, weil ein Computer einfach nicht flexibel reagieren kann. Wir sind immer durcheinander gekommen weil wir nach einem halben Song immer einen Takt hinten dran oder davor waren. Was, wenn man erstmal so sechs Takte lang den selben Rhythmus hat natürlich erst auffällt wenn das was man spielt nicht mehr zu dem passt was die Drummachine spielt. Gut, bei einem reinen Clicktrack ist das weniger problematisch weil der weniger detailiert als eine richtige Drumspur aber trotzdem - irgendwas macht man doch immer anders, das improvisieren ist ja grad das schöne an einer richtigen Band. Sonst könnt ich ja auch gleich alles allein im Homestudio machen. (Gute Idee eigentlich, dann geht mal was voran anstatt dass man immer auf andere warten muss. Aber das ist ein anderes Thema) Mal dauert das Solo einen Takt länger oder sowas und dann gibts immer Probleme - weil man letztendlich mehr damit beschäftigt ist, die Ohren Richtung Maschine gespitzt zu halten. Das erfordert so viel Konzentration, dass man eigentlich gar nicht mehr mitkriegt was die anderen Leute so spielen - oder man selbst, vor allem eben bei dem Sonderfall mit der Drummachine. Es sei denn man spielt wirklich den ganzen Song lang den selben Rhythmus, die selbe Geschwindigkeit usw - das dürfte ja eher selten vorkommen, die einfache "Clockdivision" sprich Geschwindigkeit geteilt durch, meist, vier bzw vielfache von vier, also die reine Geschwindigkeit durch Notenwerte, deckt ja nun nicht alles ab sondern eben nur das was durch bsp. vier teilbar ist.

die 80er sind aber schon seit mind 31 Jahren vorbei!
Das Borrowed Time Ding ist von 2013 oder 2014! Eins der wenigen neuen Alben die ich mir letztes Jahr ins Regal gestellt hab, ich glaub zusammen mit der neuen Atlantean Kodex und der neuen Priest (die ich aber eher aus Komplettismus gekauft hab). Nicht, dass es so wenig gute neue Musik gäbe aber das meiste ist durch die aufdringliche momentane Soundästhetik unhörbar. Und bei der Priest ist mir auch aufgefallen, dass das alles gedrosselt klingt. Und das fällt mir bei den allermeisten Alben auf. Auch eine Folge von Clicktrack und Quantisierung? (Ist nicht das selbe aber letztendlich beruht alles auf dem selben Denkfehler.) Anders kann ichs mir nicht erklären. Gut, Priest und Warlord sind nicht mehr die jüngsten aber die meisten jungen Bands fällt mir das auch auf. Dieses treibende Element fehlt. Meist eben im Zusammenhang mit modernen Produktionen. Man ist fast versucht, den Kram schneller abzuspielen. Aber das bringt natürlich auch nichts, die reine Geschwindigkeit ändert daran ja nichts, da ist Sache des Mikrotimings. Es gibt ja auch viele Songs die wirken schneller oder langsamer als sie eigentlich sind.
und an dem Tag wo man mit Fehler bekannt wird .. will ich gar nicht wissen wo wir enden!
Wieso? Kurt Cobain hat NUR Mist zusammengespielt und sein einzig gutes Riff ist von Killing Joke geklaut. Oder um mal als Beispiel einen Musiker zu nehmen den ich sehr schätze: Irgendwer hat auf Youtube mal die Gitarrenspur von Van Halens "I'm the one" isoliert. Der hat auch alle möglichen Fehler gespielt. Klingen die wie Fehler oder machen sie die Aufnahme einzigartig? Van Halen I ist sowieso eins der sympathischtes Alben überhaupt, da wurde noch eine richtige Performance eingefangen.
Gibt es in Japan nicht sogar die Imperfektion als Konzept?
 
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Ich finde die Diskussion ein wenig müßig, denn es hängt ohne Frage davon ab, welche Art von Musik man macht. Und hier möchte ich gleich mal einen Zahn ziehen: Musik, die Elemente vom Computer enthält, ist nicht weniger Musik als jene, bei der alles just in diesem Augenblick live gespielt wird. Auch wenn es manchem schwerfallen mag, aber wir sind nicht mehr im Mittelalter, und nur weil man trotzig entscheidet, sich nicht mehr mitdrehen zu wollen, dreht sich die Welt trotzdem weiter.
Der Computer ist einfach ein weiteres Instrument, auch das muß beherrscht werden. Ich habe schon Schlagzeugparts programmiert, die genauso "echt" waren als seien sie live eingespielt gewesen - sowohl vom Timing als auch vom Feeling her. Und keine Sau hat's gemerkt, ich hatte es als Experiment in 2 verschiedenen Schlagzeugerforen hochgeladen. Hinterher kamen dann so ein paar Dummbabbler, die's natürlich sofort gemerkt hatten, aber zufälligerweise erst Zeit hatten zu posten, nachdem die Katze aus dem Sack war. Wir geraten hier ganz schnell in die Diskussion, was jetzt wirklich echt ist und was nicht. Darf man als echter Musiker Samples verwenden? Oder Sequenzer? Dürfen virtuelle Backgroundstimmen den Gesang aufhübschen? Dürfen Amps gemodelt werden? Wie ist es mit Autotune?
Alles völlig unnütze Fragen, bei denen es meist eher um persönliche Befindlichkeiten und das allseits beliebte Ego geht. Musik ist eine kreative Kunstform, d.h. alles ist erlaubt. Punkt.
Wer meint, es sei eine Abkürzung, auf solche Arten zu "tricksen" und quasi vorzugaukeln, man könne etwas, aber in Wirklichkeit ist man nur ein Windbeutel, der soll mal einen "echt" klingenden Drumpart programmieren. Oder als lausiger Sänger mit Effektgedödel die Stimme so bearbeiten, daß sie hinterher richtig gut klingt. Eines merkt man dann nämlich sehr schnell: der Computer macht aus einem schlechten Musiker keinen guten. Man muß das Instrument trotzdem beherrschen. Ein Click im Ohr macht aus einem schlechten Drummer keinen guten. Eine Straßenmarkierung macht aus einem schlechten Autofahrer keinen guten und ein Gitternetz in Photoshop macht aus mir keinen Calvin Hollywood.
Die besten Drummer spielen so präzise, daß sie keinen Click bräuchten - dennoch ist das in der Topliga vollkommen normal. Wer denkt, daß Keltner, Aronoff, Weckl, Colaiuta, Ward und so fort ohne Click spielen, der hat schlicht keine Ahnung. Und wer behauptet, daß das nicht echt sei oder nicht groovt....naja, der solle vielleicht lieber Briefmarken sammeln.

Ein Click ist weder eine Krücke, noch ein Stützrädchen. Und ein Musiker, bei dem man merkt, daß er mit Click spielt, sollte noch eine Weile üben. Wenn der Click jemandem die Dynamik, den Groove, den Drive, ________________ (bitte wasauchimmer für "echte" Musik nötig ist einfügen) raubt, dann war das vorher schon nicht wirklich da.
 
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ist nicht wichtig!
Und dafür braucht man nen Click?
nein .. aber hilft !
Und was macht ihr wenn mal die Geschwindigkeit oder die Taktart wechselt? Läuft dann jemand während dem Song zum entsprechenden Gerät und dreht da dran? Ganz zu schweigen von dem Fall, dass der Song z.B. zum Ende hin immer schneller werden soll.
für solche Sachen kann man dies z.b. vorab programmieren .. und es muss ja nicht von Metronom ablaufen. kann ja auch eine MP3 sein ;)
( ist halt mit aufwand betrieben ... )
Wir haben mal versucht Drumspuren mitlaufen zu lassen mangels Drummer. Nach ein paar Versuchen haben wir darauf verzichtet, weil ein Computer einfach nicht flexibel reagieren kann. Wir sind immer durcheinander gekommen weil wir nach einem halben Song immer einen Takt hinten dran oder davor waren. Was, wenn man erstmal so sechs Takte lang den selben Rhythmus hat natürlich erst auffällt wenn das was man spielt nicht mehr zu dem passt was die Drummachine spielt.

ein zeichen das man dem Taktgeber nicht vertraut.. und man lieber sein eigenes Ding durchziehen will .. statt den Song ordentlich zu festigen und auch mit einem Drumcomputer zu spielen ;)
das improvisieren ist ja grad das schöne an einer richtigen Band.

spricht nichts dagegen .. aber dafür braucht man kein click ;) oder eine Drumspur!
Mal dauert das Solo einen Takt länger oder sowas und dann gibts immer Probleme
wieso dauert das Solo nun einen Takt länger ? fehlende Strukturen oder was spielt den die Band in diesen einem Takt ?
aber da ist ja das Click ja auch flexible .. ausser man hat die Struktur programmiert .. dann hält man sich daran ;)

Das erfordert so viel Konzentration, dass man eigentlich gar nicht mehr mitkriegt was die anderen Leute so spielen

Wir sind beim Musikmachen konzentriert auf die Musik und nicht auf die Zigarette welche im Aschenbecher weiter brennt ;)
Hier ist nicht die fehlende Konzentration das problem .. sondern das man eben doch nicht zuhört was die anderen machen! Musik macht man im Team.. und damit ein Team funktioniert braucht es Struktur .. in unserem fall ein Arrangement wo wir uns zu halten haben .. und nicht ein einzelner einen Takt mehr braucht um eine Message zu bringen ;)

Dieses treibende Element fehlt.
was hat dies mit dem Click zu tun ? was ist den ein treibendes Element ? Temposchwankungen ?
AC/DC treibt wie sau .. durch Präzision ( abgesehen davon ob man die Musik jetzt mag)

Es gibt ja auch viele Songs die wirken schneller oder langsamer als sie eigentlich sind.
Beispiele ?
wenn ein song 90bpm hat .. dann sind es 90.. das ist ein fester wert! Musik kann man leider Mathematisch erklären ;)

Wieso? Kurt Cobain hat NUR Mist zusammengespielt und sein einzig gutes Riff ist von Killing Joke geklaut.
Kurt ist seit 1994 tot .. also auch schon 20 Jahre her .. was Nirvana so interessant gemacht haben .. ist das sie sich von der Masse abgehoben haben und den Rock wieder echter haben wirken lassen .. im Gegensatz zu der üblichen Hairmetal und Shredder Geschichten von damals.
ich hab da kein Mist gehört .. es hat gepasst !

hast du den das Gefühl das Van Halen heute noch mal bekannt werden können mit deren Musik ?
Deep Purple ? nein.. Solche Bands waren wichtig für die Musik und sind es immer noch..
Aber dennoch füllen die einfach keine Stadien mehr

und Van Halen ist aufgrund der Samples welche sie eingebaut haben .. angewiessen auf ein Click ;)


eine Band wirkt nicht leblos nur weil die ein Click nutzen .. die sind nicht weniger flexible.. nur eines ist jedoch gewiss:
nicht gewollte temposchwankungen sind ein Zeichen von fehlenden konzentration und nicht wirklich vorbereitet.
man sagt ja nicht grundlos man soll mit dem Metronom üben .. das ding ist älter als die Rockmusik und wird uns auch alle noch überleben!
es ist ein Hilfsmittel und kein Zeichen von schwäche! Ist das gleiche wie eine gerade Linie zu machen .. man kann dies zwar von Hand machen .. aber mit einem Lineal ist es genauer! Vielleicht ist die von Hand etwas Kunstvoller .. aber ziel der Übung war eine gerade Linie zu machen!
Und das Gleiche gilt für die Musik! Wir wollen einen guten Song....
Ich kenn jedoch keine Musik wo Temposchwankungen als Stilmittel gilt ..
 
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siebass
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moin,
hier ist ja was los! nachdem ich selber gestern einen gig hatte und aus irgendeinem grund ich keine benachrichtigungen mehr vom forum bekommen habe, hatte ich gerade viel nachzulesen :) .
meine eingangsfrage sollte nicht unbedingt lauten: entweder oder. mir scheint das größte problem in der generellen abneigung mancher zu liegen. eine abneigung die - so wie ich das erlebe - eher auf fehlender erfahrung beruht ein metronom als mögliches werkzeug um die eigenen fähigkeiten zu stärken zu benutzen und in der fehlenden erfahrung, daß ein metronom nicht zwangsläufig zur leblosigkeit führt (sondern eher sogar das gegenteil - s.o.).
was mich bei den diskussionen in den eigenen bands stört ist die fehlende neugier gepaart mir vorurteilen auf grund der benannten unerfahrenheit (im sinne des wortes). sich auf ein arbeiten mir click einzulassen ist zunächst viel arbeit (die ich glücklicherweise am klavier in frühen jahren eingeimpft bekommen habe) und erst langsam wird man die möglichen positiven entwicklungen sehen und hören.
mein persönliches problem dabei ist: bin ich bereit unexaktes timing (und anderes unexaktes arbeiten) zu akzeptieren? wie verhalte ich mich wenn die anderen nicht mitziehen?
-
mein fazit aus dem thread: ich lese hier von weit mehr bands die mit click arbeiten als von denen, die einen click als teufelszeug erachten.
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saTa
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Ich würde auch Click und Backingtrack nicht so leichtfertig in einen Topf schmeißen. Wir spielen mit Click, erzeugen aber alle Klänge live, weil wir die Möglichkeit haben wollen, hier und da mal nen Part zu verlängern und weil wir bei aller Synthese und Samplerei "echte" Musik machen wollen etc.

Taktwechsel, krumme Signaturen usw. sind dabei auch überhaupt kein Stress. Einfach Click ohne Akzent und Click-Presets in MPC, Ableton oder sonstwo anlegen...
 

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