Wie schreibt ihr "Ehrliche" Songs?

  • Ersteller skater411
  • Erstellt am
skater411

skater411

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
30.01.21
Mitglied seit
30.11.05
Beiträge
389
Kekse
75
Hallo.
Mich beschäftigt das Thema schon seit geraumer Zeit.
Mit "Ehrlich" mein ich einfach lieder , die ausm tiefsten Herzen kommen , die für euch selber viel bedeuten , weil ihr meinetwegen jemanden verloren habt oder Herzschmerz zu verkraften habt.

Bei mir ist Fall 1 eingetreten was aber hier bitte nicht als Aufmerksamkeitsaussage aufgefasst werden soll , ich versuche nur mich zu erklären.
Jedenfalls versuche ich demnach einen Song zu schreiben , den ich spielen kann , wenns mir schlecht geht und der mich zugleich aufmuntert.

Wie geht ihr an solche Sachen ran?Alles was ich bisher versucht hatte war mir am Ende nicht "würdig" genug.
Hab ich zu hohe Ansprüche?Bin ich zu sehr von "Untrue" Liedern geblendet , welche meine Kreativität unbewusst einschränken?
Wenn ich Leute wie Andy Mckee höre , wo sich alles so anhört als ob es seine Worte wären frag ich mich , was ich eigentlich die ganze Zeit mit meiner Gitarre mache.




Hoffe ihr habt ein paar Tipps.
 
Samuel_Groth

Samuel_Groth

Mod Emeritus
Ex-Moderator
Zuletzt hier
08.03.19
Mitglied seit
02.05.08
Beiträge
2.382
Kekse
38.200
Ort
Heppenheim
1) Nur komponieren, wenn man gerade wirklich "von der Muse geküßt wird". Wann das der Fall ist, sagt einem das eigene Gefühl.

2) Die Muse kann angelockt werden, jedoch kann man ihr Erscheinen nicht erzwingen. Soll heißen: Man kann sich in die nötige Stimmung versetzen, aber wenn selbst dann die Krativität nicht einsetzt, kann man nix machen. Einfach später noch mal versuchen oder warten bis es von selbst aus einem heraus drängt.

3) Womit wir beim nächsten Punkt wären: Zeit. Gut Ding will Weile haben und ein authentisches Kunstwerk (hier: Song) bedarf manchmal Jahre. Diesen Prozeß kann man kaum beschleunigen, wenn man nicht die Authentizität gefärden will.

4) Anspruchsdenken. Völlig fehl am Platz und setzt auch in der Regel erst in der Retrospektive ein, dh zu einem Zeitpunkt, wo Du emotional nicht mehr in der gleichen Situation wie beim Komponieren bist. Daher total kontraproduktiv.

Ein authentischer Song muß kein guter Song im Sinne von technisch anspruchsvoll sein.

Wenn Du Dich gerade nach danach fühlst, einen A-Moll Akkord wieder und wieder vor Dich hinzuschrammeln und dazu irgendeine Melodie zu summen, ganz ohne Text, einfach pur......dann soll es halt so sein. Manchmal (eigentlich sogar: meist) löst das in einem mehr aus als ein technisch ausgefeilter Song.

Das hat dann so was monotones, was einen quasi in Trance zu versetzen mag.....dann spielt man das halt so lange, bis es nervt und dann fühlt man sich schon besser.:D
 
T

the-last-one

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
21.03.10
Mitglied seit
08.05.09
Beiträge
13
Kekse
0
Also du solltest einfach wie mein Vorredner schon sagte nur dann schreiben wenn du halt kreativ gerade bist einfach das nehmen was dir in dem moment in den sinn kommt auch wörter aneinanderreihen die für dich in dem moment sinn ergeben denn der Song drückt dann nur deine Gedanken aus da kann man in keinster weise mit nem plan rangehen und mann muss auch nicht technisch versiert sein mann muss nur das was einem in den sinn kommt ausdrücken und spielen können. So jedenfalls hat es bei mir bisher geklappt^^.
 
W

Witti007

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
28.10.13
Mitglied seit
06.03.09
Beiträge
38
Kekse
26
Hi Skater,
als mein Vater starb ging es mir richtig dreckig. Wochenlang war ich depressiv. Eines tages setzte ich mich ans Klavier und ließ meine Emotionen raus. Dabei entstand ein richtig toller Song:

Now That Youre Gone

Ich glaube es gibt keine Anleitung. Man muss seine Emotionen einfach musikalisch umsetzen können. Jedes mal wenn ich diesen Song höre, denke ich an meinen Vater. Aber ich fühle die Depressionen nicht mehr.

Robert

www.robertbaitinger.de
 
FalkinA

FalkinA

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
24.09.14
Mitglied seit
30.01.09
Beiträge
470
Kekse
2.120
Ort
Austria
Hi,

ich hab als ich in so einer Phase war, einfach nur geschrieben (Gedichte zu diesem Zeitpunkt), und als ich dann fertig war und einmal alles rausgelassen habe gings mir einfach besser. Mir war leichter ums Herz und ich konnte wieder richtig "leben". Ich weiß noch nicht genau ob ich diese Gedichte einmal vertonen will. Noch scheint die Zeit dazu nicht reif genug zu sein.
Auf jeden Fall konnte ich die Emotionen so festhalten und mh... wenn ich es jetzt lese fühle ich mich manchmal besser.
Erzwingen kann ich so etwas nicht. Ich kanns nur aufarbeiten. Aber mehr auch nicht wirklich. Leider.
 
J

JBJHJM

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
30.10.18
Mitglied seit
29.04.08
Beiträge
736
Kekse
858
Ort
Hamburg
Tja zu deiner Beschreibung fällt mir gerade Joe Bonamassa's 'Asking around for you' ein. Hat auch einen traurigen Ansatz, aber setzt den dann in Hoffnung und 'Freude' um...
einfach mal reinhören! (z.B. auf YouTube)

Nun ja, an so etwas "ranzugehen" ist glaube ich grundlegend falsch. Einen echt gemeinten Text/ Song kann man nicht auswerten, logisch aufbauen, oder sonst irgendwie künstlich herstellen. Wenn es an der Zeit ist, wird er dich finden. Suchen hilft eher wenig. Natürlich kannst du dem ein wenig Anstoß geben, aber "die Wahrheit kommt von alleine"...
 
S

Strawberryblack

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
17.11.09
Mitglied seit
16.11.09
Beiträge
2
Kekse
0
Ort
Winterberg
Ich bin auch grundlegend der gleichen Meinung wie meine Vorposter^^
Du darfst nicht schon mit dem Gedanken aufstehen: Und heute schreibe ich einen Text, ein Gedicht, whatever. und dann den ganzen tag nach nem thema suchen und dann irgendwann was schreiben, das funktioniert so einfach nicht. Also, bei mir jedenfalls nicht.
Die wirklich guten Texte hab ich eigenltich immer Nachts geschrieben, entweder weil ich so glücklich war dass ich nicht schlafen konnte, oder weil mich irgendwas so traurig oder aufgeregt hat.
Was das Thema ist, ist letztendlich egal, hauptsache es bewegt dich.
Und selbst wenn du mal 3 Monate keinen Text schreibst, na und? wird dir das die Beine brechen? Natürlich nicht....Sieh das texten nicht als Ziel ansich, sieh es als Ziel an, dass es dir danach besser geht, dass du das, wodrüber du geschrieben hast, verarbeiten kannst, oder das Gefühl zu haben: Hey, jetzt bin ich was losgeworden, was ich schon immer mal sagen wollte.
Selbst wenn der Text den du geschrieben hast, sich nicht reimt, noch nicht...lass es erstmal dabei. Irgendwann suchst du dir den wieder raus und schreibst ihn so um, dass er es tut, benutz dabei aber möglichst Wörter aus dem gleichen Themenbereich, und genauso Metaphern und so.
Nur son Vorschlag^^
Grüße.
 

Ähnliche Themen

Neue Themen

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Oben