Wie werden Profi Lichtshows erstellt?

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Mäthe667
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Hallo!


Ich war gestern Abend bei Green Day in Köln und muss sagen, ich bin immer wieder begeistert von den Lichtshows die mit dabei sind.
Mich interessiert mal, wie die die Lichtshow immer so genau auf die Musik hinbasteln. Weil es sah so aus als würden die Lichtleute nur "rumsitzen" und das ganze ablaufen lassen. Aber die Band spielt ja nicht immer gleich schnell, oder improvisiert spontan mal was.
Wie wird das gemacht bei so Veranstaltungen? Ich begleite mit meinem Lichtkram (ein paar PAR Scheinwerfer, Scanner und so) auch ein paar Bands und würde gerne mal wissen, ob man das ganze auch im kleinen einfach machen kann.
Dass man das ganze Beatgesteuert machen kann ist mir klar, aber wird es gemacht, dass bei ruhigen Lieder auch direkt die passende Beleuchtung ist?

Danke und Gruß

Mäthe
 
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Hi,

Ne ähnliche Frage gabs hier schon mal ;)

So viel ich behalten hab, sind das meistens vorgefertigte Szenen, Bewegungen etc. die nur über Fader/Knöpfe aufgerufen werden.

Gruß Jonas
 
Da hat wohl jeder seine eigene Technik. Die Lieder sind aber meist vorgefertigt. Die Show wird dann nur noch mittels Go-Befehl an bestimmten Stellen abgespielt. Viele legen sich dann noch Blinder und Stroboskope auf Flash-Executor.
Und vieles was improvisiert erscheint ist aber im Programm eingeplant. Wenn doch was unerwartetes passiert, hat man immernoch Eingriffsmöglichkeiten in den Ablauf der Sequenzen/Effekte (z.B. Pause), Fader (z.B. für's Frontlicht) und ich leg mir auch noch Notfall-Cues an.

Wie man das im kleinen einfach machen kann lässt sich so nicht beantworten, weil ich nicht weiß, was für dich was kleines ist, aber vor allem, welches Pult du benutzt, denn davon hängts ab.

Ich geb dir ein Beispiel:

Ich kann für ein Lied eine Sequenz benutzen. Diese besteht aus verschiedenen Cues. Diese geben abgespeicherte Parameter wieder sowie Effekt-Befehle. Ganz simpel:
Ich habe ein ruhiges Lied und davor eine Ansage.

Zuerst speichere ich einen Cue, bei dem 2 Profiler auf den Punkt der Ansage gerichtet sind.

Beim zweiten Cue sind die Profiler aus, die Washes auf blau / statisch, das Frontlicht an und die Profiler mit einem Gobo, ebenso statisch. Um einen weichen Übergang zu erzeugen, kann ich zusätzlich für jeden Parameter Fade- und Delayzeiten mitspeichern.

Im Refrain sollen sich dann die Movinglights bewegen. Also erstelle ich einen oder mehrere Effekte mit Pan/Tilt Parametern. Nun muss ich also einen 3. Cue abspeichern, der den On- oder Go-Befehl für den gewünschten Effekt hat.

Ein vierter Cue für die 2. Strophe enthält die Off-Befehle für die Effekte - die Movingheads fahren wieder auf ihre Ursprungsposition.

usw.

D.h. ich habe während des Stückes, also nach der Ansage, nach der ersten Strophe und nach dem Refrain, usw. nur den Go-Knopf zu drücken, der den nächsten Cue aktiviert. Und dank der oben genannten Fade- und Delayzeiten, sieht alles sehr sauber aus.

So kann man es mit einer grandMA machen.
Verstanden?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ah ok, also im Endeffekt, wird dabei einfach nur der Go-Befehl gegeben, die nächste Szene abzuspielen!
Hatte mir sowas schon gedacht!

Ich bin im moment dran mich in Lichtsteuerprogramme so wie daslight, PC Dimmer, Freestyler reinzugucken. Bisher hatte ich nur n Showtech 24 Kanal Pult, weil ich bis vor kurzem nur PARs hatte. Und jetzt möchte ich natürlich, dass die Bewegung der Scanner auch zur Show passt.

Also würde das bedeuten, dass ich für jedes Lied mir schön CUEs einrichten. Dann werd ich mich da mal rangeben, find ne Show mit passendem Licht macht direkt mehr her.

Danke für die Info ;)
 
Ein guter Lichtechnik braucht die gleich Instinkte für Suggestivität wie ein guter DJ. Ist es gut merkt es keiner (das ist das Ziel! Unterstüzen, nicht hervorheben!). Ist es schlecht, übrtrieben, aus dem Takt, unpassend...was weiß ich kann es den besten Showact zerstören, je nachdem wie die Zuschauer sich mitreißen lassen.

Bei wirklich großen Lichtsetups und Touren wird die Show vorprogrammiert. Entweder ein Techniker startet dann zu gegebener Zeit oder die Show ist mit einem Timecode programmiert. ("Go-Taster")

Bei reinem Parlicht arbeite ich grundsätzlich mit verschiedenen Szenen/Chaser und dem an diesem Abend wichtigstem Taster: Dem TAB. (Damit lässt sich der Beat einttabben). Mit ein wenig Übung kommt das viel dynamischer rüber als eine vorgespeicherte, ablaufende, feste Show.
 
Schau dir lieber an wie ein LJ in einer Disco arbeitet, da kannst du dir mehr abschauen als bei Konzerten.

Die Lightshow der Konzerte wird meist bei den Proben zur Tour durch einen Lichtdesigner entwickelt, und wir dann als einzelene Cues abgespeichert. Die Cues werden dann vom Lichttechniker am Pult meist per Go taste nur getriggert. Die Positionen der Beams in den cues werden üblicherweise als Presets gespeichert. So das bei einer neuen "location" lediglich ein paar Presets aufgrund der evtl geänderten Positionen der heads upgedatet werden müssen.


Die "Disco" Lichtshow ist in sofern eigentlich viel interessanter da es da viel mehr auf die kreativität und das taktgefühl des LJ ankommt der sich aus seinen vorgefertigten cues und sequenzen das zur musik passende live "zusammenmixt"!
 
Die meisten grossen Pulte, (kleine auch) lassen eine MIDI Steuerung zu.
Es ist dann einfacher, vorallem dan wenn es mal zu kleinen verzögerungen kommt, weil der Lichttechniker abgelengt ist.
 

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