Wiederholungen (part II)

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Dudo01

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Hallo Community,

es stellt sich mir eine neue Frage zu den Wiederholungen:
Ich arbeite an einem Leadsheet für einen Popsong,
und oft ist es ja so, dass zu Beginn zwei Strophen klingen, gefolgt von einem Refrain,
und dann eine Strophe mit zwei Refrains...
A1 | A2 | B1 | A3 | B2 | B3 ...
Ist das mit Wiederholungen sinnvoll lösbar, ohne alles doppelt notieren zu müssen?
Die ersten beiden A-Teile zu wiederholen ist kein Problem, aber wie gebe ich an,
dass der erste B-Teil nur einmal gespielt wird und der 2. B-Teil zweimal?

Lieben Dank und Gruß,
Roman
 
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Dudo01

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Ja, schon... Aber wie damit die Struktur
A1 | A2 | B1 | A3 | B2 | B3
nachgebildet werden sollte, wobei die A-Teile noch dazu unterschiedliche Enden haben,
das ist mir schleierhaft...
 
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Palm Muter

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Ist es denn so wichtig?

Ich kenn das auf die Spitze getrieben von Marschmusiknoten, da geht es klarerweise primär darum, dass man sie bei möglichst kleinem Format auf ein Blasinstrument klemmt und das ganze Stück nicht umblättern muss. Man kann natürlich folgendes machen:
(also |: :| = Wiederholungszeichen, [ ] = Voltaklammer)

|: A [A-Ende 1] :| [A-Ende 2, D.S. ] [A-Ende 3 Coda]

Segno B + B-Ende 1, D.C. senza repetitione al Coda

Coda |: B [B-Ende 2] :| [B-Ende 3]


Dann müsstest du nur den "allgemeinen" B-Teil doppelt notieren - sprich man spielt A inkl. dem Ende1, läuft in die erste Wiederholung, wiederholt, läuft in Ende2 ins Dal Segno, springt zum B1, danach kommt D.C. inkl. der Anweisung, keine Wiederhohlung zu machen (das ist mW "nicht 100% koscher", weil das idR. nur in Verbindung mit der Anweisung al fine gibt, also ein "nochmal alles von vorne und ohne Wiederholungen zu Ende spielen" - aber solange klar ist, wasgemeint ist...), wodurch man dann direkt vom Anfang ins Ende3 des A-Teils hüpft (also "A3" spielt), dort wartet das Coda und das ist abschließend B2&3 :ugly::dizzy:


Also egal wie du es drehst und wendest, willst du die wirklich minimalste Lösung sollte das einen guten Grund haben. Weil das ist auch für geübte Notenleser und Blattspieler furchtbar zum lesen, auch wenn du dich an alle Konventionen hältst. Da muss man dann nicht nur da Stück üben, sondern auch, wo man denn für die nächste Passage hinschauen muss - bzw., bei wirklich härteren Sachen hatten wir im Musikverein dafür extra eine Dose Buntstifte, damit wenn solche Noten ausgeteilt werden man z.B. das "Dal Segno" gelb anmalt und das Segno-Zeichen selbst ebenso, selbiges bei Coda oder Volta-Klammern markieren, die aus Platzgründen blöd über Zeilenumbrüchen liegen.

Aber ging es wie gesagt darum, dass man ein A5-Blatt mit einem ganzen Stück "vollpflastern" kann. Für einen klassischen Leadsheet würde ich auf jeden Fall eher ein paar Zusatzzeilen machen anstatt den Spieler kreuz und quer übers Notenblatt zu hetzen ;)

Grüße
 
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Dudo01

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Vielen Dank!
Schade, dass es dafür keine leichtere Schreibweise gibt...
Eigentlich scheinbar ein leichte Aufgabe.
Zuerst zwei Strophen mit einem Refrain.
Dann eine Strophe mit zwei Refrains.
Kommt in quasi jedem Pop-Song so vor...
 
Palm Muter

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Kommt in quasi jedem Pop-Song so vor...
Nun, dass ist aber bei weitem nicht der Maßstab, nach der sich Notation(-skonventionen) entwickelt haben.
Warum sollte ein System, dass seit Jahrhunderten instrumenteübergreifend gewachsen ist und das ziemlich gut geeignet ist, derlie harmonischen Kontext zu übermittelt sich um die Befindlichkeiten von Popmusikautoren scheren? Ist wie Schrift, es entwickelt sich, es gibt Konventionen - die sich auch wiederum ändern - aber das hängt eben von der breiten Masse der Nutzer ab. Und die allermeisten Menschen, die Noten benutzen machen irgendwas anderes als Popmusik.


Du kannst dir ja selbst was basteln.
A Notieren, B notieren und drunter schreiben:
A + [ausnotiertes Ende1]
A + [ausnotiertes Ende2]
B +.....

Wozu die Konventionen, die tief aus der Klassik kommen wo 5x hintereindander dasselbe spielen etwa so gut kommt wie drölf Tensions in jedem Akkord in der Popmusik zu verwenden gewaltsam umbiegen? Ein Leadsheet muss folgendes können, nämlich schnell einen Gesamteindruck vermitteln. Dafür braucht es Übersichtlichkeit - wo dein Anliegen ja durchaus auch sinnvoll ist, wenn vieles sich wiederholt. Aber da würde ich als Ausführender etwas wie eben beschrieben massiv bevorzugen - weil da scher ich mich nicht um Konventionen, ich hab ein A, ein B und darunter chronologisch die Anweisung A + Noten + A + Noten + B + ..... und kann das abarbeiten ohne Zusätzlich einen Nautikkurs in Notenlesen machen zu müssen.

Liebe Grüße
 
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McCoy

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Ich arbeite an einem Leadsheet für einen Popsong,
In einem Leadsheet schreibe ich normnalerweise den A-Teil einmal auf und den B-Teil einmal.
Darunter schreibe ich dann groß und ins Auge fallend:

FORM: A A B A B B

Viele Grüße,
McCoy
 
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Be-3

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Schade, dass es dafür keine leichtere Schreibweise gibt...

Allzuviel Springerei macht die Sache aber trotzdem unübersichtlich (vgl. den berüchtigten GOTO-Befehl beim Programmieren).

Vor allem kommt es darauf an, was genau Euer Leadsheet enthält.
Das, was ich von Pop- und Rockbands gesehen habe (auch bei den ganz Großen der Zunft), sind Zettel mit Ablauf à la AABABB, den Text und Akkorde darüber.
Da gibt es überhaupt keine Wiederholungen, sondern der Text wird einfach fortlaufend hingeschrieben.
Oder nur die Akkorde und dann den "ABC"-Ablaufbaukasten bemüht.

Sobald ausnotierte Melodien ins Spiel kommen, die dann noch mit vielen Strophen und rhythmischen Text-Variationen und melodischen Abwandlungen halbwegs exakt sein sollen, steigt der Platzbedarf enorm, alles wird überkompliziert und es hält sich sowieso niemand sklavisch an die Noten.


Ist wie Schrift, es entwickelt sich, es gibt Konventionen - die sich auch wiederum ändern - aber das hängt eben von der breiten Masse der Nutzer ab.
Machmal hängt es auch von einem kleinen Arbeitskreis in Mannheim ab. :evil::D



5x hintereindander dasselbe spielen

Das scheint mir der Hauptgrund zu sein:
Sobald man eine ordentliche Partitur schreibt, wird es automatisch nur sehr wenige Wiederholungen geben, weil sich bei anspruchsvoll arrangierter Musik (auch im Pop-Bereich) fast nie ein Abschnitt in allen Instrumenten exakt gleich wiederholt wird.
Und wenn die einen keine Wiederholungszeichen/Sprungzeichen haben, dürfen die anderen das auch nicht haben.

Die praktischen Lösungen in der Popmusik schwanken zwischen Extremen:
  1. Exakte (und riesige) Partitur, die nur sehr selten komplette Wiederholungen enthält.
    Selbst bei Pop-typischen Verse/Bridge/Chorus-Konstrukten baut sich ein Stück in der Regel auf und es wird selten eine Strophe exakt so gespielt wie eine andere.
    Spätestens, wenn echte Streicher oder gar ein ganzes Orchester mitspielt, ist eine Partitur fällig.
  2. Kurznotizen als Merkhilfe. Sehr individuell und evtl. nicht universell einsetzbar.
  3. Überhaupt nix. Man kennt das Stück und spielt es einfach.

Natürlich hat eine berühmte Band, die 40 Jahre lang immer nur dieselben 10 Stücke spielt (oder spielen muss), mit denen sie mal Erfolg hatte, hat es leichter als eine Partyband, die ein viel größeres Repertoire abdecken muss.


Die einschlägigen Apps wie OnSong oder Set List Maker (kenne ich nicht aus persönlicher Anschauung) schreiben doch auch nur fortlaufenden Text mit Akkorden darüber.
Das scheint sich bewährt zu haben und ist sicherer und übersichtlicher als ständiges Umhergehüpfe.

Viele Grüße
Torsten

Edit - Überholer: das, was ich "ABC-Ablaufbaukasten" genannt habe, hat @McCoy ja gerade aus seiner Praxis bestätigt. Und er wird schon wissen, warum er das so macht (weil es übersichtlich ist und sich bewährt hat).
Kommt auch ein bisschen drauf an, ob Noten oder Text im Vordergrund stehen (oder beides).
 
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Palm Muter

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weil sich bei anspruchsvoll arrangierter Musik (auch im Pop-Bereich) fast nie ein Abschnitt in allen Instrumenten exakt gleich wiederholt wird.
Da hat er natürlich recht, im Grunde wollte ich eigentlich das Selbe aussagen und hab da mit der Popanspielung eher Klischeedenken bedient :rolleyes:


Aber, zum Grundproblem des TOs, das ist streng genommen ja kein musikalisches Problem, das kann man auch abstrakt und allgemein formulieren:

Wenn man etwas aufschreibt, egal ob Buchstaben oder Noten, ist man ja "eindimensional" unterwegs - also so gemeint, dass wir prinzipiell ja in Zeilen schreiben und lesen. . Es muss jede Abweichung davon also irgendwie extra ausgewiesen werden.
So scheint es ja vielleicht recht plausibel lösbar:
Aber wie damit die Struktur
A1 | A2 | B1 | A3 | B2 | B3

Da es aber verschiedene Enden sind, könnte ich es genauso gut so darstellen:

A | X | A | Y | B | U | A | Z | B | V | B | W

Das sind 8 verschiedene Elemente auf 12 verschiedenen Positionen. Mal weg von Notationskonventionen, wenn du da etwas findest, was das "ganz einfach und übersichtlich vom Blatt lesbar" beschreiben kann wäre ich sehr gespannt wie das aussieht. Aber ich glaube es bleibt dir nur, aus dieser Eindimensionalität auszubrechen - indem du mehrer Zeilen verwendest gepaart mit der Anweisung, wann welche kommt - sprich das was @McCoy schreibt^^

Grüße
 
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HaraldS

HaraldS

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Hallo Roman,

ist das denn für dich, oder sollen andere Musiker es lesen können? Wenn es für andere ist, orientiere dich an den Lesegewohnheiten deiner Zielgruppe.

Harald
 
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Das ist für meine Klavierschüler.
Die sind völlig abhängig davon, was ich ihnen liefere :)
 

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