Wo ist die Tonika ... ?

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Die verminderte Sekunde ist immerhin noch ein Gedankenspiel, der hart- und weichverminderte Akkord aber nur ein Name.

Ich habe noch darüber nachgedacht, ob bei weichvermindert noch irgendetwas molliges reinspielt (weich - mollum), also eine verminderte Mollterz, und bei hartvermindert noch etwas duriges (hart - durum), aber eine wasserfeste Logik dahinter habe ich nicht entdecken können.

Besonders problematisch finde ich bei Wikipedia die Unterscheidung zwischen vermindertem Dominantseptakkord (c - e - ges - b) und vermindertem Septakkord (c - es - ges - heses), weil der verminderte Septakkord (der bei mir ganzvermindert heißt) ja meistens Dominantfunktion hat.

Aber sehr einheitlich scheint die Nomenklatur in dem Bereich nicht zu sein (z.B. ganzvermindert = vollvermindert = verminderter Septakkord).

Ich unterscheide im Unterricht ganz pragmatisch zwischen vermindert (= Dreiklang), halbvermindert (= Dreiklang + kl. Septime) und ganzvermindert (= Dreiklang + verminderte Septime). Einige kleine Schüler sagen: behindert, halb behindert, ganz behindert. :facepalm1: Ich lasse sie gewähren, solange sie sich den Akkord dazu merken können. :whistle:

Viele Grüße,
McCoy
 
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Einige kleine Schüler sagen: ...
Jetzt kann ich es mir auch merken ... endlich ;)

Aber ich habe nachgedacht ...
Also mal von der Theorie und den x-fach verminderten Intervallen würde ich für meine Person und aus praktischer Sicht nur die Quinte und die Quarte als vermindert oder übermäßig sinnvoll erachten.
Und davon fliegt die verminderte Quarte raus, weil das keinen Sinn ergibt. Die übermäßige Quarte löst sich zur Quinte auf bzw. ist die #11. Die verminderte Quinte ist die b5 im halbverminderten Akkord, und die übermäßige Quinte löst sich nach oben zur 6 / 13 auf. Also die drei brauch ich. Der Rest kann von mir aus einfach oder doppelt hart- oder weichgekocht sein, kann aber in die Mottenkiste ;)

Trotzdem ist es immer wieder interessant und man lernt was dazu ;)
 
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... ja, die Nomenklatur in der "Klassik", da habe ich mich schon oft geärgert. Mir scheint, dass da nicht wenige ihr eigenes Süppchen kochen bzw. gekocht haben, hauptsache kompliziert und schlecht zu merken, da lässt es sich schön glänzen, wenn man sich als "Eingeweihter" einer "Geheimwissenschaft" präsentieren kann.
Aber genug der Polemik, ich schrieb ja schon, dass ich selber erst mal nachschlagen musste nach dem "hartverminderten". Ich nutze den Begriff nicht, habe es so auch selber nie gelernt, ich finde diese Art Begrifflichkeiten auch nicht sonderlich hilfreich.
"Dur-Akkord mit tiefalterierter/verminderter Quinte" oder "Dominantseptakkord mit tiefalterierter/verminderter Quinte" finde ich wesentlich präziser, eindeutiger und besser zu merken.

Dabei sollte dieser Akkord vornehmlich mit der Septe erscheinen, das macht mehr Sinn, da diese zusätzliche Leitton-Spannung die dominantische Strebe- und Zielwirkung des D7 nochmal verstärkt.
Die Töne lassen sich auch umdeuten, das macht diesen Akkord interessant für Modulationen, er funktioniert dann wie das im Zitat erwähnte "Gelenk". C-E-Gb-Bb kann auch als F#-A#-C-E geschrieben/enharmonisch verwechselt werden. Er ist dann genau derselbe Akkord, jetzt aber mit dem Grundton F# statt C - und ist dann nicht mehr die Dominante von F-Dur, sondern von H-Dur!
Spätestens in der Romantik werden solcherart Umdeutungen immer beliebter.
 
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