Workshop: Wie stell ich mein Floyd Rose am besten ein ?

Hallo,

ich wurde hierher verwiesen.... hier sollen sich die FR-Spezies tummeln...

Ich habe eine 93er Washburn mit FR Tremolo... und folgendes "Problem":

Beim Saitenwechsel wird das komplette System inkl. Hülsen aus den 2 Aufhängungen rausgedrückt, d.h. die Hülsen sind nicht (mehr)
fest im Body.
Jetzt wär es ja ein leichtes, die Hülsen mit Sekundekleber wieder entsprechend zu fixieren... würde das der FR-Spezi auch so machen oder
hat der eine professionellere bzw. bessere Lösung?


Der Original-Thread: Washburn MG-44
 
Kurz: Ja Sekundenkleb funktioniert

Lang: Nimm die Hülsen ganz raus. Feuchte das Holz in den Löchern an und lasse das ganz trocknen. Das stellt die Holzfasern wieder auf. Dann klebst du die Lackoberfläche der Gitarre ab und lässt nur noch die Löcher für die Hülsen frei. Kleb die unteren Löcher der Hülsen auch mit Mahlerkrebband ab, damit da kein Kleber reinlaufen kann. Dann bringst du den Sekundenkleber dünn auf die Hülse auf und bringst auch etwas Kleber auf die Wandung der Bohrlöcher und drückst die Hülsen wieder hinein. Fertig.

Das sollte längere Zeit halten. Bei meiner Strat hält das sei 1995.
 
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Das mit dem Quellen der Holzfasern ist schon mal nicht verkehrt. Ich mache das im Prinzip auch so, allerdings nicht einfach mit Wasser, sondern mit dem Zeug hier, UHU Holzfest:


Hat sich bei mir gut bewährt, auch um z.B. Gurtknöpfe für Straplocks zu fixieren. Die Holzschrauben werden mit der Zeit gerne locker, weil die Reibung und damit das Drehmoment zwischen den Knopf und Gegenstück deutlich höher ist als von einem Ledergurt auf einem normalen Metallknopf, vor allem wenn die Straplocks schon ein paar Jahre alt sind.

Anders als auf der Packung vorgeschlagen mache ich es aber meist so, dass ich die Schraube ganz rausdrehe, das Holz 5-10 Minuten quellen lasse und die Scharube dann wieder reindrehe. Einschlaghülsen ziehe ich auch erst ganz raus, warte aber nur eine halbe bis eine Minute bis zum reindrücken, weil die Hülsen sich ja kein Gewinde ins Holz schneiden können. Gerade bei Tremolos will man ja nicht, dass es vorher schon zu weite quillt und das Holz dann reißt, wenn man die Hülse mit Gewalt reindrückt. Kleiner Nachteil gegenüber Wasser: das Zeug ist schon etwas klebrig und trüb - was überläuft, trocknet also nicht einfach ganz spurlos ab. Ist aber kein Problem, solange man austretendes Holzfest gleich mit einem feuchten Lappen abwischt.

Gruß, bagotrix
 
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@bagotrix

Uhu Holzfest .... interessantes Produkt, wird aber laut Deinem Link wohl seit 2019 nicht mehr hergestellt. Gibt es da ein Ersatzprodukt?
 
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Sch...ade, zum Glück hab ich noch etliches im Fläschen. Man braucht nicht sehr viel und es wird in der Flasche nicht hart oder bindet ab wie viele Kleber - wahrscheinlich war es deshalb nicht sehr lukrativ für UHU...

Das einzige, was ich sonst noch gefnden habe, sind US-Produkte, eines nennt sich "Chair-Lock" von der Marke "Circa 1850" und wurde genau für den Zweck erfunden, nach dem es sich anhört: Wacklige Stuhlbeine sollen wieder fest werden. Bekommt man aber wohl nur aus Übersee per ebay. Dann gibt es noch "Swel-lock", aber in dem US-Shop sind sogar zwei Bundesstaaten vom Versand ausgenommen, und Luftfracht generell.

UHU und einige andere empfehlen als Alternative tatsächlich wasserlöslichen Holzleim, den man mit 10% Wasser verdünnen und mit der Spritze verwenden soll. Kann schon sein, dass das das dann auch einen aufquellenden Effekt hat, aber ausprobiert hab ichs noch nicht. Unterm Strich klingt es nach einer ähnlichen Kombination aus Quelen und Kleben wie die Technik von @boisdelac, bloß mit Holzleim und in einem Aufwasch - also warum nicht?

Die Alternative wäre halt, die Löcher aufzubohren, mit Hartholz zu dübeln und neu zu bohren. Wohl die solideste Option, aber halt aufwendig und optisch nur unauffällig, wenn es auch fachgerecht beilackiert wird.

Gruß, bagotrix
 
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Das mit dem Quellen der Holzfasern ist schon mal nicht verkehrt. Ich mache das im Prinzip auch so, allerdings nicht einfach mit Wasser, sondern mit dem Zeug hier, UHU Holzfest:
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Gruß, bagotrix
Tolle Erklärung, danke! Werde das berücksichtigen, wenn ich das nächste Mal die Saiten tausche... oder der "innere Monk" es bis dahin nicht aushält.
 
Eine Frage die mich etwas umtreibt in den letzten Tagen - bezüglich nicht unterfräster Floyd Rose:

Gibt es da überhaupt einen Common Ground der Hersteller/Brands, ob:

1. Die FR so eingestellt werden, dass sie aufliegen oder ob sie für einen möglichen Upbend leicht freischwebend eingestellt werden und

2. Dementsprechend die Halstaschen/Halsaufnahmen mit einem gewissen Winkel versehen werden?

Irgendwie habe ich da keinen roten Faden. Ich hatte unabhängig von zwei deutschen Gitarrenbauern ein aufliegendes FR nach einem Setup zurückbekommen. Meine made in USA-Äxte sind beide freischwebend und haben einen Halswinkel (auch ohne Shim). Warmoth baut entsprechende Konfigurationen ebenfalls mit dem Kommentar „angled neck pocket“.

Ich frage deshalb, weil wenn der Werkszustand „aufliegend“ ist, wäre nachträglich ein freischwebendes System ja nur auf Kosten der Saitenlage möglich - oder man reisst alles auseinander und tastet sich per Shim ran.
 
Bei meinem FR sind die beiden Bolzen an denen das FR aufliegt einstellbar.
Ein FR ist dafür gemacht frei schwebend zu sein
Im Gegensatz zu einem Fender Tremolo, das eigentlich nur zum downdrop gedacht ist.
 
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Darum gehts mir garnicht, das FR ist ja identisch. Nur schraube ich das non-recessed FR auf eine niedrige Saitenlage herunter, habe ich keinen Upbend mehr, schraube ich es für Upbend hoch, ist die Saitenlage hoch - ergo muss ich den Halswinkel anpassen.
 
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An der Stelle bin ich auch, die Saitenlage war perfekt aber das FR ließ die Saiten beim Ziehen Scheppern.
Hab es dann etwas höher gestellt.
Ja , so ist das eben.
Bei einer anderen strat mit Vintage Tremolo bin ich auch dabei mit dem Halswinkel zu kämpfen.
Da ist's etwas einfacher, ich hab jetzt die Saitenreiter ganz unten, aber ich denke dass der Halswinkel wieder etwas flacher werden sollte.

Vielleicht ist's auch mit der Höhe einzustellen, wenn es nur zum anpassen der Saitenlage ist , also ohne anwinkeln.
Den Effekt daß die Saitenlage sich bei den up bendings absenkt bleibt ungeachtet der Halsposition und Winkel bestehen .
Das kann zum Beispiel ein Düsenberg Tremolo, bei dem die Saiten auf unbeweglichen Saitenreitern entlang streichen oder im Idealfall Abrollen.

So hat jedes Tremolo seine Eigenheiten, vor und Nachteile.

Bei meinem FR ist es so das sich die Saiten noch heim bending verstellen.
Langwierig!
Ist mein erstes annähern an die FR Technik.
Vorher war's kaputt und festgestellt.
 
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Gibt es da überhaupt einen Common Ground der Hersteller/Brands, ob:

1. Die FR so eingestellt werden, dass sie aufliegen oder ob sie für einen möglichen Upbend leicht freischwebend eingestellt werden und

2. Dementsprechend die Halstaschen/Halsaufnahmen mit einem gewissen Winkel versehen werden?
Nein. Beziehungsweise ja. In der Regel sind Halstaschen immer noch flach.

Ole Man Floyd hat an der klassischen Strat gelernt. Deshalb hatten die ersten Kramer Pacer auch noch den zu kurzen Shelve an der Locking Nut (die schwarze in meinem Avater z.B.), weil bei diesen Hälsen eben Bone Nuts vorgesehen waren. An eine Unterfräsung hat zu der Zeit (1981/2) noch kein Mensch gedacht. Upbends wären analog Vintagetrem durch „floating“ Einstellung möglich. Wobei Eddie immer nur releases genutzt hat. Auch auf seiner Wayne Charvel/ Boogie Body (Warmoth) Mülltonnen Strat, aus der die Frankie wurde, war das Vintage Trem dive only eingestellt. Die Halstaschen wurden bei Kramer und später auch anderen immer ohne Winkel gefräst. Wahrscheinlich, weil es risikoloser gewesen ist und man auch der Ansicht war „wenn Du was ändern willst, shim es einfach, schließlich hat Leo das geniale Baukastensystem genau dafür entwickelt“ (this goes to all the ‚shims suck tones‘ people :whistle:). Ob aufliegend oder schwebend ist in der Regel nur eine Lage Schleifvlies entfernt. Als dann die jüngeren Shredder gegen 1985/6 wilderes Zeug machen wollten, entstand erstmals der Bedarf, Floyds zu unterfräsen. Geneigte Halstaschen wurden aber da auch kein Standard. Als jemand der in seinem Leben auch ziemlich munter Hälse hin und her gewechselt hat, bin ich auch eher Fan von Standardfräsung anstatt Neigung. FensterbretterFenderbreite ist ja klar definiert. Die Dicke allerdings nicht.
 
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Danke dir! Kann dich gerade leider nicht bekeksen :)

Doofe Frage, konkretes Beispiel:

Mein Warmoth-KnE Projekt: Hat eine perfekte Saitenlage, Hals hat einen leichten Winkel, FR liegt aber auf. Ich will das FR nun schwebend höher schrauben, aber nicht die gute Saitenlage verlieren.

Würdest du dann den ganzen Hals mit Furnier hochlegen oder mit einem steileren Winkel so lange tricksen, bis es passt?
IMG_1879.jpeg
 
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Würdest du dann den ganzen Hals mit Furnier hochlegen oder mit einem steileren Winkel so lange tricksen, bis es passt?
Das ist echt eine gute Frage. Ich habe ganz oft sehr gute Erfahrung mit einem kurzen Shim (vor den Schrauben in Bodyrichtung) gemacht. Bei ein oder zwei Hälsen hat das aber irgendwie zu einem leichten Twist geführt (da war der Halsfuß aber auch dünner) und ich habe irgendwo gelesen (ich meine es war sogar hier im MB vor einigen Jahren etwas von @murle1 oder @Bassturmator), dass das durchaus durch den Schraubenzug passieren kann und ein vollflächiger Shim das Problem löst. Das tat er auch. In solchen Fällen experimentiere ich mit stinknormalen Schleifpapierblättern, die ich zurechtschneide, mit Locher die Schraublöcher reinknipse und gut ist.

Bitte berücksichtigen: von der reinen Geometrie her erzeugt der kurze Shim ein „Kippen“ des Halses (Winkel) und im Ergebnis dadurch mehr benötigte Höhe, als ein rein parallel nach oben versetzter Hals.
Heißt: dünnerer Shim bei Kippen, dickerer Shim bei „Hochsetzen“.

Ich nutze zwischen 800er bis 40er Körnung (Metallschleifpapier) nach Bedarf. Wenn Du Furnier in entsprechender Dicke hast, natürlich entsprechend. Ich würde in dem Fall, dass der Halsfuß bei Dir sehr dünn/flach ist, mit Furnier flächig gehen. Die perfekte Saitenlage bekommst Du aber in beiden Fällen wieder hin.
 
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und ich habe irgendwo gelesen (ich meine es war sogar hier im MB vor einigen Jahren etwas von @murle1 oder @Bassturmator), dass das durchaus durch den Schraubenzug passieren kann und ein vollflächiger Shim das Problem löst.

Ja, ich kann das bestätigen.

*
 
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