Yamaha CLP 115 vs. Kawai CN2

von flugscheibenwerf, 09.12.05.

  1. flugscheibenwerf

    flugscheibenwerf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.05   #1
    Hallo,

    ich stehe grade vor einem kleinen Dilemma. Ich habe ein E-Piano in der Preisklasse bis ca. 1100€ gesucht. Ich spiele eher hobbymäßig. In einem lokalen Laden hatten sie in der Preisklasse nur Yamahas und haben mir das CLP 115 von Yamaha empfohlen und gemeint, sie würden fast nur noch Yamahas führen. Ich wollte mir dann aber doch eine etwas differenzierte Meinung machen und bin zu Thomann gefahren.

    Dort konnte ich in der Preisklasse dann das CLP 115 und das AP45 von Casio vergleichen. In diesem Vergleich hat mir das Yamaha von Spielgefühl doch deutlich besser gefallen, und auch das Klaviersample fand ich beim Casio vergleichsweise dumpf.

    Ich hatte dort auch nach dem Kawai CN2 gefragt, das von den Features ja sehr verlockend aussah und trotzdem nur ca. 100€ über dem Yamaha lag. Sie sagten mir, das wäre auch gut, sie fänden aber in der Preisklasse das Yamaha besser, besonders meinten sie, sie fanden den Anschlag beim CN2 irgendwie "gummieartig". Sie meinten noch, dass Kawai empfehlenswert ab dem CA5 wäre, das eine sehr gute Tastatur hat.

    Eigentlich hatte ich am Yamaha nur eins auszusetzen und zwar, dass ich den Eindruck hatte, dass in den mittleren oberen Noten die Töne beim ausklingen schnell seltsam synthetisch klingen, was vor allem bei Dreiklängen gut zu hören ist.

    Da ich es aber immer noch besser als das Casio fand und ich keine andere Möglichkeit gesehen habe, das Kawai in meinem Umkreis noch Probe zu spielen, entschied ich mich dafür, das Yamaha zu bestellen.

    Jetzt habe ich es bekommen und immer noch stört mich nur dieses eine Merkmal: das die Noten irgendwie unnatürlich ausklingen. Allerdings hab ich seitdem noch einige sehr positive Meinungen über das Kawai von anderen Händlern bekommen, die ich noch angeschrieben hatte und jetzt bin ich total verwirrt, ob meine Entscheidung doch falsch war.

    Hat irgendjemand hier schon mal beide Instrumente gespielt? Ist dieser "synthetische" Klang beim Kawai genauso da? (Beim Casio fand ich es auch nicht besser)

    Wenn ja, werde ich mich damit schon arrangieren können, allerdings denke ich halt jetzt, ich hätte doch gerne noch das Kawai gehört... und ich habe halt bei Thomann die Möglichkeit, das noch zurückzuschicken. Mach das zwar gar nicht gerne, aber bevor ich mich dann ewig ärgere...

    Hat vielleicht irgendein Besitzer des Kawai die Möglichkeit, ein Audio-File von einem Dreiklang zu erstellen oder so?

    Es geht mir echt nur um den Sound. Ich weiß, dass das Kawai dem Yamaha auf jeden Fall technisch überlegen ist, aber da ich das meiste davon eh nicht brauche, ist mir das die 100€ schon wert, die ich da gespart habe. Ich denke, wenn ich erst mal Geld verdiene (bin noch Student) und sich die Digital-Pianos noch weiterentwickelt haben, werde ich sowieso nochmal eins kaufen (oder gleich ein richtiges Klavier, falls ich dann eine bessere Wohnung habe. [​IMG])

    Danke und Gruß,

    Tobias
     
  2. flugscheibenwerf

    flugscheibenwerf Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.12.05   #2
    Noch ein Nachtrag: ich glaube, es sind vor allem die Obertöne, die beim Ausklingen stören. Vielleicht sind die zu dominant? Es fällt besonders bei einem G4-Akkord auf, da hört man dann irgendwie ganz deutlich die reinen Obertöne, so als würde ich eine Sinus Waveform abspielen. Irgendwie ganz seltsam... man sollte doch denken, dass man das besser hinkriegen kann... oder stört nur mich das?
     
  3. pille

    pille Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.12.05   #3
    Also generell muß man wohl mal folgendes sagen: Wenn Du (so wie ich und einige andere) tatsächlich ein perfektes digitales Klavierimitat suchst, wirst Du NICHT fündig werden. DIE KLINGEN ALLE SYNTHETISCH!!!!! :eek:
    Is eben nur die Frage, wieviel synthetisches halte ich gerade noch aus. Ich denke, da hast Du schon so ziemlich die richtige Info bekommen. Das CN2 ist im Klang, d.h. im Imitieren eines echten Klaviers, durchaus besser als das CLP und schon gar als die Casios, vielleicht sind die KAWAIS sogar das Beste, was man im Moment bekommen kann. Andererseits fühlt sich die CN-Tastatur an, als wenn man in was weiches Wabbeliges greift (würg).
    Deine Wahl des CLP ist schon ganz o.k. in der Preisklasse, damit kann man arbeiten. Nach einiger Zeit wird Dir der Klang allerdings auf den Wecker gehen. Dasselbe wird aber auch bei den teureren Modellen passieren, nur vielleicht etwas später :rolleyes: .
    Ich hab' so ein hochgelobtes MP9500 von KAWAI. Bin nach wie vor mit der Tastatur zufrieden, auch das Dynamikverhalten ist sehr ordentlich (wenngleich es an das eines echten Flügels bei weitem auch nicht heranreicht). Aber auch der von allen so als toll empfundene Flügelsound fängt an zu nerven, weil er eben doch synthetisch klingt. Ständig denke ich, ob das Teil langsam kaputt geht? Am Anfang hat es doch besser geklungen :confused: . Naja, war jetzt mal im Laden und hab' mich an ein neues MP4 und ein CN2 gesetzt: Die waren auch nicht besser! Die erste Begeisterung verfliegt halt schnell, im Gegensatz zum Original. Je länger man ein Instrument kennt, desto kritischer und feinfühliger wird man, und ich denke mal, da wird Dich auf Dauer keines der Digipis wirklich befriedigen. Für den Einsatz in der Band gelten natürlich ganz andere Gesichtspunkte.
    Greetings,
    Wolf
     
  4. flugscheibenwerf

    flugscheibenwerf Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.12.05   #4
    Hi Wolf,

    danke für Deine Nachricht. Letztlich bin ich jetzt auch zu dem Schluss gekommen. Bin extra noch nach Nürnberg gefahren, um das CN2 und nochmal das CA5 und das CLP 230 probezuspielen. Dabei bin ich zu dem Schluss gekommen: der Sound vom CN2 gefällt mir besser, aber mit der Tastatur kann ich nicht leben. Die Tastatur vom CLP 230 ist schöner, als die vom CLP 115, aber den Sound find ich nicht besser (ist soweit ich weiß auch kein dreifach Sample) und nur für die Tastatur geb ich nicht 600€ mehr aus (zumal die vom CLP 115 nicht schlecht ist). Das CA5 ist sowohl von Tastatur, als auch vom Sound besser, aber preislich einfach grade zu teuer.

    Deswegen bin ich jetzt so verblieben, dass ich das 115er behalte, mal wieder versuche, mein Klavierspiel aufzufrischen und ernsthaft zu üben und dann, wenn ich Geld verdiene und vielleicht auch in einer anderen Wohnung wohne, ein besseres E-Piano, oder sogar, wenn es die Umstände zulassen, ein Klavier zu kaufen.

    Aber es tut gut, nochmal bestätigt zu bekommen, dass diese Wahl nicht ganz falsch war. :)

    Und ab jetzt vertraue ich auch den Männern bei Thomann. Im Gegensatz zu dem Laden in Nürnberg, wo ich war, haben die mich nämlich absolut korrekt und unaufdringlich beraten. War halt nur mein Problem, dass ich ihnen nicht geglaubt hab. :)

    Tobias
     
  5. lucjesuistonpere

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    Erstellt: 16.12.05   #5
    Genau meine Rede! Da kann ich auch ein Lied von singen... :rolleyes:

    Btw @pille: Das MP9500 und das CN2 bzw. MP4 haben denselben Sound? Basieren CN2 und MP4 nicht auf Harmonic Imaging 2, während beim MP9500 noch Harmonic Imaging 1 zum tragen kommt?
    Hat eigentlich auch das MP9500 den Grand Piano 2-Sound aus der CA-Serie, welcher auf "The Grand" basiert? (beim MP4 ist das Grandpiano 1)
     
  6. pille

    pille Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.12.05   #6
    @luc
    nein, Du hast schon Recht: MP9500 und CN2 bzw MP4 benutzen unterschiedliche Klangerzeugungs-Software, nämlich Harmonic Imaging I
    (MP9500) und Harmonic Imaging II beim MP4 und MP8 und auch in der CA-Serie. Die letzteren mögen etwas besser sein, was die Dynamik angeht. Aber das alte Problem bleibt, besonders wenn man so wählerisch ist wie Du :( das ist schon alles nicht wirklich vergleichbar mit dem Original :great:
    Die Teile sind brauchbare Übeinstrumente (wegen der guten Tastatur) und spitze in der Band. Das wars dann aber auch, aber immerhin :rolleyes:

    Daß der Sound bei den MPs oder den CAs auf "the Grand" basieren soll ist mir neu, glaube ich auch nicht. Soweit ich weiß sind die Sounds bei KAWAI echt gesampelt, und zwar vom großen KAWAI EX-FLügel. Das harmonic Imaging übernimmt dann gewissermaßen die Interpolation zwischen den verschiedenen Dynamikstufen. "The Grand" ist doch -soweit ich weiß- vollkommen synthetisch erzeugt. Zumindest dachte ich das immer. Angeblich soll "The Grand" ja auch besser sein, benötigt aber riesen Rechenleistungen, was die praktische Anwendung oft unmöglich machen soll, das weiß ich aber auch nur vom Hörensagen.
    (Hatte nämlich auch mal mit dem Gedanken gespielt, "The Grand" hinter mein MP9500 zu hängen, um die gute Tastatur mit dem besseren Klang zu kombinieren ;) )
    Aber ich glaub' da spar ich dann doch lieber für den echten Flügel :)

    Wolf
     
  7. lucjesuistonpere

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    Erstellt: 16.12.05   #7
    The Grand basiert auf Samples des Kawai-Konzertflügels. Bevor Steinberg/Wizoo von Yamaha gekauft wurden, hatten sie auf irgendeine Weise mit Kawai kooperiert. Der Chefentwickler des MP9000 damals ist beispielsweise hohes Tier bei Wizoo. Die Samples von Wizoos "Magnetica"-CD stammen auch aus dem MP9000.

    Das mit "The Grand" und dem MP hatte ich auch schon überlegt. Zumindest "The Grand 2" soll performance-mäßig angeblich etwas flüssiger laufen als der Vorgänger.
     
  8. pille

    pille Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.12.05   #8
    Aha! Man lernt eben nie aus. Mir hatte mal einer gesagt, daß "The Grand" völlig synthetisch wäre, also dem echten Frequenzspektrum eines Flügels nachempfunden aber eben nicht gesampelt, und daß daher eben auch der höhere Datenaufwand käme. Wenn "The Grand" aber auch gesampelt ist, was ist dann der Unterschied zu den MPs? Wurden da dann nur mehr Dynamikstufen gesampelt, so daß die Interpolation leichter ist? Das würde dann die höhere Datenmenge erklären......oder stelle ich mir das alles viiiiel zu naiv vor :o
     
  9. lucjesuistonpere

    lucjesuistonpere Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.12.05   #9
    Ich denke mal, viel mehr Sample-Stufen, aus mehreren unterschiedlichen Perspektiven und eine höhere Sample-Auflösung. Der Unterschied zum MP8 beispielsweise ist deutlich zu hören, so klingt das MP recht aufdringlich und direkt, während sich The Grand scheinbar nahtlos in seine Umgebung einfügt, obwohl der Grundklangcharakter der beiden, wenn man genau hinhört, sehr ähnlich ist. (Schließlich beides Kawai-Flügel)

    Software-Flügel, die ohne Sampling auskommen, weisen meist den umgekehrten Effekt auf: recht kleine Datenmengen, weniger Beanspruchung des Arbeitsspeichers, dafür mehr des Prozessors. Diese basieren auf "Physical Modeling", d.h. der Klangkörper wird physikalisch simuliert und dadurch der Klang errechnet.
     
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