Yamaha Cp-70 / Cp-80

Eine der Eigenheiten beim CP ist das die Standardklavierstimmer im Bassbereich die Töne "exakt" stimmen. Bei Pianos und kürzeren Flügeln ist es meiner Erfahrung nach immer klanglich von Vorteil die Bassaiten einen Gedanken zu tief zu stimmen - sie klingen dann runder und nicht so zirpend wie bei mathematisch korrekter Frequenz.
Dass bei den CP Simulationen die Bässe eher flach und die Höhen eher nach nem E - Piano klingen entspricht aber dem Originalsound.
 
Hi! Bin Gitarerro und habe gestern von meinem Onkel ein altes CP-70 gekriegt. Würde mal interessieren was es wert ist, der Zustand ist fast neu, alles funktioniert einwandfrei.

Interessiert mich nur, ich würde es allerdings NIE verkaufen, da ich´s im Studio nutz und ausserdem meine Gitarreneffekte dran anschließen kann :). Also ich find das Teil einfach nur Hammer.
 
Würde mal interessieren was es wert ist, der Zustand ist fast neu, alles funktioniert einwandfrei.
Kein Problem. Ich erstelle Dir ein kostenloses Wertgutachten. Voraussetzung ist, daß Du das CP-70 nachts zu einem unbeleuchteten Ort ohne jeden Publikumsverkehr verbringst, damit ich mich konzentrieren kann. Zudem muß die Örtlichkeit mit einem Lieferwagen befahrbar sein. Am nächsten Tag kannst Du Dir dann die Expertise abholen ;)

Ein erster Anhaltspunkt wäre DAS hier. Im einschlägigen virtuellen Auktionshaus dürfte aber deutlich mehr herauszuholen sein.
 
Hehe, alles klar.
Is interessant zu wissen, ende der siebziger hat das teil n schweinegeld gekostet. aber wie gesagt, unverkäuflich.

Hat joe zawinul nicht auch mal so n teil gespielt?
 
aber an authentischem Klavierklang sind die Digitalen näher dran. Waren es auch schon vor zehn Jahren.

Richtig. Und ich finde das steht auch gar nicht zur Debatte.
Die CP-Pianos haben einen eigenwilligen Klang; niemand wird heute mehr versuchen, das Teil als Ersatz für ein akustisches Piano zu benutzen. Der Klang des CP 80 ist legendär - damals wollte man damit einen guten Pianoklang erlangen - heute hat genau DER Klang einen Kultwert und ist neben Rhodes, Wurlitzer, Hammond B3/C3, Hohner Clavi (,...) - und ja auch dem akustischen Piano als ein eigenständiges Instrument zu sehen, das zwar früher dafür gedacht war, ein akustisches Piano zu ersetzen, heute aber für diese Aufgabe gänzlich ungeeignet ist, weil es dafür deutlich bessere, günstigere und leichtere Dinge gibt.
 
Fett, Danke!
 
Hat joe zawinul nicht auch mal so n teil gespielt?

Jau, hat er.
Zumindest bei Weather Report - anno 79 im WDR-Rockpalast:

http://www.rockpalastarchiv.de/concert/weather.html

(kann man leider auf den Fotos nicht sehen, aber ich hab mir das Konzertvideo mal angeguckt)

und hörbar auf der Doppel-LP "8:30" (soll's auch als CD geben, :D macht aber nicht so viel Spaß)

Genaugenommen hat er allerdings die 88-Tasten-Version CP80 gespielt, na klar, er mußte das Ding ja nicht selber durch die Gegend schleppen ;)

Michael
 
Hab zu der Zeit als 17jähriger in meiner damaligen Verzweiflung (der CP zu teuer und alles andere kein vernünftiger Ersatz für ein Klavier) mit einem Bandkollegen versucht aus einem schlachtreifen Pianino (kein Vollpanzerrahmen und daher undiskutable Stimmhaltung) was CP - ähnliches zu bauen, hat im Prinzip funktioniert bis wir die Stimmung hochziehen wollten und der Gußrahmen durch die überschätzte und geänderte Belastung den Geist aufgab.
Hätte auch bedingt durch den Originalrahmen gute 150 Kg gewogen aber 85 Tasten und, soweit es bis zum Kollaps abschätzbar war, auch nen etwas naturgetreueren Klang durch die größere Saitenlänge gegenüber dem CP gehabt.
Mit meinem heutigen Wissen und Mitteln hätte ich nen individuellen Rahmen als Stahlschweißkonstruktion gemacht, dann hätte es sicher funktioniert.
Stimmwirbel waren übrigens quer durchbohrte Inbusschrauben, die mit ner Kontermutter versehen in geschnittenen Gewinden im Gußrahmen saßen - so denkt halt ein Schlosserlehrling.....;-)
 
Falls jemand grad auf der Suche nach so was ist: im bekannten Auktionshaus wird gerade ein CP80 verschachert - bislang sieht der Preis noch gut aus (momentan noch 1 Euro - läuft noch bis Montag). Muß nur in Aachen abgeholt werden:

http://cgi.ebay.de/Yamaha-CP-80-Sta...14&_trkparms=72:1229|66:2|65:12|39:1|240:1318

Um Mißverständnisse auszuschließen: Ich habe KEINERLEI Verbindung zum Verkäufer, weiß nicht, wer es ist und wie gut er ist - aber als hoffnungsloser CP80-Fan :great: macht es halt Spaß, anderen Leuten zu ihrem Glück zu verhelfen ;)
Das Instrument selbst soll angeblich von kleinen Macken abgesehen ok sein - man müßte/sollte ggf. noch mal nachfragen, ob die Potis ohne Kratzen laufen, ob die Schalter Kontakt haben, und ob das Netzteil dabei ist. Evtl. auch, wie abgespielt das Ding ist.

Michael
 
Ich habe auch mal ein CP 70 bei einem Auftritt gespielt:

Die Konstruktion ist definitiv nicht wie bei einem Flügel:
1. Einfachere Flügelmechanik
2. Die Hämmerchen sind nicht mit Filz, sondern mit Gummi überzogen.
3. Die Saiten sind v.a. im Baßbereich stark verkürzt.
4. Die Saitenanzahl pro Taste sind minimiert. Während beim Klavier nur die tiefsten Töne einsaitig sind, geht das beim CP über 2 Oktaven. Die höchsten Töne haben nur 3 Saiten, während das Klavier da mit 4 Saiten aufwarten kann.
5. Es ist kein Ressonanzboden drin und die Abnahme erfolgt mit Coills (oder wie die Dinger heißen). Funktionsweise wie bei einer E-Gitarre.

Man kann einen CP Flügel ohne Verstärkung spielen. Er ist dann halt sehr leis und dünn. Der Baß klingt einem E-Baß sehr ähnlich, während die hohen Oktaven einem Fender Rhodes sehr ähnlich klingen. Die Mitte hat ihren eigenständigen Klang, den man nicht wirklich mit was anderem vergleichen kann.

Das Yamaha P-200 hat da ein sehr gutes Sample... ev. nehme ich später mal ein Beispiel auf, wobei sich auf youtube genügend gute Beispiele finden lassen.
 

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