Ich finde den Begriff "Transe", um ganz ehrlich zu sein - na sagen wir mal höflich - irreführend. Das liegt wohl wirklich nur daran, dass er leider zu einem Schimpfwort verkommen ist, wobei das einen ganz anderen Bezug hat, wie wir alle wissen. "Transistoramp" gefällt mir jedenfalls besser - das Pendant für mich eben zum "Röhrenamp".
Aber mal noch etwas BTW, ich schweife ab:
Purer Zufall. Ich nehme heute die neue Ausgabe des Musiker-Fachblattes zu Hand und lese Folgendes vom Pipper. Ich zitiere wörtlich (Admins, es ist nur ein Satz, ich hoffe, das geht in Ordnung?):
"Ich höre sogar aus England, dass seit geraumer Zeit eine kräftige Retrowelle ins Rollen gekommen ist, die Achtzehn- bis Dreissigjährige nicht nur wieder an den Vinyl-Plattenteller bindet, sondern die Begeisterung für alte Röhrenamps steigert und die Nachfrage nach Modelling-Verstärkern praktisch auf Null reduziert hat".
Wenn das stimmt, dann frage ich mich: Ist das wirklich nur der Hype, der um unsere Röhrenamps gemacht wird? Meine Güte, ich bin ja noch mit Röhren großgeworden, so dass ich eher respektlos zu behaupten wage, zu wissen, was da eigentlich nur drinsteckt, um es mal salopp zu formulieren. (Ok, und was für meine bescheidenen Ansprüche gut ist

). Aber warum all' diese jungen Leute? Sind die auf Hype hereingefallen, irren die, sind die alle so dämlich, probieren die nur und wenden sich dann enttäuscht ab?
Gestern las ich von Dr. Hans-Arthur Marsiske in einem ganz anderen Zusammenhang noch einmal einen für mich zumindest bemerkenswerten Satz. Es ging um das Stichwort "Geplante Obsoleszenz". Er schrieb
hier: "Die Digitalisierung ist die größte ökologische Katastrophe im Konsumgüterbereich."
Selbstverständlich ist ein analog arbeitender Transistoramp davon vollkommen ausgenommen, ebenso wie unsere Röhrenamps. Punkt! Aber was ist mit digital programmierbaren Amps oder unseren Geräten? Wie lange halten sie, wie lange wird es ihre Software vom Hersteller geben, wie bestimmt das der Hersteller mit? Marketing nur bei Röhrenamps oder ganz subtil versteckt viel mehr dort bei allem, was Software in sich hat?
Und schwingt da vielleicht unbewusst doch der Gedanke des "ewig uns überlebenden, weil ja schon so alten" Röhrenamps als Mythos mit, doch irgendwie an das Endliche Unsereiners denkend?
Spannend, wenn ihr mich fragt.
