Diese Suche nach DEM Sound ist einfach nur endlos und anstrengend.
... weniger bis überhaupt nicht anstrengend ist es, sich Sounds auszudenken und die dann mit Hilfe geeigneter Geräte und Instrumente umzusetzen. Das ist für mich neben melodischen und rhythmischen "Überlegungen" und der Abstimmung mit Mitmusikern und deren Vorstellungen ein Teil der Freude am Musikmachen. DEN Sound habe ich da nie im Kopf gehabt. Den gibt es aus meiner Sicht auch genausowenig wie DIE Farbe oder DEN Geschmack.
Ich habe inzwischen mein Gewürzregal, das sich an diesen Aufgaben orientiert gebildet hat. Schräges, Billiges, Normales, Exotisches, Kostbares, Handliches, Widerspenstiges, Universalwerkzeuge und OneTrickPonies ... Manchmal habe ich die Aufgabe, einen gewünschten Sound mit möglichst wenigen Komponenten umzusetzen, manchmal ist es völlig egal und nur begrenzt durch den Rauschpegel

Ich habe sicher mehr Equipment, als ich regelmäßig benutze, aber auch wenn ich gerade mal kein Nelkenpulver brauche, muss ich das nicht wegschmeißen. Und: wer in Holland wohnt, dürfte andere Fortbewegungsmittel vorteilhaft finden als ein Alpenbewohner. Muss der Niederländer stolz sein, dass ihm ein Fahrrad reicht?
Ich kann nur sagen: was ich gerne umsetze lässt sich mit dem im OP gezeigten Material nicht machen. Bin ich deshalb böse oder konsumgeil? Verstehe ich vielleicht nichts von Musik? Bin ich in Opfer auf Irrwegen? Ich vermute mal schwer, eher nicht

Denken das andere Menschen von mir? Möglich, aber nicht wirklich relevant.
PS: ich habe mich die letzten Tage mal durch Beatles-Videos gezappt, das war durchaus interessant. Die Jungs haben auch praktisch ohne "Sound" angefangen, die frühen Stücke leben eher vom Reiz des Arrangements, die Gitarren setzen da rhythmische Akzente (erstaunlich genial zum Teil) als dass sie klanglich besonders bemerkenswert wären. Im Laufe der 60er hat sich das zum einen in mehr melodische Gitarrenparts und, zum Thema, in mehr "illustrierende" Sounds gewandelt .. fand ich ganz lustig, war mir so im Überblick vorher nicht möglich, das zu erkennen ... ich habe dabei aber auch eindeutig feststellen können, dass die "buntere" Gitarrenarbeit, bei allem Reiz der minimalistischen Anfänge, auf mich charmanter wirkt und mir näher ist .... musikhistorisch fühle ich mich dann alledings eher in den Echo-Perioden ab Mitte der 70er zuhause, die Nachfahren der frühen Psychodelic bis in die punkige Verrohung
