Warum Gesang auf Deutsch hart klingt, und wie man das (mögl.) vermeiden kann

Warum diese Übersetzerei, frage ich mich.
Ist das in anderen LĂ€ndern auch so ĂŒblich? Übersetzen französische, italienische, spanische Musiker genauso hĂ€ufig ihre Songs fĂŒr auslĂ€ndische MĂ€rkte?
Ich glaube nicht. Französische Musik ist m.M.n (ohne das jetzt recherchiert zu haben) wohl in erster Linie fĂŒr den heimischen Markt gemacht. Italien im Prinzip auch, aber es hatte schon immer ein paar Exportschlager wie Adriano Celentano, Eros Ramazotti, Gianna Nannini - wobei ich ehrlich gesagt nicht weiß, ob die international genauso erfolgreich waren/sind wie in Deutschland.

Wir Deutschen haben seit dem Nationalsozialismus einen (leicht ĂŒbertrieben) kompensatorischen Hang zur Nicht-NationalitĂ€t. Dass Rammstein bewußt auf "böser Kraut" macht glaub ich jetzt weniger. Es passt halt zu dieser Musik und du hast in dieser tiefen Lage auch kaum eine andere Möglichkeit wenn es nicht gebrummelt klingen soll.

Man kann ja auch ganz bewußt den deutschen Markt anstreben - und international ergibt sich was oder auch nicht.
 
Dass Rammstein bewußt auf "böser Kraut" macht glaub ich jetzt weniger. Es passt halt zu dieser Musik und du hast in dieser tiefen Lage auch kaum eine andere Möglichkeit wenn es nicht gebrummelt klingen soll.
Nun ja, das wurde aber von Mitgliedern der Band selbst auch gesagt; dass sie dadurch den (internationalen) Erfolg haben.
Grad in den USA. Und dass es auch zu Lindemanns "Perforrrrmance" gehört, mit den "deutsch Klischees" zu spielen.

:)
 
Und dass es auch zu Lindemanns "Perforrrrmance" gehört, mit den "deutsch Klischees" zu spielen
Das kann gut sein. Ich habe aber auch ein Interview mit Lindemann im Kopf bei dem er, auf sein rollendes R angesprochen, das mit der tiefen Lage begrĂŒndet hat. Das war aber möglicherweise noch bevor sie international Erfolg hatten und in diesem Interview wurde ihnen eine gewisse NĂ€he zur rechten Szene unterstellt. Na ja, egal. Ich bezweifle jedenfalls nicht, dass die internationalen Hörer diese Assoziation haben.
 
Ein Klischee mit einem Klischee zu begrĂŒnden ist eine abstrakte Tautologie, es ist und bleibt ein Vorurteil, ein momentaner Kniefall vor der Mode.
Die Kunst kniend, betend vor dem Hochaltar des Mainstream mit der Inschrift "Was die Mode streng geteilt"?
Nein, nicht die Kunst ist hier gemeint, wenn ihr kommerzieller werden wollt, dann befolgt die Schrift sich offenbarend durch youtube. (Wer verfasst diese Schriften und welchen Glauben verbreiten diese?)

Alles wird dem Mainstream unterworfen, sogar die Sprache.

Ich weiß gar nicht, ob die Kritik sich auf meinen Eingangspost bezieht, aber unabhĂ€ngig davon: Der letzte Satz oben im Zitat ist ĂŒbrigens auch eine Tautologie.
 
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Ich musste letztens feststellen, dass ich in meiner Playlist mit deutschensprachigen Liedern grĂ¶ĂŸtenteils Schweizer, Österreicher und SĂŒd(ost)deutsche Interpreten dabei habe. Da sind auch Dialektsachen, aber die Lieder in normalem Deutsch haben nach meinem Empfinden weniger diese scharfe HĂ€rte, des Hochdeutschen.
Das ist natĂŒrlich mein subjektives Empfinden, aber vielleicht schaffen es SĂ€nger, deren Muttersprache nicht Hochdeutsch ist, dieses fĂŒr den Gesang gescheidiger umzuformen und zu modellieren. Das können minimale Nuancen sein, ohne dass man gleich eine DialekteinfĂ€rbung hört.
 
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Das ist natĂŒrlich mein subjektives Empfinden, aber vielleicht schaffen es SĂ€nger, deren Muttersprache nicht Hochdeutsch ist, dieses fĂŒr den Gesang gescheidiger umzuformen und zu modellieren. Das können minimale Nuancen sein, ohne dass man gleich eine DialekteinfĂ€rbung hört.

DĂŒrfte insofern schwierig sein, weil die Leute, die Standarddeutsch sprechen lernen mussten, in der Regel immer trainiert darin sind, diese beiden Sprachwelten sauber voneinander zu trennen.
Um Dialekt oder eine Fremdsprache bewußt mit Standarddeutsch zu mischen, mĂŒssten wohl ersteinmal ganz neue Synapsen im Hirn entstehen.

Nebenbei gesagt: Bayrisch, SÀchsisch oder SchwÀbisch sind auch Hochdeutsch.
Eigentlich spricht man ja ĂŒberall sĂŒdlich von Hannover Hochdeutsch, das sich irgendwann in den vergangenen Jahrhunderten gegenĂŒber dem Platt- oder Niederdeutsch als Standarddeutsch oder Schriftsprache mehr oder weniger durchgesetzt hat.
Von daher ist der Begriff Hochdeutsch fĂŒr dialektfreies Deutsch ein bißchen irrefĂŒhrend.
Das vermeintlich beste Deutsch, was in Hannover und Umgebung gesprochen wird, lĂ€sst sich zB aus diesem Beef begrĂŒnden.
Der Absatz i Wiki-Artikel ist in der Hinsicht ganz aufschlußreich:
Unter den Dialektgruppen weisen die thĂŒringisch-obersĂ€chsische Dialektgruppe, die anhaltische Mundart und die ostfrĂ€nkische Dialektgruppe die meisten Parallelen zur Schriftsprache auf. Die Aussprache basiert hingegen zu großen Teilen auf dem in Norddeutschland vorhandenen niederdeutschen Substrat. Einer verbreiteten Auffassung zufolge wird eine der schriftdeutschen Standardsprache nahekommende Umgangssprache („das beste Hochdeutsch“) in Hannover und Umgebung gesprochen. Es handelt sich dabei um eine Landschaft, in der die ursprĂŒnglichen niederdeutschen Mundarten heute kaum noch gesprochen werden, weshalb die Aussprache des Standarddeutschen als quasi „dialektfrei“ interpretiert wird – vergessen wird dabei die sprachhistorische Tatsache, dass dort eigentlich eine hochdeutsch (vornehmlich ostmitteldeutsch) basierte SprachvarietĂ€t mit dem niederdeutschen Lautsystem gepaart wird. Bis zum frĂŒhen 20. Jahrhundert galt hingegen das Prager Deutsch als „das beste Hochdeutsch“.
 
Das mit dem "hochdeutsch" hier und da......
Dazu sollte man halt wissen, was "hochdeutsch" ĂŒberhaupt ist bzw sein soll, und warum es so heisst.
Da wird vieles nÀmlich schnell "entmystifiziert".
Vielleicht erklÀrt dem ein oder Anderen dieser Link etwas mehr:

https://www.merkur.de/bayern/dialekt-forscher-klaert-auf-bairisch-ist-nicht-hochdeutsch-7430382.html

bayrisch ist auch kein Dialekt, sondern vielmehr ein Dialektverbund der deutschen Sprache Selbst.
Aber kein Dialekt des "Standarddeutschen" (Hochdeutsch).

siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Bairische_Dialekte

Das hat auch mit Mundart nicht wirklich zu tun, auch wenn es mittlerweile so bezeichnet wird.

Es ist fĂŒr das Thema selbst sinnvoll zu verstehen, dass sich das sog. "Deutsch" , trotzdessen dass es zu den indogermanischen/indoeuropĂ€ischen Sprachfamilien zĂ€hlt, um eine "kulturelle Mischsprache" handelt.
Und jetzt kommts ganz baff:
Es Àhnelt von der Lautbildung und der "Silbigkeitsbetonung" usw.... dem sumerischen.

Wirklich "hart" ist die (neu) deutsche Sprache (ausser vielleicht das Denglisch / Idiocracy-Sprech) an sich eigentlich nicht.
Die Frage ist (im Kontext Gesang bzw Lyrik) lediglich, WIE man es spricht.

Japanisch bspw zum Gegenbeispiel klingt fĂŒr mich wesentlich hĂ€rter und aggressiver, nicht nur weil es eine Tonalsprache ist.
 
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Japanisch bspw zum Gegenbeispiel klingt fĂŒr mich wesentlich hĂ€rter und aggressiver, nicht nur weil es eine Tonalsprache ist.

Ist es nicht - eine Tonsprache -, ich weiß nicht, wie die Leute da immer drauf kommen. Vielleicht, weil sie es unbewusst zum Chinesischen (Mandarin) werfen?
--- BeitrÀge wurden zusammengefasst ---
Zum Thema an sich, bzw. dazu, wieso auch Deutsch-Muttersprachler englische Texte schreiben (nicht im Kontext internationales Publikum, sondern einfach so):

Ich vermute, im Englischen ist es aufgrund der weitgehend fehlenden Beugung auch einfach einfacher, gute und korrekte Texte zu schreiben. Im Deutschen hast du tausend Endungen, die berĂŒcksichtigt werden wollen, und die machen Texte gegebenenfalls lĂ€nger und sperrig (wer jemals in beschrĂ€nktem Raum englische Texte ins Deutsche ĂŒbersetzt hat, beispielsweise in Software, weiß vermutlich, was ich meine) und machen Reime eventuell schwieriger, weil du nicht die meiste Zeit mit dem "Stammwort" arbeiten kannst, sondern sĂ€mtliche Fall- und Verbendungen berĂŒcksichtigen musst. Oder, falls nicht, kommen dann die Texte heraus, bei denen ich zusammenzucke, weil plötzlich der Dativ nicht markiert wird oder so.

Ich persönlich finde es deutlich schwieriger, einen ansprechenden deutschen Text zu schreiben, als einen ebensolchen englischen.

Zur HÀrte: ich bin Ostösterreicherin, bei uns is nix hart. Eher im Gegenteil: wÀhrend im Video Hund zu Hunt zu werden scheint, wird bei uns 'passt' zu 'bassd' :D.
Ist also die Frage, von welchem Deutsch wir ĂŒberhaupt reden.
 
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Ist es nicht - eine Tonsprache -, ich weiß nicht, wie die Leute da immer drauf kommen. Vielleicht, weil sie es unbewusst zum Chinesischen (Mandarin) werfen?

Ok, Du hast Recht.
fachlich gesehen ist es keine Tonsprache, ja.
Ich meinte hier in dem Kontext jetzt eher, dass die Betonung einzelner Silben/Worte durch VerÀnderung der Tonhöhe geschieht. Nicht wie bei uns durch LautstÀrkeanhebeung bzw SprachintensitÀt.

Das Problem beim Japanischen ist halt, dass sich seit zig Jahren die Forscher streiten, wo nun die Herkunft liegt, und nix genaues weiss man nicht...

Danke fĂŒr den Hinweis.
 
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Ok, Du hast Recht.
fachlich gesehen ist es keine Tonsprache, ja.
Ich meinte hier in dem Kontext jetzt eher, dass die Betonung einzelner Silben/Worte durch VerÀnderung der Tonhöhe geschieht. Nicht wie bei uns durch LautstÀrkeanhebeung bzw SprachintensitÀt.

Wieder was gelernt, danke. Ich geh mich jetzt fragen, ob das an mir (zumindest bewusst) vorbeiging oder ob ichs nur wieder vergessen habe...:redface:
 
Bayrisch, SÀchsisch oder SchwÀbisch sind auch Hochdeutsch.
Dieses Deutsch ist allerdings alles andere als "hart" und von der Aussprache dem Englischen gar nicht so unĂ€hnlich. Unser ĂŒbersetzter Beatlessong z.B.: "here comes the sun" zu "hier kimmd de Sonn" mit richtigem Deutsch wĂ€r's schon wieder Mist. Naja, das sind so Spielereien, um Parallelen aufzuzeigen.
Aber ich finde nicht, dass deutsche Texte nachteilig sind, man muss eben die StĂ€rken und SchwĂ€chen kennen und damit arbeiten/experimentieren. Mit der Direktheit muss man natĂŒrlich erstmal umgehen - das braucht Mut!
--- BeitrÀge wurden zusammengefasst ---
weil die Leute, die Standarddeutsch sprechen lernen mussten, in der Regel immer trainiert darin sind, diese beiden Sprachwelten sauber voneinander zu trennen.
Och, naja. Mein Regler ist stufenlos.
 
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Dieses Deutsch ist allerdings alles andere als "hart" und von der Aussprache dem Englischen gar nicht so unÀhnlich.

Historisch, geografisch als auch linguistisch dĂŒfte aber das Norddeutsche dem Englischen am nĂ€chsten sein. Besonders das Platt- oder Niederdeutsch, in dem sich viele englisch anmutende Begriffe finden.

Kumm du ĂŒm Middernacht, kumm du Klock een!
Vader slöpt, Moder slöpt, ick slap aleen;

klock/clock, Vader/Father, Moder/Mother, slöpt/slept ....
 
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Historisch, geografisch als auch linguistisch dĂŒfte aber das Norddeutsche dem Englischen am nĂ€chsten sein. Besonders das Plattdeutsch, in dem sich viele englisch anmutende Begriffe finden.

Meinst Du das "plattdeutsch" (plattuisk)?
Ist auch "nur" eine Form der Saxen-Sprache (als ehem. Stammessprache), sprich, es zÀhlt zu den westgermanischen Sprachen.
Der AngelsÀchsische Einfluss (anglo-) hat ebenso beigetragen, dass es heute so klingt wie es klingt, wie auch Teile der sog. "inselkeltischen" Sprachen (weiss da jetzt nicht aus dem Kopf, wie sie direkt bezeichnet werden).

Im gesamten "Saxonischen" Sprech (wozu auch "thĂŒringisch" zĂ€hlt), hat man in den ĂŒbriggebliebenen Dialekten auch heute noch die viiielen EinflĂŒsse, der einzelnen StĂ€mme und StammesverbĂŒnde drin erkennbar.
Auch "russisch" (Rus) hat Àhnelnde Laute, ebenso viele "nordische" Sprachen, haben im Kern den selben Ursprung.

Da kann ich @Katz23 aber zustimmen, diese Sprachenteile klingen nicht sonderlich "hart", eher das Gegenteil.
Erinnert eher an vernuscheltes/ verschlucktes "blubbern".
Römische Geschichtsschreiber haben ihren Anteil daran, dass diese Sprachen "barbarisch" (brabbelnd) bezeichnet wurden, was sich bis heute festgesetzt hat, allerdings darf man nicht vergessen, dass wie bereits gesagt, durch Lautverschiebung (Anpassung an mitteldeutsche Sprache) nun auch "harte" Vokale (Aussprache) hörbar waren, die es so vorher nicht gab.


Es ist halt insgesamt schwierig, nun versuchen zu wollen, von "dem Deutsch" schlechthin sprechen zu wollen, weil, DAS gab es nicht.
 
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Hier mal meine Meinung zum Thema Sprachen der deutschen Lande. Die meisten lokalen Varianten in Deutschland sind tatsĂ€chlich einfach nur Dialekt, die wenigsten tatsĂ€chlich eigene Sprachen. Die Wissenschaft mag das anders erklĂ€ren, ich mache das daran fest, dass es tatsĂ€chlich nahezu ausschließlich Ausspracheunterschiede und nur selten eigene Wörter gibt. Eine Ausnahme ist fĂŒr mich, und das ist wahrscheinlich nur fĂŒr mich eine Aussnahme, weil das quasi meine Muttersprache ist, Plattdeutsch. Auch da gibt`s schon wieder einige hundert (habe ich nicht gezĂ€hlt) verschiedene Begriffe und manch einer mag meinen, dass seine Plattvariante die einzig echte, wahre, beste, ursprĂŒnglichste usw. ist.

Meiner Meinung nach verhĂ€lt sich das in etwa so. Platt ist eine eigene Sprache, in der es wieder (gefĂŒhlt) mehrere Hundert verschiedene Dialekte gibt. Als Beispiel nenne ich da mal Hamburger, EmslĂ€nder, Ostfriesisches (nicht zu verwechseln mit Friesisch, und auch da gibt es schon wieder unzĂ€hlige Varianten, daher ist Friesisch auch wieder eine eigene Sprache mit verschiedenen Dialekten), WestfĂ€lisches, Pommersches, Groninger..... usw. (in keinster Weise Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit). Alle Varianten des Plattdeutschen haben eines gemeinsam. Man versteht eigentlich alle, wenn man eine versteht. Sprechen.... naja, das erfordert Übung, mehr eigentlich nicht. TatsĂ€chlich gibt es im Plattdeutschen sehr viele vollkommen eigenstĂ€ndige Wörter, die es so in keiner anderen Sprache gibt und die sich auch nicht einfach ableiten lassen. Hier mal ein paar schöne Beispiele aus dem Tierreich. Frute, Michhamelkes, Kateiker, Wippsteert. Gibt da wirklich jede Menge Beispiele und auch wenn man diese Tiernamen nuschelt, Konsonanten verschluckt, lallt oder versucht, sie so auszusprechen, wie man sie schreibt. Erstmal kommt man nicht darauf, dass es um Maulwurf, Ameisen, Eichhörnchen und Bachstelze geht.

Wobei Eichhörnchen ein bisschen geschummelt ist, weil sich das irgendwie schon ableiten lĂ€sst. Sogar das bayrische Oachkoatzl hat den gleichen Ursprung: Dazu muss man wissen, dass es Hörnchen in der deutschen Sprache (egal in welchem Dialekt) noch nicht so lange gibt und dieses Hörnchen ursprĂŒnglich Eichkatze hiess. Da ist die Ableitung dann relativ einfach: Eiche = eik = oach und katze = katzl oder eben kat.

Plattdeutsch oder auch Niederdeutsch hat seinen Ursprung im meistverbreitstem Dialekt, Sprache, Idiom... was auch immer.. dem SĂ€chsischem nĂ€mlich. Das wurde mal so ziemlich ĂŒberall gesprochen und am besten hat sich da erhalten, wo man wenig mit anderen Leuten zu tun hatte. Speziell in Norddeutschland war das eben so und das teilweise noch bis heute.

Deutsch, jedenfalls das, was wir heute unter Hochdeutsch verstehen, wurzelt zu einem Gutteil im SĂ€chsischem. Englisch ĂŒbrigens auch, zu nahezu gleichen Anteilen, wenn man den Sprachforschern glauben darf. Entspricht aber auch meiner Erfahrung.

Englische Texte ins Hochdeutsche zu ĂŒbersetzen fĂ€llt relativ leicht. Englische Texte ins Plattdeutsche zu ĂŒbersetzen ist nahezu unmöglich, weil es im Prinzip idie gleiche Sprache ist und deswegen so wenig Sinn macht, dass es fast (fast!) aufgegeben habe. Menschen aus SĂŒddeutschland, die mit Platt nie etwas zu tun hatten, werden das nicht so einfach nachvollziehen können, also glaubt mir einfach mal etwas :).

Der langen Rede kurzer Sinn:

Ich wollte einfach nur mal bestĂ€tigen, dass Katz23 mit ihrer EinschĂ€tzung (die deutlich kĂŒrzer als meine ist) Recht hat.

denn ma prost

wĂ€hrend ich das geschrieben habe, haben antipasti und jakari sich Ă€hnlich geĂ€ussert. Die haben natĂŒrlich auch recht.
 
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Ist auch "nur" eine Form der Saxen-Sprache (als ehem. Stammessprache), sprich, es zÀhlt zu den westgermanischen Sprachen.

Ich weiß, ich wollte aber nicht zu weit zurĂŒckgehen.

Es nĂŒtzt uns ja nichts, zu wissen, dass die Sprachen, ĂŒber die wir diskutieren, zum grĂ¶ĂŸten Teil aus der gleichen Ecke kommen, den selben (sĂ€chsischen) Ursprung haben, solange wir es (heute) nicht mehr so hören.

Meine persönlöiche Meinung ist: Es kommt nicht auf die Sprache oder den Dialekt an , sondern darauf, wer spricht (oder auch singt).

Hier ein Beispiel, wie man trotz der Sperrigkeit und des Silbenreichtums der deutschen Sprache einen exzellenten und geschmeidigen Flow erschaffen kann - vor allem gegen Ende:

 
Linguistische Exkurse sind interessant, fĂŒr die Ausgangsfrage aber vielleicht nicht zwingend erforderlich.

Die Frage, dich sich mir aufdrÀngt: Warum SOLLTE man denn den Klang einer Sprache so verÀndern, dass sie mehr wie x oder mehr wie y klingt?

Ja, vielleicht gibt es Ohren, die den Klang einer Sprache als (zu) hart bewerten. Na und!
Jede Sprache hat ihren eigenen Klang und ihre eigene Art, sich auszudrĂŒcken, das macht es ja gerade so interessant, in verschiedenen Sprachen zu singen.
Wenn ich versuchen wollte, den Klang der Sprachen an andere, vermeintlich schöner klingende anzugleichen, kommt es mir vor wie Bitterstoffe aus verschiedenen GemĂŒsen rauszuzĂŒchten - alles soll Ă€hnlich schmecken, nichts soll unbequem sein - und bei den Fastfoodketten gibt es auf der ganzen Welt den gleichen Fraß...
 
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@antipasti
Wollte Dein Geschriebenes nur ergÀnzen (weil, vielleicht interessiert es ja jemanden) :)

Meine Intention ĂŒberhaupt in dem Thread zu schreiben (weil das Thema an sich spannend ist) ist, Menschen / SĂ€nger mit zu ermutigen, auch in ihrer "Muttersprache" zu texten/singen. Und sich nicht dafĂŒr zu schĂ€men, oder daran zu orientieren, was nun "die Welt/ das Business... ..." quasi erwarten, um international oder sonstwie, erfolgreich zu sein.
Ob wohl wir eigentlich eine soo immense sprachliche Vielfalt und Ausdrucksmöglichkeiten hĂ€tten; hört man in der PopulĂ€rmusik (deutschsprachig) immer nur entweder "Pseudo englisch-deutsch-Kauderwelsch", oder "Helene Fischer Sprech", naja, oder Extrembeispiel "Isch f**k Deine Muddah...... keineAhnungobdasĂŒberhauptzuSprachengezĂ€hltwerdenkann".

Wenn man die "richtigen" Worte kennt, und auch mal die Volkssprachen (heute Dialekt genannt) mit ansieht, eröffnen sich klanglich/lautmalerisch ganz neue Dimensionen. Mundart (plattuisk) bewusst und akzentuiert eingesetzt, ist mMn Kunst!
Und, auch nicht zu vergessen, auch wenns oft ĂŒbersehen wird:
Unsere "ruhmreiche" 33-45 Vergangenheit, die sehr viel Einfluss dabei hat.

Also, deutsch klingt nicht hart, was hart klingt, ist unser Kunstdeutsch, mit dem versucht wurde, eine halbwegs einheitliche sprachliche "Norm" als quasi "Mittelding" zu etablieren, hat diese HĂ€rte.

;-)
 
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Ja - das in etwa habe mit "es kommt drauf an, wer spricht/singt" und natĂŒrlich auch textet gemeint.
 
Ich bin zweisprachig. Meine Muttersprache ist vokalreich und hat keinen Glottisschlag, alles wird gebunden, sie wĂ€re also nach landlĂ€ufiger Meinung ideal zum Singen. Das ist sie auch. Trotzdem singe ich auch gerne deutsche Texte. Ich liebe die deutsche Sprache, vor allem ihre unglaubliche PrĂ€zision, ihren Reichtum an AusdrĂŒcken und Wendungen. In meinen Ohren klingt sie auch nicht hart oder stakkatohaft, wie hier geschrieben wurde.... es gibt Dinge, die kann man irgendwie nur auf Deutsch sagen. Am liebsten ist mir Hochdeutsch, weil ich es eben als Kind gelernt habe. Mit Dialekten hab ichÂŽs hingegen gar nicht.
 
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