Sehr gerne: Ich komme bisher von der Kombination Yamaha Montage 6 (bzw. davor Motif XF 6) und Nord Stage 3 76 (bzw. davor Nord Stage 2 HA88). Damit spiele ich jährlich 40-50 Gigs im Spektrum Unterhaltung (Top-40, Hochzeiten, Firmengigs, Stadtfeste...). Die Kombination aus Nord & Yamaha fand ich immer stark, da sich die Schwächen gegenseitig eliminieren - das wurde ja auch schon ausgiebig diskutiert.
Nachdem ich aber zwangsweise für mehrere Auslandsgigs in diesem Jahr ein mobiles Setup aufbauen musste, bin ich tatsächlich auf den Geschmack gekommen. Mich hat das Vorurteil der geringeren Stabilität immer abgeschreckt - ich kann nach verschiedenen Gigs aber sagen, dass es nicht zwingend weniger stabil ist als ein Hardware-Setup - es Bedarf nur weitaus mehr Recherche und Vorbereitungszeit um die Stabilität zu gewährleisten. Dafür wird man meines Erachtens mit einer weitaus besseren Klangqualität und v.a. Flexibilität belohnt. Auch das Thema Gewicht, was bei 2x Hardware-Synth + Spider PRO + Kabelkoffer anfällt, ist nicht zu verachten.
Auch hier habe ich das letzte 3/4 Jahr einiges dazugelernt. Am Anfang dachte ich, dass ich mir für die 3-4 Auslandsaufenthalte einen relativ preiswerten Rechner kaufe
(Basis: Windows, lag bei circa 900 EUR) und weiterhin bei der Hardware-Lösung bleibe. Dass der Workaround bei der Software-Variante aber viel einfacher ist
(Stichwort Samples bearbeiten und integrieren, Midi-Files für Arps integrieren, spontan Pausenmusik abspielen - weil es der Mischer kurzerhand vergessen hat oder die Playlist seit 10 Jahren die gleiche bei jedem Gig ist....) hat mir gleich imponiert. Bei komplexen Songs oder großen Bibliotheken ging der Schnellschuss-Laptop aber frühzeitig in die Knie. Als Windows-Kind hatte ich mir dann einen sehr leistungsfähigen Schenker-Laptop konfigurieren lassen. Leider war es mir - trotz Hilfe erfahrener Nutzer - nicht möglich, den PC stabil für Echtzeit-Audio zum Laufen zu bekommen. Schuld waren einige Windows Systemtreiber
(ACPI.SYS lässt grüßen). Somit ging der Schenker, welche fast 3.000 EUR gekostet hat wieder zurück. Wobei ich Schenker hier nichts vorwerfen möchte - das ist eher ein Windows-Thema.
Da ich ohnehin bei einem Deutschen Audiohersteller arbeite, hatten mich die Kollegen, welche alle Expertise haben, dann überzeugt, endlich auf ein MacBook umzusteigen. Das habe ich vor circa 1,5 Monaten auch gemacht und bin super zufrieden (14'' MacBook PRO mit M1 Max).
Ich verwende aktuell ein Arturia KEYLAB 88 mk2, Motu Ultralite mk5 und GigPerformer, weil es mich aufgrund seiner Einfachheit angesprochen hat. Trotzdem bietet einem das Scripting tolle Möglichkeiten. So hat mir die Community dort z.B. eine Art Pattern-Sequenzer wie Ihn der Montage hat gescriptet. Plugins: Native Komplete 11, Arturia V Collection + Arturia Effect Suite, daneben habe ich noch einige kleinere Plugins wie z.B. das CP80 und andere). Mal schauen, ob ich mich um Black Friday zurückhalten kann

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Ohne den Anspruch, dass ich Sounds immer 100 % detailgetreu repliziere
(sondern eher in Bezug auf die Band und Mitmusiker anpasse), würde ich behaupten, dass ich auf der Hardware schon gute und bandtaugliche Sounds bzw. Arrangements hatte. Klanglich kann ich das aber mit der Softwarekombination nochmal auf ein anderes Niveau heben.