Das heißt, um wie viel die Parameter dieses Federstahls abnehmen/verschlechtern werden (Paaranordnung des Experiments…).
Das lässt sich nicht wirklich rechnen... jedenfalls nicht sinnvoll.
Hier reicht es in aller Regel zu verstehen, was der Effekt macht um die Folgen einschätzen zu können.
Die Zunge muss mit ihrer Geometrie die auftretenden Kräfte der Schwingung aufnehmen können - und dazu braucht die ein gewisse Dicke... Und weil das Widerstandsmoment nur linear mit der Breite zunimmt, aber quadratisch mit der Dicke wächst, ist eine Schwächung der Dicke immer ein Problem.
D.h. je dicker die Zunge ist, desto geringer sind die auftretenden Biegespanungen im Randbereich. Natürlcih macht man die Zunge nur so dick wie unbedingt notwendig .. denn sie soll ja schließlich auch noch ordentlich schwingen können... also reizt man die Werkstofffestigkeiten bestmöglich aus, um eine gute Stimmzunge zu erhalten.
Die eingeschliffene Vertiefung schwächt den "Biegebalken" der Zunge. Und damit wachsen die Randspannungen in dem eingeschliffenen Bereich... und das bedeutet , abgesehen davon dass das Frequenzverhalten über die Lautstärke nicht mehr so gut ist auch grundsätzlich eine erhöhte Bruchgefahr.
Wenn man nun eine Längskerbe reinritzt dann ist das lokal eine heftige Geometrieänderung. Das macht in aller Regel Störspannungen , die man in der Festigkeitsberechnung in Form von "Kerbfaktoren" berücksichtigt. Hier ist das eine absolut undefinierte kerbe.. da lässt sich der Kerbfaktor auch nicht sauber bestimmen - also auch hier gilt: man kann das nur grundsätzlich bewerten.
So eine Kerbe würde die Zunge deutlich stärker belasten als die geschliffene Vertiefung, weil die Kerbe sehr scharf und spitz ist, wenn die quer zur Zunge eineritzt wäre.
... Aber ...
Die Kerbe wurde der Länge nach eingeritzt und ist relativ lang. Damit stellt diese Kerbe mehr oder weniger "nur" noch eine Schwächung des Biegequerschnittts dar. Und weil die Schwächung auf einer großen Länge erfolgt wirkt sich dies praktisch nur wie eine Verminderung der "Breite" der Zunge aus - die Wirkung ist also nur linear, nicht mehr quadratisch ! - das ist auch der Grund, warum längsgeschliffene Zungen eine etwas höhere Festigkeit haben als quergeschliffene.
-> Und von daher kann man sagen, wirkt sich so eine Kerbe nicht so stark auf die Festigkeit aus wie eine eingeschliffene querverlaufende Kuhle.
Aber auch hier ganz klar: Je tiefer die Kerbe, desto stärker macht die sich bemerkbar. Deshalb versuchen erfahrene Stimmer die Stimmkerben immer flach zu halten.
- So und hier im Beispiel haben wir beides - am gleichen Ort: die Stimmkerben laufen durch die Schleifmulde... doppelt schlecht!
Sowas ist grundsätzlich nicht gut, aber eben eine Folge davon wenn schon mal mit Schleifgerät so eine Stimmmulde reingeschliffen wurde... Das lässt sich halt nicht mehr wirklich beheben, sobald die Schleifmulde mehr als nur "oberflächlich " ist.
Wenn man vorsichtig an die Sache rangeht kann man solche Stimmzungen schon noch weiter nachstimmen - aber dann sollte man flächig arbeiten und nicht mit dem Stimmstichel.
Wenn die Zunge mal bricht, dann ziemlich sicher genau in dieser Mulde .. aber ob die bricht, das hängt von vielen Faktoren ab - unter anderem, wie der Spieler damit umgeht wie häufig er mit hoher Lautstärke spielt oder ob er eher leise gespielt wird - je lauter, desto eher Stress für das Material.
Und wenn man die Zunge schon in der Form in seinem Akkordeon hat, dann ists eh unabänderbar. Es sei denn, man wechselt die Zunge aus ... aber da kann man auch genausogut erstmal spielen bis die kaputt geht (wenn sie bei dem Spieler überhaup kaputtgeht!) und dann auswechseln - Von daher würde ich den Umstand "nur" zur Kenntnis nehmen und erstmal ganz normal weiterspielen.