Spoiler, der hat den P.A.F. aus seiner ES-335 in seine Frankenstrat verpflanzt. Seine Paul Unkert Kramers hatten stinknormale G-sized Steghumbucker.
Allerdings war genau die fehlende Übereinstimmung des Spacings zwischen PAF und (damals noch Vintage Fender-) Tremolo das, was Eddie so gestört hat, dass er den Humbucker schräg eingebaut hat. So hat er erreicht, dass die hohen E/e-Saiten zumindest noch über ein Polepiece bzw. eine Polschraube gelaufen sind.
Bei den Duncan Trembuckern gibts in der Tat das Problem, dass auch die Spulenkörper etwas breiter sind. Ich erinnere mich, dass bei den ersten TB, die ich gekauft habe, ab Werk sogar spezielle HB-Rähmchen mit größerem Ausschnitt beigelegt waren.
Es gibt allerdings jede Menge Hersteller, die HB mit breiterem Spacing bauen, die in Standardfräsungen passen, z.B. die Dimarzio F-Spaced, Tonerider F-Spaced, bei Gibson die 490T, 498T und 500T-HB und mWn auch die Häussel mit breitem Spacing.
Die klassischen EMGs mit schwarzer Kappe á la 81 haben übrigens zwar ein Außenmaß nach Gibson-Standard, aber gar keine Polepieces, sondern durchgehende Polklingen.
Ob man den Unterschied der Spacings hören kann? Da streiten sich die User, gerade hatten wir hier auch wieder einen Thread, in dem ein Kollege Abhilfe suchte, weil die hohe e-Saite zu leise und dünn klang. Rein theoretisch sollte das Magnetfeld aber eigentlich weit genug über die Pole hinausgehen, um die äußeren Saiten zu magnetisieren. Wie gesagt scheint das aber nicht immer gleich gut zu klappen. Ich könnte mir vorstellen, dass StandardHB zumindest leichter an Grenzen geraten, wenn sie nicht perfekt zentriert sind, weshalb dann eine der äußeren Saiten doch etwas arg weit außen liegt. Und das dann wiederum bei cleanen oder nur leicht angezerrten Sounds eher, während bei HiGain die Kompression die Unterschiede eh ausgleicht.
Ich persönlich finde es schon rein optisch unschön, wenn das Spacing nicht passt, bin aber auch etwas von der Überbreite bei Duncans TB genervt.
Welche Seymour Duncan Humbucker Variante nehmt ihr für die Bridgeposition, wenn ihr ein Vintage-Style-Tremolo habt?
Um also die Frage zu beantworten: In Gitarren mit Schlagbrett nehme ich daher lieber andere Marken, bei denen nur die Pole breiter aufgestellt sind, die Spulen aber noch in den Ausschnitt passen. Wenns denn unbedingt ein bestimmter Duncan TB sein muss (aber wie gesagt gibt es heutzutage mMn genug Alternativen), dann ärgere ich mich halt ein bisschen und feile das Pickguard eben nach.
Zu guter Letzt gibt es natürlich auch die umgekehrte Lösung: Auch Tremolos gibt es heute mit unterschiedlichem Spacing, und das ganz breite von Fender führt ja eh schon zu einer etwas grenzwertigen Saitenführung auf dem Griffbrett, vor allem wenn das Trem oder die Halstasche nicht 100% sauber zentriert sind oder die Bundkanten zu sehr abgeschrägt wurden. Das war übrigens der Grund, weshalb Charvel dann schlicht den Halsfuß und die Halsfräsung etwas breiter gebaut hat. Und da ich an der Hardware auch immer gerne ein Upgrade hab, würde ich mir dann halt bei einem schmalen Hals eine hochwertige Trem-Alternative mit klassischem Schrauben- aber etwas engerem Saitenabstand suchen.
Gruß, bagotrix