Viele eigentlich interessante Ideen scheitern an einem übermotivierten Ingenieursgeist. Technische Brillanz allein reicht jedoch bei weitem nicht aus, um mit einer Idee erfolgreich zu sein. Es genügt nicht, lediglich ein Problem des Kunden zu lösen. Man muss ihn genau dort abholen, wo er gerade steht – und ihn so führen, dass er am Ende das Gefühl hat, er habe das schon immer gewollt. Erfolgreiche Produkte wecken Emotionen.
Ich finde es z.Bsp. auch schade, dass Thomas Blug mit seinem Amp1 nicht so erfolgreich ist, wie er hätte sein können. Und warum? Weil Marketing und gutes Produkt Design nicht seine Welt sind. Er ist besessen von der technischen Umsetzung und repräsentiert auch noch seine Produkte. Was in meinen Augen ein großer Fehler ist.
Ich arbeite täglich mit wirklich brillanten Entwicklern, die ich bewusst bremsen muss. Nicht, weil ihre Ideen schlecht wären, sondern weil sie den User mit zu viel Innovation auf einmal überfordern würden – und damit eher verwirren als begeistern.
Ein gutes Beispiel dafür ist Apple. Viele ihrer Produkte basieren auf Ideen, die es zuvor bereits gab. Deshalb behaupten manche, Apple habe „nur geklaut“. Was dabei jedoch oft ignoriert wird, ist, dass erst Apple diese Ideen tatsächlich zur Marktreife bringt. So war es mit der Maus, mit dem iPhone, mit dem iPad – und mit vielen anderen Produkten.