Akkordbezeichnung ...

turko
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Hallo Kollegen,

bei mir hat sich gestern in der Praxis ein Problem ergeben, das ich auf die schnelle nicht lösen konnte:

Wie bezeichnet man in Akkordschreibweise einen 7sus4-Akkord, der MIT der Durterz - quasi als „Tension“ - gevoiced ist ?

Also zum Beispiel sowas ... :

SusChord.jpg


7sus4/10 ??

Oder gibt das die Akkordschreibweise gar nicht her ... ?

Würde mich über fachkundige Auskünfte freuen.

LG, Thomas
 
M
MaBa
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Wie bezeichnet man in Akkordschreibweise einen 7sus4-Akkord, der MIT der Durterz - quasi als „Tension“ - gevoiced ist ?

7sus4/10 ??

Dein Anhang ist momentan für mich nicht sichtbar...

Im Prinzip würde das am besten zutreffen. Allerdings ist die 10 sehr ungewohnt. Ich könnte mir noch 7sus4 add3 vorstellen, wobei dann der Spieler, der das liest, wissen muß, daß die 3 als Tension zu spielen ist. Zumindest ist die 3 spontan leichter zu erfassen.
 
turko
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Tut mir leid, daß der Anhang nicht geht ... bei mir ist er sichtbar ... ich probier´s hier nochmal:

Anhang anzeigen 228461

Der Anhang ist aber im Prinzip auch nicht so wichtig ... das Wesentliche konnte ich ja hoffentlich verbal verdeutlichen ...

Danke für Deine Antwort.

Thomas
 
McCoy
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Vielleicht F add#11 /G ?

Grüße,
McCoy
 
turko
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Das klingt logisch und plausibel ... aber auch ein wenig sperrig ... :)

Aber es ist ein seltsamer Sound/Akkord. Da ist es nur recht und billig, wenn er auch eine seltsame Akkordbezeichnung kriegt ... zumal ich keine bessere Alternativlösung bei der Hand habe ....

Jedenfalls Danke für Deinen Input ... :)

LG, Thomas
 
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Das klingt logisch und plausibel ... aber auch ein wenig sperrig ... :)

Ich hätte eine kürzere Lösung: G11.

Es gibt natürlich in einigen Stilen Konventionen über den 11er-Akkord...z.B. die Terz dann wegzulassen. Aber grundsätzlich ist der reine 11er-Akkord sowieso sehr selten, und hier ist ein stilunabhängiges Beispiel, in dem eine Tonansammlung vollständig durch G11 abgekürzt wird. Also haben wir auf der einen Seite eine selten genutzte Akkordbezeichnung, auf der anderen Seite eine Tonansammlung, die direkt dazu passt. Die Verbindung ist IMHO naheliegend.

Harald
 
turko
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Ja, aber mit X11 würde ich nicht die grundsätzliche Akkordqualität SUS verbinden ...
 
McCoy
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Es ist auch ein Frage der Praxis.

Wenn man die Noten sieht und danach das Akkordsymbol, kann man sich sagen: G11 ist logisch, es umfaßt die komplette Terzschichtung von g h d f a c, alle notierten Töne sind also im Akkordsymbol includiert.

Wenn aber z.B. in einem Bigband-Arrangement das Akkordsymbol G11 auftaucht, würde ich vermutlich alles mögliche spielen, nur nicht das von Turko gewünschten Voicing.

Viele Grüße,
McCoy
 
turko
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.. würde ich vermutlich alles mögliche spielen, nur nicht das von Turko gewünschten Voicing.

Ich glaube, wir meinen irgendwie dasselbe ...

"Sus" hat für mich die Bedeutung: Ein schwebender Sound, bei dem die Quart das bestimmende klangliche Element ist
"X11" hätte für mich die Bedeutung: Ein Akkord in "normaler" Terzschichtung, mit der Quarte als Tension


Insofern ist für das konkrete Beispiel meiner Empfindung nach irgendwas mit "sus" schon naheliegender ...

LG, Thomas
 
CUDO II
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Ich hätte eine kürzere Lösung: G11.

Es gibt natürlich in einigen Stilen Konventionen über den 11er-Akkord...z.B. die Terz dann wegzulassen. Aber grundsätzlich ist der reine 11er-Akkord sowieso sehr selten, und hier ist ein stilunabhängiges Beispiel, in dem eine Tonansammlung vollständig durch G11 abgekürzt wird. Also haben wir auf der einen Seite eine selten genutzte Akkordbezeichnung, auf der anderen Seite eine Tonansammlung, die direkt dazu passt. Die Verbindung ist IMHO naheliegend.

Harald

Hi Harald,

ich distanziere mich prinzipiell von dieser Schreibweise, da sie sehr viele Irrtümer hervorruft. Xm11 natürlich ja - aber X11?
Der direkt dem Stammton folgende Zahlensuffix impliziert immer einen Terzaufbau.

Ich persönlich würde im Falle von G9sus mit Terz als Tension, wenn's denn unbedingt sein muss, Dm13/G schreiben.

Im Lehrbuch "Inside The Score" steht Folgendes:
sus4.jpg
 
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HaraldS
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Ja, aber mit X11 würde ich nicht die grundsätzliche Akkordqualität SUS verbinden ...

Da stimme ich dir zu - aber dein Beispiel klingt bei mir auch gar nicht so sehr nach "sus" (oder sagt man "sussig"?). Die Außenstimmen G-h' dominieren in ihrer Konsonanz in meinen Ohren über das c' in der Mitte. Aber da hängt es davon ab, ob man den Akkord unvorbereitet hört, ob alle Töne auch wirklich gleich laut sind, welche(s) Instrument(e) beteiligt ist/sind, etc. .

Wenn aber z.B. in einem Bigband-Arrangement das Akkordsymbol G11 auftaucht, würde ich vermutlich alles mögliche spielen, nur nicht das von Turko gewünschten Voicing.

Auch da stimme ich zu, im Jazz würde ich sowas auch vermeiden. Hier war das Voicing halt voraussetzungslos und stilunabhängig gegeben, und die Terzschichtung G11 bildet die gegebenen Töne vollständig ab. So kam ich zu dem Vorschlag. Als Jazzpianist ist man ja mehr als nur Terzschichtungrealisierungsbeauftragter, daher wäre die Benennung G11 nur bei enger (blinder?) und akademischer Regelauslegung möglich, aber nicht, sobald die musikalische Praxis eine Rolle spielt.

ich distanziere mich prinzipiell von dieser Schreibweise, da sie sehr viele Irrtümer hervorruft.

Kann ich nachvollziehen. Ich beobachte auch, daß viele Leute eher X11 vermeiden. Trotzdem gibt's ihn als Theoriekonstrukt, und immer mal wieder schießt mir durch den Kopf, daß doch die Theorie sich an der Praxis beweisen und nachvollziehen lassen müsste. Dann krame ich die theoretischen Grenzfälle und Konstrukte raus und schaue, ob sie nicht doch irgendwie in der Praxis realisierbar sind.

Im Lehrbuch "Inside The Score" steht Folgendes:

Guter Hinweis, ich hab's vor mir liegen, S.122...vielleicht darf ich mal diese Seite, die nur teilweise im Scan enthalten ist, auf deutsch wiedergeben. Zur Erläuterung für alles, die das Buch nicht haben: darin sind Analysen von Big-Band-Kompositionen enthalten. Hier auf S.122 sind wir bei einer Analyse von "Hello and Goodbye" von Bob Brookmeyer, der der harmonisch komplexeste der besprochenen Komponisten ist. "suspended chord" hab ich mal mit "Vorhaltakkord" übersetzt, aber so richtig gängig ist der Begriff bei uns IMHO nicht. Er bezeichnet sus4-Akkorde.
5. Vorhaltakkorde mit Terzen: Vorhaltdominantseptimakkorde mit Terzen (oder Dominantseptakkorde mit Quarten) sind wegen des offensichtlichen Widerspruchs des gleichzeitigen Vorhalts und der Auflösung normalerweise verboten (Quarte und Terz in einem Akkord) - solche Akkorde finden sich in den hier besprochenen Stücken von Sammy Nestico und Thad Jones nicht. In bestimmten Situationen werden sie allerdings von Bob Brookmeyer sowie Oliver Nelson und anderen eher modal schreibenden Komponisten verwendet. In "Hello and Goodbye" ist die erste Melodienote in Takt 17 eine Terz gegen den unterliegenden Ab9sus, und auch die 8 Takte Ab9sus von Takt 49-58 enthalten ständig den Ton c. In diesen Fällen wirkt die Terz eher wie eine Option statt wie eine Terz über dem Gundton. Sie kann als 13 eines Ebm13 über den dominierenden Ton Ab gesehen und behandelt werden, und dies legt ein übliches Voicing nahe, bei dem die 13 höher erklingt als die sus4.
Aus dem Scan gehen ja auch zwei Akkordsymbolvarianten hervor: Ebm13/Ab oder F13(add4). Auf turkos Beispiel bezogen würde das bedeuten: entweder Dm13/G oder G13(add4).

Übrigens gibt's im bekannten Chopin-Nocturne op. 9 Nr.2 in Takt 4 Schlag 1 auch eine interessante Situation, wo eine Dominante mit gleichzeitiger Terz (Spitzenton der Melodie!) und Quartvorhalt (in der l.H.) erklingt: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Chopin_nocturne_op9_2a.png

Harald
 
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Bitte um Vergebung für die lange Zeit der Nichtteilnahme meinerseits ... aber ich war verhindert ... zumindest geistig ...

Danke jedenfalls für Eure Beiträge. Das hat mir schon sehr weitergeholfen.

LG, Thomas
 
Hiatus
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Egal für welche Schreibweise man sich nun letztlich entscheidet, so sollte das Akkordsymbol doch auf jeden Fall reflektieren, dass die Terz im Voicing über der Quarte zu liegen kommt. So gesehen tauschen ja Terz und Quarte ihre angestammten Rollen im Akkord. Demnach wäre also trotz aller Unkonventionalität ein 'add10' wohl die einzige Möglichkeit, diesen für den Akkordsound essenziellen Umstand unmissverständlich zu kommunizieren.

Grüße,
Hiatus
 
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Demnach wäre also trotz aller Unkonventionalität ein 'add10' wohl die einzige Möglichkeit, diesen für den Akkordsound essenziellen Umstand unmissverständlich zu kommunizieren.

Beim Dm13/G ist gewährleistet dass die große Tredezime über der kleinen Sept zu liegen kommt.
"add 10" ist mir noch nie begegnet.
 

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