Akkordeon Stimmzungen

  • Ersteller tauberspatz
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Ippenstein
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Hallo Pentabaß,

das ist ja eine Blindflugarbeit.

Hier der Griffel: http://www.kaleas.de//kaleas.cgi?la...047711133067403665047711&suche=graviergriffel

Um mal mit etwas aufzuräumen: Manfred hat Recht, wenn er sagt, daß ein feines Schleifen für die Zungen das beste ist, da so die Zunge am wenigsten gestresst wird und am besten laufen kann. Aber weder ist das wirtschaftlich praktikabel, weil es keiner zahlen will, noch hört das jemand. Bis jetzt hat sich dahingehend, daß ich mein Akkordeon mit dem Gravilo bearbeitet hatte, noch keiner über Klang oder Zungenansprache beschwert. Bis auf die Gola dürften ansonsten auch alle Akkordeons gekratzt sein - und da hat sich auch noch keiner beschwert, daß irgendetwas nicht passen würde. Also lasst doch bitte mal die Kirche im Dorf. Zudem sind bei Neuinstrumenten die Zungen derart gut vorgestimmt, daß die Reinstimmer nicht wie die Irren kratzen müssen.

Grüße

Ippenstein
 
Musikatz
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Bis auf die Gola dürften ansonsten auch alle Akkordeons gekratzt sein - und da hat sich auch noch keiner beschwert, daß irgendetwas nicht passen würde.

Hallo Ippenstein

Ich kenne auch nur das feine Kratzen oder Feilenstriche von Hand. Die Spuren sehen nach Jahren noch so aus als hätte man gerade daran gearbeitet. So habe ich wenig Bedenken ob das den Stimmzungen schadet.

Frage zum Diamantschleifen: Wie ist das mit der Wärmeentwicklung durch den motorischen Schleifvorgang? Welche Tourenzahlen werden verwendet. Ich nehme an, dass jeweils nur "kurz angesetzt" wird.

Gruss / Musikatz
 
Ippenstein
Ippenstein
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Das Diamantschleifen halte ich für unproblematisch. Die Drehzahl ist zwar recht hoch (18000), allerdings die Einwirkung nur kurz und sehr sanft. Es ist nicht so, daß man damit tiefe Kratzer reinschleift, sondern die Oberfläche anschleift. Mit dem Kratzer habe ich weitaus tiefere Spuren. Der Gravilo hat den Vorteil, daß er einen Druckschalter hat, also nur so lange läuft, wie ich draufdrücke. Die Gefahr ist bei den innenliegenden Zungen, daß man die Kanalwand erwischt. Mit einem Kratzer passiert dies wiederum nicht.

Viele Grüße

Ippenstein
 
B
Balg
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Mein Hinweis bezieht sich in erster Linie auf die punktuellen tiefen Einschliffe. Das eingeschliffene Profil in der Zunge hat die Aufgabe, die Tonfrequens über den gesamten Spieldruck möglichst stabil zu halten. Um das bestmöglichst zu erreichen, betreiben die Hersteller in der Schleiftechnik einen sehr hohen Aufwand. Eine Tonzunge in Handarbeit herzustellen, erfordert dieses spezielle Wissen. Kleinste Veränderungen dieses Profiles ziehen eine Veränderung des Frequenzverlaufs nach sich. Bei feinsten Schleifarbeiten ist diese Veränderung durch eingesetze Prüfgeräte meßbar. Voraussetzungen hierfür ist auch eine geregelte, kontrollierte Luftzufuhr (saugen und drücken) notwendig.

Hiermit dürfte wohl klar sein, daß tiefe Einschleifungen in der Tonzunge nur Schaden anrichten können.

Thema Bearbeiten der Zunge: Gola-Tonzungen der Fa. Hohner wurden außen mit feinsten Schleifpapieren bearbeitet, aber die Innenzungen wurden zum Feinstimmen mit einem kratzenden Werkzeug in der Längstrichtung abgetragen.An den innenliegenden Zungen ist nach dem Einwachsen ein Bearbeiten mit feinen Schleifmitteln fast nicht möglich.

Zum Thema Feinstimmen durch Abtragen (schaben) in Längstrichtung zur Tonzunge: Hierbei wird der eingeschliffene Kurvenverlauf nicht so stark verändert. Man sollte diese Abtragarbeit möglichst großflächig und flach halten. Das ist für den Frequenzverlauf die verträglichste Bearbeitung.

Mein Hinweis war keine Stimmanleitung, sondern nur der Einwand, daß durch diese Werkzeuge , wie in Youtube angegeben, der Zunge der o.g. Schaden zugefügt wird.

Gruß
Manfred " Balg "
 
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Ippenstein
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Vollste Zustimmung.

Gerade habe ich auch Deinen ersten Beitrag auf dieser Seite gelesen und hatte gerade beim Feinstimmen des Piccolos das Problem, daß solche Diagonalvorstimmungen mitunter das schlimmste sind, was man der Zunge zufügen kann. Es gibt nur noch einwas schlimmeres, und das ist reines Querschleifen, so daß man eine Sollbruchstelle einarbeitet, wobei das Diagonalschleifen nicht weit davon entfernt ist.

Viele Grüße

Andreas
 
Pentabass
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Hallo Pentabaß,

das ist ja eine Blindflugarbeit.


Ippenstein

Hallo Ippenstein,

hmm, ja, ich verstehe was Du meinst, auf mein Foto sieht es etwas duester aus... aber wenn ich nicht mit einer Hand die Kamera halte, und mit der anderen Hand den Schleifer so zur Demonstration hinhalte, und wenn ich meine Kopflampe eingeschaltet habe, finde ich dass ich etwas besser sehen kann was ich tue, und mit etwas mehr Kontrolle auf die Innenseite der inneren Zunge mehr gleichmaessig drauf rumschmirgeln kann, als wenn ich von der Aussenseite dran gehe.

Diese Probleme es ueberzeugend dar zu stellen, beantwortet sicherlich auch meiner Suche nach Videos oder Bildmaterial beim Stimmen: es ist nicht so leicht ein gutes Video zu machen, wenn vieles oft schwer zu sehen ist, und oft auch einiges im Gefuehl ist, was wir nicht so einfach weittereichen koennen.

Trotzdem helfen mir Alle die hier mitsprechen, und ich moechte Euch jeden sehr dafuer danken!
Auch die Links zu Werkzeugen sind sehr nuetzlich.

Hier noch eine selbstsuechtice Frage:
Wer macht ein Video was das Reinstimmen ohne destruktiven Schleifer den englischprachigen Kollegen dort in der USA mal vorzeigt? :gruebel:


Gruesse vom Stefan in Kanada
 
H
Herr H.
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Grüß Gott,

was muß man genau anschauen, um herauszufinden, ob das hier Standard- oder Sondermensur-Stimmplatten sind?
In Beitrag Nr. 32 werden beide gezeigt, aber der genaue Unterschied ist mir doch nicht klar.

Vielen Dank!
H.
 
S
smal
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Hallo Maxito und alle anderen Handbalg-Besessenen

zu 394945/2 #33

Alle meine Experimente zum Verhalten einer Stimmzunge nach "Scharnier-Feilung", erwiesen folgendes:
Wie zu Erwarten, Frequenz-Abfall, Verkleinerung des Lösabstands, Hohe Brüchigkeit je nach Stärke des Feilens.
Unerwartet war - in allen Fällen - das Erhalten der Frequenz-Variation im Verhältnis der Luftdruck-Variation.

D.h., beim Intonieren, wenigstens in lateinischen Ländern, üblichem Tonverlauf von ff bis zu pp, mit dementsprechendem Luftdruck von circa 10 bis 1 cm Wassersäule, steigt die Frequenz im mittlerem Tonbereich um etwa 10 Cent. Alle diese Werte können mehr oder weniger variieren.

Die Darstellung von Maxito #33 verstehe ich so:
Bei pp bis pp -Verlauf des Tons, passiert nichts. Die Frequenz bleibt gleich erhalten, was ja auch zu Erwarten war.
Bei pp zu ff -Tonverlauf, sollte Maxitos Vermutung nach, die Frequenz "in den Keller gehen".
Meiner Experimentation nach, tut sie das aber nicht. Sie bleibt wie sie war.
Mit hier vorhergehenden Werte, fällt sie um diese 10 Cent die sie vorher gestiegen war..

Bemerkungen
1 Ich hab Maxitos Demonstration oder Hypothese, vielleicht falsch verstanden.
2 Hier war nicht der Ort den Versuchs-Prozess detailliert zu erläutern.
Es geht nur um das Prinzip, das sich bei etwa einem Dutzend Versuchen, betätigt hat.


Grüße von Smal
 

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