Audio-Technica ATW-1501 - Review als Geigen-Funke

von robbert, 07.12.15.

  1. robbert

    robbert HCA-Geige HCA

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    Erstellt: 07.12.15   #1
    Review
    Audio-Technica ATW-1501


    Ein großes Dankeschön noch einmal an des Musiker-Board und an Audio-Technika für das ATW-1501 sowie an Thomann für das Foto.
    Nach Bekanntgabe hatte ich am darauffolgenden Montag Mailkontakt mit Audio-Technica.
    Am darauffolgenen Samstag hielt ich das Paket in den Händen.
    IMG_1249.JPG


    Alles war gut verpackt, Luftpolster wurden verwendet, um den Inhalt im Paket zu sichern. In der eigentlichen Verpackung des ATW-1501 fiel mir positiv auf, dass kein Polystyrol verwendet wurde. Alle Formteile, um den Sender, Empfänger und Netzteil im Karton sicher zu fixieren waren aus Presspappe, etwa vielleicht vergleichbar mit einem stabileren Eierkarton. Absolut ausreichend und vernünftig.
    IMG_1250.JPG

    Batterien waren nicht beiliegend, aber auch das wird in der Thomann-Produktbeschreibung erwähnt.

    Das Netzteil zum Betreiben des Empfängers war zum Selbstzusammenbau, ein anderer Stecker war beiliegend.

    Die beiliegende Bedienungsanleitung ist leider nur auf englisch. Darin sehe ich aber kein Problem, da sich das ATW-1501 eigentlich selbst erklärt. Für weitergehende Funktionen wäre für mich aber eine deutsche Bedienungsanleitung vorteilhaft.

    Der Empfänger aus Metall im Bodenformat eines Effektgerätes macht einen superstabilen Eindruck. Alle wichtigen Funktionen wie Batteriestand, Kanalnummer, aktivierte Ausgänge hat man mit einem Blick gecheckt.
    IMG_1252.JPG

    Der Sender besteht aus Plastik und ist dadurch recht leicht. Der Batteriewechsel ist eine einfache
    Angelegenheit und blitzschnell erledigt, nur die Klappe aufschieben.
    Positiv empfinde ich am Sender, dass anstelle einer "hakligen" Antenne nur ein "Stummel" am Sender die Antenne andeutet. Das scheint eine Besonderheit von Geräten im 2,4 GHz-Bereich zu sein. Gerade bei den abstehenden Antennen anderer Systeme habe ich immer Angst, hängenzubleiben, was mir auch schon passiert ist.
    Zur Befestigung am Gürtel oder Gurt dient eine Metallspange.

    Das Verbindungskabel zum Instrument (6,3mmKlinke vergoldet) ist ausgesprochen fexibel und 1 Meter lang. Ich weiß, dass Sennheiser z.Bsp. so starre Kabel mitliefert, die an einen gefrorenen Gartenschlauch erinnern, wo man nach einem Jahr die Knicke im Auslieferungszustand immer noch sieht.
    Den Stecker zum Anschluss an den Empfänger kannte ich noch nicht, ich bin aber kein Bastler.
    Er ist 4-polig und arretiert sich selbst, wenn man den Stecker einschiebt. Unbeabsichtigtes Lösen ist damit ausgeschlossen.
    IMG_1253.JPG

    Optimistisch wie ich bin nahm ich das ATW-1501 gleich mit zur nächsten Veranstaltung, ohne vorherige Tests zu Hause. Angeschlossen, es funktionierte sofort.
    Was mir sofort auffiel: Fast alle Einstellungen meines Vorverstärkers (LR Baggs Para-Acoustic DI Preamp) konnte ich beibehalten. Das ATW-1501 liefert etwas mehr Pegel, dass ich den Gain-Regler am Mischpult zurücknehmen konnte.
    Weitere positive Erkenntnis: Das ATW- 1501 verträgt sich mit seiner Eingangsimpedanz mit meinem passiven Piezo-PickUp, einem Barcus Berry. Für Gitarristen/Bassisten ist die Eingangsimpedanz normalerweise kein Thema, bei Verwendern passiver Piezos schon. Dort sollte sie bei etwa
    1 Megaohm liegen, sonst fehlen Bässe und untere Mitten, die Höhen und oberen Mitten sind völlig überbetont.

    Bei weiteren 2 Veranstaltungen war das System ohne Probleme zu bereiten im Einsatz.

    Bedienung:

    Zum Einschalten des Senders muss der Taster an der Oberseite gedrückt werden und ca.
    4 Sekunden gedrückt bleiben. Kurzes Drücken reicht nicht. Dann leuchtet auf der Oberseite eine grüne LED auf. Gleichzeitig beginnt die die Kanalanzeige mit dem eingestellten Kanal auf der Seite des Senders blau zu blinken.
    Dann leuchtet die Batterieanzeige konstant und das System ist einsatzbereit.
    Es dauert ca. 4-5 Sekunden vom ersten Knopfdruck bis zur Einsatzbereitschaft. Diese kurze Zeit wird schnell zur Gewohnheitssache, ist aber vielleicht ein Geduldsspiel für Hektiker.
    Nicht irritieren lassen, wenn die Batterieanzeige noch 3 Sekunden blinkt, ist das System aber schon bereit.

    Der Sender lässt sich muten. Dazu genügt ein kurzer Druck auf den Einschalter. Eine rote LED leuchtet an der Oberseite auf. Zum Ausschalten muss der Taster ca. 3 Sekunden gedrückt bleiben, die rote LED erlischt.

    Batterien
    Laut Hersteller sollen Alkali Batterien oder Akkus verwendet werden, Typ AA. Ich habe einfach die preiswertesten aus dem Discounter genommen, 8 Stück für 1,69 €.
    Die Audio-Technica Angabe liegt bei >7 Stunden, was ich bestätigen kann. Ich kam auf etwa 8-9 Stunden, allso völlig ausreichend für einen langen Gig und zum "Leermachen" im Probenraum. Bei meinen Discounterbatterien heißt das 42 Cent für 8-9 Stunden oder 5,25 Cent pro Stunde für kabelloses Vergnügen....

    Am Empfänger leuchtet die Batterieanzeige mit 3 Balken konstant bei vollen Batterien. Je weiter der Entladungsvorgang fortgeschritten ist, werden dann erst zwei, dann nur noch eine Diode leuchten. Beginnt diese letzte Diode zu blinken, verleiben etwa noch 10 Minuten zum Wechseln der Batterien.
    Praktisch, da das ATW-1501 ja als Bodengerät fungiert und dadurch immer im Blickfeld des Benutzers liegt, kann man sich mit einem Blick über den Ladezustand informieren.

    Ausgänge
    Das ist das Interessante am ATW-1501, mittels Fußtaster lassen sich die beiden Ausgänge wahlweise schalten. Vorher muss man sich auf der Geräterückseite zwischen 2 Optionen entscheiden und den Schalter in die gewünschte Richtung schieben:
    Variante 1: Ausgang A oder B, auf Fußdruck wird der gewünschte Kanal eingestellt
    Variante 2: Ausgang A oder A+B, also beide Ausgänge gleichzeitig
    Für mich ist das sehr interessant, da ich ein akustische Violine mit PickUp sowie eine E-Violine spiele, die jeweils andere Klangregelungen beanspruchen.
    Auch für Gitarristen kann das sehr sinnvoll sein, dem Einsatzbereich sind damit keine Grenzen gesetzt, denkbar wäre z. Bsp., auf diese Weise 2 verschiedene Amps anzusteuern oder in eine andere Effektkette zu gehen.


    WLAN
    Es gibt ja kaum noch Veranstaltungsumgebungen, wo nicht mehrere WLAN Netze aktiv sind.
    Ich habe mal ein Funksystem von Line 6 getestet, mit dem ich mein WLAN-Netz im Haus lahmgelegt habe. Deshalb hatte ich gerade im 2,4GHz-Bereich Bedenken. Diese haben sich aber nicht bestätigt, mein WLAN Betrieb wurde nicht beeinträchtigt oder gestört. Dazu habe ich sogar den Sender in weniger als 1 Meter Entfernung zur Fritz-Box betrieben.

    Verhalten zu anderen Funksystemen

    Ich habe keinerlei Störungen zu anderen Funksystemen feststellen können; dabei waren Sender/Empfänger im 863 - 865 MHz, 822 - 838 Mhz-Bereich und alte VHF und UHF-Frequenzen.
    Natürlich habe ich nicht jeden einzelnen Kanal testen können.

    Klang im Vergleich zum Kabel

    Um keinerlei Beeinträchtigungen zu haben, habe ich mit der Gitarre meiner Tochter, einer Yamaha Pacifica getestet. Dazu habe ich auch auf ein Mischpult verzichtet und bin direkt in die beiden
    RCF 522 A gegangen.
    Veränderungen des Pegels habe ich nicht feststellen können.
    IMG_1341.JPG
    Als Kabel nahm ich ein ein 3 m Kabel von Cordial.
    https://www.thomann.de/de/cordial_cri_3_pr.htm
    Ich habe Veränderungen gehört zwischen Kabel und dem ATW-1501.
    Klang die Gitarre, direkt mit der aktiven Box verkabelt fast etwas stumpf und dumpf, so wirkte sie mit der Funkstrecke doch etliches klarer und präsenter. Ich empfinde den Klang heller und klarer und auch durchsetzungsfähiger, was mir auf der Violine von Vorteil ist.
    IMG_1342.JPG

    Verhalten zu Handys

    Wer kennt nicht dieses böse Geräusch auf der Anlage, wenn ein Handy einstreut. Am ärgerlichsten ist es, wenn mann feststellt, dass es das eigene ist.
    Ständig habe ich auf Veranstaltungen mein Handy am Körper und ein Funkmikro in der Hand. Auch wenn ich Geige spiele, befindet sich der Sender manchmal nur ein paar Zentimeter vom Handy entfernt, im Falles des ATW-1501 steht man ja auch noch direkt über dem Empfänger.

    Ich habe ein iPhon 5s. Die iPhons habe ja den Ruf, bekannte "Störer" zu sein. Deshalb habe ich
    das iPhon in 10 cm Entfernung zum Empfänger gelegt und mich selber über Festnetz angerufen.
    Keinerlei Störgeräusche.
    Auch bei den bisherigen Veranstaltungen waren keine Störgeräusche durch Handys festzustellen. Ich kann davon ausgehen , dass letztens 5 eingeschaltete Handys im Umkreis von 5 metern aktiv waren.

    Reichweite
    Im Freien habe ich gestern bei 40m Schluß gemacht, da ging aber noch mehr, es gab nicht einmal direkten Sichtkontakt zur Stompbox (Empfänger).
    Indoor habe ich mich nur ca. 20 m von der Bühne entfernen können, weil der Raum nicht größer war. Keine Aussetzer oder Störungen. Größere Entfernungen machen eh keinen Sinn, weil man verückt wird, wenn das verstärkte Signal zeitverzögert ans Ohr kommt.

    Fazit
    Ich erwarte von meinem Equipment, dass es treu wie der Dackel eines Jägers seinen Dienst tut.
    Bisher habe ich am ATW-1501 nichts zu meckern und freue mich sehr darüber.
    Jetzt steht aber die nächste Aufgabe an, ich muss meine Signalwege neu ordnen und mir ein anderes Board zulegen um die Vorteile des Audio-Technica ATW 1501 sinnvoll nutzen zu können. ;)
     
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  2. Gast 23432

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    Erstellt: 07.12.15   #2
    4 Pole? Warum das denn, wenn es nur auf eine 2polige Monoklinke geht? Vermutlich kann man den Sender mit einem anders belegten Stecker für eine andere Aufgabe verwenden? Mikrofonanschluß beispielsweise. Müßte man mal schauen, ob es da vom Hersteller eine Belegung des Steckers gibt ;)

    Auch wenn Du kein Bastler bist, im Falle eines Kabelbruchs wäre die Frage, ob man preiswert einen Stecker nachkaufen und mal eben selbst anlöten kann, doch einigermaßen interessant ;)
     
  3. robbert

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    Erstellt: 07.12.15   #3
    @tonstudio2 Da hast du völlig Recht, die Belegung wäre schon interessant, aber so richtig nachgedacht habe ich darüber noch nicht.

    Es ist schon abenteuerlich, jeder Hersteller verwendet offenbar sein eigenes System. Ich habe auch schon Mini-XLR und verriegelbare Mini- Stereoklinken (bei Sennheiser) gesehen. Bei letzteren empfiehlt sich, das Kabel durchzumessen, da die Spitze des 6,3 mm Monoklinkensteckers nicht auf der Spitze des Mini-Stereoklinkensteckers landet.
     
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  4. Gast 23432

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    Erstellt: 07.12.15   #4
    Nee, Dich als musikalischen Anwender ( ;) ) meinte ich mit meiner Frage auch eher weniger, dafür haben wir ja andere Kontakte -> @Chris_A-T zum Beispiel :D

    Ok, wie ich lese gibt es die Bedienungsanleitung nicht in Deutscher Sprache, vielleicht aber ein Schaltbild?

    Ah, da schau, mit etwas energetischer Intention klappt es dann doch:

    upload_2015-12-7_21-28-48.png

    Sag ich doch: bei Bedarf kann man Lavaliersmikros anschliessen. Ist damals in den 90ern bei Beyerdynamic ebenso gewesen, nur hatte ich damit ganz schlechte Erfahrungen - Achtung, OT :o

    Ich hatte genügend (12) Anschminkmikros, aber nur 8 Taschensender (bodypacks), daher mußten bei Umbauten bzw. Umzügen manchmal die Darsteller ihren Sender abschrauben und einem anderen übergeben, der eilig seinen Mikrostecker an den Sender schraubte. Klar hatten die Stecker eine Nut und die Buchsen dafür eine spezielle Aussparung - alle männlichen Darsteller hatten das auch problemlos hinbekommen, aber einige weibliche Darstellerinnen haben mir die Stecker verdreht in die Buchse gerammt :eek: Es gab mehrere Folgen, je nach dem, in welcher falschen der 90°/180°/270 Stellungen der Stecker hineingedrückt wurde:

    1. Sender sendet ok, kein Audiosignal, ansonsten nix passiert
    2. Sender sendet ok, kein Audiosignal, weil das Mikro +/--verpolt und deshalb 'out of order' war
    3. Sender sendet nicht, aber Darsteller beschwert sich lautstark wegen übermäßiger Hitze in der Hosentasche = Akku-Kurzschluß

    Ich konnte erst viel später darüber lachen, schließlich war ich als Toni ja immer schuld dran.... :ugly:



    Übrigens sehe ich grad: >7 Stunden mit 2x R6 sind ja auch nicht gerade pralle - das wäre für meinen Anwendungsfall hier im Theater das NOGO! Aber dafür hat AT die Dinger ja auch nicht entwickelt, ich für mich nnur mal wieder die Erinnerung, nach dem Flop mit der 2000er Sennheiser-Anlage genauestens auf solche scheinbaren Nebensächlichkeiten zu achten...
     
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  5. robbert

    robbert Threadersteller HCA-Geige HCA

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    Erstellt: 07.12.15   #5
    @tonstudio2 Sag mal Peter, du willst mir jetzt aber nicht weismachen, dass eure Schauspieler mehr als 7 Stunden am Stück arbeiten können? ;) :D Oder habt ihr Wagners gesammelte Werke ohne Pause im Spielplan?

    Ich finde das völlig ausreichend, meine Discounterbatterien haben ja auch etwas zwischen
    8 und 9 Stunden durchgehalten. Das längste, was ich zur Zeit spiele sind eigentlich die Kneipennächte.
    Das beginnt meist um 20.00 Uhr, Ende 02.00 Uhr, mit Zugaben und wenn die Leute noch gut trinken kanns auch mal 03.00 Uhr werden. Da wird bis auf ein paar kurze (Zigaretten)pausen fast durchgespielt, also maximal 7 Stunden. Das ist also mit einem frischen Satz Batterien zu schaffen.

    Sollte noch jemand Fragen zum Audio-Technica ATW-1501 haben, immer her damit!
     
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  6. Gast 23432

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    Erstellt: 08.12.15   #6
    Naja, bei aufwändigen Stücken wie zB Rocky Horror Show werden die Ports ab 15 Uhr vorbereitet und ge-linechecked, gehen eingeschaltet 16 Uhr in die Maske und müssen bis ca. 22:30 Uhr online sein - da möchte ich aber noch keinen auf dem letzten Balken oder gar blinken sehen, das würde mich bzw. meinen "Radio"Mann etwas nervös machen :o
     
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