Auf den Punkt spielen - was genau ist genau?

nur nebenbei, irgendwie ist das Timinggefühl oder Das "Spiel auf den Punkt genau" auch eine Gabe, die was mit Musikalität zu tun hat.
Bei den wenigsten Bands kommt das "von alleine" sondern bedarf jahr(zehnt)elanger Übung der Mitmusiker.
Das sehe ich nicht so. Stücke müssen geprobt werden, damit man weiss worum es geht, aber das Timing ist entweder da oder eben nicht.
In den meisten Fällen ist es aber da, nach meiner Erfahrung, manchmal schwimmt es, aber idR klappt das schon. Auf den Punkt spielen ist jetzt auch kein mysthisches Wunderwerk.
 
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Das sehe ich nicht so. Stücke müssen geprobt werden, damit man weiss worum es geht, aber das Timing ist entweder da oder eben nicht.

Das wäre ja fatal, wenn es so wäre. Sicher, manche haben das einfach im Blut und kriegen das sofort super hin. Andere, so wie ich, haben am Anfang ein miserables Timing und bekommen es durch viel Übung hin, dass es wenigstens ok ist, und mit noch mehr Zeit und Übung sogar ziemlich gut. Aber statisch und nur durch Geburt gegeben ist es mit Sicherheit nicht. Es ist entweder schon da, oder man muss viel Üben, damit es kommt.

Dass sich das bei manchen gefühlt nicht verbessert, liegt eher daran, dass zu wenige Leute diszipliniert mit Metronom üben.
 
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nur nebenbei, irgendwie ist das Timinggefühl oder Das "Spiel auf den Punkt genau" auch eine Gabe, die was mit Musikalität zu tun hat.
Da gebe ich Dir Recht, ich kenne Leute die spielen rhythmisch dermaßen geil, können aber wenn's drauf ankommt die Passage nicht auszählen - Naturtalente eben.
Alle anderen müssen eben üben um da hinzukommen. Und wahrscheinlich kann sich auch ein Naturtalent durch gezielte Übung auch noch verbessern ;)

...aber das Timing ist entweder da oder eben nicht.
In den meisten Fällen ist es aber da, nach meiner Erfahrung, manchmal schwimmt es, aber idR klappt das schon.
Genau das wäre aber eine Situation die ich so nicht einfach "dulden" würde. Wenn etwas "manchmal schwimmt" oder nur "idR klappt" (also nicht immer) - dann würde ich darüber nachdenken - woran hängt es, wie kann man es besser machen und auch gezielt in der Probe solche Stellen ansprechen.
Ich hab auch schon Bands erlebt die zwar gemerkt haben dass das Timing nicht stimmt aber eben alle nur die Schultern gezuckt haben weil keiner das Gehör hatte um genau benennen zu können was hier geändert werden sollte um die Stelle "in den groove" zu kriegen.
 
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Alle anderen müssen eben üben um da hinzukommen.
du kannst Technik üben und den Ablauf von Stücken üben, sicherlich hilft das auch beim "auf den Punkt spielen",
"manchmal schwimmt" oder nur "idR klappt"
aber, da meine ich speziell Liveauftritte, da muß man dann durch und sehen das man wieder zusammenkommt, das passiert auch den ganz "Großen".
Es ist halt keine Garantie dafür nach langen Diskussionen und ständigem Wiederholen von Stücken im Proberaum, das im "Ernstfall" nicht was schief läuft.
Manchmal hab ich auch in so offenen Geschichten mit "Gastmusikern" öffentlich gespielt, das konnte schwierig werden. Aber in meinen festen Bands lief das
normalerweise easy ab, auch nach nicht "jahrelangem" Zusammenspiel. Wie gesagt, alles eine Frage des Zuhörens.
 
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Wie genau ist genau. Das ist eine geradezu philosophische Frage. Nicht zuletzt, weil es manchmal cool sein kann, direkt auf dem Beat zu spielen, in anderen Fällen ist es besser, dahinter zu sein (nur vor dem Beat ist für uns Gitarristen zu 99,9% tabu, ihr solltet euch immer hinter dem Schlagzeug einsortieren.. siehe hierzu Video 2 Bumblefoot)

Aber komm doch mal aus der egozentrischen Ecke heraus und wechsle doch mal die Perspektive und begreife Dich als Teil eines Ganzen, an dem auch noch weitere beteiligt sind. Du solltest genau wie Deine Mitmusiker den Groove, den musikalischen Fluss, die Rhythmik unterstützen. Also haben Deine Mitmusiker denselben Anspruch wie Du an sie (oder einen Backingtrack, wobei dem vollkommen gleichgültig ist, ob Du den Groove versemmelst oder nicht.. womit ja schonmal ein gewaltiger Unterschied zum Dudeln über einen Übungstrack und dem Spielen mit echten Mitmusikern besteht). Das heißt also, wenn Deine Mitmusiker Dich hören, solltest Du ihnen etwas anbieten, in das sie musikalisch/groovemäßig einklinken können. Dann ist es genau genug, dass Musik funktionieren kann. Insofern würde ich sagen, ist Musik nichts als Kommunikation.. anderes Thema.

Also ist es bestimmt keine schlechte Idee, wenn Du Dich aufnimmst und versuchst nachzuvollziehen, ob und wie Dein Groove herüberkommt. Du könntest dafür zum Beispiel zu einem Backingtrack spielen und Deine Spur isoliert abhören (natürlich vorausgesetzt, dass Du über einen Sequenzer verfügst und mit ihm umgehen kannst).

Vor einiger Zeit schwamm hier ein YT-Video von Josh Smith zum Thema Rhythmusgitarre herum. Das teile ich hier nochmal. Denn Josh sagt etwas äußerst wichtiges zum Thema Groove und so weiter. Er spricht von "playing in the pocket", ich wüsste nicht, wie ich es anders ausdrücken könnte




Ein anderer Aspekt ist, dass man erst dann dazu in der Lage ist, wenn man sich mental im musikalischen Geschehen befindet. Andernfalls klingt es immer, als wenn man "drüber" oder "drunter" spielt, oder allgemein gesagt, man ist "out", eben "out of the pocket". Da ist es in der Tat vollkommen egal, ob man die tollsten Tappings und Arpeggiokaskaden vorführt oder nur simple Bluestonleitern herauf und herunter dudelt. Es hilft nichts, man ist out und man bleibt out und bleibt für Mitmusiker ein Fremdkörper im musikalischem Geschehen.

Um dahin zu kommen, "in" zu sein muss man sich ggf. zwingen (sofern man nicht zu den wenigen Naturbegabten gehört), sein eigenes Spiel mit dem musikalischem Geschehen um sich herum zu koppeln. Interessanterweise führt hier nicht das exakte Spielen auf den Punkt zum Ziel, sondern das gezielte Spielen hinter den Punkt. Dazu reicht ein Metronom, möglichst langsam eingestellt (<40 bpm) und eine simple Tonleiter. Klatschen hilft auch. Wichtig ist, dass man nicht nur hinter dem Beat spielt, sondern auch innerlich und konzentriert wahrnimmt, wie man im Verhältnis zum Beat platziert ist. Wenn man das schafft, dann eröffnen sich plötzlich ganz neue Perspektiven. Insofern ist es auch eine tolle Konzentrationsübung. Bumblefoot weiß schon, warum er diese Lesson "Most Important Guitar Lesson" genannt hat:



Viele Grüße
Thomas
 
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