Auswahl nach Sound bzw. Tastatur generell ????

von Tonkämpfer, 15.01.07.

  1. Tonkämpfer

    Tonkämpfer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.07   #1
    Hallo !
    Interessant finde ich immer wieder die Diskussionen bezüglich der Tastaturen,
    oder vielmehr die Tatsache, dass die Tastatur bei manchen ein wichtigeres
    Entscheidungskriterium darstellt, als der Sound ? Zugegebenermaßen komme ich vom Keyboard und kann da vielleicht nur bedingt mitreden, da ich zudem auch kein ausgesprochener Klassikliebhaber bin.
    Habe auch mit dem P 120 wohl eine der schwersten Tastaturen erwischt. Komme eigentlich von der Kraft her auf jedem Flügel und Klavier zurecht. Jetzt gibts allerdings auch Klaviere, bei denen man relativ wenig Kraft in den Fingern braucht und die man
    entsprechend feinfühliger spielen muß.
    Ähnlich meinem Vorgänger DP dem FP2 von Roland. Letztenendlich
    gewöhnt man sich doch eigentlich recht schnell an eine andere Tastatur, oder ?
    Hauptsache mit Hammermechanik !
    Und egal, ob schwer oder leicht, Holz oder Kunststoff, Graded Hammer oder sonstwas,
    der Zuhörer beurteilt doch den Sound / Dynamik und nicht ob die Tastatur zu schwer oder zu leichtgängig ist. Viel entscheidender finde ich bei der Tastatur dann die Tatsche,
    das bei den DP auch noch ein Sound erzeugt wird, wenn die Tasten im Zeitlupentempo mit minimaler Kraft angeschlagen wird. Beim richtigen Flügel wird mir das am Anfang immer zum Verhängnis, da plötzlich bei leisen Passagen einzelne Töne gar nicht mehr hörbar sind ;-((. Wenn ich allerdnings eine halbe Stunde am Flügel sitze relativiert sich das dann wieder. Fazit bei mir : Die Umgewöhnung Keyboardweichei - Tastatur auf
    Hammermechanik verlangt einiges an Übungszeit ( bei mir 1/2 Jahr täglich 2 Stunden ).
    Die Umgewöhnung von Roland FP 2 (minderwertig?) auf Yamaha P 120 (hochwertig?)
    dauerte höchstens effektiv ein paar Tage. Und bei den unterschiedlichen Klavieren und Flügeln muß ich mich sowieso immer wieder von Neuem umgewöhnen !
    An einen schlechten Sound gewöhne ich mich allerdings überhaupt nicht, bzw.
    höre mich schnell satt !!!
    Besonders die Umsetzung der Klangfarbenänderung über die Dynamik läßt bei
    vielen E-Pianos zu wünschen übrig und kommt selten an das Original heran !!!
    Also für mich gilt : Lieber Abstriche an der Tastatur, dafür aber einen möglichst guten
    Sound !
     
  2. AM

    AM Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.07   #2
    Hallo,

    mir geht es ähnlich. Ich habe nach längerer Pause unlängst wieder angefangen zu spielen (na ja vielleicht eher üben) und habe, weil ich mir noch ein portables SP zulegen wollte, die Diskussionen rund um Sound und Tastatur verfolgt. Schlussendlich die einzig wahre Tastatur gibt es ja wohl nicht und die Frage Holz oder Kunstoff scheint ja auch mehr eine Kopfsache zu sein.
    Ich hatte bisher nur zweimal die Möglichkeit ein akustisches Instrument zu spielen. Das war zum Einen ein Klavier von Yamaha (wenn ich mich recht erinnere) und zum Zweiten ist das der Flügel bei meinem Klavierlehrer.

    Ich kam und komme mit diesen Instrumenten eigentlich gut zurecht. Könnte mir aber vorstellen, dass wenn man weiter fortgeschritten ist und entsprechend schwerere Stücke ausdrucksstark spielt, die Unterschiede anfänglich Schwierigkeiten mit sich bringen.
    Ich kann mir jedoch genauso gut vorstellen, dass dieser Umgewöhnungsprozess beim Wechsel von einem zum nächsten akustischen Instrument zu bewältigen ist.

    Ich denke einfach, dass man bei der Auswahl eines DP darauf achten sollte, dass man die Tastatur nicht als fremd im Vergleich zu den akustischen Instrumenten erlebt, die man sonst vielleicht beim Lehrer, im Wohnzimmer, oder sonst wo spielt.

    Beim Sound gebe ich dir vollkommen recht - wenn man Klavier spielen will, dann sollte das auch so klingen sonst verliert man die Lust und den Spaß am Spielen. Und darum geht es doch eigentlich.

    Gruß
    Andreas
     
  3. andi.k

    andi.k Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.07   #3
    Seh ich auch so mit an-Klaviatur-gewöhnen! Ich hab mit manchen akustischen Pianos auch so meine Probleme, wenn ich sie zum ersten Mal spiele...

    Meine Meinung:
    gute Klaviatur + schlechter Sound = wenig (Inspiration + Spass)
    "schlechte" aber spielbare Klaviatur + guter Sound = viel (Inspiration + Spass)

    Wer richtig professionell anspruchsvoll ausdrucksstark spielen will, ist auch mit einem einfachen Flügel nicht zufrieden und hat irgendwo was richtig teures rumstehen...

    Eine "schlechte" Klaviatur kann natürlich auch als Alibi-Argument dienen, um mangelndes Können zu verdrängen ;) *niemanden ankuck*
     
  4. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 15.01.07   #4
    Die Frage ist immer Auswahl wofür. Ein guter Pianist, der nur mal eben 'ne "Sessionleiste" braucht, wird eher auf den Klang wert legen, da er zum Üben sicher noch ein anderes Instrument hat und live der Klang nun mal wichtig ist. Ein Einsteiger, der ein Gerät zum Üben braucht, wie es hier in der Mehrzahl der Fall ist, sollte zuerst Wert auf die gute Tastatur legen! Natürlich ist der Klang genauso wichtig, aber den kann man später einfacher nachrüsten. Für beides reicht am Anfang das Geld eben oft nicht. Und die gute Tastatur ist zum Lernen nun mal essentiell.

    Jetzt noch die ganzen Nebensätze mit "am besten richtiges Klavier ... bla ... blubb", ihr wisst schon. ;)
     
  5. Endorf

    Endorf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.07   #5
    Hi! Schwere Frage!
    Für die Motivation ist guter Klang bestimmt besser, für die Technik eher eine gute Tastatur.
    Was jedoch als gute Tastatur und guter Klang angesehen wird, ist relativ!

    Der eine möchte vielleicht eine sehr klavierähnliche Tastatur und einen natürlichen Klang, damit alles möglichst wie das akustische Original klingt.

    Der andere möchte lieber einen sauberen, idealisierten Klang - auch wenn er im Vergleich zu einem echten Klavier vielleicht syntetisch erscheinen mag - und eine Tastatur die sich möglichst leicht und flüssig spielt, denn träge und klavierähnlich.

    Dann ist es von der Persönlichkeit abhängig: Wie demotivierend ist ein schlechter Klang?
    Ichtippe auch darauf, dass eine schlechter Klang für die Motivation schlimmer ist, als eine schlechte Tastatur, denn eine wirklich "schlechte" Tastatur gib es ja kaum noch im Digitalpianomarkt, v.a. wenn man zu den bekannen Firmen schaut!

    Wenn man sich nicht öfters auf akustische Instrumente einstellen muss, sondern meist nur auf dem eigenen D-Piano spielt, ist man mit einem guten Klang besser bedient! Doch zur Gewöhnung an akustische Instrumente ist eine möglichst klaviernah und schwer gewichtete Tastatur entscheidender als der Klang.

    Da man Klang jedoch auch nachrüsten kann, würde ich im Augenblick primär nach Tastatur kaufen.
    Gruß, Endorf
     
  6. Tonkämpfer

    Tonkämpfer Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.01.07   #6
    Hallo Endorf !
    Für mich ist ein guter oder vielmehr ein natürlicher Klavierklang
    ziemlich einfach zu unterscheiden. Man nehme eine Klavieraufnahme
    und spielt das Original so gut wie möglich nach ( oder man versucht es zumindest ).
    Je ähnlicher der Klangcharaker mit dem Original, umso besser für mich der Klavier oder Flügelsound.
    Dabei kommt es für mich jetzt weniger darauf an, ob Original ein
    Bösendorfer, Schimmel oder Fiazoli ist, sondern um die primären
    Klangeigenschaften, wonach unser Ohr ja auch Geräusche und Klänge indentifiziert (oder ?).
    Ob da jetzt mehr oder weniger Mitten im Dp - Klang vorhanden sind, ist zweitrangig.
    Das kriegt man über einen guten Equalizer dann schon geregelt.
    Über Kopfhörer kann man noch weitaus besser differenzieren.
    Hier ein Beispiel mit rechtem Kanal original Klavier und links mit DP nachgespielt
    ( 500 kb / MP3 etwas leise aufgenommen und nicht ganz identisch mit dem Original ;-) :

    www.hausbauplanung.de/get-here-solo-demo.mp3


    Gruß Trapp .....der mit den Tönen kämpft.....
     
  7. Endorf

    Endorf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.01.07   #7
    @trapp. ich stimme dir absolut zu. Ich will nur nicht ausschließen, dass ein jeder den Klang eines echten Instruments zwingend besser findet, als einen digitalen.

    Ich selber spiele nur Samplepianos mit vielen Velocity-Layern und mehreren GB Umfang, da mir die Natürlichkeit am wichtigsten ist.
    Es gibt jedoch z.B. ein sehr sauber und kaum syntethisch klingendes Pianosample, das nur 256MB groß ist (William Coakley Sound Design)! Es lebt davon, dass der Klang mehr auf Geschmack als auf Authentizität getrimmt wurde. Kann durchaus nachvollziehen, wenn sich jemand lieber hierfür entscheidet. Insbesondere jemand, der in seinem Alltag nicht ständig mit Klavieren zu tun hat und nicht so sehr auf diesen Klang "geeicht" ist.
    Lg, Endorf
     
  8. Tonkämpfer

    Tonkämpfer Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.01.07   #8
    Hallo Endorf !
    So sehe ich das auch. Besser ein gutes DP als ein grottiges Original.
    Danke für die Info, hört sich interessant an.
    Gibts zu William Coakley auch eine deutsche Seite, oder ein Anbieter ?
     
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