Bad Cat - Xtreme Tone Nachbau "The Custom Bad Bat"

von Deadwing, 26.10.06.

  1. Deadwing

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    Erstellt: 26.10.06   #1
    Hi,

    nachdem hier im Board schon diverse Effekt/Verstärker/Gitarren- Eigenbauten auf reges Interesse gestoßen sind, dachte ich mir euch meinen Bad Cat- Xtreme Tone Nachbau vorzustellen (und den Bericht mit ein paar Bildern vom Bau und am kommenden WE auch Fast-fertig-Bildern und Soundsamples garnieren).

    Vorgeschichte

    Als großer Porcupine Tree - Fan war ich auf einem Live-Konzert in Köln derart beeindruckt von dem Gitarrensound von SW und JW, dass in mir der Wunsch reifte, ebendieses Equipment irgendwann einmal zu besitzen (diese Anwandlungen hatte wahrscheinlich jeder schonmal ;) ). Also im Internet nach Bad Cat Verstärkern gesucht und den Plan schnell wieder verworfen, da diese mit knapp 3000€ für ne 30W 1x12er Combo nicht meinen Preis-Leistungsvorstellungen entsprachen (bin halt Student...) Dann entdeckte ich im Musikding DIY Forum den Bauplan zum Xtreme Tone.. Klang nicht schlecht, also angeguckt und nichts verstanden :D Ich hatte vorher seltenst gelötet, keine Ahnung von irgendwas aber war motiviert und lange Semesterferien vor mir.. Also fragte ich ganz einfach einen Bekannten (Studierter Elektrotechniker) ob er mir dabei helfen wollte, die Antwort war überraschenderweise ja und los gings..

    Grobbeschreibung ;)

    Der Bad-Cat Nachbau ist quasi die Vorstufe des Hot Cat 30 und ein mit zwei ECC83 Röhren bestückter Preamp als Bodentreter. Der Sound ist sehr britisch und absolut puristisch.. Nichts mit Kompression und High-Gain aber dafür "herrlich ehrlich" jede Nuance kommt schön rüber und die Palm Mutes...einfach geil.
    Er hat zwei Fussschalter. Ein Bypass-Schalter und einer zum Wechseln der "Kanäle" Normal (Rythmusgitarre) und Boost (Lead) mit gemeinsamer Klangreglung( Gain/Edge/Level/Bass/Treble/Master)

    Teile sammeln

    Als erstes setzten wir uns zusammen, um sämtliche Teile in in diversen Onlineshops zu bestellen, was sich schon als schwieriger als gedacht herausstellte.. also Spezialteile bei tube-town, Netzgerät bei (Conelek) und den Rest bei Reichelt.
    Alles in allem gut 110€

    Bauen

    Als erstes überprüften wir den als Grundlage dienenden Bauplan auf Fehler und stellten bis auf ein Fehler (Öffner und Schließer vertauscht bei SW 1.2) nichts fest.Außerdem wurde eine blaue LED zur Innebeleuchtung ;) und zwei Gleichrichtern statt den Dioden und einem Ableitwiderstand an einem Elko nichts am Schaltplan modifiziert. Als Gehäuse hatte ich mir ein Hammond aus dieser Serie ausgesucht :

    Tube-Town Online-Store - Aluminium Konsolen Serie 1456

    Durch serienmäßig vorhandene Lüftungsschlitze am Boden und der Rückwand ist der innenliegende Einbau der 2 Röhren zu realisieren. Die Röhren habe ich mit zwei schlauchschellenähnlichen Dingern auf den Boden geschraubt.
    An diversen Abenden (es zog sich auch da länger als erwartet) wurde an in der bestens ausgestatteten Werkstatt von dem Bekannten der Zusammenbau "vollzogen".. Es zog sich dank meiner Unwissenheit bzgl. Elektronik länger hin, da sich das ganze zu einer Mischung aus Physikunterricht und Bauen entwickelte (klingt jetzt nicht so spannend, aber noch nie hat Physik dank des praktischen Beispiels so viel Spaß gemacht).
    Die einzelnen Bauabschnitte zu beschreiben wäre jetzt etwas müßig (wer ernsthaft Interesse hat, kann sich gerne per PN an mich wenden), aber mit diversen kleinen behebbaren Lötfehlern ging es im allgemeinen recht zügig vorran. Zwischendurch wurde mit dem Oszilloskop (Dank dem Gerät weiß ich jetzt auch wie Gitarrensound aussieht :D ) nachgeschaut ob alles mit der errechneten Spannung/Wiederstand/Signalform verträgt und weitergelötet..
    Als er dann soweit fertig gelötet aber noch offen vor uns lag kam das Spannendste.. der Test ;)
    Gitarre rein und JAAA..öhhhh.. OCH NÖÖÖ.. mickriges Gitarrensignal und ein lautes Pfeifen.. super..
    Im Endeffekt stellte sich heraus, dass am Bypassschalter das Ein und Ausgangssignal zu nah beieinanderlagen.. behoben.. SOUND.. und was für einer..

    Fazit

    Der Bau war schon ein Highlight an sich, da ich dank meinem "Lehrer" unheimlich viel über Bauteile, Gesetzmäßigkeiten, praktischen Kniffen und so weiter erfahren und gelernt habe aber für den gemeinen Gitarristen an sich macht das Spielen das ganze erst erstrebenswert und der Sound ist einfach nur ERDBEERSAHNECREMIG. Entgegen meinen Erwartungen ein äußerst geringes Brummen (weniger als bei den meisten anderen Overdrive-kanälen).

    Der Normal-Kanal überspringt die erste Stufe der ersten Röhre und ist nur passiv über Master und Level im Gain veränderbar.. Ein wunderbarer Weicher Zerrsound mit den oben erwähnten bombastisch klingen Palm Mutes a la PT`s Open Car.

    Der Boost Kanal macht erst ab Gain 12 Uhr richtig Sinn, da er dann den Rythmuskanal gainmäßig überholt und dann ein traumhafter Solokanal ist..

    Wie man meinen Schwärmereien entnehmen kann, hab ich für gute 100€ (listenpreis des originals um die 400€, die wenn man die Arbeit bedenkt und das teure material im nachhinein für mich auch sinnig erscheinen) DEN Sound für mich gefunden und obendrauf noch viel gelernt.. Wenn ihr auch einen derart freundlichen Bekannten habt, oder selbst Ahnung habt kann ich euch so ein Projekt nur empfehlen..

    gruß
    Tobias

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  2. Bit

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    Erstellt: 26.10.06   #2
    Coole sache - Point to Point verdrahtung wie ich sehe :-). Student müsste man sein, wegen der Zeit. Wann kommt das Sample des neuen Boutiqe Amp Herstellers :-).
     
  3. Deadwing

    Deadwing Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.06   #3
    point to point versteht sich ja bei so nem gerät von selbst ;) und die samples hab ich schon gemacht, sin aber aufm pc in der heimat und daher erst am we zu erreichen..
     
  4. Bierschinken

    Bierschinken Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 26.10.06   #4
    Mach ma pls Pics von dem äußeren. Mich würde das gehäuse interessieren....ich hatte evt dran gedacht da nen Preamp rein zusetzen weiss aber net wie das Teil optisch ist.
     
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