Basspflege Naturfinish

von Bassochist, 26.05.19.

  1. Bassochist

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    Erstellt: 26.05.19   #1
    Hallo, ich habe seit kurzem einen Fame Baphomet IV hier stehen und wollte den mal einer grundsätzlichen Reinigung und Pflege unterziehen. Der Bass war viele Jahre eingelagert und wurde nicht gespielt oder gepflegt. Er sieht noch super aus hat aber z.B. schon deutlich sichtbare und fühlbare Spaltmaße bekommen.

    Jetzt frage ich mich da der Bass ja Natur/Oil/Wax Finish hat, was ich benutze. Der Korpus ist Ovangkol, der Hals ist aus Mahagoni und Ahorn, das Griffbrett Palisander, alles unlackiert und offenporig.

    Kann ich mit Lemon Oil fürs Griffbrett auch den Rest des Instrumentes behandeln? Sollte ich lieber ein Wachs nehmen? Was reinigt und pflegt zugleich bei Natur Finish?

    Vielen Dank im Vorraus, ist mein erster Bass der nicht lackiert ist...
     
  2. tt-bass

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    Erstellt: 26.05.19   #2
    Was meinst Du mit „hat aber z.B. schon deutlich sichtbare und fühlbare Spaltmaße bekommen.“ Kannst Du hierzu ein paar Bilder posten?

    Habe auch einen Baphomet und verwende zum Reinigen ein wenig lauwarmes Wasser auf einem Handtuch. Dann gleich trocknen. Andere übliche Reinigungsmittel wie Lemonoil sollten auch funktionieren.
     
  3. MrC

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    Erstellt: 26.05.19   #3
    Meine drei Bässe sind alle unlackiert, und Lemon Oil geht da ganz prima. Schön einziehen lassen und dann aber auch ordentlich nachwischen, sonst schmiert's ein wenig.

    Und wenn das Teil so lange ohne Pflege vor sich hin trocknete: einer meiner Bässe ist ein Ibanez BTB700DX, der wohl ein Restbestand war - jedenfalls als neu gekauft, obwohl die Produktion schon seit Jahren eingestellt war. Zuerst dachte ich, dass bei der Bundierung was nicht in Ordnung sei, die Kanten der Bundstäbchen waren deutlich fühlbar. Allerdings war auch das Griffbrett f***trocken, also erstmal Lemon Oil drauf. Und das nicht nur einmal, so gierig hat das trockene Holz das Öl aufgesogen. (Zwischendurch dachte ich, ich könnte das Schmatzen des nach Feuchtigkeit gierenden Holzes hören ...) Bei der letzten Runde den Bass über Nacht horizontal liegen gelassen, am nächsten Tag Restöl abgewischt - und keine fühlbaren Kanten mehr an den Bundstäbchen. Es war einfach nur das Holz, das sich durch die Trocknung ein Stück zusammengezogen hat. Von daher sollte das bei Deinem Bass auch funktionieren, dass die Spaltmaße zumindest geringer werden, wenn das Holz wieder mit Feuchtigkeit versorgt wird. Plan aber mehrere Runden des Einölens und auch genügend Zeit ein, damit das Lemon Oil gut einziehen kann.
     
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  4. Bassochist

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    Erstellt: 26.05.19   #4
    Damit meine ich, dass z.B. am Hals zwischen den Trennfurnieren aber auch wo der Korpus aus zwei Teilen zusammengesetzt ist Spalte sichtbar und fühlbar sind.

    Danke für die Tipps bisher, ich denke ich werde ihn dann mal kräftig mit Lemon Oil einschmieren.
     
  5. tt-bass

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    Erstellt: 26.05.19   #5
    Das hätte ich jetzt nicht erwartet und denke, dass dies ungewöhnlich ist. Ich behandele meinen Baphomet höchstens 1x im Jahr mit gewöhnlichem Speiseöl. Lemonoil besteht meines Wissens aus eher leichtflüchtigen Substanzen, die schon kurz nach der Behandlung komplett verdunstet sind, also so gut wie keine Wirkung haben. Das enthaltene Lemonoil dient wohl eher dem Geruch. Da sind natürlich andere anderer Meinung. Geh am Besten zu einem Fachmann und lass dich dort beraten. Noch besser, setzt dich mit Mayones in Verbindung und frage was die dazu meinen.
     
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  6. papero

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    Erstellt: 27.05.19   #6
    Ich hoffe ja auf ein Missverständnis; Bilder könnten dieses ausräumen. Oder verstehe ich Dich richtig, dass die verleimten Teile sich voneinander lösen?

    Grüße, Pat
     
  7. Bassochist

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    Erstellt: 27.05.19   #7
    Habe ich schon. Mayones gibt zu Fame-Bässen keine Auskunft und verweist freundlich auf den Music Store. Dort habe ich schon nach den verbauten Hölzern gefragt, was ich mittlerweile auch beantwortet bekommen habe. Ansonsten denke ich werde ich es mal mit Lemon Oil zuerst probieren, ist am geläufigsten und bei Speiseöl habe ich gehört, das kann ranzig werden und stinken und gehört nicht an Instrumente... oder verwendest du Leinöl? Davon höre ich nur Gutes, sowohl kulinarisch als auch was die Basspflege angeht.

    Leider verstehst du es richtig, ganz genau so sieht es aus. Es sieht jetzt nicht nach lösen aus aber es sind deutliche Spalte und Abstände dort, wo eigentlich keine sein sollten sondern das Holz press an press sein sollte, z.B. an der Halsrückseite. Ich mache gleich mal ein paar Bilder wenn es geht.
     
  8. Ruhr2010

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    Erstellt: 27.05.19   #8
    Ich fände noch die bisherigen Lagerbedingungen interessant. Und ich ich würde nichts unwiederbringlich daruf schmieren, bevor die Ursache nicht geklärt ist.
     
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  9. Bassochist

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    Erstellt: 27.05.19   #9
    Habe den Bass sehr günstig auf Kleinanzeigen geschossen, der Vorbesitzer hatte ihn Ewigkeiten nur auf dem Speicher liegen. Ich nehme an dort war es jetzt nicht unbedingt immer optimal was die Temperatur angeht, aber zumindest einigermaßen trocken.

    Hier mal paar Bilder. Also in der Mitte vom Korpus und oben an Rückseite des Kopfes ist es am deutlichsten.
    IMG-6752.JPG IMG-6754.JPG IMG-6753.JPG IMG-6755.JPG
     
  10. Ruhr2010

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    Erstellt: 27.05.19   #10
    Möglicherweise zu trocken. Da ist es mit einölen zur Pflege nicht getan, die Verleimung hat sich teilweise gelöst, sehr wahrscheinlich durch unterschiedliche Schrumpfung.
     
  11. Bassochist

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    Erstellt: 27.05.19   #11
    Hättest einen Vorschlag was man da machen kann? Oder muss ich mit dem Gerät dann demnächst mal zum Gitarrenbauer?
     
  12. Ruhr2010

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    Erstellt: 27.05.19   #12
    Ich würde mir mir das nicht zutrauen aber vielleicht schauen hier noch Leute rein, die Dir Tipps geben können, was man da noch machen kann. Viel Erfolg.
     
  13. MrC

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    Erstellt: 27.05.19   #13
    Da wird Lemon Oil nicht viel helfen können ... denke auch, dass sich die Verleimung gelöst hat. Ich würde auf jeden Fall mal zum Gitarrenbauer gehen.
     
  14. mk1967

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    Erstellt: 27.05.19   #14
    Vor dem Kauf würde ich nur sicherheitshalber eine Geruchsprobe machen ;) - ich hab letztens eine Ladung besorgt, mit der ich mein Youngtimer-Auto von unten konserviert habe. Das duftet zwar, wenn ich die Karre mit heißer Auspuffanlage abstelle, angenehm nach einer Mischung aus Nüssen und frischer Frittenschmiede :rofl:, aber frisch aus dem Kanister riecht das Zeug ziemlich muffig :dizzy::tongue:.

    Michael
     
  15. papero

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    Erstellt: 28.05.19   #15
    "Günstig" hieße meiner Einschätzung nach, dass Du unter 50 € für die gebrauchte Hardware, PUs und Elektronik bezahlt hast. Die Holzbasis halte ich für einen wirtschaftlichen Totalschaden.
    Ich kann mir schon vorstellen, dass das ein erfahrener Gitarrenbauer wieder reparieren kann. Wie nachhaltig und mit welchem qualitativem Ergebnis das sein wird , ist aber nicht zuletzt eine Frage des Preises.

    Grüße, Pat
     
  16. Bassochist

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    Erstellt: 28.05.19   #16
    Habe einen Top-Gitarrenbauer in der Nähe, dem habe ich jetzt bereits eine Mail mit Bildmaterial zukommen lassen und warte auf seine Antwort...

    Aber mal ehrlich, glaubt ihr dass sowohl Hals als auch Korpus an der Stelle auseinanderfallen werden? Dass die Spalte immer größer werden und sich das ganze in seine Einzelteile auflöst? Kann ich mir jetzt ehrlich gesagt nicht vorstellen, oder sorge ich beim Spielen durch die Vibrationen für Bewegungen die dies begünstigen?

    Jedenfalls klingt er so geil, dass ich ihn schon gerne retten würde ;)
     
  17. MrC

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    Erstellt: 28.05.19   #17
    Na ja, Du musst halt Bedenken, dass durch den Saitenzug schon ganz ordentliche Kräfte am Werk sind. Von daher kann es schon sein, dass da was so richtig auseinandergezogen wird ...

    Außerdem möchte ich mich für meinen vorschnellen Tipp entschuldigen. Ich hätte echt nicht gedacht, dass die Risse derartig brutal aussehen könnten.
     
  18. Bassochist

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    Erstellt: 28.05.19   #18
    Dein Tipp ist doch immer noch gültig. Eigentlich habe ich ja nur nach Pflege gefragt. Das ich mit bißchen Lemonoil diese Spalte nicht wegkriege war mir schon klar... :D nur dass es so schlimm ist wie hier die meisten drauf reagieren hätte ich jetzt auch nicht gedacht ehrlich gesagt.

    Bin gespannt was der Gitarrenbauer sagt. Und hoffe natürlich dass es nicht so schlimm ist
     
  19. MrC

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    Erstellt: 29.05.19   #19
    Jedenfalls drücke ich Dir die Daumen, dass da noch was zu retten ist und Du bald ein astreines Instrument in den Händen halten kannst.
     
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  20. Bassochist

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    Erstellt: 29.05.19   #20
    So, nur ein kleines Update um die ganze Sache abzuschließen: der Gitarrenbauer meint es wäre überhaupt kein großes Problem oder Grund zur Sorge. Wie hier richtig vermutet, handelt es sich um Bewegungen des Holzes aufgrund von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Normales Bespielen und Nutzen des Instruments, sowie Einstellungen am Hals sind absolut unproblematisch und sollten die Spalte nicht beeinträchtigen. Wenn mich die ganze Sache wegen der Haptik stört (was sie nicht tut), dann kann man das ziemlich schnell und unkompliziert reparieren. Ansonsten soll ich eben darauf achten, dass der Bass keinen extremen Bedingungen wie hoher Wärme oder Feuchtigkeit ausgesetzt wird. Sollte sich dann durch solche Umwelteinflüsse eine Änderung bemerkbar machen, also die Spalte größer werden, soll ich dann aber doch relativ zügig in die Werkstatt und dann wird das mit Holz oder anderen Mitteln aufgefüllt bzw. gestopft. Er hat allerdings keine großen Bedenken und vermutet eher, dass es so bleibt wie es ist.

    Das heißt für mich, beobachten und reagieren, falls sich was tut. Ansonsten kommt dein Tipp jetzt doch voll zum Tragen, MrC... nächste Woche gibts ne schöne Ölreibe :)
     
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