Zum Thema Baton Rouge kann ich auch 'was beisteuern. Mit der Marke hab' ich gemischte Erfahrungen Erfahrungen gemacht. Mit einer Blue Moon bin ich recht zufrieden, zumal mir die Optik sehr zusagt, auch wenn manche sie als 'Mädelsgitarre' bezeichnen. Bei einer LEO der ersten Generation, grundsätzlich schönes Holz & gut verarbeitet und nicht gerade billig, musste ich trotzdem die Bundenden entgraten & verrunden - hatte ich in der Preisklasse nicht erwartet. Ich bekam sie nahezu neu, weil sich der Steg angehoben hatte. Das spricht nicht unbedingt für's Qualitätsmanagement. Immerhin ist sie jetzt ok. und hat eine glückliche Besitzerin.
Bei einer R14-12 beisse ich mir aber gerade die Zähne aus. Nachdem wohl ein Spaßvogel versucht hat, die Gitarre mit einem Heißluftföhn (vermute ich) zu entlacken, habe ich sie als Versuchsobjekt günstig geschossen. Der Steg war auch abgerissen. Die 'Brandspuren' zu beseitigen, war zwar einiges an Arbeit, ging aber, weil die Fichtendecke selbst nicht viel abbekommen hatte. Meine Sprühdosenlack-Ergebnisse hätten einen echten Lackierer nicht vom Hocker gehauen, aber immerhin. Irgendwann war'se fertig, bekam ein Holzpickguard und ich habe sie an Bekannte verkauft. Kurze Zeit später hatte ich sie als 'Garantiefall' wieder zurück. Wie sich herausstellte, war der Halswinkel so negativ, das ab dem 12. Bund bei den H- und hohen E-Saiten keine Tonveränderung mehr eintrat. Mir ist das merkwürdigerweise nicht aufgefallen, obwohl ich die R14 vor dem Verkauf natürlich getestet hatte.
Selbst wenn der Trussrod so maximal gespannt wird, dass der Hals eher an einen englischen Langbogen erinnert, war sie nicht mehr spielbar. Ein anderer Grund ist die Decke, die durch den Saitenzug so stark nach vorne gezogen wurde, dass sich die gesamte Statik ebenfalls negativ verändert hatte. Auch wenn die R14-12 nicht gerade die teuerste 12-saitige auf dem Markt ist, darf so'was nicht passieren. Da kann ich nur sagen, Konstruktionsfehler und besch... zusammengebaut! Zwischen Stegunterfütterung und Bracing habe ich je zwei flache Stück ultraleichte, aber stabile Hölzchen eingeleimt, die der Wölbung hinter'm Steg etwas entgegenwirken. Das Hauptproblem ist aber nach wie vor der Halswinkel. Diverse Stegeinlagen später ist die aktuelle jetzt 12mm hoch, etwas dicker und kippt durch den Saitenzug extrem nach vorne, weil die Nut im Steg sie nicht ausreichend fixiert. Jetzt hab' ich noch einen Rohling mit 4mm Stärke bestellt und hoffe inständig, dass ich damit das Problem beseitigen kann. Allerdings frage ich mich, wie 'die' in der Fertigung arbeiten und v.a. die Qualitätskontrolle durchführen.
Ich bin kein Holzwurm, aber dass diese Effekte durch das Erhitzen und eine tiefgehende Schädigung der Holzstruktur bedingt sind, halte ich für eher unwahrscheinlich. Anscheinend ist auch bei BR-Gitarren die Serienstreuung enorm. Das Teil hätte für mein Empfinden ausgemustert gehört.
Gruß
TAMA TG 80