Schwieriges Thema. Nehme an, Deine Schwester ist Anfängerin und möchte gerne lernen? Es wird ja immer zum Ausprobieren geraten, aber gerade einem Anfänger sagt das meiner Ansicht nach nicht sonderlich viel. Was will denn ein Anfänger da genau beurteilen? Und man müsste jetzt auch noch wissen, welches Budget Du Dir grundsätzlich gesetzt hast. Für 30 EUR bekommst man sehr, sehr gute Kunststoffflöten während selbst 50 EUR für eine sehr gute Holzflöte noch knapp sind. Kann ja mal von meinen Erfahrungen berichten.
Meine Tochter hat von der Flötenlehrerin eine Kunststoffflöte von Aulos im Preisbereich von um die 10 EUR empfohlen bekommen. Gibt auch von
Yamaha* praktisch baugleiche Modelle zu dem Preis. Die Flöte klang ordentlich, hatte jedoch etwas leicht Schrilles und im Zusammenspiel mit anderen Sopranflöten hatte man immer etwas Stimmungsprobleme. Auf der Aulos hat sie ca. 1 Jahr gelernt, dann empfahl die Flötenlehrerin den Umstieg auf eine Holzflöte. Im Musikladen der Musikschule hat die Lehrerin für uns Flöten angespielt und uns zu einer Ahorn Flöte der Gebrüder Schneider (das Barock Modell) im Preisbereich von ca. 50 EUR geraten. Das ist sehr günstig für eine dreiteilige Holzflöte. Die Flöte klingt gut, spricht über alle Register gut an, wird durch den relativ weiten, geraden Windkanal nicht so schnell heiser und macht rundum Spaß. Ein schönes Modell für Anfänger, wie ich finde.
Mein erste Sopranflöte zum Wiedereinstieg (nach der 30 Jahren alten angeranzten Schulflöte) habe ich im Internet anhand von Rezensionen von anderen Spielern bestellt, denn ich fühlte mich überhaupt nicht in der Lage, beim Anspielen irgendwas zu beurteilen. Besonders bei
Thomann*.de und auch bei Amazon gibt es zu einigen Modellen viele interessante Rezensionen. Ich habe mich bei der Recherche nach einer Blockflöte für den Wiedereinstieg bewusst auf Kunststoffmodelle der mittleren bis höheren Preisklasse konzentriert. Gerade für den Anfang finde ich die einfach unkomplizierter als Holz und unempfindlicher gegen zu viel Speichel und Missgeschicke. Ich bin mit meiner Aulos Symphony 503B sehr zufrieden, auch jetzt noch, wo ich aus der Anfängerphase raus bin. Kostenpunkt waren knapp 30 EUR. Das ist für eine Kunststoff Sopranflöte schon ein stolzer Preis, dafür schlägt sie vom Klang her jede billige Holzflöte um Längen. Ich spiele immer noch sehr gerne mit ihr, besonders jetzt, wo ich lerne, ihre Eigenheiten besser zu nutzen und zu schätzen.
Nach der Aulos wolle ich dann noch eine Holzflöte und habe bei
Thomann* 3 Sopranflöten im Preisbereich 55 bis 70 EUR zur Auswahl bestellt. Ich habe alle angespielt und letztendlich die behalten, welche mir am meisten zusagte. Da fühlte ich mich schon in der Lage, einzuschätzen, wie die Flöten ansprechen, welchen klanglichen Charakter sie haben und ob sie mir liegen. Eine habe ich behalten, zwei gingen zurück. Klappte problemlos. Bei
Thomann* kann man auch Gutscheine kaufen und sie haben von günstig bis sehr teuer eine breite Auswahl, wenn auch nur die gängigen Marken.
Mein Fazit? Ich denke mit einer Sopranflöte aus Kunststoff von
Yamaha* oder Aulos im Preisbereich von 20 EUR kann man nicht wirklich was falsch machen. Eine gute Freundin mit über 30 Jahren Spielerfahrung auf der Blockflöte spielt eine solche Flöte selbst bei Konzerten in kalten Kirchen und ähnlichen unwirtlichen Orten, wo sie mit Holz immer Probleme bekommt wegen der Intonation, Kondensation u.ä. Dann suchst Du noch den ersten Band einer schönen Blockflötenschule (z.B. Blockflötenfieber oder Blockflötenreise o.ä.) dazu raus und dann kann der Spaß beginnen

Falls das Schwesterherz Feuer fängt, kannst Du ja gleich schon mal nach Blockflötenunterricht in Eurer Region schauen
Viel Spaß!