Ich bin Harald aus Hameln. Wie kam es dazu, dass ich mich hier heute vorstelle? - Ich hole mal etwas aus….
Geboren in 1960 kam ich früh mit Musik in Kontakt. Meine Mutter war im örtlichen Gesangverein und trällerte den ganzen Tag vor sich hin. Wir bekamen oft Besuch dieser Vereinskameraden. Die brachten immer mal eine Gitarre und die unvermeidliche Quetschkommode mit. Ich war fasziniert, aber für die Instrumente war ich noch zu klein.
Das änderte sich irgendwann und ich schielte auf die Gitarre. Zwar immer noch zu klein für dieses Riesending, doch ich wusste, meine Zeit wird kommen.
So trällerte ich mit. Tonleitern, Volkslieder, Kindergruppe.
Irgendwann gings dann auf das Gymnasium, 5. Klasse, endlich richtigen Musikunterricht.
Der Lehrer spielte was auf der Geige vor, ich konnte in Echtzeit die Noten benennen.
Eine große Karriere wollte sich ihren Weg suchen, und dann gab es ein einschneidendes Erlebnis.
Die Blockflöte. Jeder musste sich das besorgen, der praktische Unterricht fand mit diesem Mistding statt. Ich fand das derart widerlich, dass ich mich wegen simulierter Hörprobleme vom Unterricht befreien ließ.
Und dann kamen andere Interessen, Mädchen, Mopeds…
Zeitsprung ins Jahr 2008. Ich wurde von einem Veranstalter engagiert, die Musikerauftritte zu fotografieren. Dabei kam mir meine etwas extrovertierte Art zu Gute. Die Bilder fanden Aufmerksamkeit, meine Art dort aufzutreten auch. So kam es zu weiteren Aufträgen und dann zu eigener Hobbyarbeit und Berichterstattung in Tageszeitungen und eigener Onlinepräsenz. Die Sache nahm ihren Lauf, kleine Barauftritte mehr oder weniger bekannter Musiker bis hin zu den großen Dingern mit tausenden Gästen und weltbekannten Stars.
Mittlerweile haben wir eigene Veranstaltungen durchgeführt. Ein Hobby, mittlerweile kommerzionalisiert. Die Sparten in den Tageszeitungen hatten durchweg über 200.000 Klicks pro Monat. Dazu dann Facebook mit einer wöchentlichen Reichweite bis 70.000.
Und so trug es sich immer wieder zu, dass ich auch den Instrumenten nahe kam. Mal ein schüchterner Blick, aber nie was berührt.
Harald, willste nich mal probieren, singen kannste doch auch nich! (Ich habe schon im Duett mit Künstlern (Tony T. - R.I.O. oder Vollker Racho) vor bis zu 3000 Gästen ins Mikro "gesungen". Oder live mit Morgenmän Frankie auf der Bühne das Publikum animiert...
Meine Antwort lautete immer: Ich befinde mich seit der Blockflötensache im Trauma.
Irgendwann war es dann soweit und ich kassierte einen saublöden Spruch, der mir zu denken gab. Ich war angeschlagen, ich dachte nach, ich sprach drüber – und dann ging es los: Ja. Mach. Tu es. Weichei. Klappstuhl. Große Fresse. Laberkopp. Das war letzten Sommer.
Einen Monat nach dem 60.sten Geburtstag bestellte ich mir dann eine
Yamaha* 310P. Keine Ahnung, ob das richtig war, immerhin,
Yamaha* kannte ich von den Motorrädern und somit hatten die bei mir Vertrauensvorschuss.
16.12.20 Es klingelt. Ich habe hier eine Lieferung. Ja, ich bin das. Puh es wird ernst….
Rein damit.
Ausgepackt. Meine. Wie hält man das jetzt? Besser noch nicht anfassen, erst mal mit dem Hund raus. Eine Stunde lang. War das richtig? Schicke ich sie zurück? Nein. Attacke. Wieder zu Hause.
Einen Plan machen. Youtube. Angefangen. Aua die Fingerspitzen.
Die Beweglichkeit der linken Hand behindert mich, stelle ich grad fest. 40 Jahre Vollkontaktkampfsport. Linkes Handgelenk gebrochen, linker Ringfinger, Mittelhand, Daumengelenk – Stretching erforderlich. Geht aber.
Die ersten Tage, Wochen, nur 15-30 Minuten täglich, dann immer mehr. Tonleitern, Schlagmuster, Pentatonik, Noten auf dem Griffbrett, …. , au weia, das wird länger dauern. Doch es wird und es flogen noch keine Eier, Tomaten, o.ä.
Februar: Eine
E-Gitarre*? Ja, hab ich Bock drauf. Eine sehr gute
Yamaha* Pacifica 112VFM und einen VOX VT20+ dazu.
Derzeit verbringe ich wohl locker über 5 Stunden wöchentlich mit den beiden Teilen, geschätzte drei Viertel mit der Elektrischen.
Seit dem 16.12. bis heute gab es keinen einzigen Tag ohne Übung – ich glaube, das schulische Trauma ist besiegt.
Mal sehen, wo das enden wird...