Hallo Community,
zu meiner Person: 46 Jahre, bis vor 2 Jahren nie aktiv ein Instrument gespielt. Jedoch seit ich 13 war, jede Menge Musik gehört, Metal und Rock. Leidenschaftlich. Hat sich bis heute nicht geändert. Meine Tochter hat vor genau 2 Jahren eine Akustikgitarre geschenkt bekommen. Nach 2 Tagen hat sie einige Töne von come as you are gedudelt, von Nirvana. Da wars um mich geschehen. Ich wollte auch ! Drei Wochen später stand meine erste E-Gitarre in meinem Hobbyraum. Was soll ich sagen, meine Tochter hat nach wenigen Monaten aufgehört, ich bin begeistert drangeblieben. Mittlerweile dreht sich jede freie Minute in meiner Freizeit, um die Gitarre. Ich bin in der Tat ehrgeizig. Ich würde mein Übungspensum in den zwei Jahren, als täglich bezeichnen. Es waren wenige Wochen dabei, in denen ich meist zeitbedingt, eher weniger motivationsbedingt, nicht an der Gitarre war. Einige wenige Motivationstiefs hatte ich, meist im ersten Jahr, da der Weg sehr sehr steinig ist. Trotzdem, ich bin eisern drangeblieben. Im ersten dreiviertel Jahr war ich autodidaktisch unterwegs. Danach mit Lehrer. Ich würde sagen, ich habe durchschnittlich ein bis zwei Stunden pro Monat. Der Lehrer ist top. Wir harmonieren menschlich gut, er nimmt sich extrem viel Zeit, ist nach meinem Ermessen versiert, er hat sein Geld mit Musik verdient. Er bietet einen Mix aus eigenem Lernplan an, geht aber auch auf meine Fragen und (Song-)Wünsche ein. Er hat mir mehrmals zurückgemeldet, dass ich meinem Alter entsprechend, auf einem guten Weg bin und ich mich nicht als auffallend untalentiert auszeichne, (immerhin

) obwohl es sich zu Teilen für mich subjektiv klar so anfühlt. Ich bin sehr kritisch mit mir. Ich denke meine großen Schwächen sind meine Ungeduld und die Unbeweglichkeit der Finger. Im ersten Jahr war ich fast nur damit beschäftigt meine Finger physisch auf Vordermann zu bringen. Powerchords greifen in den ersten Monaten, insbesondere in den ersten 6 Bünden, unmöglich! Grundakkorde das Gleiche Dilemma. Barre Akkorde, reinste Folter.....meist habe ich mir auf YouTube Riff Tutorials rausgesucht, ein paar Takte gelernt, dann auf etwas gestoßen, das ich technisch nicht umsetzen konnte, ein Stretch beispielsweise, anschließend zwangsweise einem anderen Riff gewidmet. Viele werden es kennen aus Jahr eins. 10 Songs angefangen, keinen einzigen zu Ende gebracht. Ja, das erste Jahr war hart, trotzdem hats gebockt. Was ich im ersten Jahr bis eineinhalb Jahr versemmelt habe, ganz klar, die Grundakkorde. Klar geübt sporadisch, aber eher nur um mein Gewissen zu beruhigen. Ich bin mehr den schnellen billigen

Rifferfolg hinterhergejagt und habe Powerchords geübt. Als Autodidakt einfach drauf losgespielt. Durch das Überangebot auf YouTube, von A zu C gesprungen.
Im zweiten Jahr, wurde es so langsam strukturierter, klar auch durch den Lehrer, aber auch weil ich jetzt mehr in der Materie drin bin.
Konkret: was ich nach zwei Jahren kann: vor ca. 5 Monaten mein erster ganzer Song. Rage against the machine, Bombtrack. Im Takt mit Metronom und Backingtrack. Dann Everlong von Foo Fighters. Etwas holprig beim Anhören. Aber Geschwindigkeit, Takt und Rhythmus sitzen. Das wars dann aber auch mit ganzen Songs. A Moll Pentatonik übers ganze Griffbrett. Improvisieren damit auf Anfängerniveau. Würde ich nirgends vorspielen wollen. Ich würde sagen, ich habe das Prinzip verstanden, die Grundlagen. Powerchords flüssig wechseln. Palm-Muting sitzt und ist automatisiert. Barre Akkorde gehen, aber nicht immer fehlerfrei. Bending auf Anfängerniveau. Slides und Hammer-ons. sitzen grundsätzlich. Pull offs ohne Läufe, z.B. mit dem Mittelfinger auf einem Ton einen Pull-off machen, geht schon klar. In einem Punkt bin ich jetzt schon Profi: Ich habe festgestellt, dass die perfekte Anzahl der Gitarren N+1 ist. Wobei N für die derzeitige Anzahl der Gitarren steht
Meine absoluten Baustellen (subjektiv, bei denen ich denke, hier müsste man weiter sein, nach 2 Jahren):
Grundakkorde, da erst ernsthaft vor 5 Monaten in tägliche Übungsroutine aufgenommen (Schande über mich!) Werden aber gerade besser. Pull offs sind reinste Hölle. Solche bei denen Ringfinger und kleiner Finger nacheinander abgezogen werden. Und dann noch mit Bendings verbinden? Schnelle Läufe damit spielen, undenkbar. Wieder mal eine Technik, bei der ich denke, das kann man nicht lernen., was zur Hölle soll das....Taktgefühl, sprich die Takte auszählen. Schaffe es nicht immer, mit dem Fuß im Takt zu wippen. Im Vergleich zu Jahr eins aber auch um Million besser. Eventuell noch zu wenig strukturierter Übungsanteil mit Metronom. Spiele meist meine Lernsongs mit Songsterr, zwar mit eingeschaltetem Metronom, aber ich befürchte, rein mit Metronom isoliert, wäre effektiver. Eventuell das Improvisieren (kein Vergleich, wie andere im Durchschnitt nach 2 Jahren improvisieren).
Meine Übungsroutine derzeit: jeweils die oben genannten Songs (wasted year und fear of the dark von Maiden, Billy Talent try honesty, Mama Ozzy Akustikversion z:B.) mit Songsterr als Backingtrack, mit eingeschaltetem Metronom. A Moll Pentatonik, dabei z.B. "spiele alle e f und g auf dem Griffbrett oder alle c d und e" usw., Arpeggios Moll und Dur auf E und A Seite mit Metronom. Pull- off und Hammer-on Übungen, C-Dur Pentatonik übers Griffbrett, Barre Akkorde, Grundakkorde verbinden mit A Moll Pentatonik beim Improvisieren, Bendings immer in Impro einbauen. Generell versuchen, das Griffbrett zu lernen. Ich kenne alle Töne, kann aber nicht intuitiv beim spielen darauf zugreifen. Jedenfalls bei Weitem nicht alle.
So weit meine derzeitige Reise. Natürlich ist mir bewusst, dass es tausende dieser Threads im Netz gibt. Warum ich meine Gedanken hier reinstelle? Weil ich mich mit Gleichgesinnten austauschen möchte. Das Nachteils des "Alters": weniger Kontakte mit Musikverrückten. Wenn ich meiner Frau davon erzähle, verrollt sie die Augen und sagt, ich solle mir besser Gedanken um das Anlegen des Gartens machen

. Ihr wisst sicher was ich meine.
Abschließend: ich kann durch meinen Job, fast täglich üben, ich habe oft 24 h oder 20 h Dienste, das heißt, ich kann täglich mehrere Stunden investieren, was ich auch konsequent mache. Ich würde sagen, ich übe zwischen 2 bis 5 Stunden am Tag. Trotzdem geht es sehr langsam voran. Man ist ganz oft auf einem Plateau gestrandet, auf dem man dann Wochen der Übungszeit verbringen muss, oder soll ich sagen darf? Dann kommt ein kleines Zwischenhoch, ich denke, WOW, der Durchbruch naht....nur um dann festzustellen, das nächste Plateau steht an.
Eine konkrete Frage stelle ich also nicht. Mich würde interessieren, wie weit ihr nach zwei Jahren wart, ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt. Wie ihr pull-offs lernen konntet z.B., ohne nahe der Depression zu landen etc. Denkt ihr, es kommt irgendwann ein Punkt, mit einem wirklichen Level-up, ab dem des leichter wird? Dahingehend sind die Aussagen im Netz nämlich unterschiedlich. Die einen sagen, irgendwann kommt der Durchbruch die anderen sagen, es bleibt immer zäh Insofern bin ich sehr auf eure Einschätzung und Kommentare gespannt
Meine Ziele: ich will kompetent Gitarre spielen lernen, sodass ich die Möglichkeit habe, in einer Band zu spielen. Ich möchte über den Rhythmus-Part hinaus. Ich habe das Ziel auch Solos spielen zu können. Metal und Rock, das ist schon immer meine Leidenschaft.
Beste Grüße
Metalhead