So, nachdem ich ein paar Fotos im Kasten habe, kann ich meinen Erfahrungsbericht abschließen.
Der Rest ist schnell erzählt: von den Gitarrenbauern, die ich mir ausgesucht hatte, war Heiner Dreizehnter für mich am Besten zu erreichen, da er nicht weit weg von Sitz meines Brötchengebers wohnt.
Außerdem hatte mir Heiners Webauftritt gut gefallen.
http://www.acoustic-guitars.de/cms/
In seiner Werkstatt angekommen, durfte ich dann 5 seiner Modelle anspielen. Er schaute mir genau auf die Finger und hörte genau zu.
Das Anspielen an sich war schon bemerkenswert. Ich hatte meine M14CP mitgenommen, um eine Orientierung dabei zu haben. Martin Seeliger möge mir verzeihen, und meine Lakewood werde ich niemals hergeben, aber das, was ich da anspielen durfte, war einfach eine andere Hausnummer. Und zwar nicht nur bei einer: alle 5 Gitarren waren einsame Spitze. Alle von den Materialien und der Bauart unterschiedlich, aber alle mit einem besonderen Charakter.
Danach kam das Beratungsgespräch. Ich formulierte meine Wünsche, Heiner machte Vorschläge dazu, die unter Anderem auch auf Heiners Beobachtungen zu meinem Spiel basierten.
Und das kam dabei heraus:
Als Basis meiner "Akquarius" dient Heiners Modell SJ-15 De Luxe
Dieses Modell hat einen Halsübergang am 15. Bund. Dank meiner langen Finger komme ich somit in Lagen, für die ich sonst einen cutaway gebraucht hätte.
Die Mensur ist mit 660mm etwas länger, die Gitarre insgesamt etwas größer. "Jumbo" trifft es vielleicht noch am besten.
Nachdem die Basis gefunden war, ging es an "customizing". Wir wählten
- eine Decke aus Adirondack-Fichte, die meinen eher leisen Fingerstyle optimal überträgt
- Korpus & Zargen aus Palisander
- den Hals ebenso aus Palisander. Dieses massive Holz nimmt nur minimal Schwingungen auf. Somit geht die volle Wucht des Klanges über die Decke.
- Ich bin kein Freund von übermäßig viel Abalone, Perlmutt und sonstigen Verzierungen. Deshalb beschränkten wir uns auf Zwetschgenholz für die Bindings und die Schallochrosette. Dieses rötliche Holz ist ein hervorragender Übergang vom dunklen Palisander auf das sehr helle Adirondack-Fichtenholz
- eine Verzierung gibt es allerdings: den 12. Bund ziert das Zeichen des Wassermanns in Perlmutt. Der Eine oder Andere von Euch mag vielleicht bemerkt haben, dass mein Benutzerbild sich geändert hat...
-goldfarbene Gotoh Mechaniken und Schaller Quicklocks in Abstimmung auf die Hölzer waren das i-Tüpfelchen
Ich hatte nun überhaupt kein Bedürfnis mehr, meine Suche nach einem Gitarrenbauer fortzusetzen. Und in Erwartung auf das, was da kommen sollte, war ein halbes Jahr Wartezeit absolut okay.
Im August - ich hatte ohnehin im Süden der Republik zu tun, durfte ich sie dann abholen.
Ich hatte auf dem Weg dorthin bei Schmidt in Frankfurt (einem der besten Läden für Akustikgitarren, die ich kenne!) Halt gemacht und ein wenig rumprobiert. Deshalb hatte ich noch einige Gitarren "im Ohr", als ich in Leutkirch bei Heiner auf den Hof fuhr.
Ich weiss nicht, wie objektiv man bei Soetwas sein kann, aber meine Gitarre, die ich nun in den Händen hielt, war durchaus vergleichbar mit einer Lowden 35 IRSS, die ich in Frankfurt neben Gitarren von Collings, Gibson, Boucher und Martin angespielt und als meinen Favoriten erkoren hatte.
Die Korpusgröße ist für mich perfekt. Die lange Mensur ein Traum. Heiner hatte die Gitarre in DADGAD gestimmt (macht er immer

) und gleich die ersten Töne waren der Hammer: volle, satte, klare Bässe. Kräftige, akzentuierte Mitten und glasklare, silbrigwarme Höhen. Hatte ich erwähnt, dass ich verliebt bin ?

Ich hör jetzt mal auf mit der Schwärmerei, sonst wirds schwülstig.
Ich hänge einfach mal ein paar Bilder dran. Dann könnt ihr seber mal schauen.
