digitale o. analoge Funkkopfhörer ohne Latenz?

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h59192
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Hallo,

[Sollte das hier die falsche Gruppe sein, bitte kurz einen Tipp geben, Danke]

mal eine grundsätzliche Frage zum möglichen Einsatz von Funkkopfhörern beim e-Bass-Üben:

Bisher hatte ich das so gelöst:
  1. an den "Phone Out" meines Übungsverstärkers (Behringer Ultrabass BX300) direkt einen Kopfhörer mit Spiralkabelverlängerung angeschlossen
  2. oder: das Signal aus Phone Out durch ein kleines Mischpult geleitet, das wiederum die Begleitung als USB-Soundkarte zulieferte, und daran dann Kopfhörer
  3. oder: den (aktiven) Bass direkt an den Line-Eingang des Mischpultes angeschlossen (+ USB Sound wie oben) > Kopfhörer

Dadurch dass das Mischpult einen Kopfhörerverstärker hatte, konnte ich das alles ganz bequem gegeneinander ausregeln und kam zu einer befriedigenden Klangqualität. Nur das Kopfhörerkabel nervt aufgrund der baulichen Enge sehr und verheddert sich x-Mal am Stuhl und anderen Gegenständen zwischen denen ich beim Üben hin und her wechsele.

Nun dachte ich an die Anschaffung eines bezahlbaren Funkkopfhörers (<200E). Ich hatte früher mal ein analoges Modell, das aber immer wieder die Ferquenz verlor, sich stumm schaltet, alle möglichen Störgeräusche (PC etc.) einsammelte und je nach Kopfrichtung starke Nebengeräusche einfing. Deshalb dachte ich an digitales Modell, musste aber mit Schrecken etwas von Latenz lesen, was ich beim Üben natürlich auch nicht brauchen kann.

Nun sind alle möglichen Beiträge dazu, die ich in den letzten Stunden ergoogeln konnte auch schon einige Jahre alt und vielleicht gibt es ja inzwischen Verbesserungen?

Hat jemand also einen Tipp?
- unempfindliche analoge Modelle
- latenzfreie digitale Modelle

Und die andere Frage: Ist das irgendwie schädlich, wenn ich wie in 3. den Bass direkt als Line-Gerät anschließe und dann den Kopfhörer dort verwende? Mir ist klar, dass ich damit nicht die HiFi-Boxen belasten sollte, aber ein KH sollte das abkönnen, oder?

Besten Dank für Tipps
H
 
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Michael Burman
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Versuch mal mit einem glatten Kabel statt Spriralkabel.
Ganz ohne Latenz geht digital nicht. Allein die Wandler schon haben ihre Latenz wegen der digitalen Filter.
Du hast in deinem Signalweg schon mindestens A/D + D/A + mehrere Buffer dazwischen im Interface und in der Software. Mit einem digitalen Funkkopfhörer, der analog angeschlossen wird, hast du nochmal A/D + D/A + weitere Buffer.
Ein ausreichend langes glattes Kabel sollte Abhilfe schaffen.
 
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The_Dark_Lord
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Ohne Latenz funktioniert digital nicht.

Die Frage ist nur, wie groß ist die Latenz?

Bedenke folgendes:
Schall bewegt sich mit rund 343 Meter pro Sekunde, das sind 1200 km/h. Das ist recht viel, aber nicht unbegrenzt viel.
Wenn du den Bass also an einen Verstärker angeschlossen hast, und du etwa zwei Meter vom Lautsprecher entfernt sitzt, muss der Schall 2 Meter zurücklegen, bevor du ihn wahrnehmen kannst.
Für diese 2 Meter braucht er etwa 5 Millisekunden.

Wenn du Kopfhörer verwendest, muss der Schall nur wenige Zentimeter zurücklegen bevor er dein Trommelfell erreicht, also kann die Funkstrecke 5 Millisekunden Latenz haben, und es fühlt sich für dich an wie ein 2 Meter entfernter Bassverstärker.

Freilich kann man den Verstärker noch deutlich weiter weg stellen, bevor die "Latenz" (bedingt durch die nicht unbegrenzt hohe Schallgeschwindigkeit) eine Rolle spielt.
Als Faustregel kann man sagen, dass 20 Millisekunden die Grenze sind.
Bei mehr als 20 Millisekunden Latenz (=der Bassverstärker steht ~7 Meter weg) wird's langsam kritisch. Das ist auf großen Bühnen ein Problem ;)


Fazit: Hab keine Angst vor Latenz, denn auch wenn du komplett analog über einen Verstärker spielst, hast du Latenz!
 
Michael Burman
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Wenn du den Bass also an einen Verstärker angeschlossen hast, und du etwa zwei Meter vom Lautsprecher entfernt sitzt, muss der Schall 2 Meter zurücklegen, bevor du ihn wahrnehmen kannst.
Wie laut muss übrigens der Verstärker aufgedreht sein, damit man beim Bass Spielen den akustischen Klang des Basses nicht mehr mitbekommt? :p Der braucht nämlich keine 2 Meter bis zum Ohr. ;) Und gerade die Attacks kommen über die Obertöne, die auch akustisch noch gut zu hören sind.
Wenn ich mein Playback nicht zu laut aufdrehe, muss ich meine (solid body) E-Gitarre z.B. nicht mal verstärken, um kurz mal etwas dazu zu spielen. Beim Bass um so mehr Eigenklang je frischer die Saiten. :p
Jede weitere Latenz ersetzt übrigens nicht die bereits in der Signalkette vorhandene, sondern kommt hinzu.
 
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Hey, besten Dank schon mal. "Angst" hatte ich dann auch eher vor längeren, hörbaren Latenzen, von denen im Zusammenhang mit digitalen KH auch schon zu hören war.

Aber andere Fragestellung: Analoge Funkkopfhörer dürften doch noch weniger Latenz bzw. gar keine haben, oder?

Danke Euch aber so oder so ;)

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Du weißt doch gar nicht wie schnell/feinauflösend mein Gehör ist! ;) OK, verstanden.

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Michael Burman
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Internet sagt mit Lichtgeschwindigkeit mit etwas weniger als 300.000.000 m/s.
Etwas genauer: 299.792.458 m/s. Soll für Vakuum gelten. In Luft gibt's etwas Verlust.
Für 1 ms Latenz müsste die Luftstrecke also etwas unter 300 km sein? :rolleyes: :D
Bei knapp 3 m entsprechend 0,00001 ms Latenz?...
 

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