Dreiklänge

  • Ersteller swordfish123
  • Erstellt am
Ich habe jetzt das o.g. Ziel verfolgt, den Ausgangsakkord über die Ausgestaltung von Zwischenstufen zum C-Dur-Akkord aufzulösen. Die dirkete Auflösung durch eine einfache Bewegung des cis zum c erschien mir ja zu krass. Ich verwendete die transponierte Fassung des Ausangsakkordes von HëllRÆZØR und die Idee, das cis in die oberste Stimme zu legen, zu der mich Szrp inspirierte.

Hier die Kurzschreibweise der Akkorde:
Cadd
signflat.gif
9
- C+ - Co7 - Fo/G - C

EDIT: Korrektur, es sollte heißen:
Cadd
signflat.gif
9
- C+ - Do7 - Fo/G - C

Der Bass macht folgende Bewegung:
c - c - d - g - c
andere Stimmen (enge Lage):
e'-g'-cis'', e'-gis'-c'', f'-as'-h', f'-as'-h', e'-g'-c''
(Bindungen und Notenwerte nicht berücksichtigt)

MIDI zum anhören

Für mich wird der Ausgangsakkord plausibel in C-Dur übergeleitet. Wie wirkt das Beispiel auf euch?

Gruß
Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
Deine Akkorde stimmen nicht mit den beschriebenen Tönen überein - C°7 kommt nicht vor. So würde ich deine Akkorde notieren:

| Cadd♭9 | C+ | F°/C | F°/G | C |

oder etwas ungenauer von den Tönen, näher an den Funktionen, wie ich es höre:

| Cadd♭9 | C+ | B°7/C | G7♭9 | C |

Die ersten beiden Akkorde klingen nach Varianten von C7(♭9♭13).
Der dritte Akkord ist für mich hier mehrdeutig. Er enthält sowohl Fm (c-f-ab) = die logische Auflösung der beiden Akkorde vorher, als auch den Tritonus der Dominante G7, wodurch der Akkord ebenso als Dominante von C aufgefaßt werden kann.

Mir stellt sich aber noch die Frage: Wenn es um ganz bestimmte Töne oder Voicings geht, warum sollte ich versuchten, das ausgerechnet durch die ungenauen Akkordsymbole darstellen zu wollen? Hier wären doch Noten oder meinetwegen auch TABs zweckmäßiger.



Was meinst du mit "Ausgangsakkord"?
 
hier noch mehr Hinweise, dass die Bezeichnung [Cm maj7 b5] nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann. Kommt doch immer auf den Kontext an und ich persönlich passe auch die Symbolwahl der Kontextualität nach Möglichkeit an (also Woher-Wohin/was ist wichtiger?)...
In Ermangelung an Bezeichnungsvorrat per Akkordsymbolschrift habe ich größtenteil nur [c 0] geschrieben. Vielleicht könnte das einer von Euch nachtragen.
Fallen Euch noch mehr Einsatzmöglichkeiten ein?
Ich hatte nur mal 2 min überlegt und dann keine Lust mehr.
c0.jpg
 
Bin ich der einzige der in dem Midifile das C nciht als Auflösung hört sondern dominantisch? Ich meine da ganz klar nach dem C (V7) ein Fm zu erwarten, was dann die nötige Ruhe bringt. :gruebel: Ein G7b9? Wenn man den will. Ich höre da etwas vermindertes das zur Domiante C leitet.

edit: Ich lese mal den ganzen Thread durch. Eventuell geht es gar nicht darum dass das C als Tonika aufgefasst wird, wäre auch SEHR merkwürdig.

edit 2: Hoch interessant. es wird also hier 3 Seiten lang darüber diskutiert was den nun der 3te Akkord im Bild vom op sein kann, ganz ohne Kontext. Ich halte es so wie PVAults bereits angedeutet hat. Viel Spaß dann noch dabei!

gz
p.s: [f, gb, bb, c]. Bin mal gespannt :D Als kleinen Ansporn mal mit Ab im Bass dann mal mit d im Bass erklingen lassen ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für Dein Feedback!

Was meinst du mit "Ausgangsakkord"?

Den vom Threadersteller später angegebenen Akkord c - es(dis) - ges(fis) - h.
Transponiert: des(cis) - e - g - c

Wenn es um ganz bestimmte Töne oder Voicings geht, warum sollte ich versuchten, das ausgerechnet durch die ungenauen Akkordsymbole darstellen zu wollen? Hier wären doch Noten oder meinetwegen auch TABs zweckmäßiger.

Klar, leider funktioniert meine Notensoftware gerade nicht und eine einfache online-Editionsmöglichkeit habe ich nicht gefunden. Außerdem wollte ich übungshalber versuchen, es einigermaßen passend in Akkordsymbolen darzustellen.

C°7 kommt nicht vor.

Sorry, sollte D°7 heissen.

Der dritte Akkord enthält kein c, (sondern: d - f'- as' -h') also kommen Deine Vorschläge (F°/C bzw. B°7/C) nicht hin.

Die ersten beiden Akkorde klingen nach Varianten von C7(♭9♭13).

Kann ich nachvollziehen, wenn man gewohnt ist, Sechsklänge zu hören. Ich versuche eher, mir die Natur von Drei- und Vierklängen einzuprägen. Eine Sache der Perspektive.

Der dritte Akkord ist für mich hier mehrdeutig. Er enthält sowohl Fm (c-f-ab) = die logische Auflösung der beiden Akkorde vorher, als auch den Tritonus der Dominante G7, wodurch der Akkord ebenso als Dominante von C aufgefaßt werden kann.

Der dritte Akkord (D°7 = verminderter Septakkord) war auch mehrdeutig gedacht. Er bekommt durch die Baßbewegung von d nach g einen eindeutig dominantischen Charakter und löst dann zu C auf. Die funktionelle Beschreibung mit G7♭9 (4. Akkord) finde ich genau richtig.

Viele Grüße
Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
Dem vom Threadersteller später angegebenen Akkord c - es(dis) - ges(fis) - h.
Transponiert: des(cis) - e - g - c

Ah.. :) Ich habe den Akkord nicht mehr wiedererkannt, weil er in der neuen Stellung ganz anders klingt.

Der dritte Akkord enthält kein c, (sondern: d - f'- as' -h') also kommen Deine Vorschläge (F°/C bzw. B°7/C) nicht hin.
Stimmt. Ich hatte irgendwie noch das C im Kopf.

Kann ich nachvollziehen, wenn man gewohnt ist, Sechsklänge zu hören. Ich versuche eher, mir die Natur von Drei- und Vierklängen einzuprägen. Eine Sache der Perspektive.

Ich denke nicht in Sechsklängen, sondern eher in Klangfarben. Die Klangfarbe der ersten beiden Akkorde ist typisch für eine Dominante in Moll (durch die kleine None und die kleine Sexte).

Gruß
 
Bin ich der einzige der in dem Midifile das C nicht als Auflösung hört sondern dominantisch? Ich meine da ganz klar nach dem C (V7) ein Fm zu erwarten, was dann die nötige Ruhe bringt. Ein G7b9? Wenn man den will. Ich höre da etwas vermindertes das zur Domiante C leitet.

Gut gehört! Fm ist absolut plausibel.

| Cadd9 | C+ | Do7 -> G7♭9 | C | Fm |

Der Bass macht folgende Bewegung:
c | c | d -> g | c | f |
andere Stimmen (enge Lage):
e'-g'-cis'' | e'-gis'-c'' | f'-as'-h' = f'-as'-h' | e'-g'-c'' | f'-as'-c |

MIDI zum anhören

Warum eigentlich ist Fm plausibel? Ich sehe momentan folgende Gründe:

Im ersten Akkord liegt der Leitton e für Fm vor. Es fehlt zwar der Tritonus/Gleitton b, doch andererseits lieg im verminderten Akkord e'-g'-cis'' der Tritonus g'-cis' vor, der sich nach as'-c' auflösen läßt. Alle Töne von Fm liegen also in der Luft.
Dann haben wir im Bass noch c, das unter diesen Bedingungen dominantisch interpretiert wird. Die Weichen sind jetzt schon gestellt und man könnte gleich nach Fm auflösen, was auch plausibel klingt.

Statt Fm erscheint aber C+. Man könnte das mit einer Trugschluss-Wirkung vergleichen.

Symmetrisch um die Konstante gis'(as') wird nun neue Spannung aufgebaut, denn aus der kleine Sext e'- c'' ensteht der neue Tritonus f'-h'. Und nicht nur das, Mit dem Bass d zusammen wird ein zweiter (oktavierter) Tritonus d-gis' gebildet.

Die Vieldeutigkeit des entstandenen verminderten Septakkordes wird recht eindeutig durch den Anstieg der Baßstimme auf g. Er kommt von d, hat also schon einen Quintfall (bzw. Quartanstieg) hinter sich. Um so mehr erscheint es plausibel, daß er nochmals eine Quinte fällt, was die Eindeutigkeit des Akkordes als Dominante von C erhöht. Aus den verschiedenen Auflösungsmöglichkeiten (vier bzw. acht) der Töne von Do7 hat sich eine (mit Moll zwei) herauskristllisiert.

Folgerichtig passiert auch die Auflösung nach C. Doch der Eindruck des ersten Akkordes hat sich tief eingeprägt. Er hat die Weichen gestellt und so findet endlich die "echte" Auflösung nach Fm statt.

Soweit meine Interpretation. Hat jemand andere bzw. ergänzende Eindrücke?

Ich finde, das Beispiel zeigt, wie schön Musik und Harmonielehre sein kann.

Grüße
Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
Interessant finde ich auch die folgende (kurze) Akkordfolge:

D/Eb D(#9)* Gm

*(ohne Grundton)

...dabei handelt es sich bei den ersten beiden Akkorden um den Akkordtyp, über den wir gerade diskutieren, der zweite liegt 3 Halbtöne höher als der erste. Der erste Akkord hat dabei die Funktion einer verdurten Dominante mit b9 im Bass, der zweite Akkord ist ein Dom7 mit #9 und weggelassenem Grundton, welchen man aber vom ersten Akkord noch im Klanggedächtnis haben sollte.

Bei der Akkordfolge hatte ich übrigens das folgende Stück im Kopf: http://www.youtube.com/watch?v=gBgFH27e4Dk
(Stelle bei ca. 31 Sekunden)

Es ist nicht komplett identisch, die Akkorde würden an der Stelle aber passen - auch wenn ich nicht weiß ob die zusätzliche Dissonanz hier eine Verbesserung wäre.
 
[...]
Folgerichtig passiert auch die Auflösung nach C. Doch der Eindruck des ersten Akkordes hat sich tief eingeprägt. Er hat die Weichen gestellt und so findet endlich die "echte" Auflösung nach Fm statt.
Sehr schön. Was du beschreibst kann ich gut nachvollziehen auch wenn ich mir das gestern so nicht vergegenwärtigt habe. Und du hast recht; man spürt eine - ich nenne es mal - abstrakte Art von Auflösung nach C ABER genau mit " Doch der Eindruck des ersten Akkordes hat sich tief eingeprägt" hast du ins schwarze getroffen. Dann halt eben die - ich nenne es mal ^^ - dominatische Umspielung der Primärdominante tut ihr übriges. Und das alles wiegt imho, zu mindestens in diesem kurzen Fragment ohne das vorher C etabliert wurde (wobei ich mir dann auch nicht sicher bin bei Etablierung von C, ob man nicht hier schon von einer Art Modulation nach Fm sprechen könnte), viel stärker als das man annehmen würde C wäre tonisch.
Das ist übrigens auch der Grund weshalb ich da kein G7b9 als solches am Anfang wahrgenommen habe. Mittlerweile erscheint es mir aber relativ plausibel (muss ich noch länger drüber nachdenken und mit rumspielen).

Mein erster klang Eindruck war übrigens als ich das abgespielt habe. "ja, sehr schön, spanungsreich, aber wo ist die Tonika, Fm?"

gz
Bewertung folgt, weil mir die schlüssige Herleitung und der Tonsatz gefällt :great:
 
Krass wie heiß hier wieder diskutiert wird :)

Zunächst einmal, ein verminderter Septakkord hat keine große Sexte sondern eine verminderte Septime!

Stimmt das ist absolut logisch, sonst wärs ja auch kein Septakkord hehe.

Damit erübrigt sich dann auch die Frage mit der enharmonischen Verwechslung.
 
Mein erster klang Eindruck war übrigens als ich das abgespielt habe. "ja, sehr schön, spanungsreich, aber wo ist die Tonika, Fm?"

gz
Bewertung folgt, weil mir die schlüssige Herleitung und der Tonsatz gefällt :great:

Freut mich, daß Dir Herleitung und Tonsatz gefallen haben! :)

Am plausibelsten ließe sich die ganze Sequenz in die Tonart F-Moll einbauen. Über Umwege erfolgt mit G7♭9 eine "dominatische Umspielung der Primärdominanten" (Doppeldominate). Über zwei Quintfälle kehrt dann man zurück zur Ausgangstonart.

Eine Gemeinsamkeit von C+ mit den klassischen Trugschluß besteht darin, daß in beiden Fällen zu einem Akkord aufgelöst wird, der mit dem erwarteten Akkord zwei gemeiname Töne hat. Erwartet würde von C aus, durch das "add9" (Tritonus-Auflösung), der Akkord Fm, es tritt jedoch C+ auf. Die gemeinsamen Töne sind as und c.
Beim klassischen Trugschluss würde man eine Auflösung von C nach F erwarten, es käme aber Dm. Die gemeinsamen Töne wären a und f.


Grüße
Klaus
 

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