Drum Bleed im Proberaum

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Dr. Donut

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Hallo zusammen.
Da mein neuer Proberaum von 60m² auf 25m² geschrumpft ist, haben wir nun ein enormes Problem mit dem Übersprechen des Schlagzeug in das Gesangsmikrofon.
Die Sängerin sitzt ca. 3 Meter vom Schlagzeug entfernt. Im vorherigen Proberaum (mit meiner alten Band) war der Sänger gute 6 Meter vom Schlagzeug entfernt und das hat super funktioniert.

Kurz zum Setup:
Alle Mikrofone und Instrumente werden direkt bzw die Gitarren über einen Modeler wie den Line6 Helix an das Zoom* Livetrak L-20R angeschlossen. Das ist verbunden mit einem kleinen Rechner, mit dem ich über Reaper alle Signal zusammen mische.
Da wir alle Inears verwenden, werden die Kopfhörer separat an die Monitorausgänge angeschlossen.
Wir möchten auch möglichst Digital unterwegs sein, außer natürlich der Gesang und die Drums. Mir ist durchaus bewusst, dass es am einfachsten wäre ein E-Drumset hinzustellen. Nur ist dazu zum einen kein Platz weil ich den für mein Akustik Set brauche (dazu habe ich mir den Proberaum gemietet) und ich müsste das immer auf und abbauen, vorher müsse ich mir erst eins kaufen, einen Platz finden wo ich das verstauen kann und spaß hat mir das noch nie gemacht. Bitte berücksichtigt, dass ein E-Drumset keine Option ist.
Ich habe mir Gedanken gemacht und auch schon einige Gespräche mit der KI Gemini geführt.
Die kam immer zur Conclusio, dass wir mit dem Shure* Beta 57A als Gesangsmikrofon schon sehr gut aufgestellt sind.
Allerdings ist der Drum Bleed quasi lauter als die Stimme selbst.

Ich bin mit ein paar Ideen rangegangen, immer davon ausgehend, dass das Mikrofon mit der Rückseite zu den Drums schaut und die Sängerin so dicht wie Möglich an das Mikro dran geht:
Mit einem Mikro mit Keulenrichtcharakteristik habe ich mir eingebildet, dass durch die enge Aufnahmeweite der Drumsound ordentlich abgedämpft wird - KI sagt nein.
Das gleiche mit der Idee, ein Reflexionsfilter zu nutzen - KI sagt nein weil die Masse fehlt, um den Schalldruck von den Drums abzufangen.
Ähnlich mit einem Drumshield aus Acrylglas, das wohl minimalst bei bei den Becken helfen sollen. Ich hatte auch schon daran gedacht mir eine Drumbooth zu zimmern. Also bis auf die Rückseite geschlossen mit Decke. Glaube aber bzw. bin mir sehr sicher, dass das viel zu aufwendig wäre und der Platz gibt es auch nicht unbedingt her.
Nun kam mir die glorreiche Idee, wenn ich die Gesangspur dupliziere, bei der einen die Phase drehe, dass sich die Drums auslöschen. Im Livebetrieb, das in dem Fall die Probe ist, werden dann alle Frequenzen ausgelöscht - Logisch. Hilft also auch nicht.
Ich habe auch versucht mit dem Plugin ReaFir den Drumsound etwas rauszufiltern, das habe ich aber kaum hinbekommen ohne direkt Artefakte zu hören.
Dann habe ich noch ein Bassdrum Mikro von Audix verwendet. Das hat aber nur eine niedrigere Empfindlichkeit im Gegenzug zum Beta und wenn ich das auf eine Lautstärke ziehe, in der die Sängerin gut zu hören ist, ist das Schlagzeug entsprechen auch gut bzw. viel zu laut zu hören.

Deshalb meine doch etwas verzweifelte Frage: Ihr habt doch bestimmt noch einen Sack voller Ideen und Erfahrung, oder?
 

Leiser Schlagzeug spielen.
 
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  • #3
Das habe ich probiert, bringt aber nur minimal Erfolge. In einer Metalband leise Schlagzeug spielen bis hin zum Streicheln der Drumheads macht auch keinem Spaß.
 
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Hallo,
aus eigener Erfahrung: Drums leiser spielen. (Auch im Metall...)
Auch eigene Erfahrung: Mit (fast) Lippenkontakt in das Gesangsmikro singen.
Als Idee: Statt einem Gesangsmikrofon zwei gleiche Gesangsmikrofone verwenden, die...
  1. ... am gleichen Ort in entgegengesetzte Richtung zeigen. Die beiden gleichen Mikros kann man mit Gaffa zusammen tapen, sodass das eine Mikrofon zur Sängerin zeigt (dort singt sie mit (fast) Lippenkontakt rein), und das zweite Mikro mit der Kapsel von der Sängerin weg zeigt. Beide Mikros nehmen mehr oder weniger gleichartig die Drums auf, aber im ersten Mikro (wo die Sängerin rein singt) ist der Gesang sehr viel lauter als im zweiten. Wenn man die Signale der beiden Mikros von einander abzieht, bleibt (sollte!) hauptsächlich der Gesang übrig.
  2. ... im Abstand von ca. 10cm bis 30cm voneinander in die gleiche Richtung (Richtung Mund der Sängerin) zeigen. Die Sängerin sollte das ihre nahe Mikro mit (fast) Lippenkontakt besingen, sodass in diesem Mikro ihre Stimme sehr viel lauter ist als im zweiten Mikro im Abstand von ca. 10cm bis 30cm. Der Drumsound wird mit beiden Mikros ungefähr gleich laut und mit ungefähr gleichem Sound aufgenommen. Zieht man die Signale beider Mikros voneinander ab, so bleibt (sollte!) hauptsächlich die Stimme der Sängerin übrig.

  1. Die Mikros sind also im ersten Beispiel wie folgt zusammen getapet:
    < O===
    ===O

    (Das "O" ist die Kapsel, die"===" sind der Schaft der Mikros, und das "<" soll der Mund der Sängerin sein.)

  2. Im zweiten Beispiel sind die Mikros wie folgt zusammen aufgebaut:
    < O=== O===
Wie man die Signale konkret voneinander abzieht, muss man etwas ausprobieren. Im ersten Beispiel reicht es evtl. schon, die Signale beider Mikros ungefähr gleich laut zusammen zu mischen, da die Kapsel des zweiten Mikros in entgegengesetzte Richtung zeigt.
Im zweiten Beispiel wäre etwa die Phasen-Invertiertaste im Mischpult-Kanal des zweiten Mikros zu drücken, um dann die beiden Mikros zusammen zu mischen.

EQ und Effekte müssten für beide Mikros aber jeweils gleich sein, als Ausgangspunkt.
Besser, als erstes die beiden Mikros zusammenmischen (also, deren Signale voneinander abziehen), und dann erst EQ und Effekte drauflegen.

Den richtigen Abstand der Mikros (im zweiten Beispiel) müsste man experimentell ermitteln. Denn der Drum-Sound, der in das nahe und fernere Mikro eintritt, hat wegen des Abstands (ca. 10cm bis 30cm) auch eine je nach Frequenz (Tonhöhe) unterschiedliche Phasenverschiebung, was etwas Auswirkung darauf hat, welche Frequenzen des Drumsets hauptsächlich unterdrückt werden könnten.

Tipp einmal im Google den Suchbegriff "mick jagger stones in the park" ein, und schau dir die Bilder an. Dort verwenden sie zwei (oder drei???) mit Gaffa zusammen getapete Mikros, vermutlich um den "Lärm" auf der Bühne aus den Gesangskanälen "rauszufiltern".

Um die Idee auszuprobieren, sollte man zwei "identische" Mikrofone verwenden, also zwei eurer Shure* Beta 57A, oder, falls ihr keine zwei solchen habt, andere identische Mikros, etwa zwei gleiche SM58, oder was ihr sonst als "identische" Mikros zwei mal da habt.

Grüße
 
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Ja, ja, das leidige Thema. Drums leider zu spielen ist halt eine Einstellungs- und Übungssache, die nicht von heute auf morgen funktioniert. Und lauter singen bei gleichzeitig leiseren Drums wäre eine gute Kombination, scheitert aber meist an den Akteuren.

Bevor man sich mit der Geschichte mit den zwei Mikrofonen beschäftigt kann man noch etwas an der Aufstellung arbeiten, zu.B dass die Sängerin in Richtung Drums schaut, das Mikro also vom Schlagzeug Weg. Dann sollte man sich auch ansehen was hinter der Sängerin so ist. Wenn da eine glatte Wände oder ein Fenster ist, wird der Drumsound von der reflektiert und somit auch wieder lauter vom Mikro eingefangen. Da kann ein stark wellig aufgehängter, dicker Vorhang helfen. Überhaupt ist es sinnvoll die Raumakustik zu bearbeiten um weniger Raum Hall bzw Reflexionen von den Wänden zu haben.

Und dann unbedingt auf dynamische Effekte wie Gates oder Kompressor auf der Stimme verzichten. Die machen das ganze nur noch schlimmer.
Aber es ist auch zu gedenken, dass man zwar einiges im Proberaum an Maßnahmen setzen kann um bei unveränderter Ausgangslage (lauter Drums und leise Stimme) ein paar Verbesserungen zu erzielen, aber was passiert dann bei Konzerten? Da hat man die Location an sich nicht unter Kontrolle und dann schaut die Sängerin Richtung Publikum, also vom Drumkit Weg. Dem entsprechend wird das Mikro deutlich mehr Bleed einfangen. Und was dann?
 
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An so eine Idee wie von @Burkie hatte ich auch zuerst gedacht, aber das muss man halt ausprobieren, mit den Entfernungen.

Was mir noch einfällt ist, statt etwas weg zu filtern (also die Drums), die Stimme mehr zu reflektieren. Die Stimme eher seitlich vom Schlagzeug vor die Wand stellen,
entweder gegen die Wand (sieht zwar blöde aus, aber wenn's hilft...), oder die Wand im Rücken.

25m² ist halt schon eng mit einem Schlagzeug.
Ich habe mir das auch mal von Gemini durchrechnen lassen. Wenn der Raum quadratisch wäre, gäbe es Grundresonanzen, die gerade im Bereich einer Basstrommel liegen können. Wenn man Glück hat, findet man irgendwo im Raum Auslöschungen. Dort könnte man dann das Mikro für den Gesang hinstellen.
 
Unabhängig von technischen Gedanken bin ich auch beim Team Leise Spielen (lernen).
Bands, die locker in moderater Lautstärke spielen können, klingen meist besser, weil dynamischer Spielraum nach unten UND oben bleibt, der die Musik lebendiger klingen lässt.

Das betrifft nicht nur den Drummer, sondern auch die übrigen Instrumente, denn auch der Anschlag von Gitarre und Bass verändert den Bandsound. Meiner Erfahrung nach klingen diejenigen Bands in jeder Umgebung am Besten, die geübt haben, sich spielerisch an schwierige Räume gut anzupassen, indem sie sich soweit zurücknehmen können, wie es die Akustik erfordert.

Man braucht dann auch keine Schutzbehauptung wie "leise macht keinen Spaß" mehr, denn am meisten Spaß macht es doch, wenn eine Band gut klingt, oder? 😉
Ich habe schon soooo oft Konzerte an oder unter der Grenze gespielt, an der Drums noch ihre Dynamik entfalten können, und es hat mir trotzdem immer Spaß gemacht, wenn alle Musiker zusammen toll spielen und gut klingen können. Publikumsreaktionen waren entsprechend.

Klar, man muss vor allem sein Mindset dafür umstellen, was nicht jeder ganz selbstverständlich macht. Die Mühe lohnt sich aber am Ende.
 
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Es wäre sicherlich gut, wenn wir eine Skizze sehen können, wie der Raum so eingeteilt ist und wer wo steht. Und wenn es dann noch diverse Fotos gibt, die zeigen was da vor und hinter den Leuten so abgeht, kann das auch helfen bei der Beurteilung der Situation und was vielleicht da oder dort gemacht werden kann um einige kleine Verbesserungen zu erzielen.
 
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  • #9
Moin Leute. Vielen Dank für eure Ideen. Ich nehme viel davon mit und probiere am Wochenende aus, auch die Option leiser zu spielen. Fotos und eine Skizze werden dann folgen. Euch ne schöne Woche!
 
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  • #10
Statt einem Gesangsmikrofon zwei gleiche Gesangsmikrofone verwenden, die...
Wenn man das macht, kann man 2 gleiche übereinander anbringen, die gegenphasig in Reihe schalten (dynamische Mikrofone) und nur in eines singen.
Hat Grateful Dead mit der Wall of Sound so gemacht.
Schaltung:
Antiparallel.webp

Die Zahlen sind die XLR Pin Nummern

Allerdings wäre ich auch eher dafür, die Bühnenlautstärke (Drums) anzupassen. Bei der Beschreibung wäre mir das zu laut.

Bei einer derartigen Situation mit Drum Bleed, wollte ich nicht an der Posititon stehen, weil mir sonst die Ohren abfallen würden.
 
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  • #11
@Dr. Donut
evtl könnt ihr auch so ein "drumshield" nutzen <Klickmich>*, kann ja auf blöd erstmal mit Pappkarton probiert werden.

was mich aber stutzig macht sind 3 Meter Abstand, Dynamisches Mikro und trotzdem zu viel übersprechen.

wir machen selber Black-Death Metal, also Doublebassgewitter und Blast Beats, genutzt wird ein Neumann KMS 105 (Kondensator Mikrofon) und ja, man hat schon übersprechen, aber das Nutzsignal hebt sich schon so krass vom Bleed ab, dass das übersprechen komplett vernachlässigt werden kann und unser Schalgzeuger ist jetzt nicht übermäßig laut, aber auch alles andere als Leise.

habt ihr evtl irgendwelche Splitter noch vor dem Mixer die kanäle ungewollt zusammenführen oder irgendwas in die Richtung? kann ja sein, dass ihr irgendwas versehentlich beim Proberaumumzug versehentlich verstellt habt?
oder hat der Neue Proberaum möglicherweise eine sehr geringe Deckenhöhe wir selber hatten mal ein Kellerlock mit 203cm Deckenhöhe, da war vor einsetzen des Basotect auch alles komplette katastrophe, mti Basotect auch nicht gut aber zumindest nutzbar.
 
  • #12
und probiere am Wochenende aus, auch die Option leiser zu spielen
ich befürchte, dass da "probieren" so nicht reicht. Konsequent leiser zu spielen ist meiner Meinung nach eine Einstellungssache und Entscheidung es durchzuziehen. Denn dass geht halt nicht so wirklich von jetzt auf gleich. Denn wie du wohl schon bemerkt hast, fühlt sich ein leiseres Spielen erst mal nicht so super an. Ist wie wenn man mit Sport beginnt nachdem man Jahre lang nur auf der Couch gelegen hat. Erst ist es mühsam, aber wenn man da drüber ist, dann wird es besser und besser.

Just my 2 Cent.
 
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  • #13
Ein paar kurze Kommentare. Füge in Kürze noch etwas bildhaftes ein.

von 60m² auf 25m²
Also von ca. 7.5*7.5*2.5 m2 auf ca. 5*5*2.5 m3 ?
Also, das Sure 75 hat diese Charakteristik, wobei der rote Bereich hier am relevantesten ist:
1777883711904.webp

Man hat also in dem +-30° Kegel nach hinten ca. 5-10 dB weniger Mitnahme. In dem kleinen Raum wird's kaum etwas helfen, aber Ihr könnten mit Ausrichtung und Aufstellung der Mikrofone und relevanten Instrumente ein wenig experimentieren. Mehr dazu unten im Nachtrag. Als erste vereinfachte Betrachtungsweise betrachtet Ihr neben dem direkten Schallweg auch ALLE Reflektionswege über Wände, Decke, Boden. Das ergibt möglicherweise 1-3 für die Aufnahme erträglichere Aufbauten.

Bitte berücksichtigt, dass ein E-Drumset keine Option ist.
Damit fing ich an ... es ist als eigenes Instrument zu würdigen und bleibt leider oft hinter den Möglichkeiten am A-Set zurück.

Die kam immer zur Conclusio, dass wir mit dem Shure Beta 57A als Gesangsmikrofon schon sehr gut aufgestellt sind.
Tja, das ist ein allgemein beobachteter Effekt, dass KI einem nach dem Munde redet. (
Sah in den letzten Tagen mehrere Berichte über Nutzer, denen die KI zu einer bahmbrechenden neuen Mathematik, einer MedizinApp usw. gratulierte ... von BS nicht unterscheidbar)


Mit einem Mikro mit Keulenrichtcharakteristik habe ich mir eingebildet, dass durch die enge Aufnahmeweite der Drumsound ordentlich abgedämpft wird
Siehe oben, und siehe Nachtrag. Ist wohl eher begrenzt.

Das gleiche mit der Idee, ein Reflexionsfilter zu nutzen - KI sagt nein weil die Masse fehlt, um den Schalldruck von den Drums abzufangen.
Physikalisch noch nicht einmal die halbe Wahrheit (Grüße vom Physiker).

Drumbooth zu zimmern
Tja ... "einladend" ... Lüftung ?

Nun kam mir die glorreiche Idee, wenn ich die Gesangspur dupliziere, bei der einen die Phase drehe, dass sich die Drums auslöschen
Das funktioniert ggf. nur für bestimmte Frequenzen. Die Gegenseite der Auslöschung ist die Überlagerung (wird als Verstärkung wahrgenommen) ... sind halt Welleneigenschaften im Spiel.

Nachtrag:

Diese Seite bietet einen netten Raummodenrechner: https://trikustik.at/wissen/rechner-raummoden/ . Erläuterungen gleich.

Annahme alter Raum, Schätzung:
1777884563775.webp


Raummoden ist ein sperriger Begriff um stehende Wellen in einem Raum, hier einem Quader, zu meinen. Wer sich erinnert: Stehende Wellen entstehen dann, wenn eine hin- und rücklaufende Welle gleicher Frequenz sich so überlagern können, dass zu einer Raumlänge L an der einen Wand ein Amplitudenmaximum, an der anderen ein Minimum entsteht. Das entspricht dann der halben Wellenlänge.

So ergibt sich im o.g. Bild der unterste Resonanzpeak bei ca. 22.8 Hz. Visualisiert im ersten 3D- Bild (1-0-0). Stünde etwa bei Blau das Schlagzeug und bei Rot das Mikro, hörte man die Drums sehr laut in der Aufnahme (und vermutlich geht dabei die Richtcharakteristik kaum ein). Den dritten Peak für (2-0-0) konnte ich noch reinkopieren: am besten selbst mit der Maus auf jener Seite die Peaks abfahren (ja: es gibt auch doppelte Bilder bei gleicher Frequenz wegen der quadratisch angenommenen Grundfläche).

(1-0-0) kennzeichnet dabei die betrachtete Ausbreitung, hier "von hinten nach vorne" (X-Achse läuft halbdiagonal am Betrachter vorbei). (0-1-0) meint dann "von linker vorderen Wand zur hinteren rechten Wand), (0-0-1) meint "zwischen Decke und Boden".

Interessant ist nun der Vergleich zum kleineren neuen Raum:
1777885245619.webp


Es sieht danach aus, dass im Vergleich zum größeren Raum:
  • es ähnlich und doch anders ist (Quader bleibt Quader)
  • Wandnähe Moden und damit unerwünschte Lautstärke begünstigen
  • das Frequenzspektrum zu höheren Werten rutscht (kleinere Wellenlängen)
  • das hat über unsere Hörkurve zur Folge, dass wir ein gleich laut gespieltes Schlagzeug als lauter empfinden

Was tun mit den Raummoden?

(1) Aufsuchen.
Kein Scherz, nimm 'mal eine kleine Trommel und einen dämpfenden Schlegel, gehe durch den Raum, rege die Luft im Raum zum Schwingen an durch dezente Schläge auf die Trommel. Da wird es Stellen geben, an denen es richtig dröhnt (auch Höhe variieren !), und andere, an denen es deutlich leiser zugeht. ... Damit hast Du Aufstellkandidaten für Schlagzeug und/oder Mikro/s.

(2) Ggf. mit der Band wiederholen:
Denn Wellen sind empfindlich auf Alles. Die Bilder zeigen den idealisierten leeren Raum. Wenn da einer lautlos steht, verändert der alleine schon das Ausbreitungsbild. Wie stark man das hört, muss man gucken.

(3) Möblieren:
Wir kennen das vom Neubau: Im Rohbau klackt und hallt es bei jedem Schritt, bezugsfertig eingerichtet (Teppich, Sofa, Regale, Tischchen ...) sind da soviele Zufallsstreuer(*) für Wellen darin, dass wir nun den Raum als "gut hörbar" erleben. Also jedes bischen Wohnlichkeit (zum Nulltarif?) hilft auch für die Aufnahmen ... nicht nur akustisch :cool:

(*) Aus Wellensicht auf ihren Ausbreitungswegen quasi-zufällig. Teppiche dämpfen => Welle frequenzabhängig in Amplitude und Phase geändert. Hohlräume sind Helmholtzresonatoren in Verkleidung (schwingende Luft-Mässchen gegen die Federwirkung des dahinter liegenden abgeschlossenen Luftvolumens). Streuung generell verändert die Überlagerung und mit Glück auch die Lautstärken, wie gekippt stehende Bücher, geneigte Bilder etc.
 
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  • #14
Hat Grateful Dead mit der Wall of Sound so gemacht.
Schaltung: (...)
Genau, gute Bilder!
Die Kapseln der beiden Mikros müssen halt doch noch soweit auseinander angebracht sein, dass mit Lippenkontakt nur in ein Mikrofon gesungen wird, und das zweite den Gesang nur sehr viel leiser einfängt.

Zum Ausprobieren, ob das in dem Proberaum überhaupt einen Effekt hat, kann man - bevor man an den Mikros lötet oder sich Adapter lötet - ja erstmal mit zwei Mischpultkanälen, einer davon in der Phase invertiert, probieren, ob es überhaupt was bringt.

Und natürlich: Das Gesangsmikrofon muss mit der Rückseite zum Schlagzeug zeigen! Die Sängerin steht also mit ihren Mikrofon dem Schlagzeug gegenüber, sodass sie das Schlagzeug anschaut und zum Schlagzeug hin singt.

Grüße
 
  • #15
Ein Micscreen? Ist für die visuelle Kommunikation natürlich hinderlich, verstehe ich, aber akustisch mal einen Versuch wert oder?
 
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  • #16
Ein Mic Screen hilft meiner Erfahrung nach in so einem Fall wenig bis gar nicht. Zumal wir ja nicht wissen was sich hinter der Sängerin abspielt. Ist da ein Fenster/Spiegel/eine Betonwand direkt dahinter, dann fängt das Mikro nahezu das selbe ein wie wenn das Mikro direkt auf das Drumkit ausgerichtet ist, sobald der Kopf der Sängerin nicht vor dem Mikro ist.
Und natürlich: Das Gesangsmikrofon muss mit der Rückseite zum Schlagzeug zeigen!
Warum? Wenn man die beiden eng aneinander gebauten Mikros (die sollen beide in die selbe Richtung zeigen, nicht eines nach vorne, eines nach hinten) in der Phase gedreht werden, dann löschen sich die gleichen Signale immer aus, egal wo das Mikro gerade hin zeigt. Nur das Signal, das (fast) nur in das eine der beiden (welches ist da auch egal) rein kommt, wird nicht, oder wenig, ausgelöscht. Greatful Dead hatte ja ihre PA hinter sich und dieser Ansatz funktionierte auch da.
 
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  • #17
Weil das Mikro sonst von vorne den Direktschall des Schlagzeugs aus seiner empfindlichsten Richtung aufnehmen würde.
Anders herum gedreht, also vom Direktschall des Schlagzeugs abgewandt, wird wenigstens der Direktschall schon mal weniger laut von den Mikros aufgenommen, "nur" der - hier zu laute - Diffusschall.
Weniger Schlagzeugstörsignal im Gesangsmikro macht weniger Aufwand und vermutlich bessere Ergebnisse beim nachträglichen "heraus-kompensieren".

Vielleicht aber funktioniert meine bzw. @chris_kahs Idee mit den "Kompensations-Mikros" ja sogar so gut, das es wirklich egal ist, wie das Mikrofon-Paar ausgerichtet wird...

Grüße
 
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  • #18
Mit Kompensations-Mikro klingt es angeblich oft etwas merkwürdig, weil dieses halt auch ein paar gewünschte Frequenzen verbiegt. Wie man das Drumset bei dem Gesangsmikro leiser machen könnte: Vor dem Drumset, also zwischen Drums und Mikro, ein Drumshield aus Plexiglas. Und hinter dem Drumset, also vor der Wand, ein Set passender Schallabsorber. Sowas hier, vielleicht zweimal - dann wird nicht nur VOR dem Drumset reflektiert, sondern auch HINTER dem Drumset absorbiert:

*​

Und wenn das eine Verbesserung zeigt, dann dasselbe nochmal in etwas kleiner an die Wand hinter der Sängerin, dass die Reflexion des Drumsounds von dort (und dann direkt ins Mikro) ein weiteres Mal reduziert wird. Oder, wenn Ihr das an die Wand montieren könnt, dann auch in etwas kleiner und günstiger:

*​

Wenn es sowas gibt, könnt Ihr es auch mit günstigeren Absorbern versuchen, aber diese (also die großen) habe ich schon im Einsatz erlebt, das ergibt einen hörbaren Unterschied.
 
  • #19
… 2 gleiche übereinander anbringen, die gegenphasig in Reihe schalten (dynamische Mikrofone) und nur in eines singen.
Das klingt für mich nach der technischen Lösung, vorher würde mich noch interessieren, in welche Richtung das Mikro in Relation zum Schlagzeug momentan zeigt.
 
  • #20
Warum eigentlich das Beta 57? Das ist eine Superniere und nimmt genau von hinten einiges an Schall auf im Gegensatz zu einer normalen Niere. Ich würde das SM58 testen.
 
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