Drum Bleed im Proberaum

  • Ersteller Ersteller Dr. Donut
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  • #21
Wenn du die Superniere nicht waagereccht, sondern schräg hältst, zeigt ihre "tote Zone" auch Richtung Schlagzeug, wenn du gegenüber stehst.
 

  • #22
Aber in einem viel kleineren Winkel.
 
  • #23
Wirklich? Und du glaubst, dass das bei diesem Problem entscheidend ist?
 

  • #24
Allerdings ist der Drum Bleed quasi lauter als die Stimme selbst
Vielleicht lohnt es sich, den Bleed etwas genauer zu differenzieren. Was bleedet denn da genau ?

Meistens reduziert sich ein lautes Drumset auf laute Snare, Hihat oder Becken.
  • Ist die Snare zu laut (eigentlich fast immer ;)), dann kann man sie auch z.B. tiefer stimmen.
    Klingt vielleicht erstmal nicht mehr so knackig, aber dafür klebt sie den Sound nicht zu.
  • Sind die Becken und/oder die Hihat zu laut, dann werden sie das nicht nur im Proberaum sein, sondern auch auf einer Live-Bühne und das ist meist unschön.
    HiHat mehr zumachen, andere Becken nutzen, anders draufschlagen ... Da gibt es diverse Möglichkeiten.
Eine technische Lösung mittels anderer oder mehreren Mikros halte ich nicht für gut, weil es das eigentliche Problem nicht angeht und spätestens bei einem Auftritt kommt das wieder.
Oder wollt ihr nie auftreten ?

Denn: 6 Meter Abstand zwischen Drums und Sänger, das habe ich auf einer Live-Bühne seehr selten. 2-3 Meter sind realistisch und meist ist das Drumset auch noch direkt hinter dem Sänger.

Ich selbst kenne beide Seiten der Bühne und habe auch Schlagzeug gespielt. Lange Zeit hatte ich meine Snare gerne ziemlich hochgezogen. Klingt nett, ist aber für das Umfeld "anstrengend".
Seit ich gezielt tiefer/anders stimme, kann ich auch gefühlt ohne große Bremse spielen und trotzdem ist die Luft drum herum freier. Ein E-Set wäre für mich auch keine Option ;)

Insoweit würde ich eher anders herum herangehen und schauen, was im Proberaum an der Quelle anders zu machen ist. Wenn es da klappt, dann klappt's beim Gig um so besser.
 
Grund: Satz bzgl. Live-Bühne eingefügt
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  • #25
Wirklich? Und du glaubst, dass das bei diesem Problem entscheidend ist?
Mir wäre es einen Test wert, auch wenn das Problem wohl bei zu leisem Gesang mit zu lautem Schlagzeug liegen wird.
 
  • #26
Seit ich gezielt tiefer/anders stimme, kann ich auch gefühlt ohne große Bremse spielen
Da möchte ich nochmal auf den Begriff Mindset eingehen. Viele, sogar ziemlich viele Drummer argumentieren, dass sie keinen Spaß dabei haben, wenn sie nicht Vollgas durchziehen dürfen. Aber um mal wieder einen Vergleich mit des Deutschen liebstem Hobby zu ziehen, man muss doch nicht immer das Gaspedal beim Ferrari auf Anschlag durchdrücken. Mit ner normalen Limousine kann man doch bei Tempo 140 viel entspannter reisen, ist sicherlich nicht langsam unterwegs, und das Unfallrisiko sinkt deutlich.

Sich anzugewöhnen, moderat zu spielen, heißt überhaupt nicht, dass man auf der Bremse steht, man steigt halt nur nicht permanent aufs Gas. Wenn alle in der Band so denken, ist das wie auf nem Kalifornischen Freeway. Jeder fährt gemütlich mit 65 mph vor sich hin, niemand drängelt, und alle kommen entspannt am Ziel an. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass es keinen Stil gibt, der zwingend hohe Lautstärke für die Spielenden braucht, um zu wirken. Iron Maiden waren nie ne Tanzband, und Nicko McBrain hat nie geprügelt, sondern saß immer sehr entspannt hinterm Set. Die Power, die die Leute von den Stühlen reißt, kommt afaik vom Sound und tightem Zusammenspiel, nicht durch Lautstärke.
 
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  • #27
Ich kenne auch dieses Argument von Drummern, das sie nicht richtig aus sich rausgehen können, wenn sie nicht laut spielen können/dürfen. Aber ein Schlagzeug ist ja doch ein komplexes Instrument, das nicht durch Lautstärke definiert ist, sondern was viel wichtiger ist, durch Kreativität und Exaktheit.
Und auch wie oben schon erwähnt, ist es genau so beim Gesang. Aber ich denke, das ist auch so eine Zeitgeistsache. Klassische Musik ist auf Dynamikwechsel ausgelegt. Heutige Musik wird mit Kompressoren bearbeitet, um lauter zu wirken, wodurch aber ein wichtiger Aspekt von Musik verloren geht: Die Lautstärkeunterschiede. Und die sind wichtig, um Gefühle rüber zu bringen. Wenn man aber mit Musik nur Full-Power rüberbringen will, dann ist das halt auch eine Aussage. Wenn der Musikstil dann halt ausdrücken soll: "Mit aller Kraft, mit dem Kopf durch die Wand".

Eine Sache ist mir aber nicht so ganz klar.
Wenn alle anderen Musiker nur über InEar gehört werden, also nirgends aus eine Box kommen, was erwartet man denn, was man über das Gesangsmikro hören würde? Da ist doch überhaupt nur Schlagzeug und Gesang vorhanden, also wird man beide halt auch hören!
 
  • Ersteller
  • #28
Hallo zusammen,
erstmal vielen Dank für eure Ideen und Unterstützung.
Ich habe verschiedene Mikrofonpositionen probiert, die so gut wie keine Erfolge brachten.
Was im Freien (Rolling Stones, Grateful Dead) vielleicht funktioniert, hat in dem kleinen geschlossenen Raum leider gar nichts getan.
Ich bin nochmal anderes an die Sache ran. Erstmal habe ich mit einer App die Dezibel beim spielen in normaler Lautstärke geprüft. 110db.
Wobei die Becken am lautesten sind. Ohne die Becken liege ich bei 100db. Da lässt sich dann mit leiserem spielen mit dem ich mich noch wohl fühle 10 db rausholen.
Ich habe euch den Raum angehängt. Leider habe ich vergessen zu erwähnen, dass der nicht rechteckig ist. Ist alles sehr beengt und entsprechend wenig Möglichkeiten haben wir das Gesangsmikrofon zu platzieren.

Daraufhin ergreife ich Maßnahmen:

- Ich habe mir "Silent Cymbals" bestellt. Da geht es mir weniger um den Klang als eher die Haptik. Falls die noch zu laut sein sollten, klebe ich Gaffa auf die Unterseite. Das sollte einiges tun.

- Als nächstes baue ich mir, wahrscheinlich aus Duschkabinentüren ein Drumshield und Schaumstoff Absorber. Beides ist relativ günstig zu finden.
Den Schaumstoff klebe ich an das Glas mit einer Reihe die ich auslasse um den Rest der Band sehen zu können.
Klingt erstmal wild und ist es auch, aber die Drumshields aus Plexiglas sind so übertrieben teuer dass ich etwas kreativ geworden bin.

- Ich passe meine Lautstärke beim spielen an. Ist nicht einfach aber geht.
Mehr fällt mir nicht ein was ich verbessern kann.
 

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  • #29
Ist alles sehr beengt und entsprechend wenig Möglichkeiten haben wir das Gesangsmikrofon zu platzieren.
Wenn dein Bild halbwegs Maßstabsgerecht ist wäre das hier vllt eine Idee:
Tausch dein Drumset mit dem Sofa.
Das dunkelbraune schein ein Schrank oder so zu sein? Den kann man rechts unten in die Ecke tun, das Sofa und den Tisch da dran. Eventuell den Tisch mit nem kleineren ersetzen.
Dann habt ihr da viel mehr Platz und auch Abstand zueinander. Und falls du dann noch dein Drumshield brauchst, wäre das auch simpler da hinzustellen, wo jetzt der dunkelbraune Schrank steht.
 
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  • #30
Hab ich was überlesen? Weshalb "Drums" und "Meine Drums"? Heißt das, dort stehen 2 Sets? In einem kleinen Raum wäre doch hier der erste Lösungsansatz. Und
Erstmal habe ich mit einer App die Dezibel beim spielen in normaler Lautstärke geprüft. 110db.
Mannomann, 110db ist "normale Lautstärke" für ein Rockkonzert mit PA und allem, ein unverstärktes Drumset kann man bei 90db druckvoll spielen. Und "leise" geht noch deutlich darunter. Ich finde es gut, dass du an dem Punkt ansetzt, du wirst mit der Zeit merken, dass man sogar in Zimmerlautstärke richtig alarm machen kann
 
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  • #31
Hallo,

Apps für Handys sind aufgrund der Natur der Sache häufig nicht gut kalibriert, außer sie sind ganz speziell für deinen Handytyp konfiguriert.
Die Mikrofone in Handys sind für verschiedenste Handytypen sehr unterschiedlich empfindlich -> 30dB Abweichungen sind durchaus drin...
Weiters hängt der angezeigte Schallpegel von der Frequenzgangkurve des Mikrofons ab -> ein Mikrofon, was für Bässe unempfindlich ist, zeigt den Lärm im Bass naturgemäß über eine Handy-App als viel geringer an.
Das weiß ich aus eigener Erfahrung.
Mit (unkalibrierten) Handy-Apps könnte man höchstens Vergleichsmessungen machen, also Unterschiede im Schallpegel zwischen Schlagzeug und Gesang feststellen, weniger gut den absoluten Schalldruckpegel.
Am zuverlässigsten (oder glaubhaftesten) für billig Geld sind billige Schallpegelmessgeräte etwa von Conrad oder Pollin o.ä. Idealerweise hat der Hersteller in der Auswertelektronik die Empfindlichkeit und die Frequenzgang-Kurve des verbauten Mikrofons gut genug berücksichtigt, sodass der angezeigte Schalldruckpegel hinreichend gut der echte Schalldruckpegel ist.

Zum anderen ist der Ort wichtig für die Schallmessung. Für euer Problem wäre es sinnvoll, am Ort des Gesangsmikrofons zu messen. Und zwar wenn zum einen nur das Schlagzeug spielt, und zum anderen, wenn die Sängerin zusätzlich zum Schlagzeug in ihrer üblichen Lautstärke singt.
Idealerweise sollte der Pegel, wenn die Sängerin mit singt, etwa 10 bis 20dB lauter werden, direkt am Ort ihres Gesangsmikrofons gemessen, wohlgemerkt.

Sollte der von dir gemessene Schalldruckpegel von 110dB einigermaßen stimmen, wäre das mir persönlich ca. 20 bis 30dB zu laut.
Zielpegel sollten ca. 80dB Schalldruckpegel sein. Das ist immer noch druckvoll laut, aber ohne dass man sich die Ohren kaputt fetzt.

Zum einen hilft es sehr, leise spielen zu erlernen. Das geht, selbst wenn man schnell spielt.
Letztlich lernt man beim leise spielen Präzision und Genauigkeit, was auch hilft, wenn man bei einem Gig wirklich mal lauter spielen muss oder darf...

Als Hilfsmittel im Proberaum kann man möglichst leichte Stöcke benutzen. Also lieber 7A anstatt 2B.
Weiters kann man die Drums abdämpfen. Gaffa-Tape, Gaffa-Tape über Tempos, Moongel, ... auf Snare und Toms können da schon helfen. Auch Geschirrtücher über Snare und Toms gelegt, dämpfen etwas.
Und zur Not füllt man die Bass-Drum mit Kissen oder Schaumstoff.

Die Konfiguration des Kits kann auch helfen, die Becken und auch Toms leiser zu spielen: Becken und auch Toms so aufhängen, dass man nur in kurzen Wegen spielen muss. Crash-Becken, Ride-Becken so aufhängen, dass sie möglichst nahe an den Toms oder Snare sind, und dass man sie in bequemer entspannter Armhaltung aus dem Handgelenk heraus spielen kann.
Muss man für einen Schlag auf dem Crash z.B. weit ausholen, weil es weit weg hängt, so muss man den Arm und Stock schnell bewegen, und das macht dann auch mehr Lautstärke. Und kostet mehr Kraft.
Hängt das Crash so nahe an der Hi-Hat, dass man es aus dem Hi-Hat-Rhythmus durch einfache Drehung des Handgelenks oder nur leichtes Anheben des Unterarms erreicht, so fällt es viel leichter, es leise zu spielen, und es kostet auch nicht so viel Kraft.
Und man kann auch leichter präziser spielen.

Ein leise gespieltes Kit verbraucht weniger Kraft, man hält schnelle Parts besser durch, und es klingt klarer und frischer, und man hat für die wenigen Fälle, wo man noch mal Akzente setzen möchte, noch Luft nach oben, könnte also noch mal für einen Schlag oder Lauf über die Toms eine Schippe an Lautstärke drauflegen, als Akzent zur Betonung, nicht als Daueraktion.

Ein leise gespieltes Kit ermöglicht der Sängerin erst, tatsächlich zu singen, anstatt wild ins Mikrofon brüllen zu müssen, um sich selbst überhaupt nur zu hören.
Das weiß ich auch aus eigener Erfahrung.
Muss man dauernd ins Mikrofon brüllen, um sich im Lärm vom viel zu lauten Schlagzeug überhaupt nur ansatzweise hören zu können, so trifft man die Töne nur sehr schlecht, von Gesangstechnik ganz zu schweigen, und man ruiniert sich die Stimme.

Zum anderen die Akustik im Probenraum...
Schall vom Schlagzeug wandert zur Wand hinter der Sängerin und wird von dort reflektiert in ihr Mikrofon, in die Einsprechachse ihres Mikrofons. Da könnte es helfen, die Wand hinter ihr weniger schallreflektierend zu machen.
Ein Schlagzeug in der Ecke des Probenraums spielt quasi wie in einem Schalltrichter: Schall vom Schlagzeug wird von gleich zwei Wänden hinter bzw. seitlich vom Schlagzeug aus reflektiert und macht es lauter. Schlagzeug also eher vor der Mitte der Wand aufbauen statt in der Ecke, und die Wände hinter und seitlich vom Schlagzeug weniger reflektierend machen.
Einfache Mittel dazu wären, etwa hochflorige schwere Wandteppiche oder dicke schwere Flauschdecken/Wolldecken in gewissem Abstand (ca. 5 bis 20 cm) zur Wand aufzuhängen.
Auch die Decke und Fußboden reflektiert Schall. Evtl. auch die Decke mit dicken Wandteppichen abhängen, hochflorigen Teppich auf den Fußboden legen.

In einem kleinen Probenraum ist sowas aber nicht immer gut umsetzbar, weil man wertvolle Bodenfläche verliert, wenn man "Schallabsorber"/Teppiche im Abstand zur Wand aufhängen möchte.

Grüße
 
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