Effektpedal Schaltpläne lesen / durchmessen

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Guten Morgen zusammen!

Ich habe soeben mein zweites Pedal gebaut und möchte aber auch verstehen, warum wo welches Bauteil sitzt.
Gerne einmal anhand dieses Schaltplans im Anhang.

Wie man durchmisst, einen Fehler eingrenzen kann… dieses Basic-Wissen eben.

Könnt ihr mir da behilflich sein?

Lieben Dank schon mal!
René
 

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  • #3
Tatsächlich keinen. Mir ging es um das Erlernen.
 

B
  • Gelöscht von klaatu
  • Grund: An der Frage vorbei geantwortet

Hmm, wenn dir der Schaltplan schon zuviel iwt, wird's schwierig.

Das ist ein invertierender Transistorverstärker mit Stromgegenkopplung.
C1 und C3 dienen dazu, dass der Transistor in einem bestimmten Arbeitspunkt betreiben werden kann, koppeln den Gleichanteil ab.
R3 und Re3 bestimmen den Arbeitspunkt (Basis). R4 dient der Gegenkopplung.
Die Verstärkung ist R5/R4, also etwa 25.
D1 ist ein Verpolungsschutz. Wenn die Batterie falsch herum eingestetzt wird, begrenzt sie die Sapnnung auf -0.7V und geht naicht kaputt, da sie etwa 1A abkann, was die Batterie nicht liefert. C6 ist ein Pufferkondensator.
C2 und C4 können noch bestückt werden und wirken als Tiefpass, beschneiden also die Höhen.
P1 bestimmt, welsche Anteil des verstärkten Signals hinten rausgeht.

An der Basis sollten bei 9V Batteriespannung 0.82V zu messen sein, an R4 noch gut 100mV

Von der Dimensionierung finde ich das Ding eher unglücklich, da es doch recht schnell verzerren wird. Oder die (eher unsymmetrische) Verzerrung ist gewollt.
 
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  • #5
Da habe ich mich unglücklich ausgedrückt.

Klar weiß ich, was Widerstände machen und bei 0 anfangen ist es ja irgendwie nicht. Habe mein 2. Pedal gebaut und nun frage ich mich - bevor man nur Effekte zusammenbaut wie "Malen nach Zahlen" - was welches Bauteil tut. Wann bestimmen Widerstände (C2, 3, 4, 5) den Arbeitspunkt von einem 2N5088? Warum sind C2 und C4 optional?

Der große Widerstand am Anfang, die Schutzdiode, was C1 und C3 machen weiß ich. Aber das tiefergehende Wissen, meinte ich eher. Den Schaltplan hier verstehe ich grob. Aber bei einem Flanger oder dem Tremolo verstehe ich ziemlich schnell Bahnhof.
 
Ich denke, ein Forum kann dir nicht die kompletten Grundlage der Elektronik erklären - sind ja nicht alles Lehrbuchschreiber hier. Nimm dir ein gutes Buch zur Hand, das diese behandelt und stelle dann ggfs. konkrete Fragen, das ist zielführender als ein Rundumschlag "wie funktioniert alles?"
 
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Naja, Grundlagen in analoger Elektronik ist ein so breites Feld, das kann hier nur in Stichworten und Anregungen gegeben werden. Fachleute lernen das über Jahre. Und die entscheiden Infos wurden Dir sämtlich im Beitrag 4 bereits gegeben.

was C1 und C3 machen weiß ich.
...steht im Widerspruch zu...
Wann bestimmen Widerstände den Arbeitspunkt von einem 2N5088?
Siehe Beitrag #4 zu diesen Bauteilen. Was denn nun?
Kondensatoren lassen Sinussignale gerne durch (je nach ihrer Kapazität), filtern Gleichstromanteile dagegen gut raus.

Warum sind C2 und C4 optional?
Steht auch in #4. Wenn Du die Tiefpasswirkung haben willst, dann verwenden, andernfalls weglassen.

Wann bestimmen Widerstände (C2, 3, 4, 5) ....
C... sind Kondensatoren (capacitors), dagegen werden Widerstände mit R... (resistors) bezeichnet. Präzision in der Ausdrucksweise ist bei sowas essentiell ;-)

EDIT: Ooops, der Mod hat mit dem Löschbolzen eingegriffen, daher Beitragsreferenz korrigiert.
 
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Hallo,

bitte nicht falsch verstehen...
Solche Schaltungstechnik lernt man als Ausbildungsberuf zum Elektroniker, oder auch im Studium der Elektrotechnik. So eine Ausbildung dauert nicht ohne Grund ihre 2-3 Jahre.

Das sind also keine Sachen, die man in ein paar Postings hinreichend gut erklären, oder anhand von zwei-drei Postings gut verstehen könnte.

Deswegen meine Hinweise auf "Bastelbücher" für Hobby-Elektroniker, am Beispiel des uralten "Elektronik in Haus und Garten", in dem (die uralten, aber immer noch aktuellen) Grundlagen zu Transistoren und Transistor-Grundschaltungen leicht verständlich für Laien erklärt werden, und ein paar Bastelideen samt Schaltungserklärungen drin stehen.
Achtung!
In diesem Buch (und womöglich auch in anderen Bastelbüchern) steht ein Schaltungsvorschlag für ein Netzteil 220Volt drin. Bitte sowas niemals nachbauen! Die Schaltung entspricht keinen Sicherheitsvorschriften und ist für Laien zum nachbauen viel zu gefährlich. Kauft euch lieber ein fertiges stabilisiertes Netzteil , etwa ein Pedalboard-Netzteil. Ist günstiger, besser, und sicherer als so ein Eigenbau.

Oder auch andere Bastelbücher für Gitarreneffektgeräte, oder Elektronik-Schaltungen allgemein.
Mit "Bastelbüchern" meine ich solche, die sich in recht einfachen Darstellungen an Hobbyisten wenden, die keine grundlegende Ausbildung als Elektroniker haben.

Wenn dir Fachbegriffe wie Emitterschaltung, Kollektorschaltung, Arbeitsgerade, Arbeitspunkt, Ausganskennlinienfeld, Stromgegenkopplung, Impedanz von Kondensator oder Spule, Phasenverschiebung am Kondensator, ... relativ wenig sagen, solltest du ein Grundlagenbuch für Hobbyelektroniker zu Rate ziehen.

Für tieferes Verständnis, und erfolgreiche Praxis sind ein paar Grundlagen der Mathematik (Ableitung, Integral, Darstellung von Schwingungen als "e^jwt") schon sehr hilfreich.

Früher haben wir mit Elektronik-Bastel-Kästen (Kosmos, Philips) als Bastler gelernt und experimentiert.

Heutzutage kannst du Schaltungen mit LTSpice (Freeware) durchsimulieren lassen.
Lade dir LTSpice herunter, und tippe den Schaltplan deines Effektgeräts dort ein.

Dann kannst du alle Signale, alle Spannungen "nachmessen" in der Simulation; Kondensatoren weglassen oder Werte verändern.
Und nachvollziehen, was sie tun.

Wenn du grundlegende Grundlagen (Spannungsmessung, Strommessung, Messung mit Oszi) verstehst, kannst du dich mit LTSpice (und mit Literatur !!!) recht gut selber in die Elektronik reinfuchsen.

Nicht falsch verstehen...
Elektronik-Schaltungstechnik ist nicht so "anschaulich", sondern erfordert etwas Abstraktionsvermögen und etwas (theoretische) Grundkenntnisse. Mathematik ist dein Freund.

Ich habe dir Hinweise (Hobby-Bastelbücher, LTSpice) gegeben, die dir helfen könnten, wenn du die Sachen wirklich besser verstehen willst.

Grüße
 
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Nur so als Hinweis: in meiner Lehrveranstaltung, die eher Schnelldurchlauf ist, sind das 4 * 90 Minuten an Stoff und das Ende ist gerade mal eine Schaltung wie deine. Fängt an mit P-N Übergang über die darus folgende Diodenkennlinie, Wirkungsweise eines Transistors, die verschiedenen Schaltungen, die Formen der Gegenkopplung und wie man einen Arbeitspunkt festlegt.
Bei meinem Job in der Elektronikentwicklung ist das eine einfache Standardschaltung, die man so mal nebenher mitberechnet.
 
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  • #10
Hi,

als Anregung neben Büchern ein paar wenige Internetseiten, die ich vor x Jahren hilfreich fand:

Mehr schreibe ich bewusst nicht dazu, da ich meinen Vorrednern zustimme: Selbststudium! (oder natürlich Ausbildung/Studium)

VG Ulrich
 
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  • #11
Nur so als Hinweis: in meiner Lehrveranstaltung, die eher Schnelldurchlauf ist, sind das 4 * 90 Minuten an Stoff und das Ende ist gerade mal eine Schaltung wie deine.
Du stellst es ein wenig so da, als könne man Elektronik-Schaltungstechnik als Laie innert 6 Zeitstunden Vorlesung lernen...? Oder habe ich das alles missverstanden?

Frage, was wird voraus gesetzt an elektrotechnischen Grundkenntnissen bei deiner Vorlesung (RC-Tiefpass/Hochpass, Kirchhoffsche Gesetze, ...), was ist an Mathe-Kenntnissen (komplexe Zahlen, ...) da, welches Abstraktionsvermögen wird bei den Studierenden voraus gesetzt (Diagramme, etwa Ausgangskennlinienfelder verstehen) , wie viel Eigenstudium zur Nachbereitung des Vorlesungsstoffs...? Und was hören deine Studierende noch alles in Parallel-Vorlesungen...?

Der Fragesteller schrieb ja auch:
Den Schaltplan hier verstehe ich grob. Aber bei einem Flanger oder dem Tremolo verstehe ich ziemlich schnell Bahnhof.
Es geht dem Fragesteller also nicht bloß nur um diese einfache Transistor-Verstärkerschaltung, sondern auch um etwas kompliziertere Schaltungen.

Tipp für @guitar-slinger :
Wenn du Schaltungen nicht nur mit LTSpice simulieren möchtest, sondern auch in echt ausprobieren willst, wie es klingt, besorge dir ein Breadboard, eine Experimental-Steckplatine.
Da kannst du bedrahtete Bauteile gemäß Schaltplan rein stecken und die Schaltung testen.
Und du kannst ganz einfach Bauteile raus nehmen, und hören, was die nicht bestückten Kondensatoren C2 und C4 machen, wenn du sie reinsteckst und wieder raus nimmst.

Grüße
 
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  • #12
als könne man Elektronik-Schaltungstechnik als Laie innert 6 Zeitstunden Vorlesung lernen...?
Nein, das ist nur der Schnelldurchlauf für Halbleiter und bipolarer Transistor. Wechselstromrechnung, Operationsverstärker ... sind da nicht mit drin.
Dazu kommen noch 3 3-stündige Praktikumstermine zum gleichen Thema (Transistor). Und die Teilnehmer sind Uni-Studenten mit etwas Vorwissen. Rechnen mit komplexen Zahlen ist bekannt und auch Grundlagen aus der Physik zu Stromkreisen und Bauteilen.

Ich habe durchaus ein Elektrotechnik Diplomstudium hinter mir und etliche Jahre Berufserfahrung in der Schaltungsentwicklung.

Für ein Kochbuch von Grundschaltungen empfehle ich "Titze Schenk, Halbleiter-Schaltungstechnik"
Einsteiger kommen mit dem Elektronik Kompendium von Patrick Schnabel vermutlich besser klar.
 
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  • Ersteller
  • #13
Hallo zusammen,
Ich habe mir die 2 Bände von Sascha Suhr gekauft: „Effektpedale selbst gebaut“. Das hat schon viele Fragen beantwortet und ich verstehe die Sache mit dem Abstraktionsvermögen jetzt…. 😅

Habe den ersten Band zur Hälfte durchgearbeitet und muss sagen, dass da schon viel zum Lernen drinsteckt… da hab ich mir was angetan, haha. Aber wenn etwas verstanden wurde, ist es immer ein tolles Erfolgserlebnis!

@chris_kah
Nun verstehe ich dein Geschriebenes auch. 😃
 
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  • #14
Die ausführliche Erklärung zur Transistor Schaltung.
 
  • Interessant
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