Einfluss der Gitarre auf das Spielverhalten

von -do_john_86-, 03.03.05.

  1. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 03.03.05   #1
    Hallo alle zusammen,

    ich "philosophiere" momentan über eine Frage. Und zwar:


    Sollte sich die Gitarre dem Gitarristen anpassen (sprich: man sollte sich eine Gitarre kaufen, mit der man gut spielen kann)?
    oder
    Sollte sich der Gitarrist der Gitarre anpassen (sprich: solange lernen/üben, bis das unmögliche möglich wird)?


    Meine Frage kommt daher, dass ich das Gefühl habe, spieltechnisch mit meiner KH-Sig an meine körperlichen Grenzen zu stoßen (Kraftaufwand). Relativ dicker Hals und vom Gewicht her, könnte man damit einen Elefanten totschlagen...
    Es stimmt zwar (in der Theorie), dass jeder gut trainierte Gitarrist mit so ziemlich jeder Gitarre spielen kann. Aber in der Praxis gehen doch hin und wieder mehrere verschiedene Meinungen umher. Zum Beispiel, dass für schnelles Spiel ein dünner Hals und ein leichter Korpus (Spitzenreiter Ibanez) empfehlenswert ist.

    Mir geht es jetzt speziell um eure Meinungen (ich bin mir im Klaren darüber, dass die sicher weit in verschiedene Richtungen gehen werden). Sollte man sich auf Teufel komm raus an eine Gitarre gewöhnen oder sollte man sich das schnappen, wo es am einfachsten/optimalsten ist?

    Dann bin ich mal gespannt, was am Ende dabei rauskommt. Einerseits will ich nicht aufgeben, andererseits möchte ich mich ungern auf eine Gitarre fixieren.

    Dann schreibt mal los...

    mfg. Jens
     
  2. Rossi

    Rossi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.05   #2
    Na ja, das Instrument sollte schon entsprechend den Fähigkeiten
    seines Spielers sein - bringt den notwendigen Spassfaktor...

    Davon abgesehen, geht´s mir so, dass mir auf unterschiedlichen Gitarren,
    auch unterschiedliche Sachen einfallen - sprich, bei einer Gretsch machts
    z.B.: unheimlich Laune Rockabilly Läufe zu spielen und das Bigsby zu
    reizen...auf einer Heavy Strat kommen einem eben andere Dinge in den
    Sinn. Grundsätzlich hat sich bei mir mit jeder Neuanschaffung auch mein
    Spiel verändert...von Anpassung mag ich da aber nicht reden - eher schon
    von einem romatisch verklärten aufeinander einlassen....
     
  3. nike_esp

    nike_esp Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.05   #3
    Ich weiss ja nicht, eigentlich muss man sich ja an jede Gitarre kurzzeitig angewöhnen. Wenn ich Les Pauls testen gehe, dachte ich auch erst am Anfang, wie schlecht lässt die sich denn spielen?!? Aber nach einer Weile ging es dann schon viel besser und ich war schon beeindruckt.

    Aber das mit der Schnelligkeit beim Spiel (mit dünnen Hals), widerspricht sich auch, da z.B. Kirk Hammett oder Yngwie Malmsteen beide auf relativ dicken Hälsen spielen.

    Ich denke jeder hat da seinen eigenen Geschmack, ob es nun Gewicht der Gitarre ist, dicke des Halses, welches Holz, Holz von Fretboard, FR ... etc.

    Dennoch denke ich, dass die Gitarre das Spielverhalten beeinflusst (in meinem Fall). Mit meiner KH kann ich viel besser spielen als z.B. mit meiner Yamaha.
     
  4. Bleecker Street Boogie

    Bleecker Street Boogie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.05   #4
    Heutzutage hat ein Musikinstrument dem Musiker an den Leib gegossen zu sein. Da muss alles so sein, wie es sein muss, damit man sich wie zuhause fühlt und nichts einen in Stress versetzt. Kann man in unseren Zeiten durchaus erwarten.

    Früher, also so 50er, 60er, 70er, 80er und früh bis mitte-90er Jahre, musste sich der Spieler der Gitarre anpassen, auch schon mangels Alternative. Ich kann mich an Instrumente dieser Altersklasse erinnern, wo ich an Grenzen gestoßen bin, die aufgrund der Ergonomie des Instruments die ich kurzfristig nicht habe überwinden können. Da musste man schon kreativ sein, allein um die Gitarre/Bass zu bewzingen. Nur ist der Witz, dass es sich bei vielen Instrumenten dieser Jahrgänge auch gelohnt hat sich den Aufwand zu machen. Solche Anstalten sehe ich bei den allermeisten Bässen unserer Zeit nicht ein.
     
  5. thomas.h

    thomas.h Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.05   #5
    Grundsätzlich bist du als Spieler, als Hirn der ganzen Sache, wichtiger als die "leblose" Gitarre. Von daher würde ich sagen: Die Gitarre hat sich ganz klar dir unterzuordnen, also macht die bequemste Gitarre auch am meisten Sinn. Natürlich macht es auch viel mehr Spaß, wenn man sich mit einer Gitarre nicht plagen muss. Wenn du speziell auf den Sound einer unbequemen Gitarre stehst, bleibt dir halt nichts anderes übrig, als durchzubeißen...

    Aber:
    Punkt1: Ich hatte mal eine OLP Axis gespielt, die schon fast einen doppelt so dicken Hals hat, wie meine schlanke Ibanez. Was soll ich sagen, die erste Minute war ungewohnt, danach gabs aber überhaupt keine Probleme mehr. Ich hätte jetzt nicht sagen können, dass ich am dünnen Flitz-Ibanezhals schneller spielen hätte können, oder umgekehrt.
    Punkt2: Ich habe mit einer Squier Strat angefangen und mir irgendwann eine Gibson Explorer gekauft. Kaum hatte ich die Explorer um den Rücken, konnte ich Sachen in höheren Lagen viel besser, schneller, präziser,... spielen. Das hängt damit zusammen, dass der Gurtpin bei der Ex weiter hinten liegt und ich somit die höheren Bünde viel leichter erreiche und dass mir bei der Strat das obere Korpusende immer im Weg war (ich habe immer das Gefühl, im inneren eines flachen Topfes anschlagen zu müssen. Interessanterweise bei meiner Ibanez überhaupt nicht).
    Ich spiele die Squier sehr ungern, aber ob Ibanez oder Gibson ist eigentlich egal (die Ibanez etwas lieber), obwohl sie zB vom Hals her,... sehr unterschiedlich sind. Ich denke auch nicht, dass ich auf der Ibanez wegen dem Flitzehals schneller bin. Solang eine Gitarre qualitativ ok ist und gut eingestellt ist und einen nicht grundlegende Dinge stören, sind die Unterschiede eher gering. Die 180° Wendung wird mit einer anderen Gitarre eher nicht erreicht werden.
     
  6. Dreshmaker

    Dreshmaker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.05   #6
    also die gitarre ist auch immer so ne sache der einstellung, hab gestern im laden die RG 2570 vor dem kauf nochma angespielt und was war? richtig scheiße!!! und warum? weil sie einfach richtig kacke eingestellt war, als ich dann daheim war hab ich mich mal 3 - 4h rangehockt und sie richtig eingestellt. und was soll man jetzt sagen =) ein traum :) ich denk mal das es ein großes stück einstellungssache der gitarre ist. In Musik Häusern ist ein groß´teil der Gitarren einfach nur scheiße eingestellt. Weis ja nicht ob ihr dasauch so seht ;)

    MFG Dresh
     
  7. Lenny

    Lenny Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.05   #7
    Also nachdem ich die Peavey Wolfgang angespielt habe, hab ich erstmal gemerkt, was der Hals von meiner Les Paul für ein Mist ist. Zwar ist der Hals jetzt viel dicker, aber einfach viel schöner zu halten und zu spielen, nicht zuletzt weil er geölt und nicht lackiert ist. Mit dünneren Hälsen und dicken Bünden ala Fender kann ich nix anfangen.
    Aber ich sag mal so: wenn jemand von Anfang an mit einem Hals klarkommt, machts mehr Spass und ich denke man lernt auch besser als bei ner Gitarre wo man sich den Hals angewöhnen muss.
     
  8. Vogel

    Vogel Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.05   #8
    nein, warum gibt es verschiedene modelle, wenn man sich zwingen muss an eines gewöhnen?

    allerdings gebe ich schon etwas komfort dafür her, dass ich nen geilen sound bekomm, das heißt einen, der mir gefällt.

    ich kenn es auch, das wenn ich auf ner strat spiel, es sehr funky clean und bluesy zu geht, bei der paula kommen fette riffs, overdrive, und bluesy lead lines usw.
     
  9. math

    math Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.05   #9
    "anpassen" find ich komisch in diesem zusammenhang. das klingt so , als ob die gitarre ein lebewesen waere. ist sie aber nicht. sie ist nur ein gegenstand. vielleicht mit individuellem wert, aber trotzdem ein gegenstand.

    logischerweise sollte man sich ne gitarre kaufen die einem besser in den haenden liegt.wenn ich jetzt hier ne baritone mit extra dickem hals haette, waere meine spielfreude nicht besonders gross (kleine haenden,kurze arme).grad bei der enormen auswahl heutzutage....
    klar, wenn man bloed ist kauft man sich ne gitarre die 20 kilo wiegt und bass scale hat ;)
     
  10. nike_esp

    nike_esp Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.05   #10

    Kann man sich nicht auch an Gegenstände anpassen ? :o
     
  11. Wrathchild

    Wrathchild Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.05   #11
    Ich denke der Gitarrist sollte sich eher an das Instrument anpassen. Das ist mir heute im Musikladen aufgefallen als ich von Gibson bis Fender und Ibanez alles getest hab.
    Zuerst kam eine Epiphone LP dran. Ich fand sie eigentlich etwas schwerer zu bespielen als meine Ibanez, doch nach etwa 10 Minuten ging dann so ziemlich jedes Solo flott von der Hand. Gewöhnungssache denke ich.

    Bei der Ibanez SZ(glaub ich) fühlte ich in der kurzen Testzeit kaum Unterschiede zur meiner RG.

    Gitarren haben ihre Grenzen und nur der Spieler ist im Stande diese Grenzen durch anpassen seines Spiels zu überwinden finde ich



    P.S. Kann es sein das Epiphone Gitarren etwas Outputschwache PUs haben?
     
  12. PuttPutt

    PuttPutt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.05   #12
    Also für mich sind Gitarren immer noch Werkzeuge, von daher sollte man eine Gitarre meiner Meinung nach ihren Fähigkeiten(Sound, Vibrato u. andere Spezifikationen) auswählen. Wenn der Hals dann vielleicht etwas ungewohnt ist, ist für mich dann absolute Gewöhnungssache(es sei denn es macht auch nach langem einspielen wirklich überhaupt kein Spass auf der Gitarre zu spielen, dass es Spass macht ist ja schließlich die Hauptsache!).
    Für mich sind Gitarren mit dünnen Hälsen auch nicht schneller zu bespielen, wenn man Spass mit dem Ding hat spielt man automatisch "besser". Also wenn es Spass macht auf der Gitarre zu spielen, dann ist sie für mich gut, sei der Hals dick oder dünn. ;)
     
  13. Paranoid

    Paranoid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.05   #13
    Wenn ich eine Gitarre anspiele, weiß ich, ob sie mir gefällt oder nicht.

    Wenn ich zB ne Paula in die Hand nehme und mein erster Gedanke nicht ist "Huch was für edle Finishes" sondern nur "Fuck ist die schwer" dann werde ich mich mit der wohl nicht so anfreunden können.

    Kommt, wie mein Vorredner schon sagte, auf den Spaß beim Spielen an und den habe ich nicht, wenn ich erstmal meine Rückenmuskulatur stärken müsste, um meine Gitarre länger als 20 Minuten ermüdungsfrei tragen zu können.
     
  14. RAGMAN

    RAGMAN Mod Emeritus - Gitarren Ex-Moderator

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    Erstellt: 03.03.05   #14
    Alles Gewöhnungssache.

    Ich denke mal jeder bevozugt das Halsprofil das er gewohnt ist und schon länger spielt.

    Ich habe auch aus diesem Grund meine Fender Strat und ESP KH-2 verkauft.

    Gute Gitarren aber ein mir zu dünner Hals.

    Vor über 10 Jahren habe ich lieber dünne Hälse gespielt heute eher dickere..

    RAGMAN
     
  15. NOMORE

    NOMORE Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.05   #15
    Man kann sich im Leben an ALLES gewöhnen , man muß nur wollen !! Das heißt:

    Es muß mir Spaß machen und mir gefallen, mich daran zu gewöhen :great:


    Wenn ich von Anfang an absolut nicht klar kommen will (Hals,Form,Style,Marke) dann ist es besser es bleiben zu lassen - wie mit den Frauen !!:D


    G.NOMORE
     
  16. G.Ipson

    G.Ipson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.05   #16
    @puttputt jo du hast imho den nagel auf den kopf getroffen!!bin der gleichen meinung wenn mann etwas mit spass macht wird man automatisch besser!! :great: :D
     
  17. -do_john_86-

    -do_john_86- Threadersteller HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 04.03.05   #17
    Guten Morgen,

    da ist ja dann doch einiges zusammen gekommen - mehr als ich mir erhofft hatte. Danke für Eure Antworten.

    Anscheinend ist das keine einfache Sache, die Gewöhnung wird aber wohl ein sehr wichtiger Teil des Gitarrenspiels sein.
    Mir ist auch noch der Aspekt eingefallen, dass, wenn man jede Gitarre zur Auswahl hätte und das dazugehörige Kleingeld, würde man nichtmehr all zuviel Wert auf die Spieltechniken legen.
    Hätten die "Großen" damals alle Möglichkeiten gehabt, wäre ihr spielerisches Können nicht so ausgeprägt, da Sie gelernt haben, aus wenig viel rauszuholen.

    Ich bin ersteinmal für die Antworten dankbar. Wenn noch jemand einen interessanten Denkansatz hat, einfach losschreiben.

    mfg. Jens
     
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