Engl Invader-Frage zur Fertigungsqualität

  • Ersteller Ottochilli
  • Erstellt am
Hallo!

Also ich nenne einen 1x12" ENGL Sovereign Combo (E365) mein Eigen und kann weden über die Verarbeitung noch über die Zuverlässigkeit / Störanfälligkeit klagen!

Mit dem Combo spiele ich ca. 20-25 4,5 Stunden-Gigs im Jahr und natürlich noch etliche Proben wobei der Combo (im Flightcase) dauern durch die Gegend gefahren wird...

Bisher hat mich der ENGL absolut nicht im Stich gelassen... und geil klingt er auch noch ;o)

Hab mich damals vor dem Kauf/Testen natürlich auch informiert (die Objektivität sei jetzt mal dahin gestellt...) und u.a. den Test in der G&B (1/06) gelesen.... die schreiben da:

"...Platinenbauweise...sauber verarbeitet..."

"...unter Verwendung absolut hochwertiger Bauteile..."

"...ENGL war bei seinen Amps schon immer um Betriebssicherheit bemüht..."

"Klarer Pluspunkt: Verarbeitung"

Dementsprechend hab ich mich beim Kauf natürlich auch von diesem Test beeinflussen lassen! Und bisher wurde ich nicht enttäuscht! (Was man von einem Amp für annähern 2000 Ocken auch erwarten kann... meiner Meinung nach!)

Vielleicht ist das Problem tatsächlich bei der Qualitätskontrolle vpn ENGL zu suchen, die die faulen Eier, die bei jeden Produktion auftreten, nicht sauber rausfiltern!
 
Dagegen spricht schlicht und ergreifend die von vielen Musikern und Ampgurus stillschweigend ignorierte oder nie verstandene Physik. Tatsache ist jedoch, dass ein Gitarrenamp nur bis ca. 80Hz übertragen muss, was den Eisenaufwand gegenüber HIFI deutlich einschränkt, sind ja immerhin 2 Oktaven von den 20Hz aus gesehen.

Außerdem entwickelt ENGL wie jeder andere Gitarrenamp-Hersteller auch keine Trafos, dazu sind die gar nicht in der Lage.



Ja, bei mir ist alles amtlich verschraubt, wenn das Ganze kein Testaufbau ist.
Außerdem findet man bei mir Kabelbinder oder Schnur und das Innenleben meiner Amps sieht nicht übler aus als ein vietnamesisches PC-Netzteil.

ich finde die Innenaufbauten von ENGL schlicht daneben, weil sich das höchstens auf Niveau eines Peavey Valvekings bewegt, aber keinen Deut darüber. Hier hieß es vorher mal was von wegen Fassungen und schmelzen. Wenn ENGL ordentliche Fassungen verbauen würde, sprich Keramik, dann würde da garnix schmelzen. Leider machen das nur sehr weniger Hersteller.
Herausfallende Widerstände, sich bräunende Platinen und schmelzende Fassungen sind schlicht indiskutabel, vor allem bei den Preisen, die die Geräte kosten.

Der Klang der ENGLs ist absolut herrlich, die Möglichkeiten, die sie bieten natürlich auch, aber die Verarbeitung ist absolut keine Referenz.

MfG OneStone

Edit: Diese netten Röhrendämpfer bzw. Halterungen gehören auch in die Kategorie "Billig wo es nur geht". Hässlich sind sie zudem auch noch...

Morgen Einstein:)

danke für dein Posting, sehr erhellend und substantiell... Eben drum, kann man die AÜs leichter bauen. Wie ich schon schrob, ich meine mich dunkel erinnern zu könnnen, daß Engl die Dinger zumindest früher mal selbst wickelte. Aber das ist schon eine Weile her, evtl. macht das tatsächlich für die mittlerweile ein Zulieferer...

Mit Deinem Satz über die Aufbauqualität gebe ich Dir recht. Mir ging es mit meinem ursprünglichen Posting um diesen TT Beitrag und um das lächerliche Vorverurteilen aufgrund von mangelhafter Information. Die Suggestivwirkung von Bildern ist halt doch sehr gross. Wie gesagt, wenn Kunstoff-Sockel für eine gewisse Schmelztemperatur spezifiziert sind, dann ist es egal ob sie aus Keramik sind oder nicht. Ich hätte halt gerne mal gewusst, warum die Sockel anschmorten.... Das kann kein Schaltungsdefekt gewesen sein. Da hat jemand dran gefummelt und dann ist ihm das Teil abgefackelt.... Dass dann die Platine aufgrund uebermässiger Hitze braun wurde wundert mich dann nicht. Wenn das ein systematischer Fehler gewesen wäre, wüssten wir das und Engl könnte einpacken.

Aber wie gesagt, dafür pauschal den Hersteller an den Pranger zu stellen und zu behaupten, die Qualität von denen sei unzureichend, halte ich schlicht für unfair.

Und ja, Engl muss genauso wie jede andere Firma auf der Welt auch auf Fertigungsrationalität und Kosteneffektivität achten. Wenn man sich den Innenaufbau anschaut, dann denke ich, der ist ziemlich clever und rationell bei gleichzeitig ausreichender mechanischer Belastbarkeit. Womit wir beim Begriff Referenzaufbau sind. Im Sinne von stabiler Massenproduktion ist der Englaufbau wohl nicht schlecht (eben Referenzmaessig:). Im Sinne von Old-School-Leo-Fender-Handgedengelt sicher nicht.

Ich hatte Engl ja schon in etwa mit Marshall verglichen, nicht weil sie die gleichen Stückzahlen produzieren, sondern weil sie wahrscheinlich - nur gemutmasst - eine ähnliche Fertigungseffektivität haben.

Bei diesem Ausstoss ist es gar nicht mehr möglich, in liebevoller Manufakturarbeit handgeklöppelte Amps herzustellen.

Das mag vielleicht noch der Peter Diezel oder andere Kleinsthersteller schaffen (was sie sich dann auch bezahlen lassen), wobei ich denke, wenn der Peter sich mal vergroessern muss, wird er auch zu der Fragestellung Fertigungsaufwand vs. Effizienz kommen. Ich denke zwar nicht, dass er sich von seinem aufgebauten Image verabschieden will, denn das würde seinen Markt zerstören. Aber er wird sich wahrscheinlich ganz genau überlegen, wie er in Zukunft seine Produktion so gestaltet, damit er lieferfähig bleibt.

Also schönen Tag noch und Grüsse, HJ
 
Ich will das Ganze ja nicht generell anprangern. Aber warum muss man bitte die Kabel z.B. direkt auf die Platine löten anstatt da einen Stecker hinzubauen? Ich weiß, das kostet Geld, ja, aber dennoch, den kann man ebenfalls mit einem Kleberpunkt fixieren und dann ist das ebenso vibrationssicher usw. Marshall macht das auch mit Steckern und die Dinger kann man auch zerlegen ohne wasweißichwieviele Lötpunkte aufzumachen und nachher raten zu dürfen was wohin gehört (vorher Fotos machen ist bei ENGL lebenswichtig wies aussieht).

Diese Sachen stoßen mir sauer auf, denn auch ein Engl kann kaputtgehen und dann ist der Besitzer am Hintern, weil das Reparieren locker doppelt so lang dauert als wenn da Stecker drin wären. Solche Sachen nerven mich eben.

MfG OneStone
 
Kann es nicht sein, dass da ein ganz schlauer Mensch das Röhrentuning ganz einfach uebertrieben hat?

Guck mal genau hin! Das sind Vorstufenröhren! (V1 V2 V3...) da kann man nichts mit "Röhrentuning" übertreiben. Da ist nix mit zu heiß eingestelltem BIAS wie bei Endröhren.
Plastiksockel sind logischer weise billiger als Keramik. Plastik wird im Extruder heiß gemacht, in die Form gespritzt und fertig. Keramik wird wie Du sicher weiß "mit Hitze gebacken"
Was glaubst du ist teurer, weil es nur in kleineren Mengen produziert werden kann? Plastik oder Keramik?

Welche Insider-Infos hast Du, oder spekulierst Du mit Vermutungen?

Klar darf Klartext Mutmaßungen äußern - tust du schließlich auch ;)

Was ist, wenn die einen Weg gefunden haben, die Linearitaet bei gleichzeitiger Einsparung von Material zu erhalten? Was ist dagegen einzuwenden?

Hälst Du die anderen ( VHT / Soldano / Mesa / Diezel / Marshall u.s.w.) für so blöd?
Die würden das doch auch tun (es sein denn man betreibt den Ampbau aus "berufung" und nicht weil man Geld damit verdienen möchte.

Gruß P.
 
Guck mal genau hin! Das sind Vorstufenröhren! (V1 V2 V3...) da kann man nichts mit "Röhrentuning" übertreiben. Da ist nix mit zu heiß eingestelltem BIAS wie bei Endröhren.
Plastiksockel sind logischer weise billiger als Keramik. Plastik wird im Extruder heiß gemacht, in die Form gespritzt und fertig. Keramik wird wie Du sicher weiß "mit Hitze gebacken"
Was glaubst du ist teurer, weil es nur in kleineren Mengen produziert werden kann? Plastik oder Keramik?



Klar darf Klartext Mutmaßungen äußern - tust du schließlich auch ;)



Hälst Du die anderen ( VHT / Soldano / Mesa / Diezel / Marshall u.s.w.) für so blöd?
Die würden das doch auch tun (es sein denn man betreibt den Ampbau aus "berufung" und nicht weil man Geld damit verdienen möchte.

Gruß P.


Das hab ich schon gesehen, dass das die Vorstufenroehren waren :) Oehm, ich habe mich doch nirgends über den Preis von Roehrensockeln ausgelassen. Nochmal, mir ging es um die kolportierende Wirkung dieser Fotos und die süffisanten Kommentare aus dem TT-Forum, welche einen gewissen Eindruck suggerieren sollen. Es ist doch völlig unerheblich, ob die Sockel aus Porzellan oder aus Kunsttoff sind, solange im Betrieb die Schmelztemperatur nicht erreicht wird. Ich hatte es ja weiter vorne schon geschrieben, wenn es ein systematischer Fehler wäre, d.h. alle von Engl verbauten Sockel wie Wachs abschmelzen, dann wüssten wir das, weil sich alle Leute hier in den Foren darüber ausschütten würden und das gleichzeitig das Aus für Engl bedeuten würde (sozusagen der Elchtest). Weil das aber offensichtlich ein Einzelfall ist, liegt doch die Vermutung nahe, dass mit dem Amp irgendetwas anderes nicht stimmt und genau das erfahren wir nicht.
Und nein, ich halte keinen Amp-Hersteller für blöd.
Gruesse zurück, HJ
 
Hatte kurze Zeit einen Engl Savage. Zum Invader kann ich wenig sagen, aber beim Savage sind mir keinerlei Qualitätsmängel aufgefallen. Hatte ihn 1 Monat zum antesten bekommen. Sehr guter Amp, der Preis ist imo auch noch halbwegs angemessen. Habe ihn dann wieder zurückgegeben, da mir der Sound auf dauer nicht gefallen hat. Imo viel zu wenig Dynamik.
 

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