Wenn es vorige Woche gut abgehangene Pulte gab, dann hatte ich gestern die analoge Steinzeit - aber seht selbst.
Unten das Netzteil des eigentlich eingeplanten Pultes - leider hatte das technische Probleme und musste noch vor meinem Eintreffen ersetzt werden, dann da hätte ich sehr gerne drauf gemischt. In dem Rack ist nur der dbx 160 im Einsatz, der Rest war wohl "just in Case" aufgebaut.
Oben das Lexicon PCM 70 - meine Vorstellung eines geil klingenden Reverbs! Mit im oberen Rack finden sich vier weitere nicht genutzte Kompressorkanäle von Drawmer.
Dann, gleich unter dem Furman im unteren Rack, irgendwas von tc electronic (könnte ein D-2 sein) - das hat ein schönes Slapback-Echo gemacht, dem ich am Pult noch ein paar Höhen und Tiefen weggenommen habe, denn es ging wieder um die 60s Band "The Munyks". Danach zwei Yamaha SPXe, einmal das 900 für einen dezenten Snare-Hall, dann das 50D - damit haben wir eine dreckige Verzerrung für den Gesang erzeugt, um aus der clean aufspielenden PA den Eindruck einer 60er-Jahre Schallzeile im Bereich der Kotzgrenze zu erzeugen.
Danach ein weiterer ungenutzter dbx 166a, dann drei Drawmer Gates/Kompressor/Limiter, die für Bassdrum, Snare und drei Gesänge genutzt wurden. Danach zwei Behringer 4-fach-Gates, die für die drei Toms im Einsatz waren, und ganz unten zwei dbx 2231 für Front L/R und die beiden Monitorwege. Nette Teile, davon hatte ich zu analogen Zeiten auch drei Stück im Einsatz.
Hier das Ersatzpult, ein altes Yamaha MG 32. Und so cool der ganze andere analoge Kram auch war, die EQ-Sektion hat mich dann doch auf den harten und nassgeregneten Boden der Realität geholt. Schaltbarer LoCut bei 80 Hz, Bässe und Höhen als Festfrequenzfilter, und die Mitten durchstimmbar von (zu hohen) 250 Hz bis irgendwo 5 oder 8 kHz. Man kommt halbwegs klar, aber schönes Arbeiten ist anders, wirklich ganz anders. Auch ätzend: "Mein" Sänger hat öfters sehr laut ins Mikro gebrüllt, und bei Übersteuerung der Eingänge reagieren die Yamaha MG wirklich hässlich. Die meisten anderen Pulte klingen noch wesentlich "runder" und angenehmer, wenn man sie mal "tritt".
Passend zu einer 60s-Band: Das Talkback-Mikro, ein Shure 565 SD, der angenehmer klingende Vorfahr des SM58 - der Sänger hat über ein 545 SD gesungen, Vorgänger des SM57.