Fragen Clean/Crunch/Lead

von Toxxi, 17.03.17.

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pedaltrain
  1. Toxxi

    Toxxi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.17   #1
    Hallo zusammen! Ich versuche gerade, mich durch die Begrifflichkeiten der Effekte zu wursteln. Hier gibt es ja viele gute Erklärungen, und Google tut sein übriges. :) Mittlerweile kenne ich z.B. den Unterschied zwischen Boost, Distortion und Overdrive.

    Aber ein paar Sachen konnte ich auch bei aller Suche nicht klären, nämlich:

    Crunch und Lead - was ist das? :confused: Irgendwie ist es ja verzerrt... aber wie ordnet sich das ein? Oder ist das ein komplette Effektkette, die so bezeichnet wird? Ich habe diverse Amps im Laden probegespielt, und viele hatten Kanäle bzw. Tasten dafür. Aber so richtig schlau geworden bin ich auch mit Internetrecherche nicht...

    Clean - so wirklich clean im Sinne von unverzerrt ist doch gar kein E-Gitarrenverstäker. Wenn man nur genügend übersteuert, d.h. das Volumepoti der Gitarre voll aufdreht, verzerrt der doch eigentlich immer? :gruebel: Dann braucht man doch eher einen A-Gitarrenverstärker.

    ---

    Und nochmal eine Anfängerfrage: Die Myriarden von Zusatzeffekten sind doch für den Anfänger größtenteils uninteressant, oder? Wenn ich aktuell einen benutze, dann nur Chorus und gelegentlich etwas Hall.

    Danke schonmal!
     
  2. crazy-iwan

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    Erstellt: 17.03.17   #2
    Crunch und Lead sind beides verzerrte Sounds, wobei Crunch nur mehr oder weniger angezerrt ist, und Lead deutlich mehr Verzerrung und Kompression mitbringt, um Sounds singender zu gestalten.

    Das ist jetzt aber ne ganz grobe Umschreibung, je nach Amp kann das ganz unterschiedlich ausfallen.
    Man würd aber Crunch für Rhytmuspassagen, und Lead dementsprechend für Leadpassagen und Solos nutzen.
    Man kann aber, wenns einem anders besser gefällt, die Kanäle auch missbrauchen - gefällt ist, was gut klingt.
    Doch, viele Amps sind im Kern sehr Clean.
    Kurz zur Info:
    Ein Verstärker hat eine bestimmte Clean-Leistung, zum Beispiel 40 Watt.
    Bleiben wir drunter, und verzerren nicht absichtlich in der Vorstufe oder mit Pedalen, oder durch die Lautsprecher, bleibt das Signal Clean.

    Jetzt haben wir 3 Möglichkeiten das ganze zu verzerren (Zerrpedale mal außer Acht gelassen).
    1. Wir übersteuern die Eingangsstufe (den Preamp), indem wir den Gain ganz hoch fahren, und/oder das Signal vor dem Amp durch outputstarke Tonabnehmer oder einen Booster.
    2. Wir übersteuern die Endstufe an irgendner Stelle (Phaseninverter, Endstufenröhren) und erzeugen dort die Verzerrung.
    3. Wir überfahren den Lautsprecher mit zu viel Leistung, bis der zerrt.

    Wenn Du Amps testest, musst Du natürlich alle Einstellungen im Rahmen halten, da die sonst an manchen Stellen zerren können.

    Wenn Du wirklich Clean willst, teste mal die ganzen Transistoramps, oder auch die ganzen Röhrenamps.
    Laney Ironheart, Blackstar HT, Marshall JVM sind Beispiele für Amps mit Cleansound.
    Fender Twin Reverb, Hiwatt DR104, Marshall 1959 sind Beispiele für Amps, die auch sehr laut noch clean bleiben können.
     
  3. Captain Knaggs

    Captain Knaggs Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.17   #3

    Ich hab mir am Anfang ein günstiges Multieffektpedal gekauft, den Vorgänger hiervon:

    [​IMG]

    Damit habe ich dann die Wirkung verschiedener Effekte ausprobiert. Dabei lernst Du was Dir gefällt und was nicht.

    Heute weiß ich was ich will und habe mir die entsprechenden Effekte als hochwertige Einzelpedale für mein Pedalboard geholt.
     
  4. Toxxi

    Toxxi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.17   #4
    Supi, danke für die Erklärungen! :)

    Ich hätte vielleicht noch dazu schreiben sollen, welchen Amp ich benutze. Nämlich den Yamaha THR10:
    https://www.thomann.de/de/yamaha_thr10.htm

    Der hat 7 Ampmodelle integriert. Im Begleitheft ist auch erklärt, wie die funktionieren. Und da haben ich gemerkt, dass ich die Gundbegriffe nur eingeschränkt kenne...

    Der bekommt ganz guten Clean-Sound hin, hat auch ein Modell für den Fender (und eins für Marshall). Und er hat noch einen achten vollkommen linearen Kanal (neben den 7 Amp-Modellen), an den ich die Akustikgitarre anschließe.

    Was ist der Unterschied zwischen Verzerrung und Kompression? Das Wort Kompression habe ich öfter gelesen, aber was es bedeutet, ist mir nicht wirklich klar geworden...

    Logisch. :)

    Welche sind das, wenn ich neugierig fragen darf?
     
  5. Captain Knaggs

    Captain Knaggs Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.17   #5
    Klar, darfst Du:)

    Hier ist mein Pedalboard

    [​IMG]

    Ich spiele Blues/Rock/Hardrock

    Pedale:

    Obere Reihe von links nach rechts:

    Boss AC 3 - simuliert eine Akkustikgitarre (mehr oder weniger gut, aber ich nutze das nur ab und zu, dafür reichts)
    Electro Harmonix Epitome - Chorus, Flanger, Octaver und Reverb in einem Gerät (man kann auch alles zusammenmischen, bietet auch viele "experimentelle" Sounds
    Tone City Tape machine - delay (Einsteiger delay, recht einfach gehalten)
    Electro - Harmonix Soulfood - (Overdrive/Clean Boost) Ich nutze das um nach dem WahWah den Ton wieder aufzufrischen (grob gesagt frisst das WahWah die Höhen aus Deiner Signalkette)
    Jampedal Wahcko+ - Wah Wah Pedal (sauguter Klang, flexibel, aber auch sauteuer. Habs aber nicht bereut)
    Rocktuner PT 1 - Stimmgerät

    Untere Reihe von links nach rechts:

    Digitech Trio + - Looper und Jamstation. Nutze ich zuhause zum jammen mit mir selbst:)
    Tone City Tremolo - Nutze ich nur sehr selten, deswegen auch ein günstiges Pedal
    Wampler Plexi Drive Deluxe - Dies ist mein "Amp in a Box", der macht aus meinem clean eingestellten Amp einen Marshall Plexi, Tubescreamer ist mit eingebaut
    Earthquaker devices Hoof - Fuzz Pedal, sehr coole verzerrte Sounds für Classic Rock/Hard Rock oder Blues
    Tone City Comp Engine - Compressor
    Digitech drop - Damit stimme ich den Ton meiner Gitarre per Knopfdruck runter, bis zu 4/5 Halbtönen klingt das auch ganz gut (Habe nur eine Gitarre, spiele aber verschiedene Tunings)

    Der Schalter im Vordergrund bedient das Trio+ Pedal
     
  6. crazy-iwan

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    Erstellt: 17.03.17   #6
    Ich kenne die Ampmodelle nicht, aber bei Modellern habe ich öfters das Gefühl gehabt, dass der Klang irgendwie noch zusätzlich geformt wurde - vielleicht wirt das verzerrend?
    Du hast ein Grundsignal welches oben und unten unterschiedlich ausschlägt.
    Beschneidest Du das was oben und unten ausschlägt kriegst Du Verzerrung, der klassische Rock-Gitarren-Sound.
    Sorgst Du statt dessen dafür dass alle unterschiedlichen Ausschläge von der Intensität angepasst werden, wird komprimiert. Der Klang bleibt dann primär ähnlich wie ohne den Effekt, aber die Dynamik geht verloren - was durchaus gewollt sein kann.
     
  7. Toxxi

    Toxxi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.17   #7
    Cool :great:

    So richtig ist mir noch nicht klar, wozu man Delay und Reverb sinnvoll nutzen kann...

    Auch das mit dem Wah-wah habe ich irgendwie nicht so richtig kapiert. Bei Wikipedia sind zwar ein Haufen Beispiele aufgezählt, aber die kenne ich alle nicht (außer Enter Sandman). Und wenn ich mir die Stücke auf Youtube anhöre, fällt mir so gar nichts auf, was mit dem Wah-Wah zusammenhängen könnte... :gruebel:

    Und wozu benutzt man einen Tremolo-Effekt? Was der macht ist mir klar - aber wie setzt man denn sowas sinnvoll ein?

    Ich glaube, das ist ein Missverständnis. Ich habe mich nicht über meinen Amp beschwert, sondern wollte allgemein wissen, wie ein Clean-Amp funktioniert und ob der wirklich immer einen reinen Sound liefert, auch wenn man ihn voll aufdreht.

    Ah, okay, danke. Einfache, verständlich und logisch erklärt. :)
     
  8. Captain Knaggs

    Captain Knaggs Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.17   #8
    Grob erklärt, gibt da natürlich Feinheiten:


    Delay schickt den Ton eine kurze Zeit später nocheinmal

    Reverb=Hall erzeugt einen räumlicheren Klang

    Tremolo läßt den Ton zittern:) Ich nutze das z.B. beim Intro von "Black Country Communion - Song of Yesterday" (ab ca. 1:00 Minuten)






    Nicht physikalisch erklärt, sondern wie es sich für mich anhört:)


    Wahwah erzeugt einen "whack" im Ton wenn Du drauftritts "whackawhacka" wenn du oft drauftrittst, Kirk Hammet spielt so ziemlich jedes solo mit Wahwah. XD
     
  9. Toxxi

    Toxxi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.17   #9
    Das ist mir schon klar. :) Kann ich ja einfach mit meinem Amp ausprobieren.

    Aber wo und wie wird das genutzt? Gibts mal ein Beispiel?

    Reverb und Hall ist das gleiche? Das habe ich nicht gewusst.

    Ich höre da bei 1:00 kein Tremolo... :(


    Echt? Das ist mir noch nie aufgefallen... Wie äußert sich das denn? Was genau soll man da raushören?

    Oh Mann, langsam glaube ich echt, dass mein Gehör nicht in Ordnung ist. Ich hatte früher schon beim Salsa Probleme, dass ich nie dass rausgehört habe, was ich raushören sollte. Selbst mit hundertmal zurückspulen und immer wieder hören ging das nicht...

    Lediglich als ich den Chorus-Effekt ausprobiert habe, schossen mir sofort dutzende Lieder in den Kopf, bei denen ich das gehört hatte.

    Vielleicht sollte ich die E-Gitarre an den Nagel hängen und wieder die Akustikgitarre nehmen. Das ist irgendwie einfacher, da spielt man drauflos und gut.
     
  10. crazy-iwan

    crazy-iwan Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 17.03.17   #10
    OK, alles klar.
    Ja, man kann theoretisch jeden Cleanamp zum zerren bringen, wenn man den weit genug anfährt.
    Auch Transistoramps, und die Kisten für Akkustikgitarren.
    Obs bei den letzten beiden dann schön klingt ist aber ne andere Sache :)
    Wahwahs werden nicht immer in einer laufenden Bewegung genutzt, manchmal sehr gefühlvoll zusammen mit dem Spiel - dass man das Gefühl kriegt, die Gitarre klingt in hohen Lagen jaulig, und in den tiefen halt brummiger.
    Manche stellens auch einfach fest auf an in ner bestimmten Position, um den Mittennöck eines Wahs dauerhaft zu haben, so hats Michael Schenker bei UFO gemacht.
    Ist halt so, kann aber tausend Gründe haben.
    Sowas wird oft auf irgendein Talent zurückgeführt, kann aber ganz andere Gründe haben.
    Ich kann zum Beispiel kaum nach Gehör spielen, meine Band weiß das aber tatsächlich nicht, weil ich meine Fähigkeiten betone, und nicht versuche was zu tun, wo meine Stärken einfach nicht liegen.
    Mir gehts so bei E-Gitarre, und verkrampft bin ich bei A-Gitarren :D
    Wichtig ist hier, was man von anderen Instrumenten einfach vergessen hat, immer wieder bischn zu spielen.
    Somit baut man ne Gewohnheit auf, und irgendwann gehts dann alleine.
    Die Sachen wie die ruhigeren Zeppelin Songs eignen sich dazu, oder Blueskram, oder oder oder.
    Dann auch mal trauen dazu zu improvisieren, Pentatonik und andere Skalen, irgendwann wird n Schuh draus und man kann einfach frei heraus was spielen.
     
  11. dubbel

    dubbel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.17   #11
    du musst ja auch kein effekt-pedal benutzen.
     
  12. Honeyspiders

    Honeyspiders Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.17   #12
    Mach das doch bei der E-Gitarre auch mal so. ;)
    Wenn's dir Spaß macht, dann kommte das mit den Pedals und all den Effekten irgendwann von selbst. Am besten nicht "vorher" den Kopf zerbrechen. :)
     
  13. Gast 2356

    Gast 2356 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.17   #13
    Bouleward of broken Dreams: das gesamte Intro

    Voodoo Child (Slight return) fast durchgehend
     
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  14. Toxxi

    Toxxi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.17   #14
    Das klingt nach einem guten Plan. :m_git1: Stimmt schon, bloß nicht verrückt machen lassen. Erlaubt ist alles, was gefällt.
     
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