Geigen-Aufnahme

von jatzemann, 10.03.12.

  1. jatzemann

    jatzemann Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.12   #1
    hallo liebe leute,

    bin gerade dabei für ein neues projekt ein kleines demo zu produzieren. die besetzung ist wie folgt:
    - voc ( + kleinpercussion)
    - geige ( + voc + kleinpercussion)
    - piano ( + voc + kleinpercussion)
    stilistisch ist es ein mix aus kubanischer musik und jazz mit starkem kammermusikalischem einschlag. das endergebnis würde ich klanglich gern sehr trocken halten, oder besser gesagt "intim" und "nah"... ich hoffe dass man das versteht?! ;-)

    da ich nur ein interface mit zwei mic-eingängen habe nehme ich den ganzen spaß natürlich nacheinander auf. dazu muss ich erwähnen

    das piano habe ich gestern aufgenommen mit 2x akg C 414XL. allerdings ist der flügel relativ laut was die nebengeräusche angeht. sowohl das pedal ist auch mit filigraner pedalarbeit nicht zu unterdrücken als auch die tasten "klappern" beim wiederhochkommen.
    stimmt es dass man diese nebengeräusche anschließend etwas wegfiltern kann???

    nun zur frage:
    wie nehme ich am besten die violine auf??
    a) ich könnte es im gleichen raum aufnehmen wo ich das piano aufgenommen habe. allerdings entfaltet die violine dort leider so überhaupt gar keine obertöne und klingt ziemlich muffig (zum leidweisen der geigerin!!).

    b) dann könnte ich einen anderen raum wählen. zum beispiel hatten wir neulich eine kleine mucke in einem "kulturrestaurant" wo die geige fantastisch klang. allerdings ist da natürlich auch gleich wieder relativ viel hall im spiel.

    zu den mikros: ich könnte mir zwar u.u. auch gute mikros ausleihen, habe aber hier selbst zwei t-bone-kleinmembran sc 140. ich weiß das ist nicht das feinste... aber da ich eh recording-anfänger bin und vermutlich eh so viele andere dinge falsch mache wird das für´s erste schon gehen - habe die übrigens auch mit der violine mal im vergleich zu anderen deutlich teureren mikros getestet und viele meiner kollegen die recording-erfahrener sind als ich haben keinen unterschied gehört.

    ich hatte gedacht, ein mikro relativ nah am klangkörper zu positionieren und eines relativ etwas weiter entfernt um mehr raumklang aufzunehmen. ist das sinnvoll??
    wenn ja, soll ich dann das nah am mikro auf niere schalten und das räumliche auf kugel-charakteristik?

    macht es - wenn ich so arbeite - sinn dass ich dann im "klangvolleren" saal aufnehme und versuche ein signal möglichst trocken zu halten und das andere etwas räumlicher??

    ich bin nur verwundert weil die meisten leute ja auch die streicher in total abgedämpften räumen aufnehmen. kann man dann hinterher quasi eine art "obertoneffekt" zumixen?? (ist vielleicht etwas doof die frage, aber vom recording habe ich nur annähernd so viel erfahrung wie vom spielen/komponieren... ;-) )

    ich würde mich super über alle tipps und hinweise freuen!!!
    vielen dank!
     
  2. 968

    968 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.12   #2
    Diese Art von Musik im Overdub Verfahren aufzubehmen, ist die zweitbeste Lösung. Ein lebendiges Spiel wird so nicht unterstützt.

    Wenn Du es eher trocken haben möchtest, würde ich auch so aufbehmen und mit künstlichem Hall arbeiten. Wäre nicht meine Arbeitsweise, ich gehe lieber in einen sehr gut klingenden Raum und mikrogoniere dann etwas direkter. Aber dann sollte der Raum für alle gleich sein.

    Wenn Du für die Geige einen schönen Raum hast, aber alle anderen woanders spielen, wirst später wenig Spass beim mischen haben. Irgendwas passt dann immer nicht.

    Pedalgeräusche in der Nachbearbeitung wegmachen - vergiss es. Mit Renovator geht zwar einiges, aber da würdest Du tagelang nur runrestaurieren. Besser klingen tut es dann auch nicht unbedingt.

    Man kann da mehr durch eine veränderun der Mikrofonpositionen erreichen - und ein guter Klavierstimmer macht da noch mehr wett.

    Wo hattest Du den die 414er her? Die wären adequat für Geige, wenn man nicht zu nah ran geht. Mir hätten sie etwas zu viel Höhen und es kann dann schnell sehnig klingen. Besser als T-Bone sind sie aber immer.
     
  3. Basselch

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    Erstellt: 10.03.12   #3
    Hallo, jatzemann,

    bei der Geige würde ich auch eher weiter weg gehen - bzw. höher über das Instrument hinaus. Einerseits eliminierst Du damit ein wenig die Lautstärkeschwankungen, die sich bei einer stark mitgehenden Geigerin ergeben, zum Zweiten wird der Sound in sich homogener. Beachte auch, daß die Geige die Höhen stark gerichtet abstrahlt...
    Auch ich halte die Lösung mit der Geigenaufnahme in einem anderen Raum für nur schlecht geeignet. Dann solltet ihr alle im gleichen Raum spielen. Ebenso plädiere ich bei euch eher fürs "Zusammen"-Aufnehmen.

    Viele Grüße
    Klaus
     
  4. jatzemann

    jatzemann Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.03.12   #4
    danke für eure antworten!!!
    zum thema anderer raum: ist schon vom tisch zumal ich den "gut klingenden" raum eh nicht bekommen habe und zum anderen haben mich einige darauf hingewiesen dass das eine schlechte idee ist.

    die akg´s sind von dem besitzer des flügels; könnte sie also durchaus auf für die geige verwenden.
    gleichzeitig aufnehmen ging nicht, habe nur ein interface mit 2 eingängen... und da das projekt noch nicht eingespielt ist hatte das erst mal keinen sinn...

    allerdings will ich noch darauf hinweisen, dass es mir bei der raumfrage keinesfalls um ein echo oder hall ging sondern einfach um die obertonentfaltung; das sind doch zwei verschiedene sachen, oder? zumindest beschwert sich meine freundin - die geigerin ;-) - immer darüber, dass ihr instrument im studio immer so sch..... klingt !!
    aber vielleicht muss ich das dann in kauf nehmen....

    ich halte euch auf dem laufenden!!
    lg, jatzemann
     
  5. 968

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    Erstellt: 03.04.12   #5
    Tja, fast jedes Instrument klingt im "Studio", das trocken ausgelegt und auf Separationsmöglichkeiten getrimmt ist, sche...e.

    Akustische Instrumente müssen ihren Klang entfalten können UND die Musiker müssen sich wohl fühlen. Die frühere Idee, im Studio alles kontrollieren zu können, sprich auch den Sound im Mix in jede Richtung manipulieren zu können, ist selten gut und taugt für akustische Musik überhaupt nicht.
     
  6. GeorgKoeln

    GeorgKoeln Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.12   #6
    Außerdem sollte man immer mit der Mikrofonposition experimentieren, von wo die Geige am besten klingt. Ich hatte mal in einem relativ kleinen Studio eine Geigerin aufgenommen. Die Decke war nur 2 m hoch, so dass die Frau im sitzen spielen musste. Der Stuhl, den ich ihr hingestellt habe, war ein Büro-Drehstuhl, so dass sie sich einmal testweise während des spielens langsam um 360 Grad drehen konnte. Die bestklingende Mikrofonposition war dann genau hinter ihr, in ca. 2 m Abstand schräg von oben. Muss man aber für jeden Raum extra ausprobieren, das ist kein allgemeingültiges Rezept.
     
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