Ohne jetzt alle vorhergegangen Beiträge durchgelesen zu haben.
Die Gitarrenform ist eines der kleinen Räder in der Klangkette. Das würde ich dahingehend vernachlässigen. (V-förmige Gitarren haben jedoch den Nachteil, dass man sie nur in einer ganz speziellen Haltung im Sitzen spielen kann. Deswegen würde ich von der V-Form und alles was Zacken hat etc. abraten).
Was die Pickups angeht: Tendenziell würde ich mit den Kriterien keine auf vintage getrimmten Pickups nehmen. So manche Pickups sind nach dem Stand der Technik der 70er/60er Jahre gebaut, mit all ihren Vor und Nachteilen. Die klingen halt, wie der Name sagt „vintage" (Viele Leute stehen halt darauf). Grade
Fender ist da eine Marke, die solche Pickups gerne einbaut. Leider steht bei den meisten Gitarrenangeboten im Netz nicht drin, ob das ein solcher Pickup ist. Das muss man dann anderweitig in Erfahrung bringen.
Klarheit ist hauptsächlich das Metier der Single Coils. Single Coils klingen offener, klarer und heller als Humbucker. Doch sie haben (sofern es sich nicht um noiseless Single Coils handelt) die unangenehme Eigenschaft, dass sie empfindlich auf elektromagnetische Einstrahlung sind (z.B. auf die des PCs), und deswegen zum Brummen neigen. Das wird vor allem bei höherer Verzerrung und Lautstärke deutlich. Rock und Punkrock liegt da genau in der Mitte was Verzerrung angeht.
Nichtsdestotrotz sollten Humbucker aus der Entscheidung imo nicht raus sein. Denn Humbucker sind halt für verzerrte Sachen gedacht und viele Leute verbinden einen „guten" Rocksound eher mit Humbuckern als mit Single Coils. Es gibt aber auch Gitarren, die beides haben. Die sind ziemlich gut für Allroundtätigkeiten.
Es ist schon so, das manche Hersteller aufgrund ihrer Tradition manche ihrer Gitarrenserien auf die ganzen Blues, Jazz, Soul etc. Stilistiken hinoptimieren. Fender, Squier, Gibson, Epiphone sind da zu nennen. Wobei aber das natürlich nicht bei jeder ihrer Serie der Fall ist. Relativ moderne Firmen sind
Ibanez, Schecter, LTD, Jackson. Soviel zur Theorie.
Letztendlich ist aber das einzige was Klarheit bringt, das Antesten, Anhören im Gitarrenladen. All das nützt eben nichts, wenn man im Laden ist, und die vermeintliche Vintage-Blues Gitarre doch besser, als die New Rock Klampfe klingt.
Das Antesten einer Gitarre besteht bei mir aus Folgenden Dingen
- Gitarre auf den Schoß (rechte Bein) legen, vorsichtig loslassen und schauen ob sie nach rechts oder links abhaut. Eine außbalancierte Gitarre soll liegen bleiben. Dasselbe dann nochmal für das Spielen im Stehen, wenn die Gitarre am Gurt hängt.
- einmal die Bundkanten abfahren und schauen, ob irgendwo Bünde überstehen (kommt heutzutage eigentlich fast nicht mehr vor.
eigentlich)
- Mechaniken testen - Einmal an der Mechanik die Saite zurückgedreht und wieder angespannt. Je Spontaner sich der Ton dabei ändert, desto besser. Passiert beim Wiederandrehen erst mal ne Weile gar nichts, ist Spiel in den Mechaniken.
- einmal Potis testen ob die kratzen oder nicht
- Bundreinheit testen, das alle Oktaven sauber sind. (Kommt auch eigentlich
eigentlich heutzutage nicht mehr vor)
Was mir tendenziel egal ist, ist die Saitenlage und Intonation (Einstellung der Saitenreiter an der Brücke) der Gitarre. Beides kann man einstellen. Und nein, die Saitenlage macht ca. 0,x% des Tons aus. Was sie dagegen in sehr hohem Maße ausmacht, ist die Bespielbarkeit (weswegen man eine Gitarre einstellen (lassen) sollte)).
Das du nichts spielen kannst, ist jetzt nicht so das Problem. Denn Halsdicke und Form, und welche davon dir tendenziell am meisten zusagt, kannst du trotzdem beurteilen. Für den Klang kannst du einen Verkäufer fragen, ob er dir was vorspielen kann. Die meisten Verkäufer können Gitarre spielen.
Ich hab mit einem Lehrer angefangen. Ein Lehrer ist halt einfach das beste, wenn man Gitarre lernen möchte. Denn nur ein Lehrer bringt dir Feedback. Wenn ich daran denke, was für Spielfehler ich trotz hatte und nur verdammt schwer rausüben konnte, möchte ich nicht dran denken, wie viele das wären, hätte ich mit Buch gearbeitet. Bei mir war das ein privater Lehrer, keine Schule. Der hat das ganz gut gemacht, und war auch günstiger als Schule.
Grüße