Große Musiker-Board Mikrofonumfrage

  • Ersteller Johannes Hofmann
  • Erstellt am
Laguna, ich will Dir nix unterstellen, aber dass Kaufentscheidungen so gut wie immer emotional getroffen werden, ist das A&O des Marketings.

Banjo

Richtig - ich würde es aber noch etwas präzisieren: Wenn Produktmerkmale, Beschaffbarkeit und Preis eng aneinander liegen, dann ist die Entscheidung sehr oft nicht rational, sondern emotionell. Und das wird dann beeinflusst von dingen wie Design, Image etc.
 
:eek: woher weißt du ... ? :gruebel:

Das ist nicht schwer: wurde nicht fast jeder Rockmusiker Ü30 mehrfach in seinem Leben von diversen Verleihern und Club-PAs mit dem SM58 gequält? Stand nicht in fast jedem Probraum früher mindestens eines davon rum? Das sitzt tief ;)

Meine erste Assoziation war übrigens Sennheiser. Und das hat auch was mit Image und Vertrauen zu tun. War doch nicht nur mein erstes Mikro ein MD 421 - die Dinger konnte man bis in die späteren 70erjahre in jeder Pressekonferenz im Deutschen Fernsehen sehen. In den 80er bis 90er Jahre war "Deutsche Wertarbeit" dann out, heute haben sie wieder Wert. Bei Ebay habe ich meins trotz Delle im Korb für 200 Euro versteigert.
 
Wie brauchbar die Resulate sind, wenn man nicht zwischen Studio und Live unterscheidet, soll das Problem der Fragesteller bleiben;)

Meine erste Assoziation war Neumann. Dabei hab ich gar keines und verwende zum Aufnehmen ein Shure.

Banjo
 
Das ist nicht schwer: wurde nicht fast jeder Rockmusiker Ü30 mehrfach in seinem Leben von diversen Verleihern und Club-PAs mit dem SM58 gequält? Stand nicht in fast jedem Probraum früher mindestens eines davon rum? Das sitzt tief ;)
Das stimmt zwar, aber trotzdem kam bei mir der Name Shure nicht gleich aus dem Grips sondern nur SM58. ;)
Die ganzen bekannten Marken sind sofort rausgesprudelt und dann musste ich kurz überlegen, wie denn verdammt nochmal die Marke zu der allgegenwärtigen Eistüte heißt.
Ich glaub auch, dass viele denken, Shure hätte außer SM57 und SM58 nie etwas anderes gebaut ...
 
Ihr werdet jetzt lachen, aber ich habe bei der Frage, welche Marke einem zuerst einfällt, nur an SM58 gedacht (das verwende ich seit 30 Jahren), musste mich aber erst übers Internet vergewissern, ob das SM58 tatsächlich ein Shure ist ;)
Ist ja schon fast peinlich, aber ich sehe, dass die Marke bzw. der Markenname bei mir scheinbar zweitrangig ist ;)
 
Ihr werdet jetzt lachen, aber ich habe bei der Frage, welche Marke einem zuerst einfällt, nur an SM58 gedacht (das verwende ich seit 30 Jahren), musste mich aber erst übers Internet vergewissern, ob das SM58 tatsächlich ein Shure ist ;)
Ist ja schon fast peinlich, aber ich sehe, dass die Marke bzw. der Markenname bei mir scheinbar zweitrangig ist ;)

Ja - aber offensichtlich ist es ja nicht nur dir so ergangen, sondern auch GEH. Und wenn man jetzt überlegt, dass vielleicht viele User tatsächlich nur SM58 schreiben könnten - dann hat man ein Ergebnis: Nicht eine Marke hat sich im Bewusstsein etabliert - sondern ein einzelnen Produkt. Wie kriegt man sowas hin (knackiger einfacher Name, Zusammenarbeit mit Verleihern und Clubs usw)
 
Nicht eine Marke hat sich im Bewusstsein etabliert - sondern ein einzelnen Produkt.
Seh ich auch so.
Und das liegt im Falle von Shure sicher auch daran, dass die außer dem SM57 und SM58 nicht allzu viele Produkte etabliert haben.
Das ist, so als hätte Gibson immer nur Paulas gebaut und Fender nur Strats, wobei es da sicher auch Leute gibt, die kurz überlegen müssen, wie der Hersteller der Strat heißt.
 
... wobei es da sicher auch Leute gibt, die kurz überlegen müssen, wie der Hersteller der Strat heißt.

...Weswegen die Firma Fender auch ziemlich stinkig reagiert, wenn die Firma Grtlbrnft Gitarren baut, die aussehen wie Strats und diese dann, der Einfachheit halber, auch noch "Strat" nennt.
 
Tja, wenn andere Hersteller die Form nachbauen und die Nutzer das Instrument dann auch so nennen, auch wenn es keine Original Stratocaster ist, dann haben die Instrumentenentwickler von Fender ein gutes Zeugnis verdient.
 
Laguna, ich will Dir nix unterstellen, aber dass Kaufentscheidungen so gut wie immer emotional getroffen werden, ist das A&O des Marketings.
Das mag vll. für Klamotten und Lifestyle-Produkte gelten, aber letztendlich glaube ich das nicht. Wenn ich einen Kühlschrank haben will, soll das Ding kalt machen. Kann es das nicht, sondern beispielsweise Kaffee kochen, naja, dann mags zwar ein tolles Produkt sein, für mich aber schlichtweg unbrauchbar.

Ich muss mit einem Mic niemandem etwas beweisen, es soll mir helfen, den Sound zu bekommen, den ich haben mächte. Tut es das nicht, naja dann lass ichs halt. Erfüllt es meine Anforderungen (geeignet von Richtcharakteristik, Typ, etc.), dann habe ich ein paar Mics zur Auswahl und muss dann genauer entscheiden, vergleichen und für mich abwägen.

Es wär ja nicht so, dass ich nach Lust und Laune Mics kauf. Ich habe eine konkrete Aufgabenstellung im Kopf und ein bestimmtes Budget vorgegeben und muss jetzt halt das Produkt finden, was den Anforderungen entspricht. Klar ist es geiler ein Großmembraner zu haben, aber wenn ich die nötige Knete nicht hab oder bspw live aufnehmen will, nutzt mir das schönste Neumann und den Werbefritzen die beste Strategie nix.

Den Abschnitt "Hasstirade auf die Werbe- und Marketing-Industrie" habe ich -- zum Wohle des Threads und da hier definitv unpassend -- wieder rausgenommen.

So Far...
Laguna
 
Wenn du jetzt zwei Kühlschränke vor Dir stehen hast, beide zum gleichen Preis, Energieverbrauch und Fassungsvermögen, auf einem steht ChinaTech und auf dem anderen steht Miele, welchen nimmst Du?

Ich will dir aber den kühlen Kopf nicht absprechen, meine Behauptung war auch überspitzt, aber gerade wenn sich rational nur wenig Unterschiede zeigen, kommen da nicht das Markenimage ins Spiel oder an sich funktional unwichtige Kriterien wie das Design?

Banjo
 
Wenn du jetzt zwei Kühlschränke vor Dir stehen hast, beide zum gleichen Preis, Energieverbrauch und Fassungsvermögen, auf einem steht ChinaTech und auf dem anderen steht Miele, welchen nimmst Du?
Gleicher Preis ist nicht,Miele kostet mindestens Faktor 10.
Trotzdem kaufe ich nur Miele Geräte.
Bei Mikrofonen ist es bei mir ähnlich ,ich kaufe ausschliesslich nur Beyerdynamic weil die nicht wie Sennheiser versucht haben ihren Produktionsstandort nach China zu verlegen.
Das es möglich ist in Deutschland zu fertigen und trotzdem möglich ist zivile Preise zu machen hat Beyerdynamic bewiesen.
Sennheiser hat sich mit ihrem Experiment in China zu fertigen auch eine blutige Nase geholt.
Jetzt haben alle das Problem das auch Know How in China geblieben ist und Sie sich selbst Konkurrenz geschaffen haben.
 
Erfüllt es meine Anforderungen (geeignet von Richtcharakteristik, Typ, etc.), dann habe ich ein paar Mics zur Auswahl und muss dann genauer entscheiden, vergleichen und für mich abwägen.

Mikros mit gleicher Charakteristik, gleichen Typs und ähnlicher Preisklasse gibt es leider sehr viel mehr als nur ein paar. Damit der Mikrokauf nicht in eine endlose Odyssee ausartet, wird sich der Interessierte Käufer in der Regel auf eine Auswahl beschränken, die einen guten Ruf in Musikerkreisen genießt. Ruf=Image=Marketing.

es soll mir helfen, den Sound zu bekommen, den ich haben mächte

Das nächste Problem. Ein Mikro hat ja im Grunde noch keinen Sound, sondern ist Teil einer Signalkette, angefangen beim Klangerzeuger (Stimme, Instrument) bis hin zu den Ohren des Zuhörers. Wie will man da mit Sicherheit bestimmen können, ob das MIkro, was im Ladentest trotz günstigen Preises noch passable Klangergebnisse geliefert hat, für meine ranzige Proberaum-Stückel-Anlage auch noch die richtige Wahl ist. Was wird man tun, um einigermaßen auf Nummer sicher zu gehen? Auf eine Auswahl zurückgreifen, die allgemein eine hohe Akzeptanz genießt.

Bei Mikrofonen ist es bei mir ähnlich ,ich kaufe ausschliesslich nur Beyerdynamic weil die nicht wie Sennheiser versucht haben ihren Produktionsstandort nach China zu verlegen.

... das halte ich für einen durchaus vernünftigen Aspekt, der bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen sollte. Der Produktions- und Vertriebsweg könnte nicht nur zur Qualität beisteuern, sondern auch zum guten Image.
 
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Ich sehe auch durchaus den Sinn dieser Umfrage.
Wie bereits Beschrieben geht es einmal ums emotionale und/oder das Design, bei einem anderen um den Ruf.

Ich selber z.B. hab kein Profiwissen bei Mikros und erst recht kein Profibudget.
Dennoch mache ich im Homestudio aufnahmen, oder brauche Mikros für Liveauftritte.

Wir haben letztes Jahr z.B. neue Mikros für unseren Gesang gebraucht. Preisrahmen um die 100 Euro / Stk.
Da gibt es schon ein paar Möglichkeiten. Wir haben hier in der Gegen keine Möglichkeit Mikros anzutesten. Meine Favoriten waren dann ein Rode und das Shure sm58. Ganz einfach aus dem Grund: Shure SM58 wird viel weiter empfohlen, ist auch sonst viel auf Konzis, also quasi einen guten Ruf, ein gutes Image. Gleichzeitig war ein Rode in der engeren Auswahl, weil ich gerne Sachen habe, die andere nicht haben ;) dann emotional.

Selbe für Guitar Amp aufnahme, hab da ein sm57, ein sennheiser 606. Hätte auch mal gerne ein Sontronics Halo gehabt, weils cool aussieht, oder ein t.bone RB500 weil auch bekannte Bands damit auchnahmen gemacht haben. Wie auch immer ist hier wieder der Ruf bzw. wäre fast das design entscheidend gewesen.

Nunja ich kaufe ja nicht jedes Jahr für mehrere 1000 Euro Mikros, aber ich denk es gibt viele Leute die halt kleineres Budget habe und dann halt das Kaufen was sie von anderen Bands kennen... und Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist.
 
Ich glaube, ihr geht da viel zu Speziell an die Sache. Sicherlich ist der Grund der Umfrage irgend ein total Profaner wie z.b. welche Werbung bleibt am bestem im Gedächtniss und nicht mal annhähernd so tiefgehend wie ihr jetzt Fachsimpelt. Und IMO ist auch ein Mikrofonkauf schon ein bischen Emotionskauf. Wenn da zwei Mikrofone stehen und ich mich entscheiden müsste gibts da sicherlich verschiedene Rangehensweisen. Einmal der Emotionslose Käufer der nur ein Funktionierendess Produkt sucht, dann den Profi der nach Testurteil und eigener Einschätzung kaufen kann und den Amateuer (ich) der sich zwar viele Tests und Bewertungen durchließt, letztendlich aber doch aus dem Bauch raus entscheidet. Diese Umfrage scheint mir eher auf den letzten Typus zugeschnitten zu sein, sonst wär sie nicht so allgemein gehalten.
 
Wenn du jetzt zwei Kühlschränke vor Dir stehen hast, beide zum gleichen Preis, Energieverbrauch und Fassungsvermögen, auf einem steht ChinaTech und auf dem anderen steht Miele, welchen nimmst Du?
Wie schon geschrieben, wird das so nicht vorkommen. Entweder ist die Qualität, und da zählt wie ebenfalls schon angesprochen auch Fertigung und Vertrieb und ggf. Support dazu, unterschiedlich oder man zahlt bei bekannten Marken den Namen mit.

So Far...
Laguna
 
Mikros mit gleicher Charakteristik, gleichen Typs und ähnlicher Preisklasse gibt es leider sehr viel mehr als nur ein paar. Damit der Mikrokauf nicht in eine endlose Odyssee ausartet, wird sich der Interessierte Käufer in der Regel auf eine Auswahl beschränken, die einen guten Ruf in Musikerkreisen genießt. Ruf=Image=Marketing.

Ich würde bei speziell dieser Umfrage doch deutlich unterscheiden zwischen Usern, die sich eher als Techniker oder eher als Musiker sehen. Klar, das kann (und soll) nie ganz schwarz-weiß sein... aber grade bei den Tekkies sehe ich generell mehr Rationalität und Nüchternheit beim Equipment-Kauf. Und ein guter Ruf kommt nicht nur durchs Marketing, sondern zum Teil (bei mir persönlich: zu einem großen Teil) auch durch Weiterempfehlungen bewährter Geräte. Auch hier gibts natürlich ganz viele Aspekte zu beachten - Ego-Trips selbstherrlicher Nutzer von teurem Equipment, Leute die ihre Meinung mit jedem Wetterumschwung ändern, Profis die auf dem Stand von vor 20 Jahren stehen geblieben sind, Leute die nur pauschalisierte Aussagen treffen und viele mehr. Da muss ich als Fragender dann halt entscheiden, wie ich welche Antwort bewerte... was dann natürlich auch wieder damit zu tun hat, wie gut ich den Gefragten kenne. (Im RL oder auch virtuell.)


Das nächste Problem. Ein Mikro hat ja im Grunde noch keinen Sound, sondern ist Teil einer Signalkette, angefangen beim Klangerzeuger (Stimme, Instrument) bis hin zu den Ohren des Zuhörers.

Das mit der Signalkette ist natürlich richtig. Dass ein Mikro keinen Sound hat, nicht so ganz. Ein Mikrofon ist ein Instrument. Nur mit dem Unterschied zur Gitarre, Drums, Flügel, Stimme,... usw., dass das Mikro erst eine Stufe später in der Signalkette kommt. Deshalb muss ein Mikro zum reinkommenden Signal passen. Gerade Sängern wird ja immer geraten, ein Mikro zu finden, welches zur Stimme passt. Und Live-Gesangsmikros im Bereich bis zu meinetwegen 170€ gibts viele... da hast du recht, da macht's durchaus Sinn, schon mal auf Empfehlungen hin eine Vorauswahl zu treffen.

Das ist das gleiche Thema bei Drums (SM57, MD421 werden da z.B. gerne genannt), Gitarren-Amps (SM57, e906,...) und grade so weiter. Als Techniker hab ich zwei Möglichkeiten:
a) Ich suche mir Mikros, die - mal beim Beispiel Gesang geblieben - möglichst alle Stimmen halbwegs gut abdecken. Einer der wenigen Punkte z.B., die ich persönlich einem SM58 zugestehe, sehr gut zu erfüllen. Das Ergebnis könnte dann durchaus besser sein, aber ich kann damit leben. Ob man für diesen Zweck aber nicht lieber z.B. ein Beta 87 nimmt, ist schon wieder die nächste Frage...
b) Ich lege mir einen großen Pool an und greife je nach Anwendungszweck das passende Mikro raus. Diese Vorgehensweise ist v.a. im Studio notwendig. Und an der Stelle kann ich Laguna gut verstehen wenn er sagt: Marketing egal, Name drauf egal (was den Sound angeht - Support, Haltbarkeit etc. sind ja auch valide Entscheidungspunkte) - ich will ein Mikro, das meinen Soundvorstellungen entspricht, egal was drauf steht, egal wie es aussieht.
Und an der Stelle fällt Marketing in der Gewichtung doch ein deutliches Stück nach unten.

MfG, livebox
 

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