Mit Bürste und Schrubbscheibe ein wenig übern Body fahren macht keine Strat um 2000€ besser.
Wenn Du mal den Teil des Preises abziehst, den eine gewisse Exklusivität kostet, kostet es eben auch Zeit ein Aging so zu machen, dass es gut aussiieht. Das hat null mit der Qualität der Gitarre zu tun, aber den Aufwand wird man eben einfach zahlen müssen, wenn man den Look möchte.
Es ist doch komplett schnulle darüber zu reden, dass Fender, Gibson, ESP etc. einen guten AUfschlag für den Namen nehmen. Macht das Audi, BMW oder Mercedes anders ? Die Kisten sind auch nicht besser als ein Skoda oder ein Toyota. Es werden eben 5000 € mehr in optische und haptische Elemente gesteckt und am Ende 25k mehr verlangt. Wenn ich das will oder meine, es sei nötig - dann muss ich das zahlen.
Ich finde den Vergleich zum Auto gar nicht so weit hergeholt. Bei teureren Instrumenten stimmen eben auch Details ( im besten Falle ). Perfekt entgratet, Rolled Edges beim Griffbrett, Lackierung, Inlays, Potis laufen perfekt, Schrauben sind gut versenkt usw. Natürlich kann man auch ohne diese Details ein gut klingendes Instrument herstellen. Aber wenn all diese Details stimmen sitzt so ein Teil eben wie ein Maßanzug oder eine gut eingetragene Jeans. Das sind Faktoren, die auch alle mit "besser" ( gemacht ) gleichzusetzen sind, nicht aber den Klang unmittelbar beeinflussen.
Bei mir sind es die Gitarren, die mir am meisten Spaß machen, wo entweder der Hersteller auf genau so etwas geachtet hat, oder ich persönlich relativ viel Zeit investiert habe, um mich um den Hals, die Bünde, die Griffbrettkanten etc. zu kümmern. Letzteres hätte sich auch bestimmt mit 300-500 € auf den Preis niedergeschlagen - was aus einem Instrument in der mittleren Preisklasse eines der gehobeneren Preisklssse gemacht hätte. Wenn man also erst Zeit investieren muss um bestimmte Anforderungen zu erfüllen, darf man das bei günstigen Instrumenten nicht einfach unter den Tisch fallen lassen
Was aber nicht heißen soll, dass man sich bei einer 300 € Gitarre nicht auch sofort "zuhause" fühlen kann, ohne etwas daran zu verändern.
Ich habe letztens bei einem anderen Saiteninstrument - dem Bass - festgestellt, dass ich dort klanglich einen größeren Unterschied zwischen billig und hochpreisig feststellen kann als bei Gitarren.
Ich habe einen Squier Bass, der so um die 400 € gekostet hat. Der klingt ok. Wenn ich jedoch einen Hörvergleich mache zu höherwertigen Bässen von Bekannten ( zB Sandberg, Lakland oder ein alter Fender J-Bass ) ... dann liegen da WELTEN dazwischen. Was bei diesen Bässen für ein gleichmäßiges, rundes, ausgeglichenes Bass Fundament rüberkommt - da frage ich mich, ob mein Squier überhaupt ein Bass ist, oder warum fehlen im so viele Soundanteile gegenüber den besseren Bässen ?