Hat "Reden" je etwas gebracht?

  • Ersteller Gast91043
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Menschen ändern ist schwierig. Ich kann höchstens versuchen, jemanden dazu zu erziehen, gewisse Regeln einzuhalten, wenn diese mir oder für die Sache dienlich oder wichtig sind. Sei es Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit...

ich gehe sogar noch weiter und sage, es ist nicht möglich, sondern jeder kann sich nur selber -aus innerem Antrieb -ändern, wenn es wichtig ist. Die sogenannte Erziehung zu irgendwas bewirkt zumindest bei Erwachsenen das Gegenteil.

Es kann aber sogar passieren, dass sich einer ändert, aber die andern merken es nicht, weil die Spielregeln von denen alle ausgehen, nicht gleich sind.

Mir ist es schon so gegangen, dass ich vieles geändert habe, aber umsonst, weil ich den grundlegenden Fehler in der Kommunikation nicht erkannte. Dass heißt, jeder der Beteiligten dachte, der andere weiß bescheid, ist doch alles logisch, aber es war nicht der Fall, weil nach unterschiedlichen Spielregeln gespielt wurde. Obwohl ich den "Fehler im System" suchte, und mich ein halbes Jahr Stück für Stück näherte (es war mir wirklich wichtig!) kam ich erst auf die Lösung aller Fragen, kurz nachdem das Spiel für mich auf eine katastrophale Art verloren war. Ich wäre so was von dankbar gewesen, wenn ich den Kern der Dinge gewusst hätte. Da hilft nur Reden, nicht nur oberflächlich (falls es für einen wichtig ist, dass man das bekommt oder behält, was man braucht)

Was ich sagen will: es fehlt oft daran, sich in andere hinein zuversetzen und so reden zu können, dass es echte Kommunikation zum Nutzen aller ist. Oft wird zu schnell aufgeben, weil man denkt, der andere kapiert nicht, dabei merkt man nicht, wie sehr der andere kapieren will.
 
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Das meinte ich, es wird meist nicht nachgefragt, was wirklich mit einem vor geht, sondern es wird etwas unterstellt, was man sich selber zusammenphantasiert, aber nichts mit den Gedanken des andern zu tun hat.
Das muss immer nach hinten los gehen. Anstatt die guten und andern Ideen zu nutzen. Ist mir selber auch schon so gegangen und ich bin damit richtig auf die Schn... gefallen, manchmal braucht man länger, um Dinge wirklich zu verstehen.

Die "Idee" bzw. der Wunsch nach dem Hinterfragen ist gut......aber!!!

Ich stelle fest dass die meisten Musiker die Musik in ihrer Freizeit als Ausgleich betreiben. Ausgleich zur Arbeit, Ausgleich zur Famillie...etc.
Wenn ich von mir ausgehen darf, ich möchte in meiner Freizeit SPASS!!! mit Gleichgesinnten haben und mich nicht wie auf der Arbeit oder in der Famillie (obwohl ne Band oftmals etwas ähnliches ist), meist noch pseudopsychologisch, zuschwätzen lassen, eben auch nicht alles und jeden Hinterfragen müssen und auch nicht wirklich stets und ständig irgendwelchen "Befindlichkeiten" Rechnung tragen.
Dass nämlich ist "anstrengender" als 8 Stunden Bau.....und kostet obendrein nerven
Seltsamerweise hört man solche Aussagen wie die Meinige oftmals auch zustimmend von seinen Mitstreitern/Mitstreiterinnen...

Pustekuchen!
Wir Musiker scheinen wirklich eine oberempfindsame Art bzw. extreme Art zu haben.
Sänger sind da ganz weit vorne, diese Aussage ist nicht negativ behafftet sondern spiegelt nur MEINE! Erfahrung wieder.
Letzten Endes sind wir als "Künstler" mehr oder minder alles "Selbstdarsteller" die sich versuchen auszudrücken und verstanden werden wollen - der eine wählt den einen Weg, der andere einen Anderen. Wir "müssen" auch ein Stück weit so sein, sonst könnten wir diesen "Job" nicht machen
Das hier Konflikte vorprogrammiert sind sollte klar sein.

Meiner Meinung nach sind die wenigsten Streitpunkte die, ob der Gitarrist zum x-ten Mal sein Solo nicht 100% originalgetreu spielt, nicht ob der Drummer in drei Proben einen Song drei mal verschieden spielt...sondern es ist oftmals das Kompetenzgerangel um das Drumherum und das empfindsame Wesen an und für sich...

Kleines Beispiel:
Baustelle...
Handwerker a verursacht beim baggern einen Kurzschluss.
Handwerker b aus nem anderen Gewerke kommt vorbei sagt dem Baggerfahrer: "Na Pappnase, wieder mal voll am baggern odder wie" und grinst.
Handwerke a erwidert mit nem Grinsen das er Handwerker b gleich mal eine baggern wird.
Ergebniss: Alles ist gut...und nach der Arbeit wird ein Bierchen gezischt

weiteres Beispiel
Proberaum...
Musiker a dudelt oder singt irgenwas vor sich hin.
Musiker b kommt und sagt: "Na, wieder voll auf Free Jazz oder biste am stimmen..?"
Ergebniss: mittelschwere Depression, wochenlange Diskussionsrunden, Vorhaltungen von "Verfehlungen" die in der Steinzeit und drei Steine weiter liegen und Ausstieg oder Hinauswurf eines Bandmitgliedes..

Ich gebe mir doch mit Sicherheit kein Psychologiestudium nur um dieses oder jenes auch fachgerecht hinterfragen und entsprechend bewerten zu können...dies engt mich nämlich wieder ein Stück weit ein und kostet unötig Energie...
Will ich das in meiner Freizet?
Nein.....

Oftmals ist es nämlich auch so das man sich vor lauter "lieb sein" und Verständniss für Alles und Jeden selbst in Knie fi***......

just my 2 cents
 
Gespräche fanden immer in der gesamten Band statt und es sprach immer jemand mit dem besten Kontakt zu dieser Person. Leider führte kein Gespräch bisher zu einer Besserung und endete eigentlich immer mit dem Ausstieg dieser Person. Ich kenne solche Gespräche aus der Freizeit und aus dem Berufsleben, selten habe ich eine so starke Abwehr Reaktion wie bei Musiker gesehen. Versteht mich nicht falsch, Gespräche sollten helfen Probleme zu lösen, niemand wurde rausgeworfen. Ich empfinde es nur als schade das man Leute verliert wegen evtl. nur Kleinigkeiten.

Wie ist eure Erfahrung?

Kommt natürlich immer drauf an worum es überhaupt geht.

Wenn es was zum bereden gibt, bedeutet das immer Kritik an einer Person mit der nicht jeder umgehen kann.
Zumal derjenige dann im Hinterkopf hat, dass man selbst ein Thema ist und das Klima offensichtlich stört wenn es so weiter geht, und somit wohl eher nicht harmoniert.

Charakterlich halte ich Anpassungsfähigkeit und Begeisterung für besonders wichtige Eigenschaften, dass motiviert, weckt Vertrauen und Zugehörigkeit der Gruppe.

Wovor ich meinen Hut ziehe, sind Profikmusiker die sich buchen lassen und dann abliefern, und wieder nach Hause fahren, als wäre nichts gewesen.
Ich könnte das nicht, ich muss mich mit einer Gruppe anfreunden und mich mit ihr identifizieren.
 
Darum denke ich, dass es eben in ner Band eine gesunde Mischung zwischen "geht mir menschlich am Arsch vorbei" und "komm ich menschlich top mit klar" geben sollte. Wenn der Sänger meiner Top 40-Band, mit der ich wirklich nur spiele, um auch mal etwas Kohle zu machen, den "Free Jazz"-Satz bringt, kann mir das egal sein. Bringt der Bassist meiner Metalband diesen Satz mit seinem üblichen verschmitzten Schmunzeln, "jazz ich dir auch gleich eine" zurück. Genau diese Situation kann in beiden Extremen hervorragend funktionieren.

Dazu ist es aber erforderlich, dass man entweder ohnehin ein dickes Fell hat oder aber haargenau weiß, dass das Gegenüber das nicht böse meint. Es ist ein Stück weit also auch einfach eine Frage der eigenen Einstellung...
 

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