hohe E Saite schnarrt bei Kontakt mit Finger/Hand

  • Ersteller Ersteller DaniWeini
  • Erstellt am Erstellt am
  • #41
Es fällt mir wirklich oft schwer deine Aussagen nachzuvollziehen.. @Poppotov
Die Gitarristen, die ich höre, machen zu 100% alles richtig.
Du glaubst also alle Gitarristen die du hörst, könnten ihre Technik nicht mehr optimieren?
Kann ich mir persönlich kaum vorstellen und würde mich dem Typen aus obigen Video anschließen der sagt "man kann schlechte Technik durch viel Üben kompensieren".
Das macht es aber nicht zu guter Technik.

Wenn was nicht stimmt, liegt es an verkrampft ungelenken Fingern, nicht an der Daumenstellung.
Ich kenne dutzende Beispiele aus meinem Unterricht die dem widersprechen.
Daumenhaltung/Handhaltung ist so grundlegendes Thema, das sich jeder damit auseinander setzen sollte und "verkrampfte, ungelenke Finger" sind bei weitem nicht der einzige Grund aus dem man sich schwer tun kann und es gibt zig Beispiele von prominenten Gitarristen, die ihre Technik grundlegend verändert haben, nachdem sie an Grenzen gestoßen sind.
Es gibt zig erfahrene Gitarristen, die trotzdem Unterrichtsstunden bei anderen nehmen, die zu Masterclasses gehen um ihre Technik zu verbessern und ich glaube jeder von uns hat Baustellen an denen er/sie sich verbessern will. Nicht nur verkrampfte Finger...

Die These vom mittigen Daumen ist m.E. absurd.
Was sind denn deine Argumente für diese Aussage?
@ukutele hat es oben wunderbar als Bild mit eingezeichneten Kraft-Vektoren erklärt. Ähnlich hab ich das auch getan.
Es ist auch einfach grundlegende Physik/Statik eine Kraftmittelpunkt zu berechnen und zu verstehen, dass die Finger da weniger Kraft kompensieren müssen, wenn sie sich gegenüber liegen.
Das kann auch jeder super simpel selbst testen, indem man die Gitarre mal hängen lässt, mit dem Hals nach oben und sie nur am Hals mit den Fingern fest hält: Wenn man den Daumen dann mittig gegenüber den Fingern positioniert ist das wesentlich einfacher, stabiler und weniger kraftaufwändig, als wenn man den Daumen oberhalb der Finger hat.
Insofern müsstest du begründen, was du an der These "absurd" findest, denn "ich hab mal einen Griff anders gegriffen" ist halt keine sonderlich starke Argumentation.
 
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  • #42
Es geht mir nicht um Kraftvektoren. Gestern lief eine Sendung mit der Spider Murphy-Band. Der Herr Murphy spielt ausgezeichnet Gitarre. Wirklich sehenswert! So liegt der Daumen richtig. Der macht es vor.
 
  • #43
@ukutele hat es oben wunderbar als Bild mit eingezeichneten Kraft-Vektoren erklärt. Ähnlich hab ich das auch getan.
Es ist auch einfach grundlegende Physik/Statik eine Kraftmittelpunkt zu berechnen und zu verstehen, dass die Finger da weniger Kraft kompensieren müssen, wenn sie sich gegenüber liegen.
Diese simplem Gedanken legen fälschlich zugrunde, dass die Anatomie der menschlichen Hand diese Vektoren 1:1 ideal abbilden kann. Kann sie aber nicht. Ein schneller Blick zeigt, dass der Daumen eben nicht mittig liegt und nicht mit maximaler Effizienz und möglichst wenig Anspannung im Punkt zwischen Mittel- und Ringerfinger unterstützen/gegenstützen kann.
 

  • #44
Das ist dann der Moment, an dem ich mich aus der Diskussion verabschiede, weil ich wenig Lust habe ich zig Mal zu wiederholen.
Wir haben gute Tipps gegeben, dem Themenstarter ist also geholfen, wir hatten verschiedene sinnige Erklärungen und ein Video das den Horizont noch erweitert hat.
Jetzt kann ja jeder selbst entscheiden, welcher Argumentation man folgen möchte.
Ich persönlich hab überhaupt gar keine Probleme meinen Daumen mittig gegenüber meinen Fingern zu legen, aber wenn jemand lieber der "ich hab schon mal einen Griff anders gegriffen"-Argumentation oder der "Ich hab in einer Dokumentation jemanden gesehen, der das anders macht"-Argumentation folgen möchte und den Gitarristen der Spider Murphy Gang für das Epitom der Gitarrentechnik hält, habe ich da auch gar kein Problem mit. Jeder darf seinen eigenen Weg gehen. Es gibt keine Lösung für Jedermann.
Ich hab meinen Teil dazu gesagt, mit mehreren Beispielen, die jeder einfach selbst ausprobieren kann, den Rest überlass ich dann euch ;-)
 
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  • #45
Bei der Daumenhaltung kommt es auf die entsprechenden Spieltechniken an, klassisch liegt er so, dass man ihn, wenn ich von vorne aufs Griffbrett schaue, nicht sieht.
Ich zitiere mich einmal selber, da ich der Meinung bin, diese Aussage hätte genügt.

In erster Linie ging es doch darum, dem TE, der sich selbst als Gitarren-Autodidakt beschreibt, etwas unter die Arme zu greifen bzw. zu helfen.

Die darauffolgenden Diskussionen, vor allem über die "richtige" Position des Daumens, empfand ich persönlich als abschreckend und vor allem nicht zielführend, um einem Anfänger motivierend zu helfen.

Jeder, der schon einmal Wissen weitergegeben hat (Unterricht, Schulung, Workshop etc.) kennt die didaktischen Grundregeln und spätestens ab Seite 2 dieses Fadens hätte ich als TE und Hilfesuchender das Weite gesucht.
 
  • #46
Der Herr Murphy spielt ausgezeichnet Gitarre. Wirklich sehenswert! So liegt der Daumen richtig. Der macht es vor.
Musst auch schreiben welche Positionen - oder du meinst alle 3 ?

Barny benutzt seinen ellenlangen Daumen durchaus klassisch hinterm Hals, über dem Griffbrett bei den tiefen Saiten und sogar über dem Griffbrett bei den hohen Saiten:D

Klick Video

Mir ist eine unverkrampfte Handhaltung wichtig, bei der ich sauber greifen kann und die mich bei den anschließenden Spielabläufen nicht behindert. Dabei ist der Daumen tatsächlich öfters als gedacht hinterm Hals, also mehr oder weniger "klassisch".
"Mehr oder weniger klassisch" deshalb, weil die schmalen Hälse von Western- oder E-Gitarren ja doch anders sind wie ein Konzertgitarrenbrett.

Die Handhaltung im Startbeitrag finde ich persönlich zu gedrungen/nicht offen bzw. flexibel genug. Die Saite wird ja auch etwas behindert.
Ich hätte die Hand mehr geöffnet (falls man das so sagen darf); ist bestimmt auch angenehmer.
Bei mir sieht das in etwa so aus (Bild ist uralt und hat anderen Grund, passt aber ein wenig):

 
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  • #47
Ich meinte alle drei Haltungen oder auch 13, jeder wie er mag. Ich wiederhole mich: Der Flow der Musik bestimmt den Griff.
 
Grund: Gekürzt
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  • #48
Hallo zusammen,

wow es ist wirklich beeindruckend wie sich dieser Thread entwickelt hat. Erstmal vielen Dank an alle die hier mitdiskutieren. Es ist natürlich jetzt schon sehr breit besprochen worden, das zeigt aber wiederum auch wie viele Approaches es zu dem Thema gibt und das ist auch wertvoll zu sehen.

Ich nehme vor allem mit die Basics, Ellbogenposition, die verschiedenen Winkel des Armes und des Handgelenks, sowie der Finger und die Daumenposition mehr zu beachten, da habe ich ja jetzt einige "Hebel" und werde mich in den nächsten Wochen hier versuchen und bin schon sehr gespannt auf die Auswirkungen auf mein Spiel.

Konkret würde ich gerne noch folgendes kurz ansprechen:

@Person , habe deinen Beitrag gerade erst gesehen, vielen herzlichen Dank. Mir hilft vor allem das nochmalige Bestätigen, das es okay ist das es sich jetzt für mich komisch anfühlt bzw. das ich mich mit der Hand als "Klaue" anfreunden muss, du hast damit was artikuliert was ich mir schon oft gedacht hatte und ich war mir nicht sicher ob es sinnvoll ist wenn es sich so anfühlt.

Ich bin tatsächlich jetzt auch regelmäßig bei Lehrern, es ist aber gar nicht so leicht "gute" zu finden, also so genau und so gut wie hier in diesem Forum habe ich noch nie feedback bekommen, auch nicht in der persönlichen Stunde.

Hi @Vester, wow großartiges Video! Dazu noch eine Frage, ist zwar off Topic aber ein anderes Thema das mich beschäftigt, wie man es so gut hinbekommt bei der Spielgeschwindigkeit die einzelnen Saiten mit dem Pick so genau zu treffen. Ich versuche mich da seit einiger Zeit hinzubekommen, scheitere aber immer wieder daran das ich auch andere Saiten mitspiele sobald es schneller wird, hast du dafür vielleicht ein paar Tips oder gute Übungen? bzw. sollte ich dafür nehme ich an einen eigenen Thread aufmachen?
 
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  • #49
....bzw. sollte ich dafür nehme ich an einen eigenen Thread aufmachen?

Ich finde (wie in #44 bereits gesagt), dass die "Greifproblematik" hier sehr schön abgearbeitet wurde.

Schnell spielen kann richtig Laune machen, manchmal braucht man es auch unabhängig vom Spaß (kommt ja aufs Musikstück an),
ist gar nicht so einfach und hinsichtlich Techniken mMn recht umfangreich. Alleine deshalb ist sowas schon einen neuen Thread wert. Im E-Gitarrenbereich kommt das Thema ab und zu vor; viele Themen sind allerdings recht alt.
 
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  • Ersteller
  • #50
@Vester ich hatte damit eigentlich eher die rechte Hand gemeint, also Übungen dafür, aber ja du hast Recht ich werde dafür einen eigenen Thread starten ;)
 
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  • #51
"Der Daumen muss immer in die Mitte" bezogen auf Hals und Greifhand, das hier im Thread auch teils verbreitet wird ("Cellogriff"). Die vermeintlich geringe, nötige Kraft bzw. Anspannung ist bedingt durch die Anatomie unserer Hände eben nicht so.
es gibt ein konkretes Problem, das berichtigt, behoben werden soll. Gitarrenlehrer, so auch meiner damals, als ich das erste mal Unterricht hatte, zeigen die richtige Handhaltung, die auch so verinnerlicht werden soll.
Die These vom mittigen Daumen ist m.E. absurd.
nein, ist es nicht. Weil es eben am Anfang für den Schüler die "saubere" Handhaltung ist, wodurch man Akkorde greifen kann, ohne ein Schnarren oder ähnliches.
Kurzer Exkurs: Im Karate (hab ich jahrelang gelernt) werden diese Grundstellungen, damit auch die Kata gelehrt, immer wieder, bis die Abfolge sitzt. Es wird aber auch immer der "freie Kampf" gefördert (zwei Gegner treten gegeneinander an), hier werden Abfolgen eingesetzt, die aber von der reinen Lehre abweichen, weil Jeder individuell ist. Jeder macht es anders, aber die Technik ist erkennbar, bzw zielführend.
Gleiches gilt auch für die Gitarrengrifftechnik. Wenn man die Grundtechnik beherrscht, kann man es daraus für sich kultivieren, soweit, dass die Akkorde sauber gespielt werden können, ohne Störgeräusche.

Ich habe über die Jahre meine Grifftechnik kultiviert. Heute habe ich aber bewusst die sogenannten Cowboy-Chords mit dem Daumen mittig gespielt, back to the Roots. Funktioniert, weil ich es so vermittelt bekommen habe.
Dann musste ich kurz überlegen, wie ich es heute mache. Ich habe einige Stellungen des Daumens durchprobiert, nur mit besagten Cowboy-Chords, der Daumen kann schon nach oben rutschen, weg von der Mitte des Halses, der Daumen kann auch etwas schräg sitzen.
Wichtig ist, egal wie man es macht, ans Ziel zu kommen, Akkorde sauber spielen können, auch mit offenen Saiten, die mitschwingen sollen.

Wenn es Probleme gibt, wie hier dargestellt, und um Hilfe gebeten wird, kann man kein Zeug schreiben, Spider Murphy macht es richtig (der wird es für sich richtig machen, seine Sache). Nein, man muss an die Basis gehen. Das hat @Disgracer versucht zu vermitteln, Andere User, auch meine Wenigkeit.
 
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