Improvisation

von derLouis, 30.10.07.

  1. derLouis

    derLouis Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.10.07   #1
    Hallo,
    Ich bin zwar kein Super Sänger, würde aber gerne mal in meiner Band (Jazz/Funk) ein Solo in irgendeiner Weise vokal gestalten. Dazu wüsste ich gerne, ob das eurer Meinung nach mit Kazoo einfacher ist als ohne. Manchmal habe ich nämlich dieses Gefühl.
    Besonders geht es mir dabei um Intonation.

    Außerdem wollte ich mal fragen, ob es spezielle Tonleitern o.ä. gibt, mit denen man üben kann, schnelle Tonleitern sauber zu singen oder ob es besser ist, einfach Phrasen aus Liedern oder so langsam zu üben und dann das Tempo zu steigern.

    Ich hoffe ihr versteht ungefähr, was ich meine...:o

    Gruß,
    Louis
     
  2. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 30.10.07   #2
    Hallo Louis,
    ich nehme an, in Eurer Band spielen ein oder mehrere Bläser, und die spielen nicht nur Sätze, sondern solieren auch mal ? Von einem Bläser (besonders Saxophon) kann man sich eine Menge abschauen.... Du kannst z.B. ein Saxsolo durchaus für einen Gesangs-Impropart verwenden, zumindest Teile daraus.

    Generell kann man so vorgehen: die Grundmelodie sollte man zunächst im Schlaf beherrschen. Dann kann man anfangen, bestimmte Töne oder Passagen zu variieren - entweder harmonisch oder rhythmisch. Oder zunächst mal anders phrasieren, das macht schon eine Menge aus. Mit der Zeit (und Übung) wirst Du immer experimentierfreudiger, und auch intonationssicherer.

    Mit dem Kazoo finde ich Improvisieren übrigens auch viel einfacher. Ich spiele (es müssen natürlich flotte und witzige Songs sein) mittlerweile ganz nette Soli darauf.... man kann versuchen, sich bestimmte Soli, die man mit dem Kazoo improvisiert hat, zu merken (oder man nimmt sie auf) und diese dann nachzusingen.
    schöne Grüße
    Bell
     
  3. think.funny

    think.funny Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.10.07   #3
    Zum Kazoo kann ich nichts sagen, das hab ich noch nicht in meine Musikaliensammlung aufenommen ;)... allerdings improvisiere ich in einigen Stücken am Ende des Songs, wenn sich zB eh Textzeilen wiederholen, die Gesangslinie. Ich weiche vom Text ab, singe dabei Laute und was super kommt, ist wenn mein Gesangspartner den Text und die Melodie übernimmt. Das macht wahnsinnig Spaß und gibt dem Stück einen krönenden Abschluss.

    Du solltest Dich einfach trauen und loslegen... passende Linien kommen mit der Zeit ganz von selbst aus einem heraus. Ach ja, ...am besten klappt das wenn die Harmonien nur noch über 2 Akkorde gehen.

    Auch Grüße und schöne,
    think
     
  4. Dieter B.

    Dieter B. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.10.07   #4
    Mit dem Kazoo muss man nicht so sehr auf den schwer beherrschbaren Faktor "Dynamik" achten. ;)
    Also logischerweise einfacher.
     
  5. lunaberlin

    lunaberlin Guest

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    Erstellt: 31.10.07   #5
    Hallo Louis,

    ich kenne mich zwar mit dem Kazoo nicht aus (ehrlich gesagt wusste ich bis zu diesem Thread gar nicht, was das ist - schon wieder was gelernt ;)), habe aber bei mir einen ähnlichen Effekt beobachtet - und zwar fällt es mir manchmal leichter, ein interessantes Improsolo zu gestalten, wenn ich einen Trompetensound nachahme (das hört sich zwar auch oft schauerlich an, aber mit dem Trompeten-Bild kommen irgendwie interessantere Phrasen zusammen bei mir).
    Ich könnte mir vorstellen, dass das mit dem Kazoo ähnlich läuft.
    Wenn man mit der Stimme improvisiert, kommt ja noch dazu, dass man sich irgendwelche Scat-Silben ausdenken muss, damit habe ich z.b. oft Schwierigkeiten.

    Du kannst mit jeder Tonleiter üben, schnell sauber zu singen. Am besten mit Metronom und das Tempo dann langsam steigern.
    Wenn du es ein bisschen anspruchsvoller gestalten willst, kannst du dir die Kirchentonleitern herannehmen, oder aber auch die Bluesskala, Pentatonik, was auch immer das Herz begehrt.
    Interessante Tonleitern gibt es ja genügend.
    Gut wäre auch, dir eine Jazz- oder Bluesplayback CD zu besorgen (z.b. aus der Aebersold-Reihe) und dann darüber zu üben - schult das Ohr und macht mehr Spaß.

    Sehr empfehlenswert in dieser Hinsicht, falls du das Thema vertiefen willst, finde ich übrigens das Buch "Scat!" von Bob Stoloff.
    Ist recht anspruchsvoll, aber absolut genial. Mit den darin enthaltenen Übungen hat man den Rest seines Lebens wahrscheinlich genug zu tun :D

    Liebe Grüsse
    luna
     
  6. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 31.10.07   #6
    Hallo Luna,
    Ich hab u.a. eines in Form eines Saxophons :) und liebe es, bei witzigen, schnellen Nummern darauf zu improvisieren. Ich setze das Teil live schon seit Jahren immer wieder ein, und auf meine Vokalimpro-Fähigkeiten hat es sich sehr positiv ausgewirkt.
    schöne Grüße
    Bell
     
  7. derLouis

    derLouis Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.10.07   #7
    Vielen Dank für die Tipps! :) Ich hätte gar nicht erwartet, dass das hier so viele machen :D
    Das mit dem Kazoo finde ich einleuchtend.
    Mit den Scatsilben habe ich keine großen Probleme. Das Buch sieht interessant aus - aber ich werde lieber erstmal sehen, ob ich das so viel mache, dass sich das lohnt. 40 Ocken sind ja auch nicht ganz wenig...

    Zum Saxophon: Ist das der Stimme besonders ähnlich? Oder eignet sich das nur, weil die Melodien gut zum Übernehmen sind?
    Ich habe zB gemerkt, dass die Posaune ziemlich genau meinen Stimmbereich abdeckt. Vielleicht wäre das ja dann auch ein gutes Instrument zum Abgucken.

    Dann habe ich noch eine andere Frage: Haltet ihr es für sinnvoll, die Stimme zu bearbeiten (Flange, Distortion o.ä.)? Bzw habt ihr das mal gemacht und habt Erfahrungen damit?


    Dann werde ich mich mal an die Tonleitern machen...
    Zu der Playback-CD: Das ist sicher eine gute Idee. Ich improvisiere oft schon so vor mich hin, wenn ich Musik höre;)
     
  8. saxycb

    saxycb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.11.07   #8
    Hier gehts nicht um die Stimmlage, sondern um die Charakteristik der Soli. (Sax gibts ja von Sopranino bis Contrabass - da sollte es ja auch eines in Deiner Stimmlage geben ;))

    Sax-Soli sind in der Regel sehr melodiös aufgebaut - mit vielen Achtelketten. Das eignet sich auch gut für die Stimme.
    Posaunen- und Trompetensoli sind hingeben im Vergleich eher perkussiv aufgebaut.
    Daher kommt die Idee, sich mal eher an das Sax anzulehnen. Aber ich hab auch beeindruckende vokalistische Posaunennachahmungen gehört. Also, wenn Dir das besser liegt, nur zu. Immer das was gefällt und gelingt :)

    LG saxycb
     
  9. TravelinLight

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    Erstellt: 01.11.07   #9
    Weiß jetzt nicht genau saxycb, ob Du zufällig ;-) das Posaunenimitat-Solo meinst, was mir im Kopf rum schwebt: Dee Dee Bridgewater: "Stairway to the Stars" aus der "Live at Yoshi's" - das lohnt sich mal bei itunes o.ä. zu besorgen um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, was alles möglich ist...
     
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