In welcher Form beeinflusst der Griffbrettradius eurer Gitarre euer Spiel?

Blizzard
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Guten Morgen zusammen,

falls das Thema nicht in die Plauderecke passt, gerne verschieben! Ich dachte mir das ein "Hybrid" zwischen Instrumentenkaufberatung und Spieltechnik am Besten hierhin passt.

Zum Thema:

Seitdem man durch die momentane Lage angehalten ist mehr Zeit mit seiner Gitarre zu verbringen, habe ich mir vorgenommen ein kurzes Solo zu lernen.
(Das Thema ist für mich zwar nicht komplettes Neuland, aber in Sachen Solospiel zähle ich mich auch nicht zu den Experten.)

Die Wahl fiel auf dieses:



Ich übte das Solo mehrmals auf meiner Classic 50s Strat (Vintage Frets, 7.25 Radius, lackiertes Fretboard) und meiner Player Tele (Medium Jumbo Frets, 9.5 Radius, unlackiertes Fretboard).
Dabei fiel mir auf, das mir die Hammer-On/Pull-Off Parts und die Bendings hinter dem 12. Bund auf der Strat um einiges schwerer fielen als auf der Tele.

Das manche Gitarren, die einen sehr flachen Griffbrettradius haben eher fürs Solospiel geeignet sind, habe ich schon mehrmals gelesen.

Das es mir aber reell auf der Strat aber in diesem Maße schwerer fällt als auf meiner Tele, hätte ich absolut nicht erwartet.

Meine Frage ist nun:
Wie viel ist da dran (Voodoo/Realität)? Habt ihr bei euch selbst ähnliche Effekte beobachtet?
Wie sind eurere Erfahrungen mit Griffbrettradien?
Gibt es noch andere "Hinderungsgründe" wie z.B. ein lackiertes/unlackiertes Griffbrett?
Hatte der Griffbrettradius auch einen Einfluss auf eure Präferenzen bei Gitarrenkäufen (Im Sinne: Die Gitarre muss für mich den Radius XY haben).

Beste Grüße und bleibt gesund!

Manuel
 
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Ich besitze E Gitarren die 7,25er (=Fender Vintagestyle) bis 12er Radius haben. Klar gibt es
Unterschiede , aber die sind so gering das ich mir keinen Kopf drum mache. Griffbrettholz
hat da für mich keinen Einfluss. Noch flachere Griffbretter als 12er mag ich nicht so.
Ausserdem besitze ich noch eine Semi auf der 11er Saiten sind statt der 9,5 die ich
normalerweise benutze. Das macht dann tatsächlich einen großen Unterschied aus.
Und beim Kauf auchte ich nicht auf Radien. Entweder es flutscht oder nicht.
 
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Wie viel ist da dran (Voodoo/Realität)?
Warum Voodoo? Wenn dir die Unterschiede schon auffallen beim spielen...

Ist bei mir auch so. Manche Gitarren flutschen mehr als andere, bei manchen muss man sogar richtig kämpfen. Radius und Breite des Griffbrettes machen da einen Unterschied aber auch das Halsprofil. Für mich sind auch die gesamte Ergonomie und Gewichtsverteilung wichtig und vor allem die Stärke der Bünde.

Ich würde jetzt aber hier nicht nach allumfassende Wahrheiten suchen. Viel wichtiger und interessanter sind die eigenen Beobachtungen. So lernt man am besten die verschiedenen Gitarren kennen und vor allem die eigenen Vorlieben. Mit etwas Erfahrung kann man dann bewusst die persönlich wichtigen Faktoren benennen, die eine Gitarre haben muss, um gut bespielbar zu sein.
 
Dabei fiel mir auf, das mir die Hammer-On/Pull-Off Parts und die Bendings hinter dem 12. Bund auf der Strat um einiges schwerer fielen als auf der Tele.
Das liegt an den Bünden, höhere Bünde vereinfachen diese Spieltechniken.

Griffbrettradien verändern das Griffgefühl, erfahrungsgemäß bevorzugen virtuose Spieler eher große Radien.
 
Selbst der Unterschied zwischen einem 15.75"- und einem 17"-Radius ist noch deutlich spürbar. Der 17"-Radius spielt sich tatsächlich nochmal ein bisschen feiner. Ich kann das ansonsten nur mit Radien unter 10" vergleichen und das sind einfach Welten.

Mich würde mal sehr interessieren, wie sich der Compound-Radius von FGN wohl im Vergleich dazu spielt, der von 10" auf 14" anwächst in Richtung Brücke. Hatte aber noch keine FGN in der Hand bzw. ist einfach zu lange her. Und ich weiß nicht, ob sie damals schon den Compound-Radius hatten.

Ich würde aber spontan sagen, dass ich, einmal Blut geleckt am Wizard Prestige-Hals, nicht mehr so schnell zurückgehe zu niedrigeren Radien.
 
Interessantes Thema. Kaufentscheidend waren Griffbrettradien usw. für mich damals nicht; gar nicht gewusst oder auf sowas geachtet:D

Trotzdem merke ich die Unterschiede auch. Ich spiele tendenziell mit gewölbteren Griffbrettern und mit dickeren Hälsen flotter als wenn alles zu gerade / flach ist. Allerdings spiele ich auch nur mit Plektrum.
 
Der Griffbrett Radius ist für mich weniger entscheidend, selbst der Bunddraht (Medium oder Jumbo Frets) ist mir nicht so wichtig. Ich wechsle gelegentlich auch zwischen Gibson und Fender Mensur. Ich denke, man kann sich da an Vieles gewöhnen. Womit ich aber so gar nicht warm werde, sind diese V-Shape Hälse von den 50s Style Fenders. Ein Freund von mir hatte mal eine Peavey im Explorer Style, da war das noch ausgeprägter. Da komme ich gar nicht mehr drauf klar.

Die ganz dünnen Ibanez Wizard Hälse finde ich auch seltsam, aber das geht nach einer Zeit. Mehr Material kommt mir aber eher entgegen. Die ESP Hälse (Viper) finde ich super.
 
Vielen Dank für eure Antworten!

Ich finde es erstmal echt interessant, wie Unterschiedlich die Vorlieben sein können was Griffbretter angeht, oder es - wie bei manchem - Überhaupt keine Vorliebe gibt und einfach der Einzelfall entscheidet.
Ich habe mir ein paar Videos zu dem Thema angesehen. Was ich interessant fand, war die Aussage vom Youtuber "Steve from Boston", der für sich beschrieb, das er gerne verschiedene Halsprofile, Radien und Bundmaterial hat, da er es mag wenn sich jede Gitarre einfach unterschiedlich anfühlt. Für mich wäre das z.B. überhaupt nichts.

Warum Voodoo? Wenn dir die Unterschiede schon auffallen beim spielen...

Die gegenposition dazu wäre, das man sich durch eine Vorab-Auswahl automatisch einschränkt evtl. manche Instrumente gar nicht mehr anzuspielen :gruebel:
 
Die gegenposition dazu wäre, das man sich durch eine Vorab-Auswahl automatisch einschränkt evtl. manche Instrumente gar nicht mehr anzuspielen
Wäre vorstellbar wenn man wirklich sehr viel Erfahrung hat mit hunderten von Gitarren. Andererseits: Bevor ich mir die Specs einer Gitarre durchlese, nehme ich sie lieber kurz in die Hand und lasse sie auf mich wirken. Ich finde es sogar sehr interessant im Laden, verschiedene Gitarren schnell nacheinander kurz anzuspielen (auch Gitarren die man eigentlich nicht wollte..). Da passieren die tollsten Dinge und es ist eine direkte Körpererfahrung. Bei dieser Vorgehensweise habe ich festgestellt, dass mir relevante Dinge (Unterschiede) bei Gitarren sofort auffallen, die mir sonst erst nach Wochen des Spielens auffallen würden. Blöd wenn man dann schon gekauft hat. Das ist für mich die offenere Vorgehensweise statt sich vorher festzulegen und zu glauben, dass man alles weiss. Aber ist nur meine Vorgehensweise, soll jetzt keine Allgemeingültigkeit haben.
 
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Wäre vorstellbar wenn man wirklich sehr viel Erfahrung hat mit hunderten von Gitarren. Andererseits:

Gibt es neben dem Radius für mich viel wichtigere Kriterien wie z.B.

wie dick ist der Hals => Hals viel zu dünn = :igitt:
welche Form hat der Hals => zu V förmig = :igitt:
wie breit ist der Hals => viel zu breit = :igitt:
 
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Gibt es neben dem Radius für mich viel wichtigere Kriterien wie z.B.

Ich denke, dass das der Punkt ist.

Man kann an einem Musikinstrument bestimmte Eigenschaften nicht an einem Element fest machen. Ein Instrument ist erstmal die SUMME aller Bauteile, die miteinander harmonieren müssen. Holz, Hardware, Elektronik, Bünde; dann die spezifischen Eigenschaften wie Profile/Shapes/Kanten/Radien,... und gantz wichtig: Saiten und die Saitenlage die auch wieder auf alles andere abgestimmt werden muss.

Die Frage ist, wieso gerade bei Gitarren immer einzelne Elemente separat betrachtet werden:gruebel:
 
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Für ein gutes Spielgefühl gibt es beim Hals viele Faktoren, auf die ich auch genau achte. Die Breite ist wichtig, 43mm für mich am angenehmsten, darüber komme ich schlecht an die Basssaiten, darunter dämpfe ich Saiten die nicht gedämpft werden sollten. Dann das Profil: V oder zu dick geht für mich gar nicht. An einen super flachen Hals kann ich mich aber gewöhnen. Das Optimum ist für mich in der Nähe des 60s Les Paul Slim Taper, gerne etwas asymmetrisch - aber nicht wie meist dick bei den Basssaiten, sondern genau dort etwas flacher. Das Finish ist auch wichtig: richtig glossy fühlt sich bei mir klebrig an, das bremst, daher gerne matt lackiert oder geölt. Dann kommt der Griffbrettradius. 12" bin ich gewohnt, spielt sich gut. 14" oder 16" sind auch wunderbar. Noch flacher habe ich bisher nicht gespielt - wäre mal interessant. 9" und drunter werden unangenehm. Wozu brauch eine Gitarrengriffbrett überhaupt Wölbung? Wenn man mit Bogen spielt, wie bei einer Geige macht das Sinn, aber bei der Gitarre? Die Bünde sollten auch nicht zu flach sein, dann ist auch das Griffbrett egal, da ich es kaum berühre. Bei Edelstahl spielen sich meist die Bendings noch etwas besser, da es glatter ist, es geht aber auch ohne. Und dann ist noch die Frage des Halsansatzes, denn in den hohen Lagen will ich ja auch noch gut spielen können - obwohl mir 22 Bünde genügen.

Kurz: Ich finde für das Spielgefühl ist der Hals mit all seinen Details das Wichtigste an der Gitarre. Wenn der nicht passt, kaufe ich die Gitarre nicht. Danach kommen Pickup-Typ und Optik.
 
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Gar nicht.

Und ohne das Halsprofil sowie die Griffbrettbreite zu berücksichtigen, macht die Frage überhaupt keinen Sinn.
 
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der oft gescholtene Olli vom Session hat dazu einen interessanten Beitrag auf YT

vielleicht etwas langatmig und auch mehr auf den Halsradius bezogen. Aber der Radius auf dem Griffbrett beeinflußt nach seiner Aussage das saubere
Akkordgreifen beim Barree und kann eine Rolle bei Bendings spielen. Ich persönlich hab mir nie beim Gitarrenkauf über sowas Gedanken gemacht,
entweder es passt oder halt nicht.
 
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Ich finde, der Griffbrett-Radius ist nur eine Kompenente, die die "Spielbarkeit" beeinflusst.
Für mich - Bünde (Höhe, Breite) , Halsfrom (V, U..), Fretboard-Holz, Lackierung (da hatte ich lange meine Probleme mit), Saitenstärke, Halsbreite ....
 
Muss ehrlich sagen, dass ich noch nie drauf geachtet habe. Möglicherweise haben alle meine Gitarren aber denselben oder zumindest ähnlichen Radius, nehme ich an.

Die Höhe der Bünde spüre ich mehr. Bei meiner Tokai LP war es z.B. anfangs deutlich schwieriger für mich, Saiten zu ziehen und es war generell eine Umstellung von meinen sonstigen Gitarren, die durch die Bank hohe Bünde hatten.
 
Ich finde, der Griffbrett-Radius ist nur eine Kompenente, die die "Spielbarkeit" beeinflusst.
bei meinen 10 unterschiedlichen Gitarren sind sowohl Griffbrett- als auch Halsradien ziemlich anders geartet, das wirkt sich auf mein Spiel
aber nicht nennenswert aus. Ich denke, ich passe mich da automatisch an, funktioniert vielleicht nicht bei jeder Gitarre, aber meistens schon. Bei meinen Gitarren mit Sicherheit, die hab ich mir ja ausgesucht, u.a. weil ich spieltechnisch gesehen, gut darauf zu recht komme:).
 
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