Hallo nochmal! Ich hab mir ja ein klein wenig Zeit gelassen, aber wie gewünscht möchte ich gern nochmal ein paar Sätze dazu schreiben, wie meine Amp-Suche letztendlich ausgegangen ist.
Vielleicht gleich schon mal vorweg: Der Princeton den ich als erstes angespielt hatte war wohl defekt, viele Mängel über die ich mich anfangs geärgert hatte, habe ich bei dem 2. Modell nicht gefunden. Trotzdem steht seit etwa 2 Wochen der Blues Jr. bei mir zuhause, mit dem ich sehr zufrieden bin. Es gab letztendlich eine Reihe kleiner Gründe, die für mich den Ausschlag gegeben haben und die nach vielem hin und her die Entscheidung am Ende doch recht einfach gemacht haben.
Erst mal das positive bis überragende: Bei dem neuen Princeton-Modell war der Ton auch bei extrem leisen Lautstärken sehr schön und ausgewogen, wummernde Bässe habe ich diesmal auch nicht mehr gehört und Reverb und Tremolo sind nach wie vor von einem anderen Stern.
Ich will auch eigentlich nicht wirklich über den Princeton meckern, weil er mir sehr gut gefallen hat. Nur nicht so gut, dass ich bereit gewesen wäre das notwendige Geld dafür auf den Tisch zu legen. Das hatte am Ende vor allem folgende Gründe:
Zum einen ist er mir im Großen und Ganzen doch zu leise gewesen. Die Zerre setzt bei. Vol-Poti auf ca. 5 ein. Damit ist man zuhause zwar schon recht laut unterwegs, im Band-Gefüge kann man sich clean aber doch kaum mal durchsetzen. Eine externe Box könnte helfen, aber verteuert die Angelegenheit nochmal deutlich.
Weiterhin war auch bei diesem Modell ab Vol. 4 etwas im Inneren des Amps deutlich hörbar am vibrieren, ähnlich dem berüchtigten "Röhren-Rasseln" beim Peavey Classic, allerdings bei einer breiteren Reihe von Tönen. Das Geräusch war mir bei dem ersten Modell ebenfalls aufgefallen, da hatte ich die "wummernden" Bässe als Ursache ausgemacht und das nicht weiter angeführt.
Der Princeton hat zudem einen sehr markanten Grund-Sound. Der ist auch wunderschön anzuhören, ich hatte aber das Gefühl, dass hier wieder ein wenig Flexibilität des Amps verloren geht. Im Vgl. zum neutraleren Blues Jr. hatte ich das Gefühl, dass sich durch diese Grundnote alles was man spielt ein wenig gleicht. Der Punkt zumindest ist aber sicher maximal subjektiv.
Letztendlich hatte ich mich vor allem für den Blues Jr entschieden, weil der große preisliche Unterschied zu dem wahrgenommenen preislichen Unterschied in keinem Verhältnis stand. Mit dem Blues Jr lässt es sich ganz wunderbar "arbeiten". Der Klang zieht einem auch nicht die Schuhe aus, aber der BJ setzt zuverlässig das um, was man spielt und bedient durch das Master-Volume eine unfassbar breites Lautstärke-Spektrum wodurch er extrem flexibel ist. Der angezerrte Sound ist nicht meins, aber hierfür kann man Pedale verwenden, was kein Problem ist. Zudem knackt und rauscht er bei größeren Lautstärken ein bisschen, aber in nur so geringem Maß, dass man schon genau hinhören muss, um sich davon stören zulassen. Bei Aufnahmen wird das in der Lautstärke auch kein Problem sein.
Ich denke, dass ich mich in ein paar Jahren vielleicht nochmal auf die Suche nach dem Traum-Verstärker begeben werde, bis dahin werde ich mit dem BJ sicher eine Menge Spaß haben. Dieses Mal habe ich aber einfach kein Modell für um die 1000€ gefunden, dass den Preis in meinen Augen gerechtfertigt hätte. Ich werde aber mal versuchen in den kommenden Monaten und Jahren einen Überblick über verschiedene kleine Amp-Bauer in Deutschland zu bekommen, die mir von unterschiedlicher Seite ans Herz gelegt wurden. Da scheint es einige interessante Alternativen zu geben, die diesmal nur nicht in Frage kamen, weil ich den Amp letzte Woche schon gebraucht habe und definitiv das anspielen wollte, was ich kaufe. Aber dafür hab ich ja jetzt genug Zeit.
So, dann mal viele Grüße und noch ein schönes Wochenende in die Runde!